Unsere Deutschlandtour – Juni 2020

Nach über 20 Jahren ist das in diesem Jahr der erste große Campingurlaub den wir wider Erwarten hier in Deutschland verbringen werden.

Bernkastel-Kues

Vorgeschichte:
Seit der Corona-Virus Anfang März bei uns in Deutschland zugeschlagen hat rückte unsere alljährliche Südfrankreich-Reise immer mehr in den Hintergrund. Und wir mußten uns mit dem Gedanken anfreunden, auf unser schönes Frankreich zu verzichten und Alternativen zu suchen. Bis in die erste Juni-Woche war überhaupt nicht klar, ob es dieses Jahr eine Camping-Reise gibt, und was für Voraussetzungen dafür notwendig waren. Wir hatten Anfang Mai drei Campingplätze in Deutschland ausgesucht und Telefonischen Kontakt mit Ihnen auf-genommen. Der erste Platz auf unser diesjährigen Campingtour war der Campingplatz Zell an der Mosel. Als nächstes wollten wir nach Hessen zum Campingplatz nach Naumburg fahren. Sie sagten uns aber wegen Überfüllung gleich ab, so daß wir nach einem Ersatzplatz schauen mußten. Ich suchte mir den Camping Teichmann am Edersee aus, der einen sehr guten Eindruck auf uns machte. Als dritten Campingplatz wählte ich den SüdseeCamp in der Lüneburger Heide aus. Wir waren vor über 20 Jahren zweimal in dieser großen Ferienanlage und ich wünschte mir schon lange ihn wieder einmal zu besuchen. Damals waren wir mit unseren Kindern hier, und es war einfach toll.

Montag, den 15.Juni 2020

Wir sind heute Morgen zu unserer normalen Frühstückszeit aufgestanden, es war etwa 7:15 als wir am Frühstückstisch sitzen. Heute beginnt unsere Urlaubsreise quer durch Deutschland.
Es gibt nur ein kurzes Frühstück, dann geht die Arbeit auch schon los. Unseren Caravan haben wir schon gestern Nachmittag auf den Parkplatz vor unserm Haus gebracht, unser Hausnachbar Zie… hat mit uns den Parkplatz getauscht. Vor Jahren hatten wir mal das Problem über eine Stunde zu benötigen, bis wir unseren Caravan endlich auf der Straße hatten. Unsere kleine Straße wird von Schülern und Lehrern der benachbarten Gesamtschule zum ungenierten Parken benutzt. Wenn dann noch ein Nachbar von gegenüber sein Auto irgendwie ungünstig parkt, ist die ganze Straße dicht.

Den Wohnwagen haben wir die vergangenen Tage schon größtenteils eingeräumt , so bleiben nur noch den Kühlschrank zu befüllen. Der seit gestern Morgen vorgekühlt wird, ebenso die Technischen Sachen wie unsere Fotoapparate, das Handy und Notebook sowie die Reiseunterlagen müssen noch ins Auto bzw. in den Wohnwagen gebracht werden. Als nächstes montiere ich noch die Caravanspiegel an unseren Audi Q5, hier muß ich sehr sorgfältig sein. Letztes Jahr ist mir der rechte Spiegel während der Fahrt einfach herunter gefallen. Jetzt sind wir auch schon fertig zur Abfahrt. Den Caravan mit dem Mover (Elektroantrieb) aus der Parklücke auf die Straße fahren und an den Audi anhängen. Dann kann es auch schon los gehen.

Um 12:47 verlassen wir die Bergstraße in Ottobeuren und fahren zum Autobahn-zubringer in Memmingen Süd. Von unseren Nachbarn ist heute nicht zu sehen,Theo und Rita sind anscheinend in Salzburg und Susi und Gerhard irgendwo in den Bergen. Es läuft alles gut und der Verkehr auch mit den LKWs hält sich in Grenzen. Als erste Raststätte habe ich mir Rothensteig Nord ausgesucht, das Pech war nur, die Raststätte ist gleich im Anschluß an das Autobahnkreuz Crailsheim. Mit anderen Worten, ich habe sie nicht gesehen und bin einfach durchgefahren. Aber ein paar Kilometer kommt schon ein weiterer Rastplatz den wir nun ansteuern. Es ist Reusenberg Nord ein einfacher Parkplatz aber mit einem Toillettenhaus, die Zeit es ist mittlererweile15:26 geworden. Hier verbringen wir eine gute Stunde bei Kaffee und ein paar belegten Broten, das Wetter ist nicht gerade gut aber meistens doch trocken. Unser Übernachtungsziel heute ist der 24 ARAL Autohof in Bad Rappenau den wir bald erreichen werden. Seit einigen Jahren sind wir dazu übergegangen aus Sicherheits-gründen nicht mehr an den gewöhnlichen Autobahn-Raststätten zu übernachten. Im Internet wurde dieser Autohof empfohlen. Wir kommen an Heilbronn und Neckarsulm wo sich ein großes Audi-Werk befindet vorbei. Dann um 17:30 haben wir Bad Rappenau erreicht, es gibt hier zwei Autohöfe vor Ort. Nach der Autobahnausfahrt hätten wir dann nach Rechts fahren müssen, aber hier war ein Baustellenschild zu sehen, also fahren wir nach Links in ein weiteres Industriezentrum. Was natürlich falsch war, zum Schluß mußten wir bis zur Abfahrt in Heilbronn zurück fahren. Aber irgendwie haben wir unser heutiges Ziel doch noch erreicht, nur eben 35 Minuten später.


Der Autohof war leider eine große Enttäuschung für uns, er war sehr klein, Platz für etwa 15 LKWs, und es sind keine Caravans oder Wohnmobile zu sehen. Wir melden uns in der Tankstelle an und können einen Parkplatz belegen. Das Essen das hier angeboten wird ist leider nur Bistro tauglich. Darauf können wir gut verzichten, es gibt also heute eine Brotzeit im Wohnwagen. Das soll ja nicht schlecht sein, wir haben alles nötige dabei, von Wurst, Käse und Hering in Tomatensoße (was wir sehr gern im Urlaub essen). Auch eine Bratensülze gibt es heute Abend, dazu ein bis zwei Gläser Weizenbier und für die Gattin eine Radler. Nach unserem Essen machen wir noch eine Spazierrunde über den kleinen Rastplatz und über das angrenzende Industriegelände.

Dienstag, den 16. Juni 2020

Kurz nach 6:30 stehen wir auf, geschlafen haben wir gut im Caravan und auch die Nacht am Platz war sehr ruhig. Nur leider hat es immer wieder mal geregnet. Nach einem guten Frühstück und einer Tasse Kaffee brechen wir auf. Zuerst drehe ich die Stützen vom Caravan mit dem Accuschrauber hoch, dann kann es schon los gehen. Es ist jetzt 8:30 geworden. Kurze Zeit darauf fahren wir am Flugzeug-Museum in Sinsheim vorbei. Es regnet leider immer wieder mal. Als Nächstes kommt jetzt das Autobahn-kreuz Walldorf und gleich darauf das Kreuz am Hockenheim wo wir anschließend den Rhein überqueren. Wir sind jetzt auf der A61 die uns weiterführen wird bis nach Bingen oder Koblenz.
Nach unserer Rheinüberquerung fahren wir an Ludwigshafen und Mannheim vorbei, kurz vor Alzey machen wir noch eine kleine Pinkelpause. Es ist mittlererweile 10:45 als wir auf der Raststätte Hunsrück Ost unsere letzte Pause vor unserm Endziel an der Mosel machen. Hier bleiben wir aber nur etwa 20 Minuten, bevor es weitergeht. Während wir Pause machen sehen wir einem kleinen LKW-Stau auf der daneben-liegenden Autobahn, wir kommen danach aber wieder gut aus dem Rastplatz hinaus. Schon wenige Kilometer weiter verlassen wir dann die Autobahn 61 und fahren über die B50 bis nach Kirchberg und danach über die B421 bis nach Zell an der Mosel. Die letzten Kilometer bis zur Mosel waren recht interessant. Wir fuhren von der Hoch-ebene des Hunsrück ein/zwei Hundert Meter hinunter bis wir die Moselhöhe bzw. Zell erreicht haben.

Um 11:58 haben wir dann unseren Campingplatz in Zell erreicht, wir kommen also sogar noch vor der Mittagspause hinein und können unseren Stellplatz mit der Nummer 64 sofort beziehen.
Die Einfahrt in den Platz ist etwas eng für größere Wohnwagen, aber wir kommen gut durch und stellen unseren Caravan gleich auf. Es hat im Laufe des Vormittags noch einige Male geregnet, aber die letzten zwei Stunden ist es dann Trocken geblieben. Jetzt an der Mosel ist der Himmel immer noch bedeckt. Nach einer kleinen Brotzeit mit Käse und Schinken und dazu ein Radlerbier rollen wir jetzt unsere Markise aus. Gegen 16:00 kommt plötzlich die Sonne heraus, so sollte unser Urlaub beginnen. Unser Stellplatz ist gleich neben einem Seitenarm der Mosel und so können wir direkt am Fluß sitzen und das jetzt schöne Wetter genießen. Später gibt es noch Kaffee und einen Kuchen vom kleinen Campingshop. Beim Bestellen unseres Frühstücks für den nächsten Tag habe ich im Shop Streuseltaler mit Johannisbeeren gesehen. Das mag ich schon zu Hause sehr gern, somit ist die süße Beilage zum Kaffee schon gesichert.


Im Laufe des Nachmittags habe ich noch meine kleine Satellitenschüssel aufgestellt, konnte aber keinen Fernsehempfang feststellen. Die Südseite vom Campingplatz ist leider stark von großen Bäumen beschattet.
Zum Abendessen gibt es heute Krautschupfnudel, dazu zwei Weizenbier für mich und etwas Rotwein für meine Gattin. Die Sonne scheint bis in den Abend hinein und geht um 20:30 hinter den Bäumen unter. Wir genießen die Zeit und den Abend vor unserm Wohnwagen und etwa um halb Elf gehen wir ins Waschhaus bzw. im Anschluß in unser Bett.

Mittwoch, den 17. Juni 2020

Heute Morgen sind wir gegen halb Acht aufgestanden, geschlafen wir sehr gut, die Temperatur im Caravan war auch angenehm. Im Anschluß bin ich zur Rezeption gegangen um unsere bestellten Brezeln und Brötchen zu holen, während Hermine unseren Frühstückskaffee macht. Nach dem Frühstück machen wir uns erst einmal hübsch in dem wir das Waschhaus bzw. die Toillette besuchen. Gegen 10:00 Morgens holen wir unsere Klapp-Fahrräder aus dem Audi und bauen sie zusammen. Eine halbe Stunde später sind wir dann tatsächlich los gefahren, da es gegen 12:00 oder 14:00 schon wieder Regnen sollte. Unser Campingplatz befindet sich im Ortsteil Zell-Kaimt und wir fahren mit unseren E-Bikes eine Fußgängerbrücke über die Mosel in die Altstadt von Zell. Hier suchen wir das Verkehrsbüro der Kleinstadt auf, um eine Radkarte von Zell und seiner Umgebung zu finden. Leider sind wir erfolglos, es gibt hier nur große Karten zum Kaufen, die von Luxemburg bis nach Koblenz gehen. Wir wollen ja nur kurze Touren mit unseren kleinen 20“ Fahrrädern machen. Danach schauen wir uns noch kurz das Zentrum der Altstadt an bevor wir weiterfahren.

Es geht jetzt Richtung Westen, wir überqueren den Kreisverkehr der B421 auf der wir gestern mit dem Auto gekommen sind. Hier beginnt ein Radweg der uns zum nächsten Weinort Briedel und weiter führen soll. Wir fahren also von der Kreisstraße hinunter zum Radweg der hier ganz nah an der Mosel entlang führt. Es ist ein Naturweg der teilweise auch leicht geschottert und vom Regen der vergangenen Tage sehr naß war. Auf jeden Fall war es sehr eng, wenn uns ein Radler entgegen kam und man auch teilweise absteigen sollte oder mußte. Nach einem Kilometer drehten wir wieder um, wir fahren mittlererweile durch ein Waldstück, hier ist es sehr Schattig und Nass. Wir fahren also zurück bis zur großen Moselbrücke, die wir überqueren und an der Kaimter Seite wieder zum Moselufer hinunterfahren. Hier fahren wir wieder direkt an der Mosel entlang, werden wenig später von einer Radfahrergruppe überholt. Rechter Hand ist ein größerer Wohnmobilstellplatz zu sehen, und bald darauf fahren wir am Sportzentrum mit Erlebnisbad Zeller Land vorbei. Einige Meter weiter ist auch dieser Radweg zu Ende, Die Radfahrergruppe vor uns, und auch wir drehen wieder um, die Radler-Gruppe fahren in Richtung Ortsteil Kaimt zurück.

Als wir wieder am Wohnmobilstellplatz vorbei kommen, hier geht eine kurze Straße die Anhöhe nach oben. Am oberen Straßenende sehen wir ein paar Radler stehen, wir fahren also hoch, sie stehen an einem Anzeigeschild und beratschlagen sich. Hier geht wiederum eine kleine Straße (es ist endlich der Radweg) ab, und wie wir sehen führt sie an den Weinfeldern etwas oberhalb der Mosel entlang. Auf diesem Weg fahren wir jetzt weiter, immer an den Weinfeldern und etwas später an den Weinbergen auf unserer rechten Seite vorbei. Unser Weg führt uns jetzt direkt an der Mosel entlang und auf der anderen Seite des Flußes sehen wir den kleinen Weinort Briedel. Wir fahren immer noch weiter an den Weinbergen entlang, bis sich der Weg (Fahrweg für die Weinbauern zu ihren Feldern) wieder teilt. Vor uns hoch auf einem Bergrücken sehen wir die Marienburg stehen. Wir entschließen uns in diese Richtung, auf die noch sanfte Anhöhe zu fahren. Oben angekommen führt eine Straße auf der anderen Seite des Berges wieder ins Tal zurück bzw. die andere Seite der Moselschleife. Wir fahren aber weiter in Richtung Burg, kommen an einem Parkplatz wo ein paar Auto parken vorbei. Von hier geht es plötzlich steil den Berg nach oben, ein paar Meter schaffen wir noch mit unseren E-Bikes. Dann ist auf einmal Schluß, wir müssen Schieben. Nach uns kommen noch weitere E-Biker mit ihren großen E-Montainbikes auch sie müssen jetzt schieben. So geht es noch ein paar hundert Meter hoch bis zur Marienburg. Oben angekommen haben wir einen weiten und tollen Ausblick auf die Mosel, und auf die Weinberge umher. Ein paar Kilometer weiter ist das Pündericher Eisenbahnviadukt zu sehen die gleich im Anschluß durch einen Bergtunnel führt.

Die Marienburg ist eine ehemalige Burg aus dem 1. Jahrtausend, im Jahre 1146 wurde dann ein Augustinerinnenkloster gegründet. Das dann 350 Jahr später wieder aufgelöst wurde, und wieder eine Befestigung errichtet wurde. Heute befindet sich ein Gäste- und Tagungshaus, und die Jugend-bildungsstätte Marienburg in dem Gebäude.

Einen Blick in die kleine Kirche mache ich doch noch, sie schaut recht nett aus. Nach unserem kurzen Rundgang über das Plateau treten wir den Rückweg an. Die ersten paar hundert Meter schieben wir unsere Räder den Berg hinunter, weil es einfach zu gefährlich wäre, im Schuß hinunter zu fahren. Unten angekommen überlegen wir auf welchem Weg wir zum Campingpark in Zell zurück fahren. Kurz entschlossen fahren wir auf der anderen Bergseite hinunter und an der Anschlußstraße die stark befahren ist zum Ortsteil Barl-Zell wieder hoch. Der Weg von der Marienburg bis Ortsanfang von Barl zieht sich mit fast 3 Kilometern doch in die Länge. Der Ortsteil Barl selber ist nicht Schön, es ist größtenteils eine reine Industriesiedlung. Wir durchfahren den Ortsteil und fahren auf der anderen Seite die Serpentinenstraße wieder hinunter. Nun sind wir wieder im Ortsteil Kaimt angekommen und fahren an der Mosel entlang zum Campingplatz.

Um etwa 13:30 sind wir wieder am Platz angekommen, ca. 20 Kilometer sind wir jetzt gefahren auf teilweise schönen Radwegen, stark befahrenen Verkehrstraßen aber auch mit wunderschönen Aussichten auf die Mosel. Jetzt gibt es eine kleine Brotzeit am Platz, es sind noch vom Frühstück einige Brötchen übrig, danach essen wir noch eine Schüssel mit Obstsalat im Sonnenschein. Wir geniesen die warme Sonne und trinken um 15:30 am Moselufer unsere Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen. Zwischenzeitlich habe ich nochmals an meiner Satellitenanlage gearbeitet und sie frisch eingestellt, jetzt habe ich auch einen guten Empfang. Nach einem Suchlauf am Fernseher habe ich nun die meisten wichtigen Programme im Kasten. Es ist jetzt mittlererweile kurz vor 17:00 Uhr, und es regnet Intensiv, mal schauen was uns der restliche Tag noch bringen wird.
Im Moment ist es 20:00 vorbei und es regnet immer noch, wir werden den heutigen Abend wohl im Caravan vor dem Fernseher verbringen müssen. Und es regnet immer noch, auch nach dem wir schon ins Bett gegangen sind.

Donnerstag, den 18. Juni 2020

Es ist schon 8:15 vorbei als wir heute Morgen aufstehen, die Nacht war angenehm und ruhig und wir haben ausgezeichnet geschlafen. Als erstes hole ich in der Rezeption unsere bestellte Frühstückbrötchen. Dieses Mal haben wir Laugenstangen zu den Brötchen bestellt, die Brezeln waren gestern ziemlich Dunkel geraten. Hermine hat den Kaffee schon fertig gemacht, so daß wir gleich unser Frühstück geniesen konnten.

Danach machen wir einen kleinen Spaziergang über den Campingplatz, und verquatschen uns noch gleich bei vier anderen Campinggästen. Die Herren haben mich angeredet als ich am Dienstag meine Satellitenschüssel aufgestellt habe. Bei dem einen Campinggast der aus Verden in der Nähe von Bremen kommt, habe ich eine Klima-anlage die am Caravanfenster hängt, gesehen. Solch eine Klimaanlage habe ich noch nie gesehen, der Verdener ist auf jeden Fall von Ihr begeistert. Er zeigt mir die Anlage auch von innen. Wir machen auf jeden Fall Bilder von seiner Klimaanlage, von Innen und Aussen.
Gegen 10:45 machen wir uns auf den Weg zur Altstadt von Zell, es geht die Fußgänger-brücke über die Mosel. Von der Brücke aus sehen wir gleich eine Pizzeria, die wir wohl in ein paar Tagen besuchen werden. Wir gehen weiter in Richtung der Fußgängerzone gleich neben dem Rathaus, sie ist aber nur ein bis zweihundert Meter lang. Ein paar nette Geschäfte gibt es schon, wir spazieren die Schlossstraße entlang am Schloßhotel Zell vorbei das einen noblen Eindruck macht. Bei der Evangelischen Kirche ist ein schönes Mosaikbild in der Brüstungsmauer verewigt. Zurück an der Marktstraße, wo normalerweise der Wochenmarkt abgehalten wird, hat ein Weinlokal einige Tische aufgestellt. Man muß sich natürlich wegen Corona in eine Anwesenheitsliste eintragen und die Abstandsregelungen einhalten. Der Wein schmeckt ausgezeichnet, den uns die junge Dame serviert. Gegen 13:30 gehen wir wieder über die Brücke die ca. 1,3 Kilometer bis zum Campingplatz zurück.


Hier angekommen gibt es erstmals eine kleine Brotzeit, vom Frühstück haben wir noch ein paar Reste an Laugenstengeln, die mit Leberwurst ganz ausgezeichnet schmecken. Dazu Salami und etwas Käse, ein Radlerbier rundet das ganze ab. Wir sitzen hier direkt am Ufer und lassen die Sonne auf uns herunter scheinen. Etwas später trinken wir noch Kaffee mit einem Streuselkuchen, wir lassen uns so richtig gut gehen.

Gegen 16:30 steigen wir nochmals auf unsere E-Bikes und fahren am Ufer entlang in Richtung der Fußgängerbrücke. Über die Brücke hinüber, hier oben müssen wir aber unsere Räder schon schieben, dann geht`s an der Altstadt vorbei wieder ans Moselufer. Von hier geht jetzt ein Radfahrweg weiter bis nach Bullay und weiter. Der Radweg ist in unterschiedlicher Qualität, einmal geteert, mal Schotter oder Feldweg, aber er läßt sich trotz allem recht gut fahren. Wir kommen an der Wellenburg in Merl vorbei, sehen auf der linken Seite die Mosel und hoch oben auf dem Berg wieder die Marienburg, dieses Mal von der Rückseite. Zum Schluß unterqueren wir noch die Doppelstockbrücke von Alf-Bullay (Auf der oberen Fahrspur fährt die Eisenbahn und darunter geht die L199 über die Mosel).

Kurz vor Bullay kommen wir noch an einer kleinen Wiese vorbei, wo ein paar Oldies stehen. Es sind Amerikanische Straßenkreuzer und zum Teil Autos die ich noch gar nie gesehen habe. Nach dem ich ein paar Fotos von ihnen gemacht habe, fahren wir weiter bis zum Ortszentrum. Wo die Moselfähre nach Alf hinüber fährt, von hier fahren wir auf der Uferstraße wieder zurück nach Zell. Hinter dem Sportplatz gleich neben dem Radweg befindet sich der Campingplatz „Bärencamp“ den wir von außen bewundern. Das Bärencamp besteht offensichtlich aus drei verschiedenen Camps, an einem der Camps wollte ich noch die Sanitären Anlagen anschauen, komme aber nicht durch die gesperrten Eingangstüren. Ich frage einen Campinggast der zufällig gerade in das Gebäude will, nach der Qualität dieses Sanitärhauses. Dieser Gast ist auf jedenfalls zufrieden mit der Anlage. An den Oldtimern vorbei und unter der Doppelstockbrücke durch, geht es jetzt wieder zurück. Der Radweg hier ist Teil des großen Radwander-weges der von Trier bis nach Koblenz führt.
Unser kleiner Nachmittagsausflug ist jetzt 13,5 Kilometer lang gewesen, der Zustand des Weges ist ja nicht so prickelnd gewesen. Unsere kleinen E-Bikes sind halt nur City-Bikes und keine Tourenräder für Holperstrecken.

So gegen 18:30 essen wir zu Abend, es gibt heute Tortellini in Sahnesauce und Pilzen, nach dem Essen sitzen wir noch am Moselufer und geniesen die schöne Abendsonne. Später muß ich noch zum Geschirr spülen ins Waschhaus. Der Geschirrspülraum ist ebenso wie die Toiletten und Waschräume der Herren im ersten Stock des Zentral-gebäudes. Sie sind über eine etwas steile Eisentreppe zu erreichen, und beim Hinunter-gehen der Treppe muß man als älterer Herr durchaus aufpassen.

Freitag, den 19. Juni 2020

Heute ist es schon 8:00 vorbei, als wir aufgestanden sind, gestern Nachmittag haben wir vergessen die Brötchen für unser heutiges Frühstück zu bestellen. So müssen wir auf unseren eigenen Bestand an Backbrötchen zurückgreifen. Ein paar Päckchen davon haben wir in jedem Urlaub mit dabei. Unseren kleinen Backofen aus dem Gepäckraum vom Wohnwagen geholt und angeschlossen und bald darauf können wir unser Frühstück geniesen.
So gegen 10:00 steigen wir ins Auto, wir wollen heute Bernskastel-Kues besuchen. Unser Weg führt uns immer an der Mosel entlang, vorbei an Traben-Trarbach es sind etwa 45 Kilometer, eigentlich mehr als ich dachte. An einem großen Parkplatz an der Mosel stellen wir unseren Audi ab, und gehen die vielleicht 150 Meter bis wir den Zugang in die kleinen Gassen erreichen. Zuletzt waren wir 1997 mit den Kindern hier, das Zentrum hat sich kaum verändert, ein paar Baustellen sind dazu gekommen. Aber der kleine Ort ist nach wie vor sehr schön, im Zentrum befinden sich viele wunder-schöne Fachwerkhäuser. Auch die Weinstube Spitzhäuschen mit seinen höchstens zwei Metern Giebelbreite steht seit über 600 Jahren hier.

Man geht davon aus daß das Spitzhäuschen deshalb so hoch und krumm gebaut wurde, weil man zur damaligen Zeit Grundsteuer nur für die bebaute Fläche zahlen mußte.
Der mit Schiefersteinen ausgebaute Weinkeller und die beidseitig überhängenden Obergeschosse sind Typisch für die moselländischen Winzerhäuser.

So gehen wir etwa 1 ½ Stunden durch die kleinen Straßen mit Ihren schönen Fachwerk-häusern. Es gibt überall Restaurants und Lokale, aber wegen Corona sind halt alle leer, irgendwo in einer Gasse kommt ein kleiner Stehimbiß, hier kaufe ich mir eine Curry-wurst mit Brot. Hermine holt sich eine Leberkäsesemmel und dazu eine Flasche Cola, das wir an einem kleinen Stehtisch geniesen, unser kleiner Snack schmeckt recht gut. Nach ca. 20 Minuten gehen wir wieder weiter bis zu einem kleinem Platz, wo wir noch ein paar Minuten in der warmen Sonne sitzen bleiben. Hier gibt es auch eine Öffentliche Toilette, die ich mit meiner Anwesenheit beglücke. Im Anschluß gehen wir zurück zum Auto und fahren ein paar Kilometer bis nach Traben-Trarbach zurück. An einem größeren Parkplatz ebenfalls direkt an der Mosel stellen wir unseren Audi ab.

Von hier bis zum Wahrzeichen der Stadt dem Brückentor von Trarbach sind es ja nur ein paar Meter. Über eine Außentreppe steigen wir auf die schöne Brücke hinauf, der die beiden Ortsteile miteinander verbindet. Sie ist für den Autoverkehr zugelassen, aber für die Fußgänger gibt es Fußwege und Ausbuchtungen zum Fotografieren. Wir gehen auf der Brücke entlang, bis kurz vor den Stadtteil Traben, bevor wir wieder umdrehen und durch das schöne Brückentor in den Ortsteil Trarbach gehen. Hier gehen wir noch durch die Gassen der Fußgängerzone bevor wir zum Auto zurück gehen. Wir fahren jetzt zurück nach Zell, am Ortsbeginn ist eine Aral-Tankstelle deren Dieselpreis vor ein paar Tagen noch bei 1,049 € war. Heute wo wir Tanken wollen steht der Preis bei 1,109 €, innerhalb von 3 Tagen ist der Preis um 6 Cent gestiegen.

Um 14:30 sind wir wieder auf unserem Campingplatz angekommen, als aller erstes bestellen wir in der Rezeption unsere Frühstücksbrötchen für Morgen Früh. Heute Abend wollen wir in der Altstadt von Zell eine Pizza essen. Gleich neben der Fuß-gängerbrücke befindet sich die Pizzeria La Terrazza. Jetzt in Coronazeiten ist es gar nicht so einfach einen Tischplatz zu bekommen, aber es klappt und wir bestellen eine Pizza, für mich eine mit Pilzen, Salami und Schinken, mein Gattin nimmt eher etwas mit Meeresfrüchten. Die Pizzen schmecken ausgezeichnet und so machen wir uns nach dem Essen wieder auf den Heimweg.

Wir haben heute Nachmittag neue Camping-Nachbarn uns direkt gegenüber am Flußufer bekommen, sie kommen irgendwo aus Nordrhein-Westfalen. Und sind mit einem Mercedes-Van und Vorzelt incl. Vespa-Motorroller sowie zwei Fahräder gekommen. Um den Van zum Übernachten überhaupt frei zu bekommen, mußte der arme Mann eine ganze Weile arbeiten um die ganzen Fahrrad-Halterungen aus dem Van auszubauen. Er war Mitte Fünfzig und sie etwas Jünger, er war sehr Nett und unterhaltsam, sie dagegen war eher zurückhaltend.
Wir haben noch lang die Abendsonne genossen, und den schönen Tag an uns vorüber gleiten lassen, um 22:30 sind wir dann in die Koje gegangen.

Samstag, den 20. Juni 2020

Heute ist es 7:45 geworden als wir aufstehen, nach dem Gang ins Waschhaus hole ich in der Rezeption unsere bestellten Brötchen. Meistens sind es Semmeln wie man bei uns sagt, und dazu einige Laugenstengel. Brezeln nehme ich nicht mehr, sie sind mir zu dunkel, obwohl sie aus dem selben Teig und in der gleichen Lauge behandelt werden.

Nach dem Frühstück haben wir unsere Fahrräder repariert und die Vorderbremsen nachgestellt. So gegen 12:45 fahren wir los an der Uferstraße hier in Kaimt entlang bis zur großen Autobrücke. Von hier dann den Radweg entlang, den wir vor ein paar Tagen schon einmal gefahren sind. Es geht an den Weinfeldern und Weinbergen vorbei in Richtung Briedel bzw. der Marienburg. Wir sind bei strahlendem Sonnenschein los gefahren, aber im Verlauf unserer Fahrt ziehen immer dickere Wolken am Himmel auf.

Jetzt stehen wir gegenüber vom Weinort Pünderich der auf der anderen Moselseite ist und direkt unterhalb des Prinzenkopf-Turms. Es wird uns zu riskant und wir drehen um. Damit wir nicht den gleichen Weg zurück fahren müssen, nehme ich bei einer Abzweigung einen Weg der auf die Weinberge weiter nach oben geht. Mit unseren E-Bikes schaffen wir den Hang ohne weiteres, so fahren wir jetzt auf mittlerer Berghöhe durch die Weinhänge und haben eine tolle Aussicht nach unten ins Tal bzw. Mosel. Irgendwann geht der Weg dann wieder etwas nach unten und wir kommen an die Barlstraße die vom Industriezentrum Barl zum Ortsteil Kaimt hinuntergeht. Hier werden unsere Fahrradbremsen stark beansprucht bis wir endlich wieder unten sind. Zuerst wollen wir noch ein Stück in Richtung Bullay fahren, aber das Wetter schaut nicht mehr gut aus. So kehren wir doch wieder zum Campingplatz zurück. Im Lauf des Nachmittags wechselt das Wetter immer wieder stark, vom Sonnenschein bis Stark bewölkt es war alles vorhanden. Jetzt plötzlich um 15:30 fängt es stark an zu Regnen, unsere Fahrräder haben wir vorsorglich schon unter eine Regenplane gestellt.

Unsere Nachbarn von gegenüber sind heute mit ihrem Motorroller auf einem Ausflug nach Trier gefahren, wir stellen ihre Campingstühle zum Schutz vor dem Regen unter unser Vordach. Als sie dann nach ein paar Stunden wieder zurück gekommen sind waren sie sehr froh über ihre trocken gebliebenen Stühle. Nach dem starken Regen kam auch die Sonne wieder zum Vorschein, so daß wir gegen Abend wieder vor dem Wohnwagen essen konnten. Einige Zeit bevor die Dämmerung hereinbrach, sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite der Mosel ein kleines Wohnmobil den Weinberg hinauf fahren. Unserer Karte zufolge müßte dort die Lönshöhe und eine kleine Schutzhütte sein. Am Ende unserer Sicht blieb er stehen und bewegte sich bis zum Einbruch der Dämmerung nicht mehr.

Sonntag, den 21. Juni 2020

Wie meistens stehen wir gegen 7:45 auf, holen unsere Brötchen von der Rezeption und machen ein gemütliches Frühstück vor dem Caravan. Wir haben heute Morgen eine Nebelwand, die den Weinberg von gegenüber total unsichtbar macht. Wo noch gestern Abend das Wohnmobil den Berg hinauf gefahren ist nicht zu sehen. Erst gegen halb Zehn löst sich der Nebel wieder auf, und wir können das kleine Wohnmobil oben am Berg wieder sehen. Man glaubt es nicht, der Wohnmobilist hat wohl die ganze Nacht hier oben am Berg verbracht.
Um 10:30 machen wir unsere E-Bikes fertig, heute Morgen wollen wir zur Onkel Tom`s Hütte bei Bullay fahren. Unser Nachbar von gegenüber, der öfters hier auf dem Campingplatz ist, erzählt uns von dieser Straußwirtschaft hoch auf dem Berg. Wir fahren auf dem Radweg Flußabwärts in Richtung Bullay, das etwa 6 Kilometer entfernt ist. An den Oldies vorbei ein paar sind immer noch da, im Ortszentrum von Bullay mußten wir schon etwas suchen, um die Auffahrt zu dieser höchstgelegenen Weinschenke Europas zu finden. Der Weg führt uns dann auf steilen Pfaden ca. 2 Kilometer einen Weinberg hinauf.

Unsere E-Bikes schaffen die schwierige Strecke mit Bravour, und die Aussicht unterwegs auf das Weindorf Bullay und die Mosel ist grandios. Nach ein paar Bergkilometer haben wir dann die Weinschenke erreicht.

Der Name: Onkel Toms Hütte ist einer Geschichte geschuldet. Ein alter Hotelier mit Namen Bert verkaufte sein Anwesen vor Ort und erbaute Mitte der 60er Jahre die heute genannte „Onkel Toms Hütte“. Sein Freund, der Fährmann, trank ganz gerne einen über den Durst. Somit versorgte Bert seinen Freund regelmäßig mit Wein und Schnaps und verlangte im Gegenzug, dass dieser ihm viele Gäste schickte.
Der Fährmann konnte gut Geschichten erzählen und gaukelte den Leuten vor, hier oben sitzt ein alter Mann, dem der greise Bart schon in die Stuhllehne gewachsen sei. Das weckte das Interesse vieler Besucher, welche „Onkel Tom“ kennen lernen wollten. Außerdem nannten ihn alle Onkel Tom, somit entschied sich Bert sein neues Zuhause „Onkel Toms Hütte“ zu nennen.

Wir müssen am Eingang warten bis uns eine Kellnerin abholt und zu einem Tisch führt hier muß ein Anmeldezettel mit unseren Personalien ausgefüllt werden. Da wir mit dem Fahrzeug hier sind (E-Bike) bestellen wir zum Trinken etwas Anti-Alkoholisches wie Fanta sowie eine Flasche Coca Cola. Zum Essen bestelle ich einen Teller mit Griebenschmalzbrot, Hermine sucht sich Datteln im Speckmantel aus. Die Platte ist belegt mit einer Scheibe Ananas und mehreren Stücken Pfirsich, mein Grieben-schmalzbrot ist mit Tomaten und Gurken belegt, Beide Brotzeitplatten schmecken ausgezeichnet. Hier auf der Außenterrasse sind die meisten Tische mit Corona-Abstand belegt, und immer wieder kommen Leute mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit einem Auto vorbei. Die Schänke scheint sehr beliebt zu sein.


Dann geht es wieder den Berg hinab, die Abfahrt ist ungleich schwieriger als die Auffahrt. Man muß jeden Moment bremsen, da die Straße sehr steil und kurvig ist, hier laufen unsere Bremsen schon mal heiß. Irgendwann haben wir das Tal und die Mosel wieder erreicht, fahren am Campingplatz „Bärencamp“ vorbei, es sind auch heute noch einige Oldtimer auf der Wiese zu sehen. Nun geht es auf dem Radweg an der Mosel entlang zurück zu unserem Campingplatz. So gegen 14:30 sind wir wieder am Platz, sitzen uns am Moselufer in die Sonne und trinken gemeinsam ein Radlerbier. Zwischen durch reden wir mit einem Mann, der ein paar Plätze weiter hinten seinen Zeltcaravan stehen hat. Er bereitet sich auf den Abschied vor und baut schon Stück für Stück sein Vorzelt und anderes ab. Später gibt es noch einen Kaffee und Gebäck dazu, Kuchen haben wir keinen mehr.


Heute Abend wird nochmals gegrillt, wir haben noch einige Portionen Grillfleisch mit dabei. Das Wetter ist immer noch schön, man kann immer im Freien sitzen bis weit in die Nacht hinein.

Montag, den 22. Juni 2020

Es ist kurz vor 8:00 als wir Heute Morgen aufstehen, beim Blick aus dem Caravanfenster sehen wir, der Himmel ist bedeckt und etwas Regnerisch. Schade eigentlich, es ist heute unser vorletzter Urlaubstag an der Mosel. Etwas betrübt frühstücken wir mal, und überlegen was wir heute unternehmen könnten. Wir entscheiden uns für einen kleinen Einkaufsbummel im Zeller Ortsteil Barl, der über uns auf dem Hügel liegt. So fahren wir gegen 10:00 los. Beim Lidl-Markt brauchen wir ein paar Sachen, etwas zum Trinken, Gemüse und andere Kleinigkeiten. In Barl gibt es auch einen großen Globus-Supermarkt in dem wir auch noch kurz hinein schauen, und eine Kleinigkeit finden. Anschließend fahren wir wieder zu unserem Campingplatz hinunter.
Es ist mittlererweile Mittag und die Wolken reißen auf, es ist schon ein blauer Himmel zu sehen. Wir entschließen uns nochmals mit dem Fahrrad in Richtung Briedel oder weiter zu fahren. Bisher hat es wegen dem immer wieder mal Wechselhaften Wetter ja nicht geklappt bis nach Reil zu fahren. Heute wollen wir`s nochmal probieren. Es geht den bekannten Uferweg hier in Kaimt entlang bis zur großen Brücke. Oberhalb des Erlebnisbad Zeller Land vorbei und über den Radweg der hier an den Weinbergen entlang führt. Wir kommen an Briedel vorbei, das auf der anderen Seite der Mosel liegt. Meistens liegt oder kommt gerade die kleine Fähre ans Ufer um Urlauber mit ihren Rädern oder die Winzer mit ihren Traktoren zum übersetzen. Wir fahren unterhalb der Marienburg und dem Eisenbahnviadukt vorbei, von hier aus wird es auf unserer rechten Seite etwas Waldig.
Kurz vor Reil gibt es plötzlich einen Stau, vor uns fährt ein kleiner Traktor mit einem Autoanhänger. Und plötzlich kommt uns allen ein sehr großer Traktor mit irgend einem größeren landwirtschaftlichen Gerät entgegen. Wir und ein anderes Radler-Paar kommen gut an den beiden Traktoren vorbei. Die beiden Landwirte haben schon mehr Probleme miteinander, aber es klappt dann doch noch.
Jetzt haben wir den Weinort Reil erreicht, hier steht die nächste Autobrücke die über die Mosel führt. Der Ort selber ist klein und Nett, es befinden sich einige Cafes und Straußen-Wirtschaften für die Urlaubsgäste hier.


Nach einer Pause entschließen wir uns auf dem Radweg an der anderen Moselseite wieder heimwärts zu fahren. Die Moselbrücke hier im Ort ist sehr hoch angelegt, so daß wir die Zufahrt zur Brücke erstmals suchen müssen. Nachdem das dann geklappt hat und wir die Brücke überquert haben, fahren wir die Moselallee in Richtung Pünderich zurück. Hier geht es wieder durch die Weinfelder und wir kommen am Campingplatz „Moselland“ vorbei, den wir auch gleich besichtigen. Wir sind aber enttäuscht, die Platzbeschaffenheit ist ja soweit OK, was man vom Sanitär nicht behaupten kann, es ist eindeutig ein niedrigeres Niveau.

Bei Pünderich fahren wir am Wohnmobil-Stellplatz und gleich darauf am Örtlichen Campingplatz vorbei, hier befindet sich auch die Fähre die auf die andere Seite nach Marienburg übersetzt. Ich möchte aber noch ein Stückchen mit dem Fahrrad weiterfahren und erst später bei Briedel übersetzen. Als wir dann nach ein paar Kilometern weiter in Briedel ankommen, stellen wir fest, daß diese Fähre heute nicht fährt. So müssen wir auch das letzte Stück am Mosel-Uferweg entlang fahren. Als wir vor ein paar Tagen diesen Radweg von Zell her gefahren sind, drehten wir schon nach einem Kilometer wieder um, weil er sehr eng, naß und verschmutzt war. Die ganze Wegstrecke von Briedel bis nach Zell ist stark bewaldet und beschattet und in unseren Augen nicht schön. Um 16:45 sind wir wieder am Campingplatz angekommen, unsere Tour heute Nachmittag war etwa 25 Kilometer lang.

Zum Abendessen gibt es heute Leberkäse mit Ei und Kartoffeln, dazu ein schmack-haftes Weizenbier, für Hermine gibt es einen guten Wein den wir erst am Samstag bei einem örtlichen Winzer gekauft haben, dessen hübsche Tochter vor ein/zwei Jahren Weinkönigin geworden ist.

Dienstag, den 23. Juni 2020

Der Himmel strahlt schon blau als wir gegen 8:00 aufgestanden sind und einen ersten Blick aus dem Caravan gemacht haben. Als erstes hole ich die bestellten Brötchen aus der Rezeption bzw. dem kleinen Shop der gleich daneben ist. Hermine hat inzwischen schon den Kaffee fertig und den Tisch gedeckt, so daß wir gleich unser Frühstück geniesen können.
Nach dem Wasch und Toilettengang versuche ich meine Vorderbremsen am E-Bike frisch einzustellen. Die ganze Arbeit ist mit wenig Erfolg gekrönt. So dass Hermine in der Rezeption nach einem Fahrradgeschäft hier in Zell nachfragt. Es gibt tatsächlich ein Zweirad-Center hier, die Straße ist Notenau 1 hier in Zell direkt am Ortseingang. Wir fahren also los und suchen das Fahrradgeschäft auf. Wir werden auch gleich dran genommen und ich kann das Rad in die Werkstatt schieben. Dort macht sich gleich ein Mechaniker an die Arbeit, nach kurzem Versuch tauscht er die Bremsbacken aus. Das Einstellen der Bremsen ist wohl nicht ganz einfach. Für das Austauschen meiner Bremsbacken sowie für Hermines Rad braucht er auch eine dreiviertel Stunde.

Nach der Rad-Reparatur fahren wir durch die Altstadt von Zell in Richtung Merl, hier am Ortsende in der Nähe der Wellenburg (Gebäude in Organischer Bauweise nach Gaudi) ist eine der Auffahrten die auf den Hausberg (Weinberg) von Zell führen. Dieser Weinberg ist vom Campingplatz ja gut zu sehen, und so wollen wir mal versuchen mit unseren Mini-Bikes die Weinterrassen zu erkunden. Wir kommen auch gut in die Höhe, haben aber oben leider keine Orientierung wo und welchen Weg wir gerade fahren. Immer wieder stoßen wir nach geraumer Zeit auf Schotterwege, die nicht unbedingt für unsere kleinen Klappräder geeignet sind. Zum Schluß fahren wir in der untersten Lage vorbei am großen Werbeschild „Zeller Schwarze Katz“. Ein paar hundert Meter weiter geht der Weg dann weiter über die Zeller Kehr nach unten in die Stadt und gerade aus weiter zum Runden Turm bzw. zum Friedhof.

Der Runde Turm bildete den obersten Teil der ehemaligen Stadtbefestigung die bei einem Großbrand 1848 zerstört und anschließend abgetragen wurde.

Irgendwo hier geht es weiter zum Collis Turm, der aber nur über einen Kletterpfad oder einen Steilpfad zu erreichen ist. Nach einer kurzen Aussichtspause fahren wir weiter. Kommen aber nach hundert Metern wieder auf eine grobe Schotterstrecke, so daß wir jetzt entgültig wieder umdrehen. Leider war unsere Fahrt hier oben auf dem Berg ziemlich planlos und orientierungslos. Dagegen war die Aussicht hier auf dem Weinberg grandios, der Blick ins Tal, auf die Stadt, und die Mosel und sogar unser Campingplatz ist gut zu sehen. Um 13:30 sind wir wieder auf dem Platz angekommen, als erstes machen wir eine kleine Brotzeit in der Sonne, heute ist ja unser letzter Tag hier an der Mosel. Am späten Nachmittag kurz nach unserer Kaffeepause beginnen wir unsere morgige Abfahrt vorzubereiten. Während Hermine unsere Fahrräder reinigt, baue ich die Satellitenschüssel ab und sichere den Fernseher im Caravan. Das nächste ist dann unser Fahrräder ins Auto zu packen und befestigen. Etwas später rollen wir noch die Markise auf, bevor es Abendessen gibt. Anschließend mache ich noch die letzten Bilder vom Platz.

oben rechts: Waschhaus u. Rezeption / unten rechts: Schlaf-Fass

Als Erfrischung gibt es noch einen Mohren (Weizen mit Cola), dieses Getränk ist nicht rassistisch gemeint, sondern nur einfach gut. Für heute Abend sind Schupfnudel vorgesehen mit einem Glas Weizenbier.

Mittwoch, den 24. Juni 2020 Weiterfahrt zum Edersee

Wie meistens stehen wir um 7:30 auf, holen unser Frühstück in der Rezeption und geniesen unser letztes Frühstück an der Mosel. Nach dem Besuch im Waschhaus machen wir den Caravan abreisefertig. Das heißt unser Elektrokabel abnehmen und reinigen, die Kurbelstützen mit dem Accuschrauber hochdrehen. Dann die Caravan-spiegel am Audi anbringen. Die Wäschespinne habe ich schon gestern Abend abgebaut.
Es ist jetzt kurz vor 9:30 als wir den Wohnwagen mit dem Mover hinter unser Auto gestellt und angehängt haben. Punkt halb Zehn verlassen wir diesen netten Camping- platz hier an der Mosel. Wir kommen bestimmt wieder einmal hierher.

Unsere Fahrt geht zuerst in Richtung Südosten über die B421 nach Kappel, von hier geht es nach Nordosten über die B327 nach Emmelshausen. Hier fahren wir auf die Autobahn A61 bis zum Autobahnkreuz Koblenz. Kurz zuvor überqueren wir auf der Moseltalbrücke bei Winningen (935 Meter lang, Höhe136 Meter, täglich befahren 45000 Fahrzeuge die Brücke) ein letztes Mal die Mosel. Von hier geht es nördlich an Koblenz vorbei, bevor wir den Rhein überqueren. Hier sehen wir auf der rechten Seite, also südlich von uns die Inseln Niederwerth und Graswerth im Fluß.

Die Rheininsel Niederwerth ist in der Bundesrepublik Deutschland die einzige Flussinsel mit einer Dorfgemeinde. Die landwirtschaftliche Fläche wird durch Obst – und Gemüseanbau intensiv genutzt.

Wir haben jetzt noch ca. 185 Kilometer vor uns, der Weg führt uns durch das südliche Hessen. Die Fahrt führt an der Bischofsstadt Limburg vorbei, vom Dom selber sehen wir leider gar nichts. Die Fahrt geht weiter in Richtung Nord-Osten. Gegen 12:00 machen wir eine halbstündige Rast in der Nähe von Weilburg. Wir befinden uns an der Nördliche Grenze des Naturparks Taunus. Immer wieder begegnen wir dem kleinen Flüßchen Lahn die hier beschaulich durch die Landschaft fließt. Wir kommen an Wetzlar und der Universitätsstadt Giessen vorbei, von hier geht es jetzt nach Norden. Bei der kleinen und hübschen Universitätsstadt Marburg hätte ich gern noch Halt gemacht, auch eine Nacht hier verbracht. Aber durch die gezwungenen Corona-Vorreservierungen können wir nicht spontan hier bleiben.
Hier meldet sich meine Gattin, sie möchte unbedingt wieder mal mit unserem Caravan fahren. Die Landschaft und die Bebauung ändert sich jetzt etwas, wir fahren durch kleine Dörfer mit Fachwerk-Bauernhöfen. (Die Gemeinde Burgwald unterstützen wir heute durch eine kleine Spende wegens etwas überhöhter Geschwindigkeit). Kurz vor 14:00 kommen wir an unserem Vorreservierten Campingplatz Teichmann bei Herzhausen/Vöhl an.

Camping Teichmann


Laut Infoblatt hat er noch Mittagsruhe bis 14:30, es stehen ein paar Caravans und Wohnmobile auf dem Warteplatz vor dem Camping. Wir stellen ebenfalls unser Gespann ab und gehen Richtung Rezeption, eigentlich mit dem Zweck den Ca.-Platz vorab noch anzuschauen. An der Rezeption sehen wir, daß sie schon geöffnet hat, und ein Gast soeben eingebucht wird.
Nach kurzer Zeit sind wir dann dran, und da wir schon per Internet reserviert und die notwendigen Unterlagen schon daheim fertig gemacht haben sind wir in kürzester Zeit fertig. Wir holen unser Gespann und fahren im Schritttempo über den Platz. Wir passieren auf der Linken Seite als erstes einen kleinen Kiosk mit Souveniers, gegen-über kommt jetzt die Gaststätte und danach die Rezeption. Im Anschluß kommen jetzt ein paar größere Ferienhäuser zum Vermieten. Auf der linken Seite fahren wir schon die ganze Zeit an einem Badesee entlang, jetzt kommen ein Minimarkt sowie der Miniclub und die Strandhütte ins Bild. Danach ist ein Spielplatz und gleich dahinter ein Sandstrand zu sehen.


Wir biegen weiter nach Rechts ab, noch etwa Hundert Meter und wir haben unseren Stellplatz für die nächsten 7 Tage erreicht. Es ist ein schöner und sonniger Eckplatz am Hessen-weg 1 für uns Reserviert worden. Als erstes hängen wir unseren Caravan vom Auto ab und fahren ihn mit dem Mover auf den Stellplatz, der Platz ist sehr sehr groß und wir bekommen von drei Seiten Sonne. Danach noch kurz den Strom anschließen und die Kurbelstützen mit dem Accu-schrauber herunter drehen. Als letztes rollen wir die Markise herunter , es ist schon ganz schön warm hier. Jetzt machen wir erstmals eine kleine Kaffepause und vom Streuselkuchen haben wir auch noch etwas. Nachdem wir noch unseren Sun Blocker an der Markise befestigt haben, machen wir einen kleinen Spaziergang über den Platz. Das nächste Waschhaus am Plateau ist für uns nur ein paar Schritte entfernt. Hier auf dem Plateau befinden sich mehrere kleine Parzellen für Zeltcamper aber auch für kleinere Caravans. Der ganze Campingplatz ist eigentlich für Familien angedacht, wie man überall sehen kann.

Wir gehen jetzt weiter zum Strand der an einem kleinen Badesee liegt. Er besteht aus einer Liegewiese und einem Kiesstrand die jetzt aber sehr gut besucht sind. Gleich daneben befindet sich ein Kinderspielplatz, der auch sehr nett ist. Es gibt sogar einen Pizzastand, einen Imbißwagen wo man diverse Snacks zum Essen abholen, aber auch auf Biergarnituren sitzen kann. Der ganze Campingplatz macht einen ansprechenden und gepflegten Eindruck (Ausnahme: Müllentsorgung die meisten Container sind immer voll).
Direkt neben unserem Stellplatz steht ein Nissan-Pickup mit einer aufgesetzten Tischer-Wohnkabine, so gut und nah haben wir noch nie eine Wohnkabine auf ihren Stelzen stehen gesehen.
Mittlererweile ist es jetzt Abend geworden, heute gibt es Hähnchenbrustfilet mit Brat-kartoffeln und Gurkenscheiben, dazu natürlich ein gepflegtes Weizenbier. Etwas später gehe ich noch zum Geschirr spülen in unser Waschhaus, hier hat die Camping-Leitung vorbildlich diverse Spülbecken wegen der Abstandsregelung mit Bändern abgeklebt. Was natürlich einige Campinggäste nicht daran gehindert hat diese Bänder weg zu reißen. Ein Abstand von unter einem Meter ist in der jetzigen Zeit nicht mehr tragbar.


Der Camping Teichmann hat alle Corona-Auflagen in Schrift und auch Bild-lich an allen seinen Öffentlichen Gebäuden angebracht. Meiner Beobachtung zufolge haben sich hier mindestens 30% der Gäste von 25 bis 40 Jahren nicht an die Maskenpflicht gehalten.

Nach dem Geschirr spülen gehe ich noch schnell zum Duschen, unser Wasch und Toilettenhaus inclusive der Duschkabinen ist sehr schön und auch sehr sauber gehalten. Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang über den Platz, auf der Nordseite des Platzes befinden sich ausschließlich Dauercamper-Stellplätze. Die meisten davon sind in einem erschreckenden Zustand, man kann sich kaum vorstellen, daß sie sich auf ihrem Stellplatz noch wohlfühlen.

In all den Jahren wo wir Campingurlaub betreiben, schauen wir auch die Stellplätze von Dauercampern an. Es ist schade sagen zu müssen, daß die meisten dieser Stellplätze ungepflegt sind, nur wenige davon sind nett und wirklich ansprechend .

Donnerstag, den 25. Juni 2020

Es ist 8:00, als wir heute aufstehen, und unser erster Tag hier in Hessen am Camping Teichmann. Der Himmel ist noch leicht bedeckt, als erstes hole ich im Supermarkt unsere Frühstücksbrötchen. Wegen Corona beginnt die Warteschlange schon einige Meter vor dem Laden, gut der Abstand ist vielleicht etwas reichhaltig. Aber besser so, als gar kein Abstand. Es gibt verschiedene Sorten von Brötchen, ich suche mir etwas aus was zu unserem gewünschten Frühstück paßt. Anschließend holen wir unsere E-Bike aus dem Kofferraum und bauen sie auf.
Wir wollen heute eine kleine Fahrradtour mit ihnen machen. Direkt vor dem Camping-platz läuft ein Radweg vorbei, nach links führt er zum kleinen Ort Herzhausen und zum Edersee. Der Stausee soll Flächenmäßig der zweitgrößte und im Volumen wohl der drittgrößte Stausee in Deutschland sein. Ein paar hundert Meter vom Campingplatz entfernt führt eine Brücke nach Herzhausen hinüber, hier beginnt der Stausee offiziell. Ein kleines Rinnsal führt unter der Brücke durch und Mäandert durch das hier leere Stauseebecken, das mit hohen Gräsern bewachsen ist. Wasser ist in diesem Bereich für die nächsten Kilometer Mangelware. Vor der Brücke geht eine kleine Straße durch den Wald (Nationalpark Kellerwald-Edersee) und am See entlang bis nach Asel-Süd, wo wiederum eine Fährverbindung zum Nördlichen Ufer besteht, wenn genügend Wasser im See vorhanden ist. So fahren wir die nächsten Kilometer am Waldrand entlang, nach ein paar Kilometer kommen wir am Sport, Natur und Erlebniscamp Edersee vorbei. Hier finden Jugendliche und Schülerklassen aus ganz Hessen in Gruppen Unterhaltung, Sport und Spaß. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee befindet sich ja gleich daneben. Wir fahren weiter und kommen am Ferienzentrum Albert Schweizer vorbei, auch hier sind Jugendgruppen, Familien sowie Biker willkommen. Es stehen Zimmer, Holzhäuser, sowie eine Ferienwohnung, Zelthäuser und sogar ein kleiner Campingplatz zur Verfügung. Wir machen ein paar Bilder, im Hintergrund stehen ein paar VW-Bus und ein Hymer-Troll auf dem Gelände.

Ein kleines Stückchen fahren wir noch weiter bis wir den kleinen Fähranleger Asel-Süd erreichen. Wir fahren zum Kiesstrand hinunter, wo sich der Fähranleger befindet. Auf der anderen Uferseite fährt gerade ein kleines Fährboot mit Wanderer, die auf unsere Seite wechseln wollen ab. Hinter uns auf einer Anhöhe befindet sich der kleine Campingplatz Ederseeparadies. Am Ufer neben uns befinden sich ein paar Boots-anlegestellen. Wir fahren wieder auf die Straße zurück, und wollen weiter am See entlang fahren. Aber nach Hundert Meter ist hier die Straße zu Ende und ein Schotterweg beginnt, den wir unseren kleinen E-Bikes nicht zumuten wollen. So fahren wir den gleichen Weg zurück, an den Ferienzentren vorbei, auf der anderen Seite des See befindet sich ebenso eine Jugendherberge, sowie ein Sport und Studienheim der Philipps-Universität in Marburg. Hier am See wird Freizeitmäßig viel geboten, davon ist aber jetzt in der Corona-Zeit nichts zu spüren. Am Waldrand habe ich ein Blümlein entdeckt, das ich noch schnell fotografieren will. Wenig später haben wir auch schon die Hauptstraße erreicht, rechts geht es nach Herzhausen. Wir fahren über die Brücke in den kleinen Ort und finden eine Bäckerei die noch geöffnet hat. Mit einem gekauften Brot im Fahrradkorb fahren wir jetzt zurück zum Campingplatz Teichmann.

Anschließend machen wir eine kleine Vesper mit Wurstsalat und Käse und sonstigem, dazu eine Flasche Radler. Danach ist Pause angesagt, die Sonne scheint sehr warm vom Himmel und wir geniesen die Zeit in unseren Liegenstühlen. Gegen 15:00 trinken wir noch eine Tasse Kaffee und essen dazu einen Streusel-Kuchen. Am Spätnachmittag suchen wir nochmal den kleinen Strand auf, der auch heute relativ gut besucht ist. Am See gibt es auch einen Boot-Verleih mit verschiedenen Booten, im Hintergrund sehen wir unter anderem ein Tretboot mit einem tollen Drachenkopf vorbei fahren.
Zum Abendessen gib es heute Käsespatzen, die ausgezeichnet schmecken, danach muß ich noch unser Tagesgeschirr spülen. Und im Anschluß noch diverse Wartungsarbeiten am Caravan machen, wie Toilette entleeren und das Wasser nachfüllen. Später gehen wir noch spazieren, dieses mal in die Südliche Richtung, wo wir im Nachhinein von der Größe des Campingplatzes beeindruckt sind. Wir kommen an Sportgeräten, Minigolf, an Beachvolleyball und Streetballplätzen vorbei. Auch ein Bolzplatz befindet sich hier, gleich dahinter ist eine Grillhütte zu sehen. Dann beginnen große Wiesenflächen die nicht Parzelliert sind, für Caravaner, Zeltler oder für Jugendgruppen die hier lagern (und Trinken). Lauter Idyllische Namen wie Strandwiese, Teichwiese, Birkenwiese, Quellwiese, Südwiese und Sommerwiese laden zum Verbleiben ein. Hier brennen auch mehrere Lagerfeuer, das Holz und die großen Feuerschalen bekommt man für ein Entgelt vom Campingplatz-Betreiber.
Bevor wir unseren Caravan wieder erreichen kommen wir noch an der Halbinsel mit ihren kleinen Zeltplätzen und danach an ein paar Dauer-Camperplätzen direkt am Wasser vorbei.

Freitag, den 26. Juni 2020

Kurz vor Acht Uhr sind wir Heute Morgen aufgestanden, und während Hermine schon den Kaffee macht und den Tisch deckt, gehe ich los um Brötchen zu holen. Heute ist schon ein großer Andrang vor dem kleinen Supermarkt, die Kunden stehen bestimmt in einer 30 Meter langen Warteschlange vor dem Einkaufsmarkt. Trotz allem geht es recht flott voran, weil die Anzahl der Menschen trotz allem überschaubar ist. Nach etwa 20 Minuten bin ich am Stellplatz zurück und wir können unser Frühstück in der schon warmen Morgensonne geniesen. Kurz darauf ruft uns Raphaela auf unserem Handy an, bei Ihnen beginnt heute ihr Urlaub. Sie fahren gemeinsam mit der ganzen Di….-Familie nach Leutkirch in den Centerpark. Dagmar hat zu Ihrem 60. Geburtstag ihre Kinder nebst Familie eingeladen. Als nächstes sollte ich heute mal wieder frisch Rasieren und ebenso meinen Bart stutzen.
Nachdem wir gestern mit unseren E-Bike`s auf der Südseite des Edersee`s unterwegs waren, und im Nachhinein enttäuscht von der Qualität unseres Ausflugs und der gefahrenen Wege gewesen sind. Heute wollen wir die Nordseite des See`s befahren, in der Hoffnung auf schöne Fahrradwege. Kurz nach Zehn Uhr fahren wir dann los. Ein schmaler Fahrradweg führt ja beim Campingplatz vorbei, und führt dann über die Brücke nach Herzhausen hinein. Kurz nach dem Ortsende, die Hauptstraße geht hier weiter nach Vöhl bzw. auch zum Ende des Stausees zweigt ein Radweg ab. Er schaut recht gut aus und wir freuen uns auf die kommende Radtour. Die schmale Straße ist geteert, ab und zu kommen uns Radfahrer entgegen. Wir sind schon ein paar Meter vom See entfernt, haben aber meistens eine gute Sicht auf ihn. Die ersten Kilometer ist der See ja trocken, nur ein schmales Rinnsal (Eder) mit starker Wiesenbewachsung führt durch das Becken. Allmählich fahren wir durch den Wald, kommen an einem Schild mit der Aufschrift Jugendzeltplatz Herzhausen vorbei. Danach geht es noch ein, zweihundert Meter weiter, plötzlich beginnt ein steiniger Waldweg. Der vollkommen der Natur belassen und höchstens mit Montain-Bikes zu befahren ist.
Wir haben hier keine Chance mit unseren kleinen E-Bike`s und kehren nach kaum 2 Kilometern hier am See Ratlos und enttäuscht zum Campingplatz zurück. Hier vor dem Eingang aber entschließen wir uns mal in die andere Richtung zu fahren, der Radweg führt weiter in ein kleines Dorf mit Namen Kirchlotheim. Hier biegen wir nach Rechts ab, es geht über eine kleine Brücke und gleich nach einer großen Straßenschleife fahren wir an einem Bahngleis und der Eder entlang. Auf der rechten Seite blühen noch ein paar Wiesenblumen am Straßenrand. So fahren wir durch die nette und ruhige Flußauenlandschaft, etwas später kommen wir noch an einem Reiterhof vorbei. Wenig später erreichen wir den kleinen Bahnhof von Vöhl-Schmittlotheim, fahren dann noch einige Hundert Meter weiter an der Eder entlang. Hier auf einer Bank machen wir dann eine Rast, der Weg führt dann über das Bahngleis und weiter in den Wald hinein. Das wollen wir aber nicht mehr fahren und entschließen uns den Weg wieder zurück zum Campingplatz fahren.


Hier gibt es dann einen kleinen Snack, und danach eine längere Ruhepause in unseren Liegestühlen, die Sonne scheint immer noch warm vom Himmel. Um 15:30 gehen wir mit einer Stranddecke und meinem kleinen Sitzhocker bewaffnet zum Strand. Hier ist einiges los, und ganz ehrlich der Corona-Abstand wird in keiner Weise eingehalten. Wir versuchen weit genug von den anderen Badegästen zu sein. Schon um 17:30 gehen wir wieder zum Stellplatz zurück, ich lade noch die Accus unserer E-Bikes frisch auf und anschließend werden die Räder wieder abgedeckt.

Hermine bereitet gerade das Abendessen vor, heute wird wieder einmal unser kleiner Grill angeworfen. Nach meinem allabendlichen Geschirr spülen machen wir wieder einen Spaziergang über den Campingplatz. Hinter uns in Richtung Norden sind ja die Dauercamperplätze und nach Osten befinden sich ein paar eigene Mobilhome, und schöne Holzhäuser. Ebenso Blockhäuser und kleinere Hütten zum Vermieten, alle diese Häuser die dem Platz gehören, sind sehr gepflegt. Heute zum beginnenden Wochenende sind neue Gäste gekommen, sie belegen die freien Plätze am Sonnenhang. Das ist direkt vor unserem Waschhaus, es sind offensichtlich Väter die mit ihren Kindern einen netten Wochenend-Trip machen. Der ganze Platz ist mit größeren Zelten einem Caravan und mehreren Sitzgarnituren belegt. Bevor diese Gruppe kam war ein junges Pärchen an diesem Platz, sie hatten ein ganz originelles Zelt dabei. Auf den ersten Blick ist es ein VW Bulli, erst wenn man etwas näher kam, konnte man es als Zelt erkennen.

Wir geniesen noch die restlichen Abendstunden vor dem Caravan mit Bier und Wein.

Samstag, den 27. Juni 2020

Als wir gegen 8:00 aufstehen, ist der Himmel leider stark bewölkt, die Temperatur dagegen ist recht angenehm mit etwas über 20°. Nach dem Waschhaus gehe ich zum Supermarkt um unsere morgentlichen Frühstücksbrötchen zu holen. Heute Morgen ist kein großer Andrang beim Markt, statt 30 Meter Warteschlange sind wir bei ca. 5 Meter, das macht die Abholung gleich schneller und angenehmer.
Nach dem Frühstück und dem Waschhaus, das Wetter bleibt weiterhin bedeckt, es ist jetzt ca. 11:00 fahren wir mit dem Auto nach Korbach. Hier gibt es einen REWE-Markt wo wir eine Kleinigkeit einkaufen wollen, gebraucht wird Fleisch, Salat und Gurken und Orangensaft ebenso Wasser und sonstiges. Vor dem REWE-Mark steht ein Brat-hähnchen-Stand, wir können einfach nicht wiederstehen und kaufen ein Hähnchen. Er schmeckt vorzüglich wie wir später auf dem Campingplatz feststellen.

Am Nachmittag gehen wir wieder zum Strand, setzen uns auf einen großen Baum-stamm, der hier liegt und geniesen die Zeit, die Temperaturen sind mittlererweile wieder auf 25° bis 28° gestiegen. Nach einer kurzen Kaffeepause vor dem Wohnwagen gehen wir nochmals zum Strand zurück.
Zum Abendessen gibt es heute Spaghetti Bolognese, nach dem Spülen im Waschhaus machen wir noch die übliche Runde über den Platz. An der Rezeption und am See vorbei bis zum südlichen Ende des Platzes. Hier an der Strandwiese, Birkenwiese, Teichwiese oder wie einzelnen Abschnitte hier heißen, ist viel los. Es sind mehrere Gruppen mit großen und kleinen Zelten aber auch Caravans die dazu gehören, hier. Auch heute brennen viele Lagerfeuer und auch Bierkisten stehen reichlich umher. Offensichtlich ist dieser Campingplatz bei Jugendgruppen sehr beliebt.


Bevor wir zu unserem Stellplatz zurück gehen setzen wir uns noch ein paar Minuten beim Spielplatz in die Sonne, ein paar Minuten später kommen schon die ersten Regentropfen vom Himmel. Die hundert Meter bis zum Stellplatz gehen wir etwas schneller, stellen unsere Stühle und den Tisch unters Vordach, nehmen dann unsere Badetücher von der Wäscheleine ab. Da ist der Regenschauer schon wieder vorbei, und bei ein paar Getränken geniesen wir den restlichen Abend.

Sonntag, den 28. Juni 2020

Aufstehen wie meistens gegen 8:00, der Himmel ist leider bedeckt. Als erstes hole ich unsere Frühstücksbrötchen vom Supermarkt. Die Temperatur liegt bei etwa 22°, aber es ist leicht böig heute Morgen und wir überlegen wie wir den heutigen Tag verbringen können. Unsere Platznachbarn aus Soest im Sauerland bauen ihr Vorzelt und das Iglu für die Tochter nebst Freundin auch ab. Sie sind wohl nur zum Wochenende hier gewesen.
Wir entschließen uns zum Ederstauwerk am Ende des Stausee`s zu fahren. Um 11:15 sind wir dann losgefahren, die Fahrt geht durch Herzhausen und dem kleinen Städtchen Vöhl vorbei. Hier in der Nähe befindet sich die Sommerrodelbahn Edersee, von hier geht es wieder Richtung See zurück, an dessen Ufer wir weiter fahren. Wir kommen an der Strand und Hotelpromenade von Waldeck vorbei und nach ein paar weiteren Kilometern haben wir das Stauwerk vom Edersee erreicht. Das Parken hier wird ein kleines Abenteuer, Parkplätze gibt es wenige und an den Straßenrändern ist auch schon alles voll. Als wir dann endlich ein geeignetes Plätzchen am Straßenrand gefunden haben und ich schon eingeparkt habe, kommt ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt Waldeck vorbei. Er teilt gerade Strafzettel an die dort parkenden Autos aus, er verweist mich an einen großen Parkplatz in der Nähe vom Hotel Ederseeblick hin. Wir fahren hin und tatsächlich finden wir noch einen freien Parkplatz, und stellen dort unser Auto ab. Von hier sind es jetzt ca. 400 Meter bis zur Talsperre.

Wir laufen am Hotel und ein paar Restaurants und Bistros vorbei, unten am See sehen wir verschiedene Bootsverleiher, es ist aber nicht viel los. So eine Art Floß mit Dach und Liegestühlen und einem Außenbordmotor, geeignet für eine ganze Familie fährt gerade auf dem See herum.
Jetzt haben wir den Damm erreicht, der Besucherstrom ist ganz ordentlich, aber es ist ja heute Sonntag. Wir betreten das große Stauwerk das eine 400 Meter lange Kronen-länge hat.

Zur Geschichte: Die Edertalsperre wurde in den Jahren 1908 bis 1914 erbaut und sollte für die Wasserzufuhr der Weserschifffahrt und des Mittellandkanals in den Sommermonaten genutzt werden. Darüber hinaus dient die Sperrmauer bis heute auch der Stromerzeugung und dem Hochwasserschutz.
Das Jahr 1943 war ein Katastrophenjahr für die erbaute Sperrmauer. In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 war es dann soweit und die Edertalsperre wurde neben der Möhne-, Sorpe- und Ennepetalsperre von englischen Fliegerverbänden angegriffen. Die ersten zwei geworfenen Bomben richteten noch keinen großen Schaden an, doch die dritte Bombe traf direkt auf die Mauer und verursachte ein Riesenloch von etwa 70 x 23 Metern. Danach stürzte eine Flutwelle von 160 Millionen Kubikmeter Wasser in das Tal und riss alles mit sich. Diese Flutkatastrophe kostete 68 Menschen das Leben und sämtliche Existenzen, Gebäude und Brücken wurden zerstört.
Die Beschädigungen sind bis noch heute sichtbar.

re.Bild: Schloss Waldeck

Der Wasserstand liegt heute bei 7,50 m (wie ich später daheim recherchierte, unter dem normalen Höchststand), daher auch das fehlende Wasser am Beginn des Stausee`s. Auf der Ablaßseite ist fast alles trocken, somit bekommt auch der nachfolgende Affolderner See kaum Wasser ab. Auf der anderen Seite des Damms wechselt gerade ein Ausflugs-boot (Edersee Star) seine Passagiere. Alle sind mit Corona-Masken bewaffnet und dürfen nur ausgezählt an Bord. Wir gehen weiter und sind jetzt in dem kleinen Ort Hemfurth-Eder auf der anderen Seite des Stausee`s angekommen. Hier sind einige Souveniershops, Restaurants und Bistros, sowie eine Eisdiele laden zum Verzehr ein.
Auch hier herrscht ein reger Publikumverkehr, wir drehen wieder um und gehen über dem Staudamm zurück zu unserem Auto. Bei der SHELL-Tankstelle in Herzhausen wollen wir nochmals Tanken, nur leider ist der Dieselpreis von gestern auf heute um 4 Cents gestiegen. Das ist mir einfach zu viel, wir fahren zum Campingplatz zurück. Hier stellen wir den Tisch und die Stühle wieder ins Freie und im Anschluß gibt es eine Brotzeit. Mit Brötchen, Leberwurst etwas Käse und Eier. Die Temperatur ist ja ganz Ordentlich so bei ca.20°. Nach dem Essen mache ich Schönheitspflege am Caravan und wasche ein paar diverse Schmutzstellen herunter. Danach leere ich noch die Toiletten-kassette und fülle überall das Frischwasser auf.
Für heute Abend haben wir eine Pizza essen geplant, es gibt ja am Campingplatz selber zwei Möglichkeiten Pizza zu kaufen und zu Essen. Einmal im Restaurant und die zweite am Imbißwagen bzw. Pizzastand. Wir haben schon Campinggäste mit einer Pizza-schachtel in der Hand gefragt, wie denn die Pizza schmeckt, die Resonanz war eigentlich recht gut.
In Herzhausen in der Ederstraße gibt es die Pizzeria Nino, dessen Speisekarte haben wir vor uns liegen, wir bestellen also in dieser Pizzeria per Handy zwei schöne Pizzen, in der Hoffnung daß sie auch schmeckt. Gut zwanzig Minuten später fahre ich los um die Pizza abzuholen. Kurzum, die Pizza schmeckte ausgezeichnet, nachteilig war nur sie im Karton zu schneiden bzw. zu Essen, Pizzateller die wir leider nicht dabei haben wären schon von Vorteil gewesen. Danach haben wir im Caravan noch 90 Minuten fern gesehen, das Traumschiff (Macao) kommt heute Abend. Nach dem Film sind wir nochmals kurz vor dem Wohnwagen gesessen, um ein Weizen zu Trinken.

Gegen 22:30 sind wir dann in die Koje gehüpft.

Montag, den 29. Juni 2020

Gegen dreiviertel Acht Uhr sind wir heute Morgen aufgestanden, der Himmel war stark bewölkt und es war relativ kühl, 15 Grad zeigt unser Thermometer an. Wie immer hole ich unsere Brötchen im Supermarkt, auch heute ist wenig vor dem Shop los. Hermine hat zwischenzeitlich Kaffee gemacht und den Frühstückstisch gedeckt. Wie immer lassen wir uns das Frühstück schmecken.
Wir überlegen, was wir heute tun können, das Wetter spricht nicht sonderlich zu Freiluftaktivitäten an. Um 11:00 beschließen wir nochmals nach Korbach zu fahren. Die Stadt ist von unserem Campingplatz nur etwa 20 Kilometer entfernt, was wir auch in der gleichen Zeit schaffen.

Die kleine Stadt mit ihren 24.000 Einwohnern ist die einzige Stadt in Hessen die dem mittelalterlichen Bund der Hanse angehörte. Zwischen dem gut erhaltenen Doppelring der alten Stadtmauer befinden sich heute gepflegte Grünanlagen Sie hat eine gut erhaltene Altstadt mit viel Fachwerk und eine nette und schöne Fußgängerzone. Wir suchen uns einen Parkplatz in der Nähe der Fußgängerzone und laufen los. Gleich am Beginn der Fußgängerzone geht es durch einen ansprechenden überdachten Teil, über uns geht eine Straße vorbei, plötzlich fängt es an stark zu Regnen an. Fünf Minuten warten wir hier unter Dach, dann gehen wir im Schutze von Vorbauten verschiedener Geschäfte weiter. So landen wir halt im Örtlichen Woolworth und schauen uns verschiedenen Krimskram an, wir finden Kugellampen für unsere Vorzeltschnüre. Etwas später hört auch mal der Regen auf und wir können weiter durch die nette Fußgängerzone gehen. So verbringen wir vielleicht zwei Stunden im Städtchen, auf der Heimfahrt beglücken wir unseren Audi nochmals mit einer Ladung Treibstoff. Dann geht es endgültig heim zum Platz.
Mehr weiß ich jetzt nicht mehr zu diesem Tag, unsere Markise rollen wir natürlich heute auch noch ein. Und zum Abendessen gibt es heute Schnitzel mit Kartoffelpüree und Ananasscheiben.

Dienstag, den 30. Juni 2020 Weiterfahrt zum SüdseeCamp

Guten Morgen, es ist jetzt kurz nach 7:00 als wir aufstehen, heute ist unsere Abfahrt zum nächsten und letzten Ziel auf unserer diesjährigen Reise. Hallo SüdseeCamp, wir kommen.
Aber zunächst hole ich noch unsere Brötchen vom Supermarkt, und dann wird erst noch anständig gefrühstückt. Im Anschluß sowie bei jeder Abfahrt das übliche Ritual, im Caravan alles sicher verstauen. Den Fernseher habe ich schon gestern Abend gesichert, den Rest im Wohnwagen macht meine Frau. Draußen nehme ich das Stromkabel ab und mache es sauber, bevor es aufgerollt wird, bei uns kommt kein dreckiges Zubehör in den Caravan. Als nächstes drehe ich mit dem Accuschrauber alle 4 Kurbelstützen hoch, und steuere den Wohnwagen mit dem Mover vom Stellplatz herunter. Nachdem er am Audi angehängt ist, sind wir auch schon zum Abfahren bereit.


Es ist 9:35 als wir den Camping Teichmann endgültig verlassen, wir hatten eine nette Zeit und auch meistens schönes Wetter hier. Auch wenn unsere Unternehmungen mit dem E-Bike nicht so interessant waren wie von uns erhofft. Unsere Fahrt geht als erstes Richtung Korbach, der netten Kreisstadt, die wir erst am Montag besucht hatten. Vor der Stadt wechseln wir auf die B251 die uns nach etwa 35 Kilometern auf die A44 bringt. Von hier sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Autobahndreieck Kassel Süd. Die große Nordsüdroute, die A7 fahren wir jetzt nach Norden, kommen an der Universitätsstadt Göttingen vorbei. Hier hat mein Neffe Karsten einige Jahre in seinem Studium verbracht. Kurz vor halb Zwölf Uhr machen wir noch eine 40 minütige Pause auf dem Rastplatz Leineholz/Harz. Wir können ja nicht vor 15:00 auf dem SüdseeCamp einschecken, wir haben also noch Zeit genug. Eine Tasse Kaffee, dazu etwas Wurst und Käse, sowie Joghurt und Pudding geniesen wir die Pause. Der Verkehr heute ist auch tragbar, nur das Wetter ist nicht so schön. Der Himmel ist meist Grau und umso Nördlicher wir kommen wird es immer kühler. Auf unserem Weg sehen wir bei Hildesheim ein Anzeigeschild vom Schloss Marienburg, das sich hier in unmittelbarer Nähe befindet.

Archivbild

Das Schloss Marienburg ist eine historische Schlossanlage, die der Welfen-König Georg V. von Hannover von 1858 bis 1869 als Sommerresidenz und Jagdschloss erbauen ließ. Es ist heute noch im Besitz vom Welfenprinz Ernst August junior, dem es 2004 von seinem Vater Ernst August senior übertragen wurde. Der Papa Jettet seit Jahrzenten um die Welt, mal ist er in Kenia oder dann auch in Thailand zu finden.

Dann sind wir auch schon an Hannover vorbei und wenig später auch am Autobahndreieck Walsrode, hier fahren wir weiter Richtung Hamburg. Kurz vor dem Autobahndreieck war noch eine Ausfahrt die zum bekannten Serengeti-Park Hodenhagen führt. Eventuell werden wir einen Tagesausflug dahin machen.

Der Freizeitpark mit vielen Fahrgeschäften bietet über 1500 freilaufenden Wildtieren bietet ein naturnahes Zuhause hier begeg­nen Dir unter ande­rem Löwen, Tiger, Gepar­den, Zebras, Giraffen, Nas­hör­ner, Bisons und Anti­lo­pen. Die Safaritour kann man im Safaribus oder im eigenen Auto erleben. Auch hier Übernachten ist in verschiedenen sehr schönen Lodges möglich.

Kurze Zeit später haben wir auch schon die Ausfahrt Soltau-Süd erreicht, wo wir dann die Autobahn verlassen. Unser Ziel der SüdseeCamp bei Wietzendorf ist nur noch ein paar Kilometer entfernt. Um 14:40 stehen wir auf dem Anreise-Warteplatz vor dem riesigen Campingplatz, hier befinden sich auch weitere Parkplätze sowie die Übernachtungsoase mit 40 Stellplätzen. Es soll ja Leute geben die mit ihren riesigen Wohnmobilen hier draußen vor dem Campingplatz ihren Urlaub verbringen.

Vor uns stehen ein paar Wohnwagen bzw. Wohnmobile die auch vor kurzem angekommen sind, und sich ebenso anmelden müssen. Wir gehen über die Verkehrstraße zur Rezeption hinüber, hier gibt es jetzt einen Eingang sowie auf der anderen Seite den Ausgang. Wir sind fast allein im Raum, die Anmeldeschalter sind alle hinter Glas, vor zwanzig Jahren war alles schöner und belebter (Hier erkennt man was Corona angerichtet hat). Die Anmeldung geht schnell voran, da wir vor 6 oder 7 Wochen schon telefonisch reserviert haben.

Unser gebuchter Stellplatz befindet sich auf dem Platzteil Pilzwiese, aus diesem Grund können wir die Einfahrt Zwei benutzen. Sie führt an den neueren Platzteilen wie Sommerland und Sommarby vorbei. Auf halber Strecke geht es dann nach links in den älteren Platzteil und gleich wieder nach Rechts. Schon sind wir auf unserem Stellplatz angekommen. Unser Platz nennt sich Birkenpilz mit der Nummer 22c. Wir haben die falsche Einfahrtstraße gewählt und müssen jetzt einmal im Kreis fahren, bis wir unseren Stellplatz erreichen. Er löst bei uns keine Begeisterungsstürme aus, die Wiese ist zum großen Teil schon ohne Gras. Auf der anderen Straßenseite befinden sich Stellplätze mit Pflasterflächen vor dem Caravan, so etwas hätten wir heute auch vorgezogen. Was solls, wir hängen unseren Caravan ab und movern ihn in die richtige Position. Die Caravanstützen mit dem Accuschrauber herunter drehen und das Strom-kabel anstecken, auch der Wasseranschluß ist gleich nebenan.
Als nächstes holen wir den Tisch und die Stühle aus dem Auto, danach machen wir erstmal eine kleine Esspause. Etwas später machen wir einen Spaziergang über den großen Campingplatz, der schon zum größten Teil voll belegt ist. Nur auf dem Platzteil GT 2000 wird gerade das Sanitärgebäude erneuert und somit ist dieser Wiesenteil für Caravane und Wohnmobile abgesperrt. Wir kommen am Imbiss „Camper`s-Inn“ vorbei, hier soll es auch Morgens frische Brötchen geben.
Im Fernsehen kam vor einiger Zeit eine Fernsehserie bei der unter anderem ein Dauercamper hier in der Gorch Fock Straße in einem Bericht vorgestellt wurde.

„Nach kurzem Suchen fand ich den Stellplatz und den betreffenden Wohnwagen, der relativ alt und nicht sonderlich gepflegt war. Hierzu das Thema mit den ungepflegten Dauerstellplätzen wie schon einmal erwähnt. Leider sind auch auf diesem Spitzencampingplatz sehr viele Stellplätze, die von ihren Besitzern nicht sonderlich gepflegt werden“.

Wir gehen weiter zum See, der im Sommer und bei schönen Wetter ein Traum ist, leider zeigt auch hier das Corona seine Schattenseiten. Es ist eine überschaubare Anzahl an Gästen mit ihren kleinen Kindern am schönen Sandstrand sowie in der Strandbar, die vor zwanzig Jahren ein tolles Erlebnis war. Wir gehen weiter durch den Platzteil Seewald der mit ein paar Zelten belegt war, gehen auf der Südstrandallee, wo auf der rechten Seite die Stellplätze für die riesigen Wohnmobile sind. Zur Zeit sind gar keine hier, weiter auf der Südseite ist ein Großes Trampolin aufgebaut das von vielen jungen Gästen gegen Gebühr benutzt wird. An der Rezeption und am Amphit-Theater vorbei, auch hier sind keine Leute unterwegs, treten wir wieder den Heimweg an.

Hier an der Südsee-Allee befinden sich einige der Leihcaravans vom Platz. Mit netten Vogelnamen wie Bussard, Kiebitz oder Sperling kann man hochwertige Caravans in beliebiger Größe mieten. Auf der rechten Seite kommt jetzt der Platzteil Finkenbusch mit großen Mobilhomes aus Holz oder hochwertigen Blockhäusern. Wenig später sind wir auch schon wieder an unserem Stellplatz angekommen.
Zum Abendessen gibt es heute Nudelsalat mit Eiern, dazu ein bis zwei Weizenbier. Das Wetter hier in der Lüneburger Heide war leicht bewölkt und mit etwa 20° akzeptabel. Gegen 22:00 gehen wir dann ins Bett.

Mittwoch, den 01. Juli 2020

Es ist ca. 8:00 als wir aufstehen, während Hermine den Kaffee macht, mache ich mich auf den Weg zum Brötchen holen. Ganz in der Nähe von uns, beim Platzteil GT 2000 ist der ImbissCamper`s-Inn, hier soll es auch Brötchen geben, zumindest steht es oben über der Türe angeschrieben. Ich laufe also zum Imbiss, leider ist die Türe geschlossen und bei Öffnungszeiten steht ab 10:00, also wenn das Frühstück eigentlich schon vorbei ist. Ich gehe weiter den ganzen Weg bis zum Campingeingang, hier befindet der Schlemmermarkt (Supermarkt). Vor dem Geschäft steht ein großer Verkaufsanhänger, hier werden die Brötchen verkauft, alles vorbildlich mit Corona-Abstand. Nach insgesamt einer guten halben Stunde kehre mit meinen Brötchen zum Caravan zurück, wo ich schon freudig von meiner Gattin erwartet werde.
Das Wetter ist leider nicht so schön, wir machen am Vormittag einem weiteren Spaziergang über den Platz. Besuchen die Platzteile Rosen-Camp, den Märchenwald, und den Tannengrund, die ersten beiden Platzteile sind wieder Areale der Dauercamper (auch für sie gilt zum Teil der mangelhafte Zustand). Der Tannengrund dagegen ist ein gut gefüllter Touristenplatz, wo es nichts zu bemängeln gibt. Wir gehen weiter auf den Spuren der Vergangenheit und suchen den Platzteil Oase auf, wo wir vor über 20 Jahren unseren Urlaub mit unseren Kindern verbracht haben. Auch hier sind alle Stellplätze voll, trotzdem er nicht zu den billigsten Stellplätzen auf dem Campingplatz gehört. Der kleine Teich bei unserem damaligen Stellplatz mit der Nummer 75 ist vollkommen zugewachsen, was mir gar nicht so gut gefällt.
Beim Waschhaus kommen wir wieder zurück zum See, auch hier gibt es wieder Mietcaravans mit den lustigen Tiernarten „ vom Kolibri, der Biene, der Marienkäfer, die Hummel oder den Schmetterling und viele anderen Tieren und Insekten. Der SüdseeCamp hat wirklich viele schöne Mietcaravans hier stehen. Das Wetter bleibt weiterhin bescheiden, und wir überlegen was wir den Rest des Tages unternehmen könnten.

Nach unserer Mittagspause beschließen wir zu Südsee-Caravans bei der Autobahnabfahrt Soltau-Süd zu fahren.

Die Südsee-Camp G. & P. Thiele OHG. in Witzendorf betreibt neben dem 90 Hektar großen Campingplatz „SüdseeCamp“ auch die „SSC Bus-Reisen“ die nach Corona mit derzeit noch 4 großen Reisebussen besteht, ein großer Reisebus wurde abgestoßen. Es wurden damit Ausflüge vom Campingplatz zum Heidepark hier bei Soltau oder zu den Musicals nach Hamburg gemacht. Es besteht weiterhin auch die Möglichkeit ganze Busse zu mieten.
Ferner gibt es die „Südsee-Caravans“ bei der Autobahnabfahrt Soltau-Süd, hier stehen über 250 Neu -und Gebrauchtfahrzeuge im Caravan oder Wohnmobile Sektor zum Verkauf.
Die Marken sind von Carthago, Malibu, KNAUS, Fendt, TABBERT, Hobby, Weinsberg sowie TAB vorhanden, ebenso eine Werkstatt die Reparaturen an Ihrem Fahrzeug durchführt.
Es werden hochwertige Mobilheime zum Verkauf angeboten, es erübrigt sich zu erwähnen das sich hier auch ein 800 qm großer „Camping Outdoor Shop“ befindet.

Das Firmengelände befindet sich ca 7 Kilometer vom Campingplatz entfernt, das ist keine große Entfernung und das Wetter spielt auch noch mit. Wir gehen durch die ausgestellten Caravan-Reihen, es gibt sehr schöne Fahrzeuge hier, egal von welcher Marke. Was mir auffällt die Preise an den Fahrzeugen, zb. Grundpreis 17.000 oder 19.000 € dann der angegebene Verkaufspreis ist immer um etwa 6000 € höher. Nach dieser Darstellung bekommt man offensichtlich heute kein Fahrzeug unter 25.000 Euro mehr. Das hat mich etwas schockiert, mein Caravan ist schon etwas älter, und anscheinend bin ich diese hohen Verkaufspreise nicht mehr so gewöhnt. Es gibt auch einige gebrauchte, aber auch viele neue Wohnmobile zu sehen, dafür aber ist mein Geldbeutel etwas zu klein. Im Anschluß besuchen wir noch den Campingshop, aber da wir voll ausgestattet sind, werden wir auch hier nicht fündig. Nach gut zwei Stunden verlassen wir die Camping-Austellung und fahren zurück zum Campingplatz.

Gleich anschließend gibt es Kaffee und dazu einen Kuchen. Kurz darauf fängt es an zu Regnen, so daß unsere weiteren Aktivitäten stark eingeschränkt sind. Wir verlegen uns im Caravan auf`s lesen, Hermine blättert in Zeitschriften und ich nehme mein Ebook zur Hand.
Heute am Abend soll es Putenschnitzel geben, dazu hole ich vom Camper`s-Inn der ca. 200 Meter von uns entfernt ist eine große Portion Pommes Frites. Vor der Türe stehen ein paar Personen und warten, es gibt eine Anzeigetafel mit Nummern. Ich frage nach, sobald drinnen an der Theke frei ist kann ich meine Bestellung abgeben und dann vor der Türe warten. Es klappt alles und schon nach ca. 15 Minuten kann ich den Heimweg antreten. Hermine ist mit den Putenschnitzel schon fertig, so dass wir gleich essen können. Zusammen mit etwas Weizenbier lassen wir das Abendessen schmecken.

Gegen 22:00 gehen wir in die Koje, es regnet leider schon wieder, die Temperatur liegt untertags bei ca. 18°

Donnerstag, den 02. Juli 2020

Wir haben gut geschlafen, und es ist etwa 7:30 als wir aufstehen, aber es Regnet leider immer noch. Ich nehme mir einen Regenschirm und gehe los, auf dem Handy habe ich noch meine Runtastic-App eingeschaltet. Ich will wissen wie lange der Weg von meinem Stellplatz bis zum Supermarkt am Camping-Haupteingang ist. Als ich den Brötchen-Verkaufsanhänger nach 800 Meter erreiche, stehen schon einige Kunden in der Warteschlange. Vor mir steht ein kleiner Junge, der einen sehr großen Abstand zu seinem Vordermann hält, das wird auch gleich ausgenützt. Ein Mann drängt sich gleich von der Seite in die Warteschlange. Ich sage dem Jungen er soll näher aufschließen, und helfe ihm noch beim bestellen seiner Frühstücksbrötchen. Nach einer halben Stunde bin ich wieder zurück beim Caravan wo meine Gattin schon wartet. Heute habe zu den Brötchen auch Laugenstengel mitgenommen, die sehr gut schmeckten.

Im Laufe des Vormittags machen wir noch einen großen Spaziergang über den Platz. Beim Eingang zu unserem Platzteil befindet sich der große Abenteuerspielplatz und gleich dahinter die Straße die den alten Platzteil vom neueren Platzteil trennt. Hier auf dem neuen Teil befinden sich Feriengebiete wie das Sommerland, der Schwanensee sowie das Sommarby. Diese neueren Platzteile wurden etwa im Jahr 2000 angelegt, bei unserem damaligen Besuch sind wir schon einmal diese Runde durch den Platz gelaufen. Ursprünglich wollte ich einen Stellplatz im Platzteil Sommerland reservieren, es stellte sich heraus, daß diese Plätze sehr groß und teuer sind. Wir machen eine kurze Visite im Waschhaus VII, es schaut soweit recht nett und sauber aus. Als nächstes gehen wir ins Platzteil Sommarby, hier befinden sich 63 schöne Ferienhäuser mit den klangvollen Namen Malmö, Göteborg, Stockholm in Doppelreihe um ein Biotop gelagert. Den Platzteil Schwanensee besuchen wir nicht mehr, hier befinden sich verschiedene Chalets (Wohnmobile). Die Straßen sind immer noch Nass, das Wetter wird auch einfach nicht besser und meine Frau ist schon leicht deprimiert deswegen. Weiter zur Hauptstraße hin sind noch Dauercamperplätze und für Reise-Gruppen das Fort Adventure, beides ersparen wir uns heute. Wir gehen weiter in Richtung Tropic-Badeparadies Südsee, zuvor kommen wir aber noch am Dschungelgolf (Abenteuergolfplatz) vorbei. Wir schauen hinein, es ist recht nett für die Besucher, wir gehen dann weiter am Badeparadies vorbei. Es ist offiziell geschlossen wegen Wartungsarbeiten, und Corona hat hier ebenso zugeschlagen.
Auf dem Dach läuft ein Arbeiter umher und reinigt die Gläsernen Dachfenster.
(Die SüdseeCamp-Gesellschaft beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter)

Es geht weiter auf der Südsee- und Hasen-Allee, wir kommen am Platzteil Finkenbusch vorbei, wo Dauercamper mit ihren schönen Block oder Holzhäuser stehen. Hier begegnen uns zwei Zugmaschinen die soeben ein großes Mobilhome in den Finkenbusch transportieren. Wir haben es gestern Vormittag noch in der Lienland-Allee gesehen, wo es neben der Arena (großes Festzelt) abgestellt war. Seit heute ist das Waschhaus und der Platzteil GT 2000 wieder geöffnet, und die ersten Gäste fahren schon auf ihre Reservierten Stellplätze. Wir gehen wieder zurück zum Stellplatz um eine Tasse Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen essen. Das Wetter bleibt weiterhin bedeckt und die Vorausschau auf die nächsten Tage verspricht nicht viel Verbesserung. Ein bißchen Lesen und Musik horchen, so verbringen wir die restliche Zeit bis zum Abend.
Heute gibt es Tortellini mit Sahnesauce zum Abendessen, danach muß ich noch zum Geschirr spülen ins nahe gelegene Waschhaus gehen. Und im Anschluß noch ein kleiner Spaziergang um unseren Platzteil, es kommen immer wieder neue Gäste, eine ewige An und Abreise auf so einem großen Campingplatz.
Etwas später am Abend schauen wir noch im Fernseher einen schönen Film an, und gegen 22:00 geht`s dann schon ins Bett.

Freitag, den 03. Juli 2020

Auch heute Morgen stehen wir um etwa 7:30 auf und ich gehe Richtung Haupteingang wo sich der Supermarkt bzw. der Verkaufsanhänger wo die Brötchen verkauft werden befindet. Im Anschluß an unser gutes Frühstück gehe ich ins Waschhaus um meine restliche Morgentoillette zu vervollständigen. Alle Duschkabinen und Einzelwasch-räume sind belegt so daß ich ein Waschbecken im großen aber sonst leeren Wasch-raum benutze. Nach ein paar Minuten kommt ein Mann mit Maske herein und weist mich auf ein Verbot hinsichtlich der Benutzung des Waschbecken hin. Nach der derzeitigen Corona-Verfügung muß ich zb. meine Zähne am Stellplatz und im Caravan reinigen, was ich eigentlich schon wußte.
Als ich dann das Waschhaus später verlasse, steht der Sicherheitsbeauftragte noch vor der Türe und beobachtet das Corona Verhalten der Campinggäste. Ich spreche den Mann an und frage ihn, ob er vom Campingplatz oder vom Gesundheitsamt oder Ähnliches ist.

Er erzählt mir, dass sein Job vor Corona, Fahrdienstleiter bei den Südsee-Reisebussen war. Jetzt aber gar nichts mehr geht, weder Ausflugsreisen noch Fahrten als Schulbusse sind zur Zeit möglich. Sie haben deswegen Anfang des Jahres schon einen ihrer Fünf großen Reisebusse verkauft. Ich erzähle Ihm daß wir vor über zwanzig Jahren schon mehrmals hier auf dem Campingplatz waren, und die damaligen Chefs Gottfried, Per und Marc vom Sehen kenne. Der Senior-Chef Gottfried ist im Jahr 2016 verstorben.

So unterhalten wir uns längere Zeit gemeinsam über den Campingplatz und seine Geschichte, bevor ich zum Stellplatz zurück kehre.
Hermine möchte nach wie vor wegen des schlechten Wetters frühzeitig Heim reisen, unsere Buchung hier auf dem Platz läuft aber noch bis kommenden Mittwoch. Jeder Tag kostet uns über 50 Euro, die wir dann umsonst bezahlt hätten. Zwischenzeitlich hat meine Frau mit Raphaela telefonisch gesprochen, und so wie es im Moment ausschaut hat Leona meine kleine Enkelin am Montag keine Betreuung von ihrer Tagesmutter. Wir entscheiden uns zügig heim zu reisen, zur Frage steht im Augenblick nur, ob Morgen Früh oder schon heute zu los zu Fahren. Wir brauchen in jedem Fall zwei Tage für die Fahrt zurück.

Dann fällt die Entscheidung für die heutige Abfahrt, binnen zwei Stunden haben wir alles am Caravan inclusive der Satelliten-Schüssel abgebaut. Unser E-Bikes haben wir ja erst gar nicht wegen dem schlechten Wetter aus dem Auto geholt.
Um 13:35 stehen wir vor der Ausfahrt 2, ich schreibe noch schnell den Kilometerstand auf, und dann kann es schon los gehen. Wir kommen gut auf die Autobahn, der Verkehr in Richtung Süden hält sich in Grenzen. Um 15:40 machen wir eine kurze Pause auf dem Rastplatz Bornum der sich irgendwo im Harz befindet. Nach 20 Minuten geht es dann schon weiter, so daß wir um 17:45 unseren für heute geplanten Übernachtungsplatz in Malsfeld erreichen. Wir sind jetzt schon einige Male auf dem Maxi-Autohof in Malsfeld gewesen, und sind immer zufrieden gewesen. Auch heute lösen wir an der abgesperrten Schranke ein Ticket zum Parken und stellen unser Caravan-Gespann auf dem Platz ab. Der große Parkplatz ist zu dieser Zeit relativ sparsam besucht, die 15 Euro wo dieses Jahr zu zahlen sind, können sich nicht allzuviele Brummi-fahrer leisten. Mit dem Accuschrauber drehe ich die Wohnwagen-Stützen runter und entlaste damit unser Auto. Im Moment scheint noch die Abend-sonne so warm, daß wir unser Stühle aus dem Auto holen und mit einem Glas Weizenbier in der Hand die Ruhe und Stille geniesen.
Wir gehen auch heute zum Abendessen noch ins Restaurant, heute aber ins Freie, sie haben vor dem Haus eine kleine Außenterrase, die Sonne scheint ja immer noch. Von den 15 Euro die zum Parken zu bezahlen sind, werden 10 Euro Guthaben auf unser Essen gut geschrieben.

Hermine bestellt sich einen großen Teller Salat mit SchnitzelstreifenSalatvariation mit Tomaten, Gurken, Paprika“ und ich wie sonst eine gebratene Leber Berliner Art „mit Apfel- und Zwiebelringen, dazu Kartoffelpüree“. Unser Essen schmeckt ausgezeichnet, und dazu noch zum trinken ein Fanta für meine Gattin und für mich ein Glas Weizenbier. Bevor es jetzt zu kühl wird gehen wir zum Caravan zurück, und machen uns im Wagen gemütlich. Eine halbe Stunde später kommt ein weiteres Caravan-Gespann zum Übernachten auf den Platz direkt neben uns. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Hund. Die Frau ist sehr nett und grüßt sehr freundlich, was man von ihrem Mann nicht behaupten kann. Auch sie gehen anscheinend noch zum Essen ins Restaurant.
Gegen 22:00 gehen wir ins Bett, denn morgen Früh geht es ja wieder weiter Richtung Heimat.

Samstag, den 04. Juli 2020

Guten Morgen, wir haben gut geschlafen und es ist erst 6:55 als wir losfahren, unser Frühstück gibt es später. So fahren wir fast eineinhalb Stunden und haben um 8:20, die Raststätte Rhön West erreicht, die Außentemperatur beträgt schon 18°. Meine Gattin hat heute Morgen im Autohof noch ein paar Brötchen gekauft, daß wir etwas zum Frühstück haben. Gleich nach der Ankunft habe ich die Gasflasche aufgedreht, so dass wir heißes Wasser für unseren Cappuccino machen können. Kurz vor Neun Uhr geht`s dann schon weiter, die Heimat ruft uns.
Der Reiseverkehr heute am Samstag ist noch verhältnismäßig ruhig, mal sehen wie es weiter geht. Kurz nach Zehn Uhr machen wir nochmals eine kurze Pause auf einen Rastplatz um den Zustand der örtlichen Toiletten zu begutachten. Nach etwa 50 Kilometern bekommen wir den ersten Stau auf unserer Wegstrecke zu spüren, es ist der Virngrundtunnel kurz vor Ellwangen.

Im 468 Meter langen Virngrundtunnel ist immer eine Tunnelröhre für die Durchfahrt gesperrt und der gesamte Verkehr wurde durch die jeweils andere Röhre geleitet. In der Mitte zwischen den beiden Hauptröhren zog man eine dritte Tunnelröhre ein, die als Fluchtweg und Durchfahrtsmöglichkeit für Rettungsfahrzeuge dienen soll. Diese Röhre ist über einen Fluchtstollen von der Tunnelmitte her erreichbar.

Die Staulänge betrug schon mehr als 15 Kilometer die wir im Schritttempo zurück legen, bis wir endlich durch den Tunnel fahren und die Engstelle hinter uns lassen konnten. Danach geht es wieder flott weiter, der Heimat entgegen.
Um 12:10 erreichen wir die Raststätte Lohnetal im Donau-Ries wo wir für weitere 15 Minuten eine kurze Rast machten. Jetzt sind es nur noch ca. 90 Kilometer bis nach Hause, auch auf der A7 zwischen Ulm und Memmingen war heute am Samstag alles ruhig. Was völlig außergewöhnlich ist, normalerweise ist hier immer um diese Zeit großer Stau angesagt.
Um 13:27 haben wir entgültig unseren Heimatort Ottobeuren erreicht.


Fazit: Unsere diesjährige Campingreise hat Corona geschuldet in Deutschland statt gefunden.
Wir haben sehr schöne Urlaubstage an der Mosel verbracht, mit unseren Mini E-Bike`s nette Radtouren an und um die Mosel herum gemacht.
Die Weiterreise quer durch das nördliche Rheinland Pfalz, über Koblenz und die Fahrt über den Rhein. Weiter geht es durch das schöne Bundesland Hessen bis zu unserm Ziel dem Camping Teichmann an der Eder. Der Campingplatz ist sehr schön und auch gepflegt, vorbildlich bei allen Corona-Auflagen, die durchgeführt wurden.
Leider waren unsere Ausflugsmöglichkeiten sehr eingeschränkt (vielleicht durch unsere kleinen Räder), jedenfalls konnten wir kaum mit dem Rad am Stausee oder um den See fahren. Was sehr schade war.
Unsere dritte Etappe in die Lüneburger Heide zum SüdseeCamp begann recht nett, hat aber in der Folge wegen des vielen Regens unsere Urlaubsbilanz stark ins Negative verlagert. Man konnte nicht allzuviel tun, unser E-Bike`s haben das Auto nicht verlassen. Der SüdseeCamp ist bestimmt eine der schönsten Anlagen in Norddeutschland, aber mit Corona und dem vielen Regen hat auch er seinen Reiz verloren. Wirklich Schade
darum.

Südfrankreich – Juni 2011

Nach vielen Jahren in denen wir unseren Campingurlaub in der Toskana und teilweise am Gardasee verbrachten haben, sind wir nun schon das zweite Jahr auf dem Weg nach Südfrankreich in die Region Rhone-Alpes und danach in die Camargue im Rhonedelta.

Freitag, den 17. Juni 2011

Neben den notwendigen Vorarbeiten für unseren diesjährigen Urlaub in Frankreich die wir Anfang der Woche schon mal begonnen haben, gibt es natürlich auch andere Dinge noch zu tun. Unser Garten wie auch der Rasen sollte für unsere dreiwöchige Abwesen-heit auf dem letzten Stand gebracht werden. Am Donnerstag beginnen wir damit unsere Kleidung und die notwendigen Lebensmittel und Getränke im Caravan zu verstauen. Als Selbstversorger benötigen wir eine ganze Menge für die lange Reise, wir wollen ja nicht jeden Tag in irgend einem Supermarkt verbringen.
Heute Morgen sind wir schon um 6:30 aufgestanden und noch einmal gut gefrühstückt. Meine Frau bringt das Kühlgut, wie Wurst, Käse, Pudding oder andere Milchprodukte in den Kühlschrank unseres Caravans. Ebenso die Gefriersachen die wir zum Grillen für die ersten Tage benötigen. Danach noch das Technische Equipment wie unsere Fotoausrüstung, Notebook usw im Wohnwagen verstaut. Kurz nach 11 Uhr sind wir dann endlich fertig, so daß ich die Kurbelstützen des Caravans mit dem Accuschrauber hochdrehen kann. Meine Frau und ich schieben den Caravan mit vereinten Kräften auf die Straße und hängen ihn gleich ans Auto. Wir haben seit einigen Jahren einen Hyundai Santa Fe mit Flüssiggasantrieb, den wir vor ein paar Jahren einbauen ließen.
Nachdem ich mich noch kurz abgeduscht habe, kann unsere Reise endgültig beginnen. Um 12:20 verlassen wir unsere Straße, von unseren Nachbarn ist nichts zu sehen eine Viertelstunde später sind wir auf der Autobahn A7 und fahren bei Memmingen-Nord auf die A96 in Richtung Lindau/Bregenz. Kurz vor halb Zwei sind wir in Lindau in der Boschstraße an der Aral-Tankstelle angekommen, um ein letztes Mal in Deutschland Flüssiggas zu tanken. Es geht auf der Uferstrasse 190 in Richtung Lochau weiter, Bregenz haben wir um 13:35 Uhr erreicht, wir sind sehr gut durch die Innenstadt gekommen, und haben um 14:10 Uhr die Schweizer Grenze erreicht. Wie im vergangenen Jahr haben wir auch dieses mal in der Raststätte Forrenberg (Winterthur) für ca. 25 Minuten Rast gemacht. Hier gibt Kaffee aus der Thermoskanne und ein paar belegte Brote von zu Hause. Dann geht die Fahrt auch schon weiter Richtung Westen, auch Zürich haben wir nach ca. 40 Minuten hinter uns gelassen. Nach insgesamt 360 Kilometer haben wir den Rasthof Platanenhof in Gampelen (in der Westschweiz zwischen dem Neuenburger und dem Bieler See) erreicht, hier befindet sich eine der wenigen Gastankstellen auf unserer Schweizer Wegstrecke. Es ist jetzt mittlererweile 19:00 geworden, so machen wir nach dem Flüssig-Gas-Tanken noch eine kleine Pause , um uns noch kurz die Füße zu vertreten. Nach 20 Minuten geht es weiter und weiteren vierzig Kilometer war unser heutiger Übernachtungs-Rastplatz bei Estavayer-de-Lac erreicht.

(Die Raststätte Rose de la Broye ist gut besucht, es gibt außer dem normalen Tankshop ein Übernachtungs-Hotel mit ca. 80 Betten, und 4 Seminarräume. Es gibt weiterhin ein Italienisches Bedien-Restaurant, Fast Food, Snackbars, Lebensmittel und Souveniershop).

Wir stellten unser Gespann zwischen die zahlreichen Lkw`s, anschließend wollten wir uns noch die Füße vertreten was sich auf dem großen Parkplatz ja anbot. Es gibt hier außerdem Spielplätze für Kinder und sogar einen Picknickplatz.
Hier verbrachten wir die Nacht von 20:00 – 6:30 Uhr am nächsten Morgen. Als wir ankamen, war alles Ruhig, kein einziger Kühlwagen in Sicht. Eine Stunde später hat so ein Kühllaster genau neben uns geparkt, Gott sei dank ist er später weiter gefahren. Aber bald darauf kam aber ein anderer Kühl-Lastwagen, und mit der Ruhe war es wieder vorbei. Irgendwann in der Nacht hat es angefangen zu Regnen, man hört es leider ziemlich deutlich durch das Wohnwagendach.

Samstag, den 18. Juni 2011

Bei strömendem Regen sind wir dann um 6:30 Uhr losgefahren, durch Genf ging es noch recht zügig, aber der Regen nahm jetzt wolkenbruchartige Zustände an, so eine Fahrt hatten wir mit dem Wohnwagen noch nie erlebt. Kurz darauf erreichen wir die erste Französiche Mautstelle bei Crusseilles. So machten wir nicht wie vorgesehen in der Raststätte Seynod bei Annecy unsere Frühstückspause, sondern erst ein paar Kilometer weiter in Drumettaz. Leider mussten wir unser erstes Frühstück in Frankreich wegen des starken Regens im Wohnwagen abhalten. Es gibt eine Tasse Cappuccino, wir haben von zu Hause ein Zopfbrot mitgenommen, dazu diverse Marmeladen und Honig (wir sind keine großen Wurstesser). Unsere Frühstückspause war von 8:30 – 9:25 Uhr. So fuhren wir dann im Strömenden Regen weiter bis zur nächsten Mautstelle in Romans sur Isere, die wir gegen halb zwölf Mittags erreichten.

Hier riss tatsächlich der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein, und weiter ging die Fahrt auf der N532 in Richtung Valence. Auf der Stadtumgehung geht es jetzt ein paar Kilometer Richtung Norden, hier müssen wir nach Rechts abbiegen durch eine Autobahn-Unterführung. Gleich danach teilt sich die Straße, rechts geht es zu einem Dorf wo wir hinauf fahren. Das war falsch wie es sich im nachhinein herausstellt, mit einem leichten Umweg durch die Pampa erreichen wir um 12:00 unseren gewünschten Campingplatz Soleil Fruite****.

Auch der Campingplatz war leicht durchnässt, wie man an den Straßen und Wegen sehr gut erkennen konnte, Wir suchten uns einen schönen Stellplatz mit der Nummer 105 aus, ca. 130 qm mit viel Grün. Der Campingplatz war weiter nichts besonderes und die Straßen waren nur mit Kies aufgeschüttet. Aber im Eingangsbereich waren große Blumenbeete mit Lavendel, Rosmarin, Salbei und vielen anderen Kräutern bepflanzt. Die Gärtnerische Gestaltung am Vorplatz war lieb und sehr nett, die Sanitäranlagen waren nicht hochwertig, aber durchaus akzeptabel. Später am Nachmittag gehen wir noch zum Swimmingpool hinauf, auch der war durchaus ansprechend.

Hier verweilen wir etwa 1 bis 1,5 Stunden und geniesen die Zeit. Zu etwas späterer Stunde bauen wir noch unser Sonnendach auf, und unser Urlaub kann jetzt beginnen.

Sonntag, den 19. Juni 2011

Das Wetter war heute Morgen schon schön, der Himmel war blau als wir gegen 7:30 aufstehen, so dass wir beschlossen heute Vormittag uns in der näheren Umgebung des Campingplatzes umzusehen. Wir verliessen den Ca.-Platz in Richtung eines wie es den Anschein hat, unter einem dichten Baumbestand liegenden Freizeitzentrumes. Nach links als wir die Straße weitergehen, kommen wir zuerst an einer kleinen Minigolf- Anlage vorbei, die offensichtlich geschlossen ist. Die Straße weiter gehend kommt jetzt eine Hotelanlage mit vielen Bungalows und einem Pool auf der linken Seite. Als Randbepflanzung gibt es viele meterhohe Salbeibüsche und Lavendel, sie sind sehr schön. Nach der Besichtigung der Hotelanlage gehen wir wieder auf der Zufahrts-straße und dem Freizeitzentrum entlang. Nach ein paar weiteren Kilometern auf der Hauptstraße, kehren wir dann über einen Feldweg wieder zum Campingplatz zurück. Als Snack, es ist mittlererweile schon 12:00 vorbei, gibt es eine kleine Brotzeit, sowie Pudding und Joghurt je nach Wunsch. Für heute Nachmittag haben wir uns einen Poolbesuch vorgenommen. Die Temperaturen haben mittlererweile die 27° Marke erreicht.

Hier am Pool war aber nicht allzuviel los, einige Holländer mit ihren Kleinkindern spielten am Becken und im warmen Wasser. Zum Kaffee trinken, gehen wir wieder zu unserem Stellplatz zurück, wir haben noch einen Streuselkuchen von zu Haus mit dabei.

Montag, den 20. Juni 2011

Aufstehen wie meistens so gegen halb Acht, zum Frühstück haben wir wie schon gestern ein Baguette bestellt, und am Morgen abgeholt. Für den heutigen Tag war ein Ausflug nach Saint-Donat-sur-l’Herbasse (Partnerstadt von Ottobeuren) und Hauterives angedacht.

Hier ein Blick in unseren Knaus Azur Caravan

Wir fuhren gegen 10:00 Uhr los und wollten eigentlich nur etwas von der Landschaft sehen. Nach einer Umleitung mußte nun unser Navi zeigen ob es seine Dienste beherrschte. So kamen wir in Saint-Donat-sur-l’Herbasse an, hier war heute Marktag, er war aber sehr viel kleiner als gedacht. Ansonsten war hier nicht viel los, der Ort (ca. 4000 Einwohner) selber ist aber offensichtlich doch grösser als gedacht, es gibt einen großen Supermarkt und doch noch einige Industrie direkt an der Umgehungsstrasse und auch zwei Campingplätze. Wir waren im Jahr 2002 mit unseren Kindern auf dem Campingplatz Les Ulezes**** direkt am Ortsrand. Er hat uns damals aber nicht gefallen.

Wir wollten dann noch weiter nach Hauterives fahren um das Palais Ideal zu besichtigen. Der ehemalige Bäcker und spätere Landpostbote Ferdinand Cheval hat um die Jahrhundertwende in seiner Freizeit ein XXL Bauwerk geschaffen.

Über 33 Jahre lang hat der Landbriefträger Ferdinand Cheval in seinem Garten, alles mit seinen eigenen Händen, Stein für Stein, seinen Traum, seine Fantasie verwirklicht. Dabei folgte er keinem architektonischen Stil, sondern ließ sich von den Illustrierten und Postkarten aus aller Welt, die er austrug, zu seinem Fantasiepalast inspirieren. Das Palais Ideal ist sehr gross, an die 26 Meter lang, 10 Meter breit und an die 12 Meter hoch. Die Bauausführung entsprach wohl seiner Täglichen Eingebung und Phantasie“.

Wir haben dieses Bauwerk vor einigen Jahren mit unseren Kindern schon einmal gesehen, es ist einfach beeindruckend. Anschliessend fuhren wir wieder zu unserem Campingplatz zurück.

Dienstag, den 21. Juni 2011

Für heute Morgen war unsere Weiterfahrt nach Vaison La Romaine in das Département Vaucluse vorgesehen. Wir verließen um 9:43 den Campingplatz Le Soleil Fruite mit einem weinenden Auge. Auch der Platz wollte uns nicht gehen lassen, wir kamen an der Schranke wegen dem aufgeschütteten Kies schlecht anzufahren. Nach ein paar Kilometer erreichten wir dann schon die Autobahnauffahrt bei Valence. Bei Portes-les-Valence mußten wir nochmals für unser Auto Flüssig-Gas tanken (die Tank-Etappen muß man genau planen, wenn man ausschließlich mit Gas fahren möchte). So ging unsere Fahrt dann weiter nach Süden Richtung Bollene, das Wetter war Traumhaft und die Gegend war sehr schön. So erreichten wir gegen 11:20 die Autobahn-Mautstelle in Bollene. Hier ging es weiter auf der D94 Richtung Nyons, es ging durch den Weinort Suze-la-Rousse wir haben dann absichtlich die etwas längere Strecke bis Le Pont-de Mirabel gewählt, weil in Vaison la Romaine heute Markt-Tag ist, und wir somit keine Chance hatten mit dem Caravan direkt durch den Ortskern zu fahren.

Über Mirabel-aux-Baronnies zu fahren hatten wir keine Probleme weil wir den Ortskern (Vaison la Romaine) nur seitlich berührten. Um 12:30 erreichten wir dann unser heutiges Ziel den Campingplatz Carpe Diem**** ( Genieße den Tag ), an der Straße nach Saint Marcellin am südlichen Ende des Ortes. Es war nur noch ein einziger Stellplatz frei und so stellten wir unseren Caravan hier ab, und bauten anschließend gleich unser Sonnendach auf. Hier lernten wir das erste Mal, statt dem gewohnten Europäischen CEE-Stecker einen Französischen Campingstecker kennen, den wir leider nicht hatten. Um Strom zu bekommen mußten wir in der Rezeption einen passenden Stecker ausleihen. Anschließend genossen wir die nächste Stunden bei Kaffee und Kuchen und Relaxen.

(Am Nordende des Dentelles de Montmirail Gebirges stößt man auf die alte Kelten- und Römerstadt Vaison La Romaine. Die als eine der besterhaltenen Römischen Stätten Frankreichs gilt, mit einer Mischung aus moderner Stadt, einem mittelalterlichen Dorf und einer römischen Siedlung).

Etwas später besuchten wir noch die hübsche Poolanlage, sie war in zwei Etagen angelegt, der obere Teil in einem griechisch-römischen Stil und der untere Pool eher modern gehalten, eine große Rutsche und dazu noch einem überdachten Pool. Der gesamte Poolbereich war über einen hölzernen Treppenaufgang miteinander verbunden, (daneben steht ein großer Baum in dessen Gehölz sich offensichtlich viele Zykaden hörbar tummeln) und sehr schön an zu sehen. Der ganze Campingplatz ist sehr Reizvoll an einem Hügel gelegen, abgesehen von den einzelnen Stellplätzen und der Sanitär-einrichtung die nur als Standard anzusehen sind. Die Elektro-Versorgung ist aber nur mit einem Speziellen 220 Volt-stecker (Frankreich ) mit einem zusätzlichen Loch möglich.

Am Abend machten wir noch einen Spaziergang nach Vaison La Romaine. Hier ist heute Musik-Nacht, die Straßen sind voller Menschen und alle Cafes sind ebenso voll. Gegen 22:15 Uhr traten wir dann wieder den Heimweg zum Campingplatz an.

Mittwoch, den 22. Juni 2011

Als wir heute Morgen aufstehen regnet es leider, wir sind dann zum Zeitvertreib in den Lidl-Markt von Vaison la Romaine gefahren, Als wir dann später aus dem Geschäft kamen, hatte der Regen aufgehört und die Sonne kam doch noch zum Vorschein. Wir beschlossen einen Ausflug zu dem Bergdorf Buis les Baronnies zu machen, hier war heute Markttag. Der Ort ist sehr schön und bekannt für seine Lindenblüten, der Lindenmarkt und seine Ernte Mitte Juli ist die weltgrößte dieser Art. Die Fahrt bis dahin war sehr interressant, wir konnten unterwegs manchmal den Mont Ventoux (den heiligen Berg der Kelten / Berg der Götter, 1908 m) sehen. Im Ortskern gibt es eine wunderschöne Platanenallee und viele alte Arkaden zu sehen.

Die Gegend und die Fahrt war sehr reizvoll, auf dem Rückweg wählten wir eine andere Wegstrecke aus. Wir kamen an Weinfeldern und wunderschönen kleinen Landhäusern vorbei, die Temperatur stieg wieder auf ca. 25° und mehr. Nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz haben wir vor dem Caravan noch eine Tasse Kaffee getrunken und ein Stück Kuchen verzehrt. Anschließend sind wir zum Baden in die Badeanlage hinauf gegangen. Am späten Nachmittag machen wir noch eine Spazierrunde über den Campingplatz bis zu den höchsten Stellen des Platzes. Im obersten Platzteil sind viele Mobilhome in sehr schön angelegten Straßen und mit vielen Lavendelbeeten und meterhohen Salbeisträucher zu sehen, ein Traum zum anschauen. Von hier konnten wir in der Ferne sogar den Mount Ventoux erkennen.

Damit war unser Tag mit Abendessen und ein Glas Weizenbier trinken auch schon zu Ende.

Donnerstag, den 23. Juni 2011

Wir wollen heute Vormittag nach Seguret, einem der 100 schönsten Dörfer Frankreichs am Nordwestlichen Rand des Dentelles de Montmirail-Gebirges fahren. Das Wetter wollte nicht so recht mit tun, es regnete schon den ganzen Morgen immer wieder in kurzen Abständen. Erst gegen Mittag hörte es auf, und so konnten wir endlich losfahren. Der Weg war nicht allzuweit, es sind nur ca. 12 km bis nach Seguret das am am Fuße des Gebirges liegt, das Montmirail-Gebirges soll ein Paradies für Bergsteiger sein. Wir waren letztes Jahr schon einmal hier, das alte Dorf ist ein Traum mit engen Gassen und vielen Blumen an den Wegen und Häusern. Heute wohnen hier viele Maler und andere Künstler, es gibt auch einige Ateliers hier im Ort, und ein sehr bekanntes Restaurant befindet sich hier. Wir verbrachten einige Zeit mit dem durchstöbern des netten Bergdorfes.

Später fahren wir zurück nach Vaison la Romain, wir wollen in die Altstadt auf der anderen Seite der alten Römerbrücke die über die Ouveze führt. Hier wandern wir durch die engen Gassen, auch hier gibt es viele Blumen und wundervolle alte Häuser. Durch eine Gasse wanderten wir einen steilen Weg nach oben bis kurz vor dem Chateau (mittelalterliche Burg), hier mussten wir dann leider umkehren, da der Accu in meiner Kamera leer geworden war.

So kehrten wir zum Campingplatz zurück. Das Wetter war mittlererweile sehr sonnig geworden. Und wir konnten noch dem Swimmingpool die Ehre erweisen.
Die Temperaturen waren am Nachmittag so an die 25° und sehr sonnig.

Freitag, den 24. Juni 2011

Wir wollen heute nochmals in die Altstadt von Vaison la Romain gehen um die gestrige Tour fortzusetzen, den Berg hinauf in die Altstadt mit den steilen Gassen und weiter bis zum Chateau. Es ging zum Schluss über sehr steile Wege und Felsplatten nach oben. Hier war der Blick hinunter in die Stadt und sein Umland sehr schön. Auf dem Rückweg gehen wir am Hang entlang oberhalb der Altstadt an wunderschönen und wild bewachsenen Gärten vorbei. Zum Schluss wollten wir noch in das Centrum der Neustadt zum Bummeln und noch etwas Essen. Wir haben dann in einem Strassencafe oder Bistro eine Pizza gegessen, was wir dann wohl bereut hatten, cest la vie .

Was zum Wetter noch zu sagen wäre, trotz unserer ca. 25° haben wir schon seit den frühen Morgenstunden einen wahnsinnig starken Wind ( Mistral genannt ) der uns heute schon den ganzen Tag begleitete

Samstag, den 25. Juni 2011

Der Samstag brachte uns einen strahlend blauen Morgen aber wir wollten heute weiter Reisen nach Gordes in der Provence. Wir gehen hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge, es hat uns hier sehr gut gefallen. Um 9:45 Uhr verlassen wir den Campingplatz in Richtung Süden nach Malaucene. Hier geht die Nördliche Serpentinenstrasse ab, die zum Gipfel des Mount Ventoux (1909m) hinauf führt. In der Ortschaft angekommen haben wir uns gleich verfahren. Unser Navi zeigte auf Rechts abfahren was wir auch machten, wir sind dann in eine Straße abgebogen, die uns nach ein paar hundert Meter in eine enge Strasse außerhalb des Ortes führte. Hier wurde uns klar, daß wir hier wohl falsch sein müßten. Leider gab es keine Möglichkeit mit unserem Wohnwagengespann umzudrehen. Nach einiger Zeit, die Straße führte wohl ins Dentelles de Montmirail-Gebirge weiter, zeigte sich eine Stelle wo wir endlich eine Möglichkeit zum umdrehen haben. Zu unserem Glück führte ein schmaler Weg auf der linken Bergsseite rückwärts den Berg hoch. Wir versuchten zuerst mit dem Gespann umzudrehen, aber das war sinnlos, dazu war es zu eng. Wir hängten also den Caravan ab, gute Zweihundert Meter weiter konnte ich jetzt mit dem Auto umdrehen, und fuhr die Straße wieder zurück, am Wohnwagen vorbei. Dann ließen wir den Wohnwagen mit Hilfe der Handbremse den Weg herunterlaufen und drehten ihn auf der Stelle, und hängten ihn anschließend wieder an unser Auto an. Und weiter ging es, unser Navi kannte sich hier in der Gegend gar nicht aus, denn es wollte uns fortlaufend irgendwo anders hinbringen. So auch in Carpentras und Isle de Sorgue die Fahrt hier nach Gordes war eine Tortur, erst 10 km vor Gordes kannte sich unser TomTom Navi wieder aus.
Das kleine Bergdorf Gordes (Gordes gehört ebenfalls zu den 100 schönsten Dörfern in Frankreich) liegt auf einer Anhöhe mit einem wunderbaren Blick auf das südlich gelegene Luberon-Gebirge. Wir fahren die Bergserpentinen hoch, durch den sehr engen Ort, hier war gerade die Hölle los. Mehrere große Omnibusse kamen uns auf der engen Hauptstraße entgegen. Gott-sei-dank gab es im Ort Hinweisschilder die uns den weiteren Weg zum Campingplatz anzeigten. Nach 1,5 km außerhalb des Ortes kamen wir an die Abzweigung, die zum “ Camping des Sources**** “ führte.
Hier führte eine steile und enge Straße zum Campingplatz hinauf. Gegenverkehr ist hier nicht gewünscht, der Caravan der von der Hauptstraße kommt muß zurückwärts fahren.

Pünktlich vor 12:00 Uhr kamen wir am Campingplatz an und stellten unser Gespann vor dem Eingang ab. Die Rezeption befand sich etwa 100 Meter einen Weg hinunter, Wir wurden auch gleich von der Chefin bedient, sie bot uns den Stellplatz Nr. 19 an.

Der Campingplatz war offensichtlich sehr gut belegt, die meisten Stellplätze lagen irgendwo zwischen den einzelnen Büschen und Sträuchern, es gab kaum offene Stellplätze wie wir sie auf anderen Campingplätzen kennen. Unser Stellplatz Nr. 19 war kaum größer als der Caravan und das Auto zusammen. Mit etwas Glück konnten wir noch die Markise ausrollen, noch vor ein paar Jahren hätten wir niemals so einen Stellplatz angenommen, es war nur ein kleiner Platz inmitten der hohen Büsche und Sträucher. Mit Hilfe eines Camping-Mitarbeiters schoben wir den Caravan in die enge Lücke. Nach mehrmaligen Versuchen standen wir endlich richtig. Rucki-zucki war unser WoWa aufgestellt und die Freizeit konnte beginnen.

(Im Verlauf unseres Aufenthaltes wurden wir immer mehr begeistert von unserem Stellplatz, bei Temperaturen von über 32° lernt man ein Schattenplätzchen schätzen. Hinter unserem Caravan war noch für unseren Tisch etwas Platz unter dem hohen Gebüsch. Hier konnten wir im Schatten Frühstücken und andere Mahlzeiten geniesen).

Nach einer kurzen Mittagspause gehen wir hinunter zum Pool, es war schön hier, eine herrliche Aussicht auf die Nordseite des Luberongebirges, nur das Poolwasser war stark erfrischend, rätselhaft wie bei diesen heissen Temperaturen das Poolwasser so kalt sein kann.
Gegen 17:00 steigen wir nochmals ins Auto und fahren die paar Kilometer zurück nach Gordes, im Centrum liegt ein kleiner Parkplatz wo wir auch tatsächlich unser Auto abstellen können.

(Gleich daneben befindet sich das Chateau de Gordes, eine massiv befestigte Burg das in Teilen noch aus dem 11. Jahrhundert stammt. In den Innenräumen der Burg, findet man heute ein Kunstmuseum der Malerei und das örtliche Tourismusbüro. Der Brunnen auf dem südlichen Vorplatz der Burg ist aus dem Jahre 1342. Er war über lange Zeit die einzige Wasserstelle des hochgelegenen Stadtkerns. Gordes wie auch andere Dörfer hier in der Provence wurden ab dem 11. Jahrhundert mit einer massiven Stadtmauer versehen).

Wir verbringen hier eine gute Stunde in den teilweise steilen Gassen die in den vergangenen Jahrhunderten sehr glatt gewordenen Kopfsteinpflaster verlegt sind. Auf einer Gasse die zu einer Außenterrasse führt kann man einen schönen Blick ins Tal sowie auf das angrenzende Luberon-Gebirge geniesen.
Die Tagestemperatur lag heute bei etwa 32° und es war sehr sonnig.

Sonntag, den 26. Juni 2011

Der Morgen beginnt schon mit sehr hohen Temperaturen, wir wollen heute Vormittag zum Kloster Abbaye de Senanque wandern, hoffentlich haben wir uns nicht zuviel vorgenommen. So quer durch das Gelände, mal sehen. Um 10:15 Uhr verlassen wir den Campingplatz mit einer aus dem Internet herunter geladenen Wegbeschreibung, wir gehen an Olivenbäumen und ähnlichem, an Macciasträuchern vorbei, es geht über Stock und Stein. Über Geröllhalden vom Berg runter ins Tal und auf der anderen Seite wieder rauf, durch Wald und an wild bewachsenen Ebenen vorbei, es war schön, aber wir wussten nie wirklich wo wir sind. Es gab schon mal Zeichen, hie und da mal ein blaues oder gelbes Strichlein auf Steinen, aber sonst war man allein auf weiter Flur. Nach wohl einigen weiteren Kilometern erreichten wir eine Straße mit Ortszeichen, mit dem Hinweis das Kloster wäre von hier aus noch 3 km entfernt. So gehen wir von nun an auf der Landstraße dem Kloster entgegen, so kurz vorm Ziel konnte man dann schon vereinzelne Lavendelfelder sehen. Dann haben wir unser Ziel erreicht, vor dem Kloster liegen einige große Lavendelfelder, das Kloster sehr erhaben und weltentrückt wirkt es im Schatten des schmalen Tales.

Wir haben natürlich auch die Kirche betreten, sie war nach der Helligkeit die draußen herrschte, sehr dunkel und kühl. Die ganze Klosteranlage (von den Ziesterzienser 1148 erbaut) war in Wirklichkeit viel grösser und höher, als man auf irgend welchen Internet-Bilder erahnen konnte.

Nach der Besichtigung des ganzen Geländes und der Kirche stand nun der Heimmarsch zur Debatte, auch nach mehrmaligem Nachfragen bei verschiedenen Besuchern, keiner konnte uns den richtigen Weg beschreiben. So gingen wir erstmals den laut Anzeige kürzesten Weg, das wären 2.3 km, es hörte sich ja gut an. Aber nach ein paar hundert Metern waren wir wieder mitten drin im Wald, da musste man auf steilen Wegen herunterrutschen. So kehrten wir zum Kloster um und trafen Deutsche Urlauber die mit dem Auto hier waren, und fragten ob sie uns nach Gordes mitnehmen konnten (so etwas haben wir noch nie im Leben gemacht). Wir hatten Glück, und so waren wir nach etwa 3:15 Stunden glücklich wieder auf unserem Campingplatz des Sources angelangt. Wo wir uns als erstes einen Kaffee und Kuchen genehmigen, bevor wir zum Pool hinunter gehen. Auch heute war das Poolwasser nicht wärmer, aber erfrischender nach unserer heutigen Wanderung.

Es gibt zwei Waschhäuser am Platz, das erste Haus war gleich bei uns Oben, es ist aber nur in der Haupt-saison geöffnet. Das zweite Haus war ein Stück weiter unten am Platz. Von der Außenansicht war es nicht besonders schön, aber Innen war es schon in Ordnung.
Die unteren drei Bilder zeigen neue renovierte Waschhäuser
Diese 3 Bilder sind aus dem Jahr 2018 -2020

Die Temperaturen waren wie man wohl ahnen konnte, bei über 30° und und ein strahlend blauer Himmel.

Montag, den 27. Juni 2011

Für Heute haben wir uns einige der schönsten Orte in dieser Gegend vorgenommen, die Abfahrt war um 9:50 vom Campingplatz. Alle diese Ort sind am nördlichen Fuße des Luberon-Gebirge, beginnen wollten wir mit Oppede-le-Vieux. Der Ort ist nur in absoluter Nähe zu erkennen, er ist fast völlig vom Wald versteckt, man kann nur in der Höhe eine Kirche sehen. Aber vor dem Preis hat der Herrgott den Fleiss gemacht, so auch hier. Wir mussten vom Parkplatz (Obulus 3 € ) durch eine hübsche Parkanlage mit vielen Blumen und auch Schmetterlingen gehen (die ich vergeblich fotographieren wollte), bevor wir dann den Haupt-Ort erreichten.

Von hier begann dann der Aufstieg durch den alten, teilweise auch verfallenen Ort. Es ging über steile und enge Gassen, im oberen Bereich standen zwei ältere Kleinwagen vor einem Haus, gut – einer hatte auch Allrad. Das Rätsel war deshalb nicht kleiner, wie kam der bloss auf den engen Wegen hier rauf. Wir kletterten immer weiter nach oben und hatten zum Schluß die kleine Kirche Église Notre-Dame-d’Alidon am Ende des alten Dorfes erreicht. Der Ausblick hier oben war wie immer Spitze, und der heilige Berg der Kelten der Mount Ventoux ist fast überall in dieser Gegend zu sehen.

Als nächstes wollten wir nach Menerbes fahren, hier sollte Francoise Mitterrand ein ehemaliger Französischer Präsident (gest. 1996) sowie die Freundin von Pablo Picasso einmal gewohnt haben. Zu sehen war keiner von beiden und so begannen wir mit der Suche nach weiteren Highlight. Nach einigen Anläufen kamen wir in den Historischen Teil der Stadt, besuchten eine Weinprobe und konnten einige Trüffel bewundern. Einen grossen Trüffel mit einem Durchmesser von vielleicht 8 cm konnten wir hier anschauen. (Hundert Gramm sollten 20 Euro kosten).

Dann ging die Fahrt weiter nach Lacoste, hier hatte wohl der Marquise de Sade im 17. Jahrhundert seine sadistischen Orgien gefeiert. Wir wollten jetzt nicht mehr in den Ort fahren, und haben nur von der Strasse aus – ein paar Fotos von dem Chateau (Burg) gemacht. Auch den kleinen Ort Bonnieux ließen wir aus, um dann über den Pont Julien (Römische Brücke) nach Rossillon zu fahren. Hier sahen wir die herrlichen Ockerfelsen, die es in 17 Farb-nuancen geben soll. Früher wurden Kleider und sämtliche Stoffe mit diesem aus dem Stein gestampften Pulver eingefärbt.

Eine gute Stunde verbrachten wir in dem hübschen Ort, in dem alle Häuser in warmen Ockerfarben bemalt sind bevor es wieder auf den Heimweg geht. Punkt 16:00 Uhr haben wir wieder unseren Campingplatz erreicht. Die Tagestemperatur lag heute bei 32°, also ganz schön warm.

Als erstes gönnten wir uns eine Tasse Kaffee im Schatten unseres Platzes, wir haben noch Reste unseres Baguette von heute Morgen. Anschliessend gehen wir die paar Meter hinunter ins Schwimmbad. Es ist hier meistens wenig los, nur ein paar einzelne Gäste liegen hier, viele sind so wie wir untertags auf Tour. Das kühle Wasser ist herrlich wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, von der Terrasse aus konnte man auch die herrliche Aussicht genießen, ins Tal hinunter und auf das gegenüberliegende Luberon-Gebirge.

Dienstag, den 28. Juni 2011

An unserem letzten Tag hier in Gordes wollten wir nach Fontaine de Vaucluse und anschließend nach Isle sur Sorgue und zum Schluss noch zum Supermarkt. Aber zunächst mal nach Fontaine… zur Quelle des Flusses Sorgue, wir fuhren in den Ort hinein, an den Parkplätzen stehen Männer die Parkticket verkaufen wollen. Der Preis war gar nicht mal so schlimm, im Gegensatz zu dem was wir im letzten Jahr am Pont du Gard (Parkgebühr 15€ ) schon bezahlt hatten. Nun gehen wir den Uferweg an der Sorgue entlang in Richtung dem Quelltopf, das Ufer war herrlich Schattig, und der Weg ist wie eine Promenade, teilweise mit Verkaufständen und hübschen Restaurants. Es war viel los hier, auch viele Asiaten (Japaner) waren da, eigentlich erstaunlich kurz nach Ihrer Atomkatastophe in (Fukoshima). Nach einigen Hundert Metern war es dann so weit, vor uns der Höllenschlund, davor eine Absperrung, natürlich aus Sicherheitsgründen. Aber mehr als die Hälfte der Besucher kletterten über diese Sperre und hinunter bis zum Loch, Es war gigantisch unterhalb einer steilen Felswand ein Riesenloch so an die 10 Meter im Durchmesser gefüllt mit Wasser.

Anmerkung: Die Sorgue entspringt am Fuße einer 230 Meter hohen Felswand aus einem kreisrunden Loch. Sie wird gespeist aus einem großen unterirdischen See mit der Größe von etwa 1100 Quadrat-Kilometern entspricht der Größe unseres heimischen Landkreises. Der wiederum vom Niederschlag und Tauwasser des Luberon und anderer Gebirgszüge versorgt wird. Ein Deutscher Taucher erreichte 1983 eine Tiefe von 215 Metern, und zuletzt mit einem Tauchroboter wurde eine Tiefe von 315 Metern erreicht.

Direkt am Wasserrand standen viele junge Leute, wenn man sich vorstellte, daß das Wasser plötzlich steigen würde wie im Frühjahr, würden wir alle absaufen. Keine Chance mehr zum Überleben, bis wir in Sicherheit wären, müssten wir bestimmt 25 Meter die Felsböschung nach oben steigen. Aber insgesamt ein toller Anblick. Aus diesem Quelltopf kam aber heute kein einziger Tropfen Wasser in den Fluss.

Der Quelltopf der Sorgue im Frühjahr

Auf dem Rückweg suchte ich dann den Beginn des Flüsschen, und wiederum unterhalb eines grösseren Felsens sprudelte Wasser empor. Und im Verlauf des Weges konnte ich noch weitere kleine Rinnsale sehen, die in den beginnenden Fluß strömten. Es gibt hier einige Verkaufstände mit Souveniers aller Art, an einem der Stände finden wir schöne Keramikwandbilder garniert mit Lavendelsträußchen. Wir entscheiden uns für eines der schönen Wandbilder. Als letztes besuchen wir eine alte Papiermühle aus dem 18. Jahrhundert, hier wurde bis in die 60er Jahre noch wertvolles Papier zum Briefe schreiben hergestellt.

Nun geht es weiter nach Isle sur Sorgue, hier ist jeden Sonntag ein weit bekannter Trödelmarkt, die Stadt selber ist vielleicht nichts besonderes, außer dass einige Kanäle der Sorgue hier durch fliessen. Mit netten Restaurants am Ufer, des weiteren viele Wehre und unglaublich viele und lange Pflanzen oder Algen im Fluß. Das Wasser muß trotz der Kälte unheimlich Nährstoffreich sein. Als nächstes fahren wir zum Tanken in den Super U Markt, es wurde insgesamt ein gelungener Ausflug.

Inzwischen ist es schon 15:30 geworden. Und 32° grad ( reif zum Swimmingpool )

Mittwoch, den 29. Juni 2011

Heute Morgen um 9:30 Uhr verlassen wir den Campingplatz in der Provence wir wollen weiter ans Meer fahren, nach Saintes- Maries-de-la-Mer in der Camargue. Aber zuerst mußten wir natürlich noch aus unserm schönen Standplatz raus, was mit gewissen Problemen verbunden war. Aber endlich war es geschafft und unsere Reise konnte losgehen. Über Cavaillon geht es, vor Saint Remy de Provence sehen wir eine tolle Bergkulisse, kleine Bizarre Gipfel (hier sehen wir erstmals die Bergkette der Alpilles)und eine herrliche Platanen-Allee viele Kilometer lang. Dann durch die Altstadt von Saint Remys in Richtung Arles sollte es zum Meer gehen, unser TomTom Navi hat leider eine Neigung uns immer wieder nach links auf eine dubiose Nebenstrecke zu schicken. Aber auf Grund meiner Standfestigkeit gelang es aber immer wieder den Kurs zu halten.

Um die Mittagszeit hatten wir dann unser Ziel erreicht. Das Küstenstädtchen Saintes- Maries-de-la-Mer war eigentlich schon beeindruckender als ich erwartet habe.

Der Campingplatz Du Clos Du Rhone am Stadtrand entspricht wohl eher einem etwas abgewohntem Küsten-standart, das Sanitär ist bei allen bisherigen Campingplätzen wohl wesentlich besser gewesen. Aber warten wir`s mal ab.
Die Temperaturen waren auf der Fahrt bei etwa 25 – 27°………….. hier auf dem Platz war es dann ca. 27° mit Wind.

Donnerstag, den 30. Juni 2011

Eigentlich wollten wir den heutigen Tag in Ruhe genießen, am Swimmingpool liegen, oder an unserm Stellplatz, der ja wirklich sehr nett war oder am Meer in der Sonne. Gesagt, getan alles machten wir: zum Schluss waren wir am Meer, vor uns waren grosse Buhnen mit riesigen Sandflächen.

Wir setzten uns hin, aber ein starker Wind (Mistral) vertrieb uns sehr schnell, so sind wir weiter Spazieren gegangen und haben an der Petit Rhone (kleine Rhone) die hier vorbei fliesst das Paddelschiff Tikki III bewundert, mit dem man auf der Petit Rhone fahren kann.

Am späten Nachmittag machen wir noch einen kurzen Ausflug nach Saintes-Maries-de-la-Mer, der kleine Küstenort liegt ja nur ca. 2 Kilometer von unserem Campingplatz entfernt. Wir spazieren durch das Zentrum und die nette Fußgängerzone. Wir kommen an der Kirche Notre-Dame-de-la-Mer einer Wehrkirche vorbei, die schon im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Der Ort und die Kirche sind als Wallfahrtsstätte für die Gitans (Roma) bekannt geworden. In der Krypta der Kirche befinden sich der Sage nach, die Gebeine der schwarzen Sara.

Am 24. und 25. Mai jeden Jahres werden bunt gekleidete Statuen von der schwarzen Sara und ihren Mitstreiterinnen in einer Prozession feierlich ans Ufer getragen und mit Meerwasser benetzt. Dieses als Zigeunerwallfahrt bekannte Großereignis ist inzwischen eine international bekannte Touristenattraktion mit Volksfest-charakter. Die dort in der Mehrheit katholischen Roma verehren die Schwarze Sara als ihre Schutzpatronin und tragen ihr Porträt als Medaillon.

Nach der Kirchenbesichtigung gehen wir weiter durch das nette Städchen, besuchen ein paar Souveniershops sowie eine Weinhandlung mit Orts-typischen Wein/flaschen.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz sehen wir einige schneeweiße Hütten am Straßenrand stehen, es sind ehemalige Wohnhäuser (Cabanes) der Fischer und Schäfer sowie der Gardians (Rinderhirten). Heute werden sie teilweise als Ferienwohnung vermietet.

Freitag, den 01. Juli 2011

Auch heute Morgen ist der Mistral tätig, aber wir wollten noch etwas von der Camargue sehen, möglichst hier in der Nähe. Also entschlossen wir uns nach Pont de Gau an einen Ornithologischen Park zu fahren. Gleich in der Nähe war ein großer Obststand, hier gibt es von Aprikosen, Pfirsiche, Erdbeere bis Melonen alles zu kaufen.

Wir betreten den Park es sind viele Flamingos, Reiher und andere Vogelarten zu sehen, sogar mehrere Biber konnten wir aus der Nähe sehen, und auf kleinen Inseln die weißen Camargue-Pferde. Andere Tiere waren nicht so viel zu sehen, aber sehr viel Natur in Original Camargue.

Es war wirklich schön, aber man konnte schon erkennen das dieses Land kaum zu bewirtschaften ist, außer für Wildpferde und natürlich die Schwarzen Stiere, die wir bisher noch nie aus der Nähe gesehen haben. So waren wir an die 3 Stunden in dem Park unterwegs. Der Himmel war strahlendblau wie meistens und die Temperatur lag bei ca. 27° oder mehr, den Mistral natürlich nicht zu vergessen, den wir aber hier im Park nicht spürten. Gegen 14:15 Uhr fahren wir wieder an den Caravan zurück, trinken ein Radler-Bier und essen dazu eine französische Pizza die wir in einer Pizzeria in Saintes-Maries….. neben der Hauptstraße gekauft haben.
Später sind wir nochmal in Richtung Saintes-Maries….. gegangen, auf der Weide gegenüber befinden sich ebenfalls ein paar Camargue-Pferde zum grasen. Wir schauen noch kurz am Pool vorbei, machen noch einen Abstecher über den Campingplatz, und schauen noch ein paar Interressante Mobile und Caravans an, dann geht es zum Platz zurück.

Es wäre sicher Herrlich hier, wenn nicht der Mistral fast die ganze Zeit stark blasen würde, wir können nicht einmal unser Sonnendach aufbauen aus Angst vor dem starken Wind. Wir haben unsere offene Caravantüre mit einem Spanngurt gesichert, trotz allem hat der Wind die Türe mehr als einmal zugeknallt.
Und natürlich auch die Stechmücken oder anderes kaum sichtbares Getier, sind eine große Last. Man sieht sie nicht aber spürt sie sogleich.
Jetzt am Abend um 18:30 Uhr haben wir noch immer 31°, so geht auch dieser Tag zu Ende.

Samstag, den 02. Juli 2011

Jeden Tag eine gute Tat, heute hat`s mal auf jeden Fall geklappt. Heute Vormittag haben wir Nachbarn bekommen, junge Leute aus Belgien, die wohl ihr Zelt aufbauen wollten. Der Junge Mann schaute etwas Orientierungslos auf sein im Aufbau befindendes Zelt, Es war natürlich auch heute Morgen noch ein starker Wind. Aber es war kein Mistral, diesmal kam der Wind vom Meer, aber zu zweit hatten sie wohl keine Chance dieses Zelt aufzubauen. Kurz entschlossen fragte ich, ob ich ihnen mal helfen sollte, wenigstens mal die Stangen zu halten, um dem Wind keine Chance zu lassen. Nachdem die Zelthaut gestanden ist, ging es an das Abspannen der Leinen, was Sie offensichtlich auch nicht konnten. Also machten wir zu viert, meine Frau, ich und die Zwei das Zelt fertig, ich schenkte den beiden noch ein paar fehlende Zeltheringe zum befestigen ihres Zeltes. Anschließend enspannten wir uns, wir wollten später noch zum Meer gehen, um auf einer der Sandbänke noch ein bißchen Sonne genießen. Nachdem wir eine Stunde am Meer verbracht haben gehen wir zum Kaffee trinken an den Stellplatz zurück. Auf der Vorderseite vom Caravan haben wir heute Nachmittag noch Französische Nachbarn bekommen.