Unsere Reise nach Südtirol – Juni 2021

Vorgeschichte: Auch in diesem Jahr hat uns der Corona-Virus noch nicht verlassen. Nachdem ich meinen Traum von einer Camping-Reise nach meinem geliebten Südfrankreich/Provence auch in diesem Jahr begraben mußte. So suchten wir nach Alternativen und entschloßen uns wie im letzten Jahr einige Tage an der schönen Mosel zu verbringen. Zuerst dachten wir daran, wieder nach Zell an der Mosel zu fahren wo uns der Campingpark gleichen Namens doch recht gut gefallen hat. Das Problem waren eher unsere geplanten Ausflüge mit dem E-Bike, die auf den gleichen bekannten Wegen stattfinden würden. Wir entschieden uns für einen anderen Campingplatz ebenfalls an der Mosel. Danach wollten wir noch für ein paar Tage in die Eifel fahren. So buchten wir Mitte März auf beiden Campingplätzen jeweils 10 Urlaubstage, ohne zu wissen was uns Corona für Auflagen bringen wird. Einige Tag vor unserem Urlaubsbeginn stellt sich heraus, daß beide Camping-Plätze zwar geöffnet, aber die Waschhäuser und Toiletten geschlossen bleiben. Wir müßten unsere Wasch und Toilettengänge alle insgesamt im Caravan machen, was wir strikt ablehnen. So sind wir gezwungen uns neu im Ausland zu orientieren, und stoßen hier auf Südtirol als näher erreicbares Ziel. Nachdem die hier dazu notwendigen Corona-Formalitäten geklärt sind, buchen wir 10 Urlaubstage im Schlosshof in Lana nahe der Kurstadt Meran. Und als Ergänzung weitere 5 Tage auf dem Campingplatz auf der Seiser Alm nahe bei Bozen.

Dienstag, den 15.06.2021

Es ist kurz nach 6:00 heute Morgen als wir aufstehen, in wenigen Stunden beginnt unsere diesjährige Urlaubsfahrt nach Südtirol. Nach einem leichten Frühstück und der Morgentoilette beginnt die notwendige Arbeit. Unseren Caravan haben wir schon die vergangenen Tage bestückt, so daß nur noch die Kühlsachen und verschiedene Lebensmittel im Wohnwagen verstaut werden müssen. Wir haben dieses Jahr ein anderes Zugfahrzeug wie die vergangenen Jahre als wir mit einem Audi Q5 in den Urlaub fuhren. Der VW Tiguan Allspace ist geringfügig größer als der Audi, somit können wir unsere kleinen E-Bikes noch komfortabler im Kofferraum unterbringen.

Aber zurück zum Caravan, den haben wir am Montag Nachmittag schon auf den Parkplatz vor dem Haus untergebracht. Unser Hausnachbar hat uns den Tausch großzügig angeboten. Den Caravan am Abfahrtstag aus der Garageneinfahrt zu bugsieren, habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Wir haben in unmittelbarer Nähe eine große Schule mit, auch bei uns in der Straße parkenden Schülern und Lehrern. Aber auch Nachbarn die manchmal rücksichtslos ihre Auto in der kleinen Straße parken.
Aber heute Morgen geht alles gut, so daß wir um kurz nach 9:00 die Bergstraße verlassen können. Von unseren Nachbarn Rita u. Theo H. ist nichts zu sehen, nur unsere Hausnachbarn die Fam. Z. winken uns nach. Über die Spittalstraße, die Memminger Straße, sowie die Sebastian-Kneipp-Straße verlassen wir Ottobeuren in südlicher Rictung. Vorbei an der Allgäuer Volksternwarte, an meinem ehemaligen Arbeitsplatz (der Fa. Multivac) vorbei, erreichen wir die Autobahnauffahrt der A7 beiBad Grönenbach. Wir haben relativ wenig Verkehr, so daß wir schon nach einer Fahrstunde den Grenztunnel bei Füssen durchfahren. Auch die Österreicher sind uns heute gnädig, es gibt keinen Ampelstopp bei Reutte und am Fernpass gibt es nur eine kleine Bau-stelle, wo wir vielleicht 10 Minuten warten müssen. In Bichelbach einem kleinen Ort kurz nach dem Fernpass tanken wir unseren VW Tiguan voll. An der hiesigen Oil- Tankstelle kaufen wir auch die notwendige Österreichische Autobahn-Vignette. Das kleine Dorf Bichelbach ist mir aus den Jahren wo wir mit unseren Kindern aus dem Urlaub in der Toskana und dem Gardasee gekommen sind, noch gut bekannt. Hier im Landgasthof Post haben wir öfters unsere letzte Urlaubsmahlzeit zu uns genommen, bevor es weiter nach Hause ging.

Kurz vor 12:00 haben wir die Autobahn-Raststätte im Inntal kurz vor der Landes-hauptstadt Innsbruck erreicht. Hier verbringen wir fast eine dreiviertel Stunde bei einer kleinen Brotzeit, bevor es weitergeht. Eine kleine Episode nebenbei, als wir im Caravan sitzen läuft plötzlich ein Hund frei an unserem Wohnwagen vorbei, und wenig später auch sein Besitzer. Ob der seinen Hund wieder gefunden hat, haben wir nicht mehr gesehen. Um 13:00 haben wir schon die Europabrücke bei Schönberg überquert, und machen an der dortigen Raststation halt, wo wir eine weitere kleine Pause machen. Errinerungen werden wach als die Brücke in den 60er Jahren gebaut wurde, meine Schwester und ich und unseren Eltern auf der alten Brennerstraße in Richtung Süden fuhren. Vorbei an den fast 200 Meter hohen Säulen die heute die Brücke tragen. Zusammen mit meiner Frau gehen wir zur Europabrücke zurück und machen ein paar nette Bilder von der Brücke und seiner schönen Umgebung.

Wir haben heute einen strahlend blauer Himmel um uns herum, die Temperatur laut meinem Auto-Thermometer beträgt 26°. Wir nehmen uns die Zeit, da wir ja nicht vor 15:00 unser heutiges Ziel den Campingplatz Seiser Alm erreichen müssen. Wenige Minuten nachdem wir weiter gefahren sind kommen wir schon an der Mautstelle der ASFINAG Schönberg an. Hier opfern wir weitere 10 Euro an die Österreichische Staats-kasse. Um 13:30 erreichen wir die Italienische Grenze am Brenner, die Temperatur beträgt hier oben auf 1370 Meter immer noch 25°. Dann geht es auch schon weiter Richtung Sterzing wo sich die Italienische Mautstelle befindet, und wir eine weitere Vignette ziehen. Kurz darauf fahren wir schon an der Franzensfeste vorbei,
(die um 1834 von Kaiser Ferdinand I erbaut wurde, und als unüberwindbare Alpenfestung konzipiert war).
Bei Klausen möchte uns das Navi von der A22 herunter führen, um uns über das Grödnertal zur Seiser Alm hinauf zu bringen.
Laut der Zufahrtsbeschreibung des Campingplatzes wird die Anfahrt mit dem Caravan über die Autobahnausfahrt Bozen-Nord/Blumenau empfohlen. Daran möchte ich mich schon halten, zumal ich die Strecke nicht kenne, und wir mit einem nicht allzu kleinem Wohnwagen unterwegs sind. Wie geplant verlassen wir die Autobahn bei Bozen und tasten uns weiter nach Blumau wo sich die Auffahrt zur Seiser Alm, mit seinen Orten wie Seis, Völs und Kastelruth befindet. Die Straße ist zum größten Teil am Berghang gebaut und mit seinen 17% Steigung durchaus anspruchsvoll. Unser Tiguan mit seinen 200 PS kämpft sich meist im 2. bis 3. Gang die Pass-Straße hoch. Kurz vor 15:00 haben wir den Völser Ortsteil St. Konstantin wo sich unser Campingplatz befindet erreicht. Trotz der Höhe von 880 Metern haben wir auch hier eine Temperatur von 26°. Vor der geschlossenen Schranke stehen schon mehrere Wohnmobile und Wohnwagen deren Besitzer sich in der schon geöffneten Rezeption zur Anmeldung befinden.

Meine Frau und ich warten auf Grund der Corona-Auflagen vor der Türe bis wir aufgerufen werden, meine Frau geht dann allein hinein, und meldet uns an. Sie bekommt einen Platzplan auf dem mehrere freie Stellplätze angezeigt sind die wir uns anschauen können. Wir schauen uns einige der Plätze auf den verschiedenen Etagen bzw. Niveaus an und entscheiden uns dann für die Platznummer 511 die einen guten Eindruck auf uns macht. Der Platz ist von Sträuchern und einem schönen Nadelbaum umgeben und direkt vor uns ragt der Schlern in die Höhe. Wir holen unser Gespann vom Eingang und fahren hinunter zum ausgesuchten Platz und hängen den Caravan ab. Mit unserem Mover (Elektroantrieb) fahre ich den Wohnwagen auf den Platz und drehe ihn parallel zur Straße hin. Ich bin schon fertig damit, da kommt plötzlich ein Mann auf dem Fahrrad und meint; das von Seiten des Campingplatzes gewünscht wäre, den Caravan in Richtung zur Straße stellen. Weil z.b. die Wasser und Abwasser-leitungen so gelegt sind, er ist äußerst freundlich und besteht nicht voll darauf, aber er legt großen Wert darauf. Er zeigt mir die Vorteile auf und kann mich überzeugen, wir unterhalten uns noch eine Weile ganz nett.
Im Anschluß daran frage ich ihn, wer er denn sei, Seine Antwort darauf: Er sei der Ehemann der Besitzerin.
Im darauf folgenden Gespräch erzählt er, daß seine Familie im 1900. Jahrhudert aus dem Grödnertal zugewandert und sein Großvater hier mehrere Bauernhöfe gekauft hat. Ich fragte ihn ob aus der Besitzerfamilie ein bekannter Bergsteiger stammte, was er aber verneinte.
Als ich später einmal im Internet recherchierte konnte ich feststellen, daß mein Gesprächs-partner Erhard Mahlknecht ein ehemaliger italienischer Naturbahnrodler und mehrfacher Medailliengewinner war.
Ein liebenswürdiger und bescheidener Mann!! .

Nachdem wir also fertig waren mit dem Aufstellen des Caravans, und unseren Tisch und die Stühle aus dem Auto geholt haben, ist erstmals eine Pause angedacht. Meine Gattin schenkt uns ein Glas Hefeweizen ein, das wir genüßlich trinken. Wir sind trotz des kurzen Fahrweges hier nach Südtirol doch etwas angeschlagen. Etwas später gibt es dann noch eine Tasse Kaffee bzw. Cappuccino und Kuchen zum Essen. So geniesen wir die wunderbare Aussicht auf den Schlern (Wahrzeichen von Südtirol 2563 Meter) der direkt vor unseren Augen in die Höhe ragt. Erst gegen 18:30 rollen wir unsere Markise aus, die Sonne steht sowieso schon hinter unserem Wohnwagen, so daß keine Eile mehr besteht. Nachdem die Markise steht, entschließen wir uns die Klimaanlage anzuschließen.

Wir haben im letzten Jahr eine Klimaanlage für Caravans gekauft, sie wird einfach in ein Fenster eingebaut/eingehängt. Wir konnten sie bisher nicht richtig testen, das bietet sich ja hier in diesem Urlaub an. Es ist jetzt 19:00 und es ist immer noch 26° warm, und es ist zu erwarten das die Temperatur im Caravan bis zu unserer Schlafenszeit nicht nennenswert nach unten geht.

Heute Abend gibt es wie immer nach einer Urlaubsanreise nur eine Brotzeit, die aus einer Bratensülze, Hering, Käse und Schinken besteht, dazu natürlich ein oder zwei Hefeweizen. Um 22:30 haben wir uns Bettfertig gemacht und sind noch einmal in das Waschhaus mit dem schönen Namen Dolomiten-Bad gegangen. Es hat zwei Eingänge, einer von unserer Straße zugänglich, ein offenes Treppenhaus, der andere Eingang ist von einer tieferen Platz-Etage zu begehen. Alles ist hier picobello sauber und wird mehrmals Täglich gereinigt, hier im Waschhaus besteht ebenfalls Maskenpflicht.

Mittwoch, den 16.06.2021

Es ist 8:00 als wir heute Morgen aufstehen, wir haben ausgezeichnet geschlafen und die Temperatur im Caravan lag jetzt bei 20°, offensichtlich hat die Klimanlage schon etwas gebracht. Zum Frühstück gibt es heute noch ein Zopfbrot das wir noch von zu Haus mitgebracht haben, dazu verschiedene Marmeladen, Honig und zum Schinken bzw. Käse ebenso ein Schwarzbrot.
Nach unserem Gang ins Waschhaus/Toilette entschließen wir uns kurz nach 10:00 mit dem Auto nach Kastelruth zu fahren, um eigentlich den Fahrweg mit unseren kleinen E-Bikes kennen zu lernen. Wir kommen an der Talstation der Seiser-Alm-Seilbahn vorbei die sich zwischen den Orten Völs und Seis befindet. Bis nach Kastelruth sind es ca. 10 Kilometer und es herrscht ein reger Verkehr, mit dem Fahrrad zu fahren ist hier nicht daran zu denken. Der Ort Kastelruth mit seinen knapp 7000 Einwohnern liegt lang gestreckt an der Landstraße 25, er macht einen sehr jungen und gepflegten Eindruck. Als erstes suchen wir einen Platz für unser Auto, sehen kurz darauf einen Hinweis für ein Parkhaus und fahren kurz entschlossen in diese Einfahrt hinein. An der Schranke merken wir, das wir an der Ausfahrt des Parkhauses gelandet sind. Es dauert einige Zeit bis wir rückwärts wieder auf die Hauptstraße zurück stoßen können, da ein reger Verkehr herrscht. Hundert Meter weiter befindet sich doch tatsächlich die Einfahrt ins Parkhaus, wo wir jetzt unser Auto abstellen. In der Nähe des Parkhauses sind die Kastelruther Spatzen als mannshohe Skulpturen dagestellt. Es wäre schon toll wenn wir als Beispiel hier im Ort Norbert Rier begegnen würden (Er ist natürlich auch der einzige aus der Gruppe den wir gleich erkennen würden).

Zu Fuß gehen wir in Richtung Zentrum wo zwei Gemeindearbeiter mit einem Walzen-reinigungs-Gerät den Marktplatz säubern. Auf einer Karte die wir vom Campingplatz bekommen haben, finden wir die Beschreibung zu einen kleinen Spaziergang “Rund um den Kofel“.

Der Rundgang beginnt am rechten Torbogen in Richtung Kofel/Kalvarienberg. Um den gesamten Kalvarienberg führt ein relativ ebener Rundgang mit einem wunderschönem Blick auf Kastelruth und die umliegenden Dörfer. Hier ist auch eine Szene am Kalvarienberg/Jerusalem dargestellt.


Was mir hier an Hand der Bilder und Statuen im Ort auffällt, die Menschen hier sind offensichtlich sehr gläubig. Nach unserem Rundgang besuchen wir kurz die nette Kirche und danach setzen wir uns in den Vorgarten vom Hotel Lamm****. Meine Gattin bevorzugt einen Aperol Spritz und ich einen Cranberry Spritz, so geniesen wir die Zeit und diesem schönen Vormittag, es ist mittlererweile gleich 12:00 Mittags. Kurz darauf kommen Bedienstete aus dem Rathaus und setzen sich ebenfalls hier auf die Terrasse. Eine Frau aus dieser Gruppe hat offensichtlich Geburtstag, sie bekommt ein paar Geschenke aus der Gruppe. Wenig später bringt der Wirt eine riesige Holzplatte auf dem sich Lachsschnittchen oder Ähnliches befinden, den das Geburtstagskind anscheinend ausgegeben hat. Die grüne Salat-umrandung der Platte ist aber das meiste davon. Ich besuche noch kurz die Toilette im Untergeschoß des Hotels, was ich hier sehe ist sehr ansprechend und Schön.

Nach einer Stunde brechen wir auf, um den restlichen Nachmittag am Campingplatz zu verbringen. Hier angekommen machen wir eine kleine Pause, im Anschluß sind für mich nochWartungsarbeiten angesagt. Die Toilette muß noch entleert werden und das Wasser in den beiden Behältern frisch aufgefüllt. Danach machen wir eine Platzrunde, besuchen anschließend die hübsche Terrasse des platzeigenen Restaurant „die Quelle“ und machen ein paar Bilder davon. Auch hier ist der schöne Ausblick auf den Schlern vorherrschend. Auf dem Camping der in vielen Etagen angelegt ist, sind Wohnmobile meiner Einschätzung zu 75% in der Überzahl. In allen Größen von Carthago, Hymer, Morelo oder Modelle von NIESMANN+BISCHOFF stehen sie hier am Platz.


Wir gehen wieder zu unserem Stellplatz zurück, trinken eine Tasse Cappuccino und essen dazu ein Stück Kuchen, Danach schaue ich mir noch das Schwimmbecken, das ein paar Meter weiter und eine Ebene weiter oben liegt. Auch das hat eine schöne Größe und ist seit Corona mit 14 Personen bzw. Liegen begrenzt, man muß sich in der Rezeption dazu anmelden. Am späten Nachmittag möchte meine Frau noch einen Spaziergang machen. Als näheres Ziel bietet sich der Völser Weiher an, es gibt verschiedene Wegweiser mit unterschiedlichen Entfernungen. Wir suchen uns den kürzesten Weg aus, aber was man hier in der Gegend aber niemals vergessen sollte, es geht immer bergauf. Auf dem Weg dahin führe ich noch eine Unterhaltung mit einem Pferd das in der Koppel steht und mir aufmerksam zuhört.

Im Nachhinein stellt sich unser Weg als der Längste dar. Nach fast einer Stunde haben wir den kleinen See erreicht und waren sehr überrascht über die Menge der Besucher in allen Altersgruppen. Offensichtlich ist der kleine Badesee ein Naherholungsgebiet für die Jugend aus dem ganzen Hochtal, die auch mit dem Bus aus den anderen Orten kommen. An einem der vielen Badestege verbrachten wir eine halbe Stunde bis wir uns wieder zum Heimweg aufmachen. Dabei wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher überholt, die plötzlich einen anderen Weg wählten. Kurz entschlossen folgten wir Ihnen und siehe da „unser Heimweg wurde um mindestens die Hälfte weniger“.

Zum Abendessen gibt es heute Schupfnudeln mit Ei, dazu Apfelmus und für mich zum Trinken ein Glas mit Weizenbier. Nach dem Abspülen des Geschirres das meistens mein Part ist, gehen wir nochmals eine Runde über den Campingplatz, der sehr gut gefüllt ist. Zwischenzeitlich haben wir unsere Klimaanlage eingeschaltet um die Tagestemperatur etwas nach unten zu bringen. Danach sitzen wir vor dem Caravan, zum Trinken hole ich mir eine Flasche Sangria, den ich im Urlaub sehr gern trinke. Er ist ja eigentlich ein Fruchtsaft-Getränk mit minimal Alkohol darin. Meine Gattin bevorzugt ein Glas Wein, mal Weißwein meistens aber einen guten Roten. Es ist viel los auf der Straße vor unserem Wohnwagen, die einen gehen auf die Toilette, wiederum andere zum Geschirr spülen. Es gibt noch einen Platzteil der zwei Etagen über uns liegt, und der sehr begehrt ist, aber der Weg zum Waschhaus ist dementsprechend weit. Was aber in meinen Augen mehr zählt, sie haben den Wald direkt im Hintergrund und sehen vom wunderschönen Massiv des Schlern rein gar nichts.
Kurz nach 22:00 gehen wir ins Waschhaus und machen uns Bettfertig, es war ein schöner und langer Tag.

Donnerstag, den 17.06.2021

Kurz nach 7:30 stehen wir auf, meine Gattin geht in den kleinen Shop hinter dem Restaurant um frische Brötchen zu holen, sie haben eine nette Auswahl an Backwaren. Was hier Außergewöhnlich ist, es wird nach Gewicht und nicht nach der Menge abgerechnet. Der Himmel ist heute Morgen grau und wir haben einen Hochnebel, gegen Mittag soll die Sonne heraus kommen. Laut Wetterangabe im Handy kann es heute Nachmittag noch Regnen.
Kurz nach 10:00 sind wir vom Campingplatz aufgebrochen, mit dem Auto sind es ja nur ein paar Minuten bis zur Talstation der Seiser Alm. Hier kaufen wir die Eintrittskarten, pro Person 17€, dann geht es auch schon los. Wir haben eine Gondelkabine nur für uns allein, im Normalfall reicht der Platz wohl für bis zu 8 Personen. Auf dem Weg nach oben ist es noch teilweise Dunstig, dagegen auf der Bergstation auf der Seiser Alm auf 1850 Metern ist die Sonne schon durch gekommen.

Compatsch heißt der kleine Ort hier oben auf der Hochalm, es gibt ein paar Hotel sowie verschiedene Shops. In einem davon kaufe ich mir einen verstellbaren Spazierstock in der Hoffnung das mir das Laufen leichter fällt (bei unserem Spaziergang zum Völser Weiher benutzte ich einen großen Ast zum Laufen und zur Unterstützung).
Hier man kann auch mit dem Pferdewagen auf verschiedenen Wegen fahren und mehrere Hütten besuchen. Die Seiser Alm kann man auch zu bestimmten Uhrzeiten mit dem Auto besuchen, der Autobus und verschiedene Lkws fahren den ganzen Tag hier hinauf. Von Compatsch führt eine Verbindungsstraße bis nach Saltria (1690m). In der Nähe von Compatsch führen zwei Lifte rechts und Links der Straße nach Saltria einmal hinauf zum Panorama-Hotel 2009m, und zur Linken zur Puflatsch-Bergstation 2104m. Einige Kilometer weiter führt der Florianlift (Vierer-Sessellift) von der Hochalm hinauf bis zur Williamshütte auf 2100m. Wir stehen also hier in Compatsch und wissen nicht, in welche Richtung wir laufen sollen. Von Bergtouren haben wir absolut keine Ahnung, auf unserer Wegkarte sehen wir die Puflatschhütte liegen, vergessen aber dabei daß es bis dahin wohl einige hundert Meter in die Höhe geht. Wir fragen ein Ehepaar aus Franken nach für uns machbare Ziele, sie meinen wir sollten entlang der Straße bis nach Rauch laufen, zurück könnten wir Notfalls mit dem Autobus fahren. Wir laufen also los in die neue Richtung, auf halbem Weg meint meine Gattin daß wir nicht neben den LKWs und Bussen auf der Straße herlaufen sollten.

Also wechseln wir wieder die Richtung und gehen jetzt auf einer Bergstraße die sanft ansteigt ins Irgendwo führt. Es geht immer weiter bergauf, wir kommen am Berghotel Santner vorbei, in der Ferne kann man das Alpenhotel Panorama erkennen, wo ein Sessellift herauf führt. Immer wieder werden wir von Pferdewagen, Radfahrern und Traktoren mit (leeren) Viehanhängern überholt.

Nach etwa einer Stunde haben wir das Alpenhotel Panorama in 2009 Meter erreicht. Das Wetter ist schön, die Temperatur etwas frisch aber nicht unangenehm, und die Zeit 12:20. Der Schlern sowie der Plattkofel und Langkofel beides 3000 Meter hoch, sind zum Teil in Wolken gehüllt. Hier oben sind wunderschöne blühende Almwiesen aber keine Kühe. Als wir das Hotel erreicht haben beschließen wir eine kleine Pause zu machen, auf der Terrasse finden wir noch Platz und bestellen etwas zum Trinken. Meine Gattin bekommt Appetit auf ein Essen und so bestellt sie für sich Frankfurter Würstchen mit Pommes Frites.

Kurz vor dem Hotel kreuzen sich viele Wege auf denen viele Montain-Biker aber alle mit Motor unterwegs sind. Von hier aus kann man die noch mit Schnee überzogenen Gipfel des Langkofel oder der Sellagruppe in etwas weiterer Entfernung sehen. Es ist wunderschön hier oben, wo dann im Winterhalbjahr der Skizirkus stattfindet.

Diese zwei Bilder sind nicht von mir

Nach einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg nach unten, der Himmel ist mit Schleierwolken bedeckt und wir wissen nicht was heute Nachmittag noch kommt. Wir sind froh um unsere Windjacken die wir jetzt beim Abwärts gehen, wieder anziehen. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir wieder unten bei der Bergstation in Compatsch auf 1850m, die Temperatur laut Anzeige in der Bergstation liegt im Moment bei 20,1°. Zuvor haben wir die Pferde der Kutscher mit unseren Apfelresten erfreut. Nach ein paar Minuten auf einer Bank in der warmen Sonne sitzend, machen wir uns mit dem Lift auf den Weg zurück ins Tal. Es ist jetzt mittlererweile 14:00 geworden.

Von der Talstation in Seis bis zu unserem „Campingplatz Seiser Alm“ sind es nur ein paar Auto-Minuten.
Am Stellplatz angekommen trinken wir erst noch einen Cappuccino mit einem Stück Kuchen, den wir noch von zu Hause mit gebracht haben. Hier unten ist es Sonnig und sehr warm, so daß wir uns in unsere Liegesessel lümmeln und die Ruhe geniesen. Kurz nach 18:00 gibt es ein schmackhaftes Abendessen nämlich „Rindergulasch mit Semmelknödel“, dazu ein Glas Franziskaner Weißbier und für die Gattin ein Glas Weißwein.

Freitag, den 18.06.2021

In der Nacht bzw. dem frühen Morgen hat es Stark geregnet, man könnte auch von einem Wolkenbruch reden, wenn es hier in Südtirol Regnet dann wirklich sehr fest. Wie wir ja von unserem Aufenthalt im letzten Jahr hier im Passeier Tal wissen. Hermine ist in der Nacht noch aufgestanden und hat diverse Sachen in Sicherheit bzw. unters Dach gebracht. Es ist immer noch trüb, wahrscheinlich bleibt es den ganzen Tag so. Um 8:00 gehe ich den Berg bei der Rezeption hoch um im Lebensmittel-Shop ein paar Brötchen zu holen, während meine Gattin den Frühstückstisch herrichtet. Später habe ich noch unseren kleinen Vorzeltteppich zusammen gerollt und am Wasserhahn mit dem Schlauch abgespritzt, zum weiteren Abtrocknen dann über den Stromkasten gehängt.
Nach 10:00 sind wir aufgebrochen, wir wollen heute bei dem bescheidenen Wetter nach St. Ullrich ins Grödner Tal fahren. Der Weg führt uns wieder über Kastelruth dann weiter über den Passo Pinei 1442m hinunter ins Tal. Diese Paßstraße hat ebenso eine große Steigung mit engen Kurven wie der Weg von Blumau nach Völs herauf. Ich war ja vor etwa 48 Jahren schon mal mit einer Jugend-gruppe in St. Ullrich, aber nachdem wir hier vor Ort waren, fehlte mir jede weitere Errinnerung daran. Als erstes fanden wir ein Parkhaus wo wir unseren Tiguan abstellen konnten. Die Parkgarage Central ist nur einige Meter vom Zentrum?? enfernt. Wir gehen an der Pfarrkirche St. Ullrich vorbei, kommen am 5***** Hotel Adler vorbei, das einen tollen und gepflegten Eindruck auf uns macht.

Ein paar Meter weiter unten sind einige Marktbuden aufgestellt, hier müssen wir aber unsere Corona-Masken aufsetzen. Wir kommen noch an weiteren Hotels vorbei die allen einen guten Eindruck machen. Nach Rechts geht es zur Hauptstraße und zum Grödner Bach (Rio Gardena) der zur Eisack fließt. Jetzt gehen wir langsam wieder zurück, in der kleinen Fußgängerzone sehen wir ein Cafe mit einer Außenterrasse, wo wir uns jetzt an einen Tisch setzen, und dem regen Treiben hier in der Fußgängerzone zu schauen.

Wir bestellen zwei Aperol Spritz mit Sekt beim Kellner, wie es sich im nach hinein heraustellte, war der Alkohol aber für den Geschmack kein Nachteil. Dazu gab es einen kleinen Teller mit Brötchen belegt mit Südtiroler Schinken, ein Schälchen mit Oliven und Pepperoni sowie Kartoffel-chips. So verbrachten wir fast eine Stunde auf der Terrasse des netten Cafes, bevor wir zurück zum Parkhaus gehen in dem der Tiguan auf uns wartet. Auf dem Rückweg fahren wir wieder die gleiche Strecke nach Kastelruth. Plötzlich zeigt unser Navi den Eintrag „Fuschghof“
(Der Fuschghof im Weiler St. Oswald ist die Heimat-Adresse des Sängers der Kastelruther Spatzen Norber Rier der auf diesem Hof eine Haflingerzucht betreibt).

Kurz entschlossen beschließen wir den Fuschghof zu suchen, um Norbert Rier wenigstens aus der Ferne zu sehen. Die erste Abfahrt nach St. Oswald ist wegen einer Straßenbaustelle bei Telfen gesperrt. Jetzt fahren wir weiter aber in der Ortschaft Seis, mitten im Centrum sehen wir die nächste Abfahrt in den Weiler St. Oswald. Zunächst geht es über Wiesen und Felder und dann über schmale Straßen in den Wald und in die Höhe hinauf. Ab und zu kommen wir an einsamen Bauernhöfen vorbei dem Fuschghof immer näher. Es wird immer einsamer die Straße bleibt schmal trotz den vielen Bushaltestellen die wir unterwegs sehen. Hoch oben im Wald kommen wir an ein Straßenstück wo vom gestrigen Regen ein gut 50 Meter langes Stück mit Erdreich und sonstiges vom Hang herab auf die Straße gespült wurde. Ganz vorsichtig im Schritttempo fahren wir durch und kommen unserem Ziel immer näher. So langsam kommen wir wieder ins Tal in einer Haarnadelkurve sehen wir auf der rechten Seite einen schönen Bauernhof weit in der Wiese stehen. Allerdings ist die Zufahrt auf die Wiese versperrt und es befinden sich andere Namen auf den Schildern. Am Beginn der Kurve auf der Linken Seite geht ein steiler Weg noch oben, wo wir ebenfalls einige Meter gehen. Ohne Erfolg, weiter oben ist nur eine alte Scheune zu sehen. Wir fahren weiter nach unten zwischenzeitlich müssen wir noch einem Kleinbus mit ca. 20 Sitzplätzen und einem kleineren LKW ausweichen. In einer weiteren Kurve kommt noch eine Gaststätte, dann ist auf dem Navi die Anzeige vom Fuschghof auch schon wieder verschwunden.

Adieu Norbert Rier, es ist schade daß wir dich nicht gefunden haben.

Auf einem anderen Weg fahren wir wieder nach Seis am Schlern zurück, müssen dort einem Auto ausweichen das uns entgegen kommt. Wie es sich heraus stellt sind es unsere netten Campingnachbarn von gegenüber, die heute Morgen ihr Zelt abgebaut haben. Wir müssen ein kleines Stück mit dem Auto zurück stoßen. Die Straßen hier sind vielleicht 3 Meter breit, wie mag das hier im Winter ausschauen, wenn überall Schneeverwehungen sind und dann ein Fahrzeug entgegen kommt. Ich mag mir das gar nicht vorstellen.
Um 14:15 sind wir wieder am Platz angekommen, als erstes machen wir eine Brotzeit, bestehend Käse, Salami und Leberwurst, wir haben ja noch Brötchen vom Frühstück übrig. Eine knappe Stunde später runden wir das Ganze noch mit Kaffee und Kuchen ab, wir liegen danach in der warmen Sonne, es sind bestimmt schon über 25° heute Nachmittag. Irgendwann spricht mich eine Dame auf meinen Reiseblog an, im Heckfenster unseres Caravans habe ich ein hübches Plakat hängen das auf meinen Reiseblog hinweist. Wie auch immer, aus dem Gespäch ist zu entnehmen, das sie einige meiner Reiseberichte gelesen und viele Details darüber wußte. Das freute mich natürlich, wenn man eine positive Resonanz über seine Arbeit bekommt. Später nehme ich mir meinen Fotoapparat um noch ein paar schöne Bilder von unserem Camping-platz zu machen. Der Platz ist wirklich schön / gelegen, wie schon erwähnt auf mehreren Ebenen und Terrassen, man hat eine gute Aussicht nach allen Seiten. Viele große Wohnmobile sind hier, ob sie Eigentum sind, darf in der heutigen Zeit bezweifelt werden. Ich mache auch ein paar Bilder vom Dolomiten-Bad, das aus zwei Etagen begehbar ist, und immer Sauber gehalten ist. Ebenso suche ich das Freibad auf das recht hübsch ist und eine nette Größe hat.

Heute Abend gibt es Tortellini mit einer Sahnesoße und Pilzen zum Essen, zum Trinken gibt es ein Glas Hefenweizen. Dann wie immer Spülen im Waschhaus, das aber auch mit Geschirrspülautomaten ausgestattet ist. Nach 22:00 ist für uns Bettruhe angesagt, der Tag war schon anstengend aber auch Interressant.

Samstag, den 19.06.2021

Es ist 7:45 als wir aus den Federn hüpfen, die morgentliche Temperatur liegt heute bei etwa 20°. Wir haben einen Hochnebel unsere schöne Aussicht zum Schlern hinauf ist zum großen Teil in dichten Nebel gehüllt. So langsam und zaghaft kommt aber die Sonne aus den Wolken hervor, es soll trotz allem heute ein Sonniger Tag werden. Die ersten neuen Campinggäste treffen schon ein, nachdem gestern großer Abreisetag für viele Camper war, liegt im Moment die Belegung bei etwa 60%. Was sich im Verlauf des heutigen Tages sicher relativieren wird. Mittlerweile ist es 10:15 geworden, wir wollen heute einen kleinen Wandertag machen, und irgendwie zum Oachner Weiher gehen. Mit dem Auto fahren wir an Völs vorbei in Richtung Bozen, kurz nach Völs sehe ich die Abfahrt nach Prösels wohin unser Weg führen soll. Ich staune, die Straße ist schmal und die Steigung liegt bei 29 Prozent, sowas habe ich in den letzten 40 Jahre nicht mehr erlebt. Wir kommen an Schloß Prösels vorbei das einen imposanten Eindruck auf mich macht. Einige Kilometer nach dem Ort kommt eine breite Straße die von Bozen herauf führt nach Prösels bzw. nach Tiers im Rosengarten. Wir fahren weiter, Es geht an Oberaicha, Völser Aicha und St.Katharina vobei, ohne daß wir die Abfahrt zum Oachner Weiher sehen. Wir fahren noch bis Tiers im Rosengarten, wo wir dann wieder umdrehen, auf dem Rückweg orientieren wir uns an den Bushaltestellen in unserem Straßenplan. Bei der Haltestelle bei Völser Aicha gibt es eine einzig mögliche Abfahrt, sie führt aber steil in ein Waldstück hinein, das ich höchstens mit einem Quad befahren würde. Wir fahren also enttäuscht wieder zurück, im Örtchen Prösels machen wir dann wieder halt.
Hier in Prösels gibt es anscheinend einen weiteren Weg zum Oachner Weiher, wie ich aus unserer Karte ersehen kann. Wir fragen im Ort nach und gehen die ersten paar hundert Meter Bergauf.

Es ist sehr heiß heute, meine Kondition liegt bei Null, so drehen wir auch jetzt wieder um. Bei unserem Auto-Parkplatz beginnt der Oachner Höfeweg den wir jetzt ohne etwas näheres darüber zu wissen, zum Teil begehen wollen.

Unterhalb des Schlosses am Berghang sehen wir drei Personen einem kleinen Garten bewirtschaften. Weiter den Weg entlang sehen wir in der Ferne den Ort Völs, ich mache ein Foto mit dem Teleobjektiv. So laufen wir ein paar Kilometer bis der Weg in ein Waldstück hinein geht, von irgendwelchen Bauernhöfen konnten wir nichts sehen. Jetzt drehen wir wieder um, das Schloß liegt jetzt zu unserer Linken, wir gehen durch den kleinen Park bis zum Eingang.

(Schloß Prösels wurde erstmals im 1200 Jahrhundert von Dienstleuten der Bischöfe von Brixen erbaut. Und im frühen 16. Jahrhundert vom damaligen Landeshauptmann von Tirol, Leonhard von Völs, zu einer Renaissance-Schlossanlage erweitert).

Leider kommen wir nicht hinein, das Cafe das beim Eingang des Schlosses betrieben wird, hat heute Ruhetag. Nach ein paar Minuten kommt vom Gartentor ein typischer Italienischer Kleintransporter, auf seiner Ladefläche hat er frisches Gemüse und Salate und wunderschöne Erdbeeren geladen. Die Sachen sind für heute Abend zu einer Hochzeitsfeier bestimmt, die in der Burg stattfindet. Er klingelt am Tor und kann dann das kleine Tor öffnen, fährt aber nicht hinein. Ich kann nun einen kleinen Blick in den Äußeren Burghof werfen, aber viel ist nicht zu sehen. Nach einer Weile kommt der Pächter des Cafes und gleichzeitig derzeitige Verwalter des Schlosses mit einem noch kleineren Fahrzeug durch das Tor gefahren. Hier wird nun umgeladen, und beide fahren jetzt wieder hinein, das kleine Tor wird wieder geschlossen. Wir steigen nun in unser Auto und fahren zum Campingplatz zurück. Hier dann das übliche Ritual, Kaffee bzw. Cappuccino trinken und dazu ein Stück Kuchen essen. Wir haben heute auf dem Stellplatz gegenüber neue Nachbarn bekommen, ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Die jungen Leute aus Coburg wo die ganze Woche hier waren, haben ja gestern Morgen abgebaut und sind wohl im Laufe des Tages weiter oder Heimwärts gefahren. Am Nachmittag sind wir ihnen ja noch auf der Straße bei St. Oswald begegnet, vielleicht waren sie auch auf den Spuren von Norbert Rier (Kastelruther Spatzen).

Aber zurück zu den Neuankömmlingen, die ersten Minuten waren sie ganz freundlich, das hat aber ziemlich schnell nachgelassen. Vielleicht waren sie auch nur müde von der Anreise, aber das war uns jetzt auch gleich. Wir fahren ja Morgen Früh weiter nach Lana bei Meran. Die Ehefrau war wohl ein Allrounder, sie hat das Auto mit dem Caravan gefahren, den Wohnwagen mit dem Mover eingeparkt und im Anschluß mit dem kleinsten Kind noch zum Einkaufen gefahren.
Nach dem Abendessen haben wir unsere Markise abgebaut und alles was wir nicht mehr brauchten weggeräumt. Vor dem ins Bett gehen wird noch schnell unsere Klima-anlage abgebaut und veräumt.

Sonntag, den 20.06.2021

Heute Morgen sind wir schon früh wach, es ist erst 6:45 aber wir wollen ja heute weiter fahren zu unserem nächsten Ziel dem Camping Schlosshof in Lana. Heute am Sonntag hat der Campingshop geschlossen, es gibt also keine Brötchen heute. Aber wir haben ja noch Kuchen dabei und zum Trinken gibt es einen Cappuccino. Anschließen machen wir unsere Morgentoillette im Waschhaus Meine Frau geht danach noch schnell zum Geschirr spülen, während ich ein letztes mal die Toilettenkassette vom Caravan leer mache. Es ist jetzt 9:00 geworden als wir den Campingplatz auf der Seiser Alm verlassen. Unser Weg führt wie auf der Herfahrt über Völs,dann etwa 10 Kilometer die steile Paßstraße mit Tempo 40 bis 45 Stundenkilometer hinunter. Mehr geht hier nicht, nach Blumau und danach nach Bozen-Süd. Es gibt ja irgendwo eine Straße bei Bozen-Nord die direkt auf die alte Verbindungsstraße nach Meran führt. Aber mit dem Caravan mitten durch die Stadt fahren ist vielleicht auch keine gute Idee. So führt uns das Navi über Bozen-Süd auf die Schnellstraße SS38, die wir bei Burgstall schon wieder verlassen. Von hier sind es nur ein paar Minuten bis zum Campingplatz. Laut Angabe vom Ca.-Platz soll man nur den Hinweisschildern zum Campingplatz folgen und nicht dem Navi. Eine Stunde seit der Abfahrt von der Seiser Alm und wir sind im Schlosshof-Camping angekommen.

Hier gibt es keine Wartespur wo die ankommenden Gespanne und Wohnmobile abgestellt werden können. Es gibt nur einen großen Vorplatz wo alle durchfahren müssen. Wo ich jetzt mein Fahrzeug abstellen muß, blockiere ich die Einfahrt zu einem anderen Platzteil, aber es geht nicht anders. Ich bleibe am Fahrzeug während meine Frau zur Anmeldung in die Rezeption geht. Gottseidank ist im Moment alles ruhig und keiner muß aus diesem Platzteil heraus fahren. Nach ein paar Minuten kommt meine Gattin schon zurück und wir können unseren Stellplatz mit der Nummer 28 de Luxe anschauen ob er schon frei ist, was der Fall ist. Ich gehe zum Eingang zurück und fahre in unsere Straße hinein, aber wie es meistens so geht: mir kommt in der Straße ein großer Morelo entgegen. Der Fahrer ist Gottseidank Intelligent und fährt in die Fahrbahnverbreitung beim Waschhaus hinein, so kann ich an ihm vorbei, und er im Anschluß weiter aus der Straße heraus fahren. Wir können anschließend gleich unseren Stellplatz beziehen. Das ist ja schnell passiert, den Caravan vom Auto abhängen mit dem Mover rangieren, die Caravanstützen herunter drehen und zum Schluß die Markise herunter rollen. Das Wetter ist heute sehr schwül und die Temperatur liegt jetzt am Vormittag schon bei ca. 28-30°.

Nachdem der Caravan fertig aufgestellt ist, gehe ich als erstes mal zum Duschen. Der Campingplatz hat zwei bzw. drei Sanitärgebäude: Das Gebäude mit der Nummer 1 heißt„Grande Amore“: die Nummer 2 „Tiiamo“: und die Nummer 3 „Piccolo Amore“, das ist aber nur für die Gäste der Premiumplätze zugänglich. Es gibt natürlich auch 10 mietbare Privatbäder mit Dusche/WC. Alle drei Sanitärhäuser sind im Detail, jede Lampe und jedes Waschbecken in edlen Italienischen Design eingerichtet (So die Originalaussage des Campingplatzes).
Die Duschen in den 2 Waschhäusern sind unterschiedlich eingerichtet, im „Grande Amore“ gibt es sogenannte Regenduschen an der Decke. Dagegen im „Tiimo“ sind herkömmliche Dusche mit Schlauch und Duschkopf installiert. Wir bevorzugen im Allgemeinen Duschen mit abnehmbarem Duschkopf.

Nach einer kleinen Brotzeitpause mit Käse, Schinken und Salami holen wir unsere E-Bikes aus dem Kofferraum des Tiguan, hier waren sie während der Fahrt gut verschnürt. Meine Gattin möchte unbedingt noch eine Fahrradtour machen, nachdem die Räder auf der Seiser Alm nicht benutzt wurden. Wir verlassen den Campingplatz und fahren über die Ing. Luis-Zueg-Strasse und dem Kreisverkehr zum Ortsausgang. Hier überqueren wir die Schnellstraße und gleich darauf die Etsch, die hier ein ganz ansehlicher Fluß geworden ist. Nachdem wir nach rechts abgebogen sind fahren wir jetzt im Bahnhofsgelände des Nachbarortes Burgstall. Hier befindet sich die Einfahrt zum Fahrradweg der von Meran bis nach Bozen geht. Wir überqueren jetzt ein zweites mal die Eisenbahnschienen und befinden uns jetzt auf dem Radweg. Neben uns ist der Fluß Etsch der viel Wasser führt und sehr schnell nach Süden fließt. Ab und zu werden wir von Radfahrern auf Rennrädern, aber auch von anderen E-Bikes überholt. Aber alle haben große Räder mit 28“, da können wir mit unseren 20“ Rädern nicht mithalten. Wir fahren fast bis nach Gargazon bis wir wieder umdrehen, am Campingplatz zurück, sind wir ca. 13 Kilometer gefahren (Ich bin das erste Mal seit einem Jahr wieder mit dem Fahrrad unterwegs).

Kurze Zeit nachdem wir mit dem Fahrrad wieder am Campingplatz sind, bekommen wir neue Nachbarn auf dem Stellplatz gegenüber. Zusammen mit einem weiteren Nachbarn helfen wir kurz den Caravan auf den Platz zu schieben. Die neuen Gäste kommen aus Görlitz in Sachsen und sind schon seit heute Morgen um 6 Uhr unterwegs. Die Wegstrecke beträgt mehr als 860 Kilometer wie sie uns erzählen und alles nur mit einem Fahrer, der aber noch einen munteren Eindruck macht.
Zum Abendessen gibt es heute eine Currywurst mit Brötchen. Nach dem Essen baue ich noch unsere Satellitenschüssel auf und mache im Fernseher einen Programm-Suchlauf. Hier gibt es dann einen Zwist zwischen meiner Frau und mir über die Notwendigkeit von Fernseh-schauen im Urlaub. Wie meistens gehen wir nach 22:00 ins Bett, dank unserer Klimaanlage ist die Temperatur mit etwa 20° im Wohnwagen gut auszuhalten.

Montag, den 21.06.2021

Kurz vor 7:30 sind wir heute Morgen aufgestanden, Meine Frau hat die morgentlichen Brötchen bei der Rezeption geholt, hier gibt es einen Verkaufsstand für die Frühstücksbrötchen welche von einem Kellner getätigt wird. Nachdem wir unsere Morgentoilette vollendet haben, steigen wir auf unsere Räder und fahren als erstes in Richtung Ortszentrum von Mitterlana. Danach fahren wir über den St. Agathaweg hinaus über die Apfelfelder bis zum Aichweg der von Oberlana her führt, wo wir dann die Straße und einen kleinen Fluß mit dem für uns ungewöhnlichen Namen Falschauer überqueren. Dieser Fluß führt sehr viel Wasser und hat eine sehr starke Strömung, wir fahren am rechtseitigen Ufer entlang. Bei der Gewerbezone Lana wird der Fluß plötzlich zu einem Biotop. Sein Wasser läuft jetzt über eine längere Strecke durch eine bewaldete Flußlandschaft, einfach wunderschön.

Als nächstes müssen wir jetzt eine stark befahrene Haupstraße überqueren. An einem Überweg probieren wir unser Glück, ein LKW-Fahrer zeigt uns noch den Vogel. Andere haben mehr Verständnis und lassen uns über die Straße gehen. Wenig später müssen wir noch die Schnellstraße überqueren, an einer Engstelle direkt an der Verkehrs-reichen Fahrbahnkreuzung werden wir noch von einem weiteren Ehepaar fahrlässig überholt. Manche Verkehrs-Rowdies sind jetzt auch mit dem E-Bikes unterwegs, wir schütteln nur mit dem Kopf. Wir überqueren auch die Schnellstraße SS38 und anschließend die Etsch, wenig weiter fahren wir am Obi-Markt von Meran vorbei. Hier kommen wir wieder auf den Fahrradweg der von Bozen hier nach Meran führt. Wir folgen für ein paar Kilometer diesem Weg, bis er später einmal abzweigt. Hier drehen wir wieder um, und fahren die umgekehrte Strecke bis hinunter zur Abzweigung Lana-Süd-bzw. Poststall wo wir mit dem Caravan herein gefahren sind. Jetzt radeln wir weiter bis zur Hl. Kreuz Kirche wo wir wieder enttäuscht umdrehen, hier ist von Zentrum nichts zu spüren. Die letzten Kilometer mußten wir über die verkehrsreiche Hauptstraße (A.-Hofer-Strasse) fahren.
Kurz vor Mittag sind wir wieder am Platz angekommen, nachdem wir unsere Räder abgestellt haben, sind wir zurück zur Rezeption gegangen,um uns einen Becher Eis zu kaufen. Wir setzen uns dafür auf die Sitzbänke beim Pool und geniesen das aus-gezeichnete Eis, das gar nicht mal so teuer ist im Gegensatz zu anderen Sachen hier am Platz. Danach gehen wir zum Stellplatz zurück und trinken ein Radlerbier und geniesen die Ruhe und die warme Sonne. Gegen 15:00 gehen wir noch zum Pool um eine Runde zu schwimmen. Der Pool ist sehr schön angelegt, nicht allzu groß, laut der Tafel am Eingang für über 80 Gäste frei gegeben (Corona). Im Vergleich zum etwa gleich großen Schwimmbad auf der Seiser Alm mit seinen 14 Personen halte ich das hier für übertrieben. Neben dem Schwimmbecken gibt es noch eine kleine Liegewiese, wo man im Schatten liegen kann. Um 16:00 sind wir schon wieder auf unserem Platz zurück um eine Tasse Kaffee zu trinken.

Zum Abendessen wird heute noch gegrillt, hoffentlich hat meine Gattin dieses mal nicht so große Portionen vorbereitet wie in früheren Zeiten.

Gegen 22:00 machen wir uns Bettfertig und gehen ein letztes Mal für heute ins Waschhaus. Ich persöhnlich ziehe das „Tiiamo“ den anderen Waschhäusern vor. So vergeht auch dieser schöne Tag.

Dienstag, den 22.06.2021

Kurz nach 7:30 sind wir heute Morgen aufgestanden, die Brötchen habe ich heute im Zentral-gebäude geholt, während mein Gattin das Frühstück bereitet. Wir essen ja nicht allzuviel, es gibt verschiedene Marmeladen und Honig, weiter Käse in Scheiben und Schinken, manchmal auch ein gekochtes Ei. Das reicht uns zum Frühstück und für die nächste Zeit. Kurz nach 10:00 machen wir uns fertig für die heutige Fahrradtour. Wir verlassen den Campingplatz auf dem selben Weg wie immer. Zu Beginn haben wir das Problem einen bestimmten Weg oder eine Gasse zu finden, der Ortsplan von Lana lässt schon zu wünschen übrig. Nachdem das Problem gelöst ist fahren wir über die Sonnenstraße und den Brandisweg nach Niederlana. Hier steht eine kleine Kirche mit einem bekannten Altar (Schnatterpeck-Altar). Wir fahren jetzt weiter über die Lahnstraße und verlassen den Ort in südlicher Richtung. Überall gibt es hier Obstbauernhöfe und es gibt riesige Apfelbaumfelder soweit das Auge reicht. Wir fahren mit den Rädern bis zu einer Abzweigung die zum Nachbarort Gargazon führt, wo wir dann umdrehen.

Wieder in Niederlana angekommen geht unser Weg wieder an der Kirche vorbei zum Obstbaumuseum und weiter zum Brandis-Waalweg, den können wir aber nicht mit unseren Fahrrädern befahren. Wir drehen um und fahren jetzt in Richtung dem St. Margarethenweg mit der kleinen Kapelle gleichen Namens. Auf dem kurzen Bergweg haben unsere Räder schon schwer zu kämpfen, wir fahren hier fast neben dem Brandis-Waalweg. Hier oben am Margarethenweg haben wir eine wunderbare Aussicht auf den Ort und das umliegende Etsch-Tal.

Weiter geht es jetzt zum Kloster Lanegg und über die Kapuzinerstrasse sind wir jetzt im Ortsteil Oberlana angekommen. An der Hl.-Kreuz-Kirche vorbei fahren wir auf der Hauptstraße (Maria-Hilf-Strasse) bis fast zum Ortsende von Lana. Hier stehen wir an dem Bach oder Fluß die Falschauer, wo in zwei Kilometer Entfernung daraus ein reißender Fluß geworden ist. Etwas weiter in die Berge hinein soll die Gaulschlucht sein mit einem kleinen Wasserfall. Hinter der Brücke ist der Zugang in die Schlucht, wir fahren ganz langsam auf dem Fußgängerweg weiter. Von Zeit zu Zeit begegnen uns Spaziergänger die den Weg schon wieder zurück gehen. Wir kommen an der Gaulwiese vorbei, hier ist im Spätfrühling der Austragungsort des Open Air Gaul ein Musik-festival, weiterhin dient sie dann als Kulisse für die Freilichtspiele in Lana, und im Winter ist hier der Eislaufplatz und sogar mit einer Tribüne zu finden. Kurz darauf geht es durch einen kleinen Tunnel. Im weiteren Verlauf wird die Schlucht immer enger, man kommt an einem kleinen Wasserfall vorbei. Hier stehen einige Urlauber mit ihren Kleinkindern, wir sehen zum ersten Mal E-Bikes für Kinder. Dann geht es weiter über einen gut gesicherten Pfad, man überquert mehrere Brücken und erreicht wenig später das Ende der Schlucht beziehungsweise das Ende des Wanderweges wo sich ein weiterer Wasserfall befindet.

Wir gehen bzw. fahren wieder zurück, wieder in Lana angekommen. Überqueren wir die verkehrsreiche Hauptstraße und biegen gleich darauf in so eine Art Fußgängerzone die sich „Am Gries“ nennt hinunter. Wir fahren ein paar hundert Meter bis wir ein nettes Cafe finden, wo wir einen Aperol trinken. Hier verweilen wir eine dreiviertel Stunde bis wir das Oberdorf wieder verlassen und über Mittel-Lana zurück zu unserem Campingplatz fahren. Unsere Fahrradtour heute dauert ca. 3 Stunden und 13 Kilometer lang, es ist mittlererweile 13:00 geworden als wir den Platz erreichen.
Die Temperatur liegt jetzt bei ca. 31°, drinnen im Wohnwagen ist sie bei 35°. Bevor wir zum Pool gehen machen wir noch eine kurze Mittagspause mit Käse und Salami und einer Flasche Radlerbier. Gestern hatten wir Badeliegen direkt am Pool mit einem Sonnenschirm dazwischen, und als wir aus dem Wasser kamen mußten wir unsere Liegen nur etwas in die Sonne rutschen. So waren wir im Nu wieder trocken.

Heute waren nur in der kleinen Liegewiese noch ein paar freie Plätze zur Verfügung und der Himmel war jetzt schon leicht bewölkt, So trockneten unsere Badesachen kaum noch als wir aus dem Wasser kamen. Gleich neben der Liegewiese befindet sich die Garage in der das Auto des jungen Platzchefs abgestellt ist. Er leistet sich einen Porsche Carrera 4 S, das seinen Gästen zu Präsentieren halte ich etwas für etwas übertrieben und unüberlegt.

Mittwoch, den 23.06.2021

Wie meistens stehen wir gegen halb Acht Uhr auf und nach unserem morgentlichen Toilletten-besuch gibt es erstmal ein Frühstück, die Brötchen holen wir bei der Rezeption. Die Temperatur liegt heute bei etwa 22-23°. Gegen 10:00 machen wir uns fertig zu unserer nächsten Fahrradtour, die Nachbarn von gegenüber starten auch gerade zu ihrer Wanderung auf irgend welche Höhen. Sie sind fast jeden Tag hier in den Bergen unterwegs, wo sie sich offensichtlich gut auskennen. Das ist nicht unser Metier, wir kennen uns hier nicht aus und besitzen auch nicht die körperliche Kondition der beiden. So bleiben wir bei unseren Rädern und versuchen jeden Tag eine andere Fahrradtour zu machen.
Heute fahren wir wieder über den St.Agatha-Weg in Richtung dem Fluß Falschauer zu, der auch heute sehr viel Wasser führt und dementsprechend eine große Strömung hat. An einer Fußgängerbrücke überqueren wir den Fluß und fahren durch die Apfel-plantagen weiter dem Örtchen Tscherms zu. Bei der Kirche geht der Fahrradweg weiter Richtung Marlingo. Wir folgen diesem Weg (Dr.-J.-Garberstrasse) und kommen am Ortsende wieder auf die Hauptstraße zurück. Fast gegenüber geht ein Weg (Feldweg) steil nach oben und mündet dort in die Baslingerstrasse. Hier am Ende dieser Straße befindet sich das Schloß Baslan. Hier befindet sich ein Pferdegestüt das Haflinger züchtet, leider ist es für Besucher gesperrt. Wir fahren also ein paar Meter weiter in eine Strasse die sich Mühlenweg nennt. Dort finden wir zwei Häuser das erste hat eine wunderschöne Hofeinfahrt, und das zweite Haus hat an allen Fenstern und Balkonen sowie in der Einfahrt einen wunderbaren Blumenschmuck. Wir steigen ab um ein paar Bilder zu machen, auch die Aussicht von hier ins Tal ist sehr schön. Dann fahren wir weiter den Berg hoch, am Schloß vorbei, wo sich ein paar Häuser anschließen und im hinteren Bereich des Schlosses ein Montessori-Kindergarten befindet. Wir fahren weiter die Lebenberger-Strasse hoch bis zum Bio-Bauernhof Obergluniger.

(Bio-Bauernhof Obergluniger, der hier Ferienapartments im historischen Haus am Hof und auch im neuen Haus am Lebenberg zur Gänze aus natürlichen Materialien gebaut und nach eben diesen Kriterien ausgestattet hat. Vom Außenpool und der Liegewiese hat man einen weiten Panoramablick von Meran bis Bozen und auf die umliegende Bergwelt )

Urprünglich wollten wir noch bis zum Castell Lebenberg hoch, aber der Weg zur Burg führt weiter steil nach oben, das wollten wir unseren kleinen E-Bikes nicht weiter antun. Wir fahren also wieder hinunter nach Tscherms und von dort weiter bis zum Fluß Falschauer der hier wild und reißend ist. Keine zwei Kilometer weiter Fluß abwärts, fließt er beschaulich durch eine Waldlandschaft.

(das Flüßchen Falschauer das in Östlicher Richtung in die Etsch mündet. Zuvor sieht man ein Wunderschönes Biotop, hier fließt der Fluß durch einen lichten Laub- und Buschwald mit zunehmenden Sumpfbereichen. Dieses Gebiet ist bis heute ein wichtiger Rastplatz und ein Paradies für die Wasservögel während ihrem alljährlichen Vogelzug).

Wir machen ein paar Bilder von dem schönen Biotop, das ein kleines bißchen an den Amazonas errinnert. Danach müssen wir jetzt die stark befahrene Haupstraße überqueren. Beim Überqueren haben wir heute mehr Glück und finden gnädige Auto und Lkw-Fahrer die uns über die Straße lassen. Gleich darauf müssen wir noch eine Ausfahrtstraße überqueren, dann geht es über Brücken die Schnellstraße SS38 und anschließend über die Etsch hinüber, ein wenig später fahren wir am Obi-Markt Meran vorbei. Hier kommen wir wieder auf den Fahrradweg der von Meran nach Bozen führt. Hier fahren wir wieder ein paar Kilometer, gesäumt auf der rechten Seite von der Etsch und links sind die Schienen der Südtirolbahn, wo Zeitweise ein reger Zugverkehr herrscht. In Burgstall verlassen wir den Radweg und fahren in Richtung unserem Campingplatz Schlosshof. Hier angekommen haben wir doch heute ca. 17 Kilometer inclusive diverser Bergstrecken hinter uns gebracht. Im Schatten unseres Sonnen-Vordaches gibt es zuerst eine kleine Brotzeit, bevor wir zur Liegewiese am Pool gehen. Als erstes gehen wir ins Wasser das eine angenehme Temperatur hat. Außerhalb der Happy Your Zeit setzen wir uns auf die Terrasse vom Restaurant und bestellen einen Eiskaffee, meine Gattin hat Bedürfnisse nach einem „Aperol Spritz“ der offensichtlich gut mundet.

Heute zum Abendessen gibt es Putengeschnetzeltes mit Nudeln und Sahnesouce am Wohnwagen, dazu ein Glas Weizenbier und Wein für die Dame. Um18:45 kommt plötzlich ein sehr starker Wind auf, die meisten Caravaner in unserer Straße ziehen gleich eine Sturmbepannung an ihre Markisen auf. Kurz darauf fing es heftig an zu Regnen, dazu muß man sagen, wenn es hier in Südtirol regnet, dann aber anständig, (nach unserer Erfahrung vom letzten Jahr im Passeier Tal). Nach einer knappen Stunde war aber alles vobei und der Himmel wieder blau. Unser Schweizer Nachbar am Stellplatz vor uns hat aus lauter Sorge seine Markise eingerollt, jetzt muß er sie halt wieder frisch aufbauen.

Donnerstag, den 24.06.2021

Guten Morgen, es ist ca. 7:45 als wir aus den Federn hüpfen, die Temperatur liegt schon bei etwa 22°, und wir haben einen strahlend blauen Himmel. Nach dem gestrigen Unwetter das uns gestern für eine Stunde besucht hat, sind wir leicht verwundert. Ich gehe in die Rezeption um ein paar Brötchen für unser Frühstück zu holen. Danach gehe ich noch ins Waschhaus, wo vom Campingplatz ein Tagesprogramm bzw. Unter-nehmungen, sowie Vorschläge für das Abendliche Menü abgedruckt sind und in einem Fach abgelegt sind. Auch die Zeiten für die tägliche „Happy Hour“ und das für heute angebotene Getränk steht auf dem Din A4 Blatt Papier.

Nach unserem Frühstück wird noch kurz Überlegt, wo wir denn heute mit dem E-Bike hinfahren können. Vom Campingplatz haben wir bei der Ankunft einen Prospekt bekommen, worauf das Raffeiner Orchideenhaus bei Gargazon beschrieben steht. Hier soll es auch Gebirgsloris, Koi-karpfen und Schmetterlinge zum anschauen geben. Gegen 10:00 steigen wir auf unsere Räder und fahren auf dem Radwanderweg an der Etsch entlang Richtung Gargazon. Am dortigen Bahnhof verlassen wir den Radweg und fahren zum Ortszentrum, die Wegweiser zum Orchideenhaus führen uns wieder aus dem Ort heraus in Richtung Vilpian. Nach ca. 2 Kilometern haben wir die Raffeiner Orchideenwelt erreicht und stellen unsere Fahrräder am Parkplatz ab. Von außen schaut es wie eine Großgärtnerei aus. Zu dieser frühen Tageszeit sind kaum Autos da, so gehen wir in die große Eingangshalle. Meine Frau kauft die Eintrittskarten, so betreten wir den Erlebnisdschungel mit rund 10.000en tropischen Pflanzen, wir kommen als erstes an der Papageien-Voliere vorbei. Durch eine Sicherheitstüre betreten wir die Voliere. Außer uns ist noch eine Frau mit zwei kleinen Kinder in der Voliere, an einem kleinen Tisch befinden sich mehrere Becher mit Nektar mit denen man die Papageien-Loris anlocken kann. Wir nehmen uns zwei Becher in die Hand und schon sind mehrere der kleinen Racker auf einem Ast und schlappern genüßlich aus unserem Becher. Ganz mutige sitzen auch auf die Hand um hier ungestört zu fressen.

(Das errinnert mich an Guadeloupe in der Karibik, wo wir ebenfalls in einer Lori-Voliere die Papageien fütterten, einer nahm damals sogar auf meinem Strohhut Platz).

Danach gehen wir weiter durch den Dschungel, leider ist die Jahreszeit nicht ganz Ideal für unseren Besuch hier. So finden wir wenige gerade blühende Pflanzen vor. Auch Schmetterlinge sind ganz wenige unterwegs, ein schöner Falter sitzt auf einer Glasschale mit Obst. Nur leider faltet er seine Flügel kaum auf, so können wir leider seine Flügel nicht im offenen Zustand fotografieren.
In einer Aufzuchtstation können wir dann verschiedene Falter an der Wand/Decke hängen sehen, die sich erst vor kurzem entpuppt hatten. So konnten wir wenigstens ein paar verschiedene Schmetterlinge sehen.

(Wir haben schon öfters Schmetterlings-Gärten besucht, einmal in St.Maarten in der Karibik sowie auf Barbados. Die besten Bilder habe ich dagegen in der Heimat nämlich auf der Insel Mainau am Bodensee gemacht).

Es geht weiter durch den grünen Dschungel, eine Holzbrücke führt über einen kleinen Teich in dem Hunderte verschieden farbige Koi-Karpfen schwimmen. Sebstverständlich gibt es auch wunderschöne Blumen, aber auch Exemplare mit einer Blüten-Größe bis zu einem halben Quadratmeter. So etwas haben wir noch nie gesehen. Aber wir sind auch keine Fachleute, wir können nur die Schönheit der Pflanzen bewundern. Bevor wir die Halle verlassen, sehen wir in einem Teich noch jede Menge kleiner Schildkröten.

Wieder in der Vorhalle angekommen stehen hunderte von wunderschönen Orchideen in allen erdenklichen Farben und Formen. Diese riesige Auswahl an Orchideen haben wir noch nie gesehen. Sie werden alle hier zum Verkauf angeboten, zu einem durchaus akzeptablen Preis.

Eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot

Nach ca.1,5 Stunden machen wir uns wieder auf die Heimfahrt, schätzungsweise einen Kilometer von der Orchideenwelt entfernt sehe ich am Straßenrand ein paar schöne Blumen stehen. Es sind Malven die hier wachsen, ich halte an um sie noch zu fotographieren. Gleich daneben ist ein Grundstück mit einem Haus wo jetzt zwei Hunde bellen. Ich lasse mich nicht davon stören, wenig später kommt die Besitzerin des Hauses heraus und fängt gleich mit meiner Frau ein Gespräch an . Sie ist durchaus nett aber man merkt daß sie Unterhaltung benötigt.

Nach einer Viertelstunde der guten Unterhaltung fahren wir weiter bis zur Etsch, wo unser Radweg beginnt. Hier fahren wir bis nach Burgstall wo wir den Radweg wieder verlassen, es geht über die Etsch hinein nach Lana. Beim Eurospar-Supermarkt halten wir kurz an um einen Kuchen oder ähnliches zu kaufen, da die Bäckerei heute schon geschlossen hat. Gegen 14:15 sind wir wieder auf dem Campingplatz angekommen unsere heutige Route war ca. 22 Kilometer lang. Die Temperatur heute Nachmittag liegt bei etwa 28°.
Nach einer kleinen Pause am Stellplatz suchen wir den Poolanlage auf, um eine kleine Runde im Becken zu schwimmen, und danach auf die Liegewiese zu gehen. Unsere Nachbarn aus Görlitz sind mittlererweile auch schon wieder zurück, sie sind jeden Tag hier in den Bergen unterwegs. Die Happy-Hour-Cocktailzeit ist von 14:30 -17:00, wo es jeden Tag einen speziellen Cocktails zu einem etwas ermäßigten Preis gibt. Davon machen hier viele Gäste Gebrauch, manche liegen auch in den drei vorhandenen Liegeinseln auf einer separaten Terrasse und schlürfen ihre Getränke. Aber von diesen Gästen, die das „besondere“ lieben, lebt ja dieser Campingplatz. Zum Abendessen gibt es heute Putenfilet mit Bratkartoffeln, die ganz ausgezeichnet schmecken, danach muß ich zum Geschirr spülen ins „Waschhaus Grande Amor“ gehen was immer mein Part ist. Später machen wir eine Platzrunde über die verschiedenen Straßen des Platzes, leider sind es alles Einbahnstraßen, das heißt man muß in jeder Straße wieder umdrehen.

Hinter der kleinen Liegewiese befindet sich der Aufgang zu einer netten Dachterrasse, wo sich einige Liegen einem Himmelbett ähnlich befinden. Von hier hat man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge und die Umgebung. In nächster Nähe befindet sich das 4,5 Sterne Hotel Pfeiss mit einem etwas eigenwilligen Baustil. Direkt unter uns befinden sich die Premiumplätze (Premium-Plätze 120 – 130 qm) mit einem seperaten Waschhaus, hier stehen immer wieder mal riesige Reisemobile sei es von Phoenix, Concorde oder von Morelo, sowie große Tandem-Wohnwagen in den verschiedenen Marken.

Freitag, den 25.06.2021

Wie fast jeden Morgen stehen wir gegen 7:30 auf und nach dem Besuch des Waschhauses, wo ich die „Schlosshof`s tägliche Morgenpost für sie“ aus einer Ablage mitnehme. Hier ist die tägliche Wettervorschau mit den erwarteten Temperaturen zu sehen, ferner Tips für die heutige Tages-gestaltung. Und natürlich wenn ein Fußballspiel dieser Europa-Meisterschaft übertragen wird, haben die Gäste die Möglichkeit die Spiele in der Fernsehlounge oder aber auf der Terrasse bei einem Abendessen anzuschauen. Die heutige Temperatur liegt im Moment bei ca. 22-23°, es soll aber im Tagesverlauf die 28° nicht übersteigen, der Himmel bleibt aber weiterhin strahlendblau. Für heute Vormittag wollen wir nach dem Frühstück mit unseren Rädern nach Meran fahren. Wie meistens sind wir gegen 10:00 mit allem fertig und steigen auf unsere Räder. Wir sind ja Anfang der Woche schon einmal Richtung Meran gefahren, haben dann aber irgendwo kurz vor der Stadt wieder umgedreht. Heute wollen wir es wagen, es sind ja anscheinend nur 5 -6 Kilometer bis zum Stadtrand. Unser Weg führt uns nach Burgstall danach auf den Fahrradweg, der von Bozen nach Meran geht, immer an der Etsch entlang bis zu der Stelle wo wir letztes Mal umgedreht haben. Unser Weg führt weiter über eine kleine Brücke bis zu einem Kreisverkehr, wo wir neben einer Hauptstraße (Romstraße) fahren. Nach einem Kilometer haben wir den Ortsrand erreicht, im ersten Moment schauen wir recht dumm. Dann erkennen wir daß der Radweg nach links von der Haupstraße weg läuft. Es geht durch Wohngebiete, an einer alten Militärkaserne vorbei. Wir überqueren die Gampenstraße, kommen etwas später am Campingplatz LIVE Merano vorbei.
(Das neue LIVE Merano Camping**** hat am 14. September 2020 dort eröffnet, wo über Jahrzehnte der beliebte Campingplatz Merano stand).

Ich habe den Eindruck, wir fahren kreuz und quer durch die Stadt an den roten Fahrradweg-Schildern vorbei, bis wir nach langer Zeit endlich die Theaterbrücke erreichen, die hier über den Fluß Passer geht. Hier an der Passerpromenade stellen wir unsere Fahräder ab, und spazieren am Ufer entlang. Etwas später setzen wir uns auf die Außenterrasse vom Hotel Aurora (eines der besten Innenstadthotels von Meran, was wir aber nicht wußten). Die Terrasse war wunderschön und mit lauter Blumenkübeln voller Hortensien geschmückt. Wir bestellten etwas zum Trinken, ich meine ein Bier getrunken zu haben und meine Frau ein Bitter Lemon. So verbrachten wir eine lange Zeit hier und beobachten die Betriebsamkeit an der Promenade der Passer, die hier ein hübscher Gebirgsfluß geworden ist.

(Zu meinem 70. Geburtstag im letzten Jahr waren wir mit meiner ganzen Familie auf einem Campingplatz ein paar Kilometer weiter im Passeier Tal, direkt an der Passer).

Irgendwann gehen wir weiter, einige Meter Fluss aufwärts gehen wir über die Thermenbrücke, die mit einigen Rosenbögen geschmückt ist. Am Kurhaus von Meran vorbei und in die Fußgängerzone hinein. Hier drehen wir aber wieder um, und gehen zu unseren E-Bikes zurück. Wir wollen wieder zu unserem Campingplatz zurück, den gleichen Weg wie auf dem Hinweg außerhalb der Stadt am Milchhof Meran vorbei. Weiter zum Kreisverkehr, von hier aus läuft der Radweg schon wieder in Richtung Etsch bzw. Burgstall/Lana. Kurz vor 13:30 sind wir wieder am Schlosshof angekommen, unser heutiger Kilometerstand liegt bei 25 Kilometer.

Zum Fahrrad fahren wäre noch was zu sagen: Heute in Meran in einer 90° Kurve hat mich ein E-Bike -Fahrer mittleren Alters in der Kurve überholt, daß gleich seine Reifen in der Kurve gequietscht haben. Man muß sich hier nicht mehr wundern, wenn auch die E-Bike-Unfälle immer weiter steigen.

Wir sind später noch zum Pool gegangen um eine Runde zu Schwimmen, später haben wir bei der Rezeption noch ein Eis geholt, das hier ganz ausgezeichnet schmeckt. Die Temperatur liegt immer noch bei etwa 28°.
Ab 17:00 kommt ein starker Wind auf, rings um uns auf den Bergen ziehen Gewitter auf. Immer wieder blitzt es am Himmel, aber wir werden von einem weiteren Regenguß verschont. Den starken Wind erleben wir die nächsten Tage immer wieder, aber es bleibt immer trocken. Heute Abend gibt es Leberkäse mit Spiegelei und Erbsen, den Späteren Abend beschließen wir heute mit Sangria für mich, meine Frau genießt wie meistens am Abend einen Rotwein.

Samstag, den 26.06.2021

Guten Morgen es ist jetzt kurz nach halb Acht als wir aufstehen, der Himmel zeigt sich herrlich Blau und die morgentliche Temperatur hat schon 23° erreicht. Heute beginnt das Wochenende, wie immer holen wir unsere Brötchen direkt neben der Rezeption wo ein Brötchenstand mit frischen Backwaren aufgestellt ist. Bedient werden wir meist von einem emsigen jungen Kellner.

Als erstes sind noch Wartungsarbeiten rund um den Caravan zu tun. Die Toilettenkassette muß noch entleert werden und Frischwasser aufgefüllt für die Toilette sowie für die übrige Wasserversorgung des Wohnwagens. In der Kimik-Toilettenentleerung befindet sich ein Frischwasserschlauch zum Ausspülen der Kassette, leider ist er nur durch einen externen Wasserhahn gesperrt. Viele der Camper öffnen zuerst den Wasserhahn, so läuft das Wasser aus dem Schlauch erstmals durch den ganzen Raum. Viele wischen den Boden aber nicht einmal mehr auf, so daß der Raum meistens unter Wasser steht. Auch heute ist es so, daß einer meiner Vorgänger den Raum geflutet hat, so wische ich erstmals den Raum wieder etwas trocken. Nach Auskunft unserer Campingnachbarn von gegenüber gibt es in Mitter-Lana am Angerweg Samstags einen Bauernmarkt, den wollen wir uns anschauen, vielleicht finden wir ja etwas Leckeres zum Essen? (Südtiroler Schinken-Speck, Salamis, Geräucherte Kaminwurzen, Saucen & Antipasti. … oder…).

Gegen 10:00 fahren wir los. Um nicht auf der Hauptstrasse zu fahren, wähle ich einen anderen Weg, der uns aber nicht zum Zielort führt. Nach einer etwas längeren Anfahrt erreichen wir den Bauernmarkt. Wir sind enttäuscht, nur 2 bis 3 Verkaufstände sind hier aufgebaut. So fahren wir wieder weiter. Heute geht es durch den Kreuzwiesenweg (wir wollen jeden Tag andere Wege fahren). Unser Weg führt uns durch die großen Apfelbaumplantagen und sollte am Ende wieder am Flüßchen Falschauer enden. Wir fahren also durch die Felder, kommen an kleinen Obsthöfen vorbei, manche der Abzweigungen sind mit Schranken versperrt. Auf einem Teilstück des Weges werden wir von einer Bewässerungsanlage naß gespritzt. Unser Weg führt uns ins Niemands-land, obwohl unsere Karte einen Weg vorweist. Wir müssen nochmals durch die Bewässerungsanlage fahren, als wir nach Lana zurückkehren. Hier biegen wir über den uns schon bekannten St.-Agatha-Weg in Richtung dem Falschauer-Fluß ab.
Heute Morgen kam uns die Idee für den Abend eine Pizza zu essen. Nach einer Internet-Recherche haben wir eine gute Pizzeria hier im Ort gefunden. Sie befindet sich in der Meraner Strasse im Ortsteil Oberlana. Nach einem Anruf in der Pizzeria stellt sich sich heraus, daß sie keine Haus-belieferung machen. Nun wollen wir mit dem E-Bike den Weg zur Pizzeria erkunden, wir fahren bzw. schieben unsere Räder an der verkehrsreichen Max-Valiers-Strasse entlang. Am ersten Kreisverkehr in Oberlana fahren wir dann offensichtlich in die falsche Richtung, und finden deshalb die Pizzeria nicht. Dafür sehen wir unsere Platznachbarn auf der Meraner Straße an uns vorbei Radeln. Es herrscht ein ziemlicher starker Verkehr auf dieser Straße, so daß wir bei der nächsten Gelegenheit wieder auf Nebensträßlein wie der Tschermser Weg; den Lanaer Weg und später auf die Baslinger Straße und den Marlinger Weg ausweichen. Sie liegen alle oberhalb der Hauptstraße und man hat meistens einen schönen Ausblick aufs Tal bzw. die Apfel und Weinplantagen, sowie auf die Häuser und Orte auf den Hügeln.

Bei Marlengo kommen wir wieder auf die Hauptstraße herunter, und fahren hier an der Weinkellerei Burggräfler vorbei, dann noch ein paar hundert Meter bis wir dann wieder umdrehen. Zurück bis zum Ortseingang von Tscherms führt ein netter Radweg direkt an der Hauptstraße entlang, bis wir dann auf den Radweg auf der Dr. – Garber-Straße ausweichen. An der Kirche vorbei und dem Trojenweg führt unser Weg über die Apfelfelder zurück zur Falschauer und weiter über den St.Agathaweg zurück zum Campingplatz.
Hier machen wir als erstes eine kurze Brotzeit mit Leberkäse den wir noch von zu Hause mit-gebracht haben, dazu zum Trinken noch ein Radlerbier. Danach sind wir noch zum Pool gegangen um eine Runde zu schwimmen, und auf der Liegewiese etwas zu entspannen. So gegen 15:45 sind wir zum Kaffee trinken zum Caravan zurück, vom Eurospar hier in Lana haben wir noch ein paar Nußschnecken übrig, die jetzt gute Dienste leisten. Zwischen 17:00 und 18:00 kommt wieder ein starker Wind auf, um uns herum auf den Bergen sind Gewitterstörungen mit Blitz und Donner. Aber wir bleiben von stärkeren Störungen verschont.
Zum Abendessen gibt es heute Panierte Schnitzel mit Kartoffelsalat, dazu ein oder zwei Weizen-bierchen für mich und etwas Wein für die Gattin. Danach muß ich noch zum Geschirr spülen ins Waschhaus Grande Amore, bevor wir unsere abendliche Platz-begehung machen. So gegen 22:30 nach unserer Abendtoillette geht es in die Koje, auf den anderen Stellplätzen in unserer Straße herrscht schon Ruhe.

Sonntag, den 27.06.2021

Wie meistens stehen wir um 7:45 auf, gestern Abend hat es noch angefangen zu Regnen und in der Nacht nochmals etwas stärker. Jetzt am Morgen, der Himmel ist Grau-Blau und die Sonne ist nicht zu sehen. Die erwarteten Tagestemperautren sollen bis 30° liegen, was jetzt im Moment völlig unwahrscheinlich scheint. Gestern haben wir in der Bäckerei Winkler hier am Ort einen schönen Rosinenzopf gekauft den wir zusammen mit den Brötchen vom Campingplatz zum Frühstück geniesen werden.

Für heute ist eventuell der Besuch der Gärten von Schloß Trautmannsdorf vorgesehen, da die Temperaturen für Montag oder Dienstag über 34° liegen sollen. Und man bei dieser Hitze kaum noch etwas unternehmen wird. Wir versuchen die Adresse vom Schloß in unser Navi einzuspeichern, was leider erfolglos blieb, es ist kaum zu glauben. Unser Auto und das Navi ist ein Vierteljahr alt, aber nicht in der Lage, hier in Meran eine bestimmte Straße zu finden. In den vergangenen 10 Jahren sind wir mit anderen Autos und deren Navis quer durch Südfrankreich und die Provence gefahren, und haben unser Ziel immer erreicht. Wir fahren also los, leider habe ich keine Aktuelle Landkarte dabei, wir müssen zweimal fragen weil das Navi uns ganz woanders hinschickt. Dann haben wir es gefunden, Glück oder Zufall?. Gegenüber vom Schloß befinden sich die Parkplätze, bei der Einfahrt ziehen wir ein Park-Billett das wir gleich bei der Eintrittskasse mit bezahlen müssen.

Über eine Brücke die über die SP8 führt betreten wir den Park. Wir wählen den Rundweg Waldgärten aus, es geht am Lorbeerwald und Liliengarten vorbei, ebenso sehen wir den Bambuswald mit verschieden großen Bambusarten. Über eine kleine Brücke kommen wir am Wasserfall vorbei.

Etwas weiter oben betreten wir den Japanischen Garten und gehen am Bachlauf entlang. Wir kommen an wunderschönen Blumenbeeten vorbei, Bougainvilleas, Strelitzien und vieles andere. Da der Garten mit seinen 12 Hektar größtenteils am Berghang angelegt, gibt es viele steile Wege nach oben. Immer wieder sehen wir Schilder die 20 oder 26 Prozent Steigung anzeigen, und dazu ein Verbot für Kinder-wagen und Rollstühle auf diesen Wegen, was sicher sinnvoll ist.

Irgenwann haben wir den Palmenstrand erreicht, auch von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf Teile von Meran und die umliegende Bergwelt. Der Palmenstrand selber ist eine Enttäuschung für mich, ein paar mickrige kleine Palmen, eine größere Fläche mit Sand aufgeschüttet und einige Liegestühle, das ist alles. Wir gehen weiter und kommen jetzt zum höchsten Punkt der Gärten wo sich die Großraumvoliere befindet, in der sich Aras und Loris befinden sollen. Sie sitzen in 8 Meter Höhe und sind nur mit etwas Glück und viel Zeit zu fotografieren.

Gegenüber vom Eingang geht es hinaus zu einem schwindelerregendem, 15 Meter langem Steg hinaus ins Leere. Auf dieser Aussichtsplattform kann man den imposanten Ausblick auf die Gärten und das Meraner Becken und die umliegenden Berge genießen. Wir gehen jetzt wieder nach unten auf den weiteren Aussichtspunkt Matteo Thun’scher Gucker und den Garten für Verliebte verzichten wir.

Vorbei an wunderschön angelegten Beeten führt unser Weg weiter nach unten, wir erreichen das Restaurant Schloßgarten wo die meisten Tische belegt sind. Da wir aber nichts essen wollen, gehen wir weiter bis zur Sissy Terrasse, wo sich meine Gattin auf die Marmorbank zur Kaiserin Sissy setzt. Da diese offensichtlich nichts dagegen hat, mache ich ein Foto von den beiden. Die Terrasse ist sehr hübsch und mit Blumen-beeten und ein paar Palmen bepflanzt. Von hier hat man auch einen tollen Ausblick auf den Lotus und Seerosenteich.

Über den Rundweg Wasser- und Terrassengärten bewegen wir uns langsam nach unten. Wir kommen am Italienischen Garten und am Englischen Staudengarten sowie am Irrgarten vorbei und können ein paar wunderschöne Bilder dabei machen. Jetzt sind wir in der Sukkulenten-Halbwüste angekommen, wo übermannshohe Kakteen (Kakteen aus Afrika-Aloen und Nordamerika-Agaven) stehen, von denen wir natürlich auch ein paar Bilder machen.

Dann sind wir schon am Seerosenteich angekommen, gehen hier an der Seebühne vorbei. Im Palmencafe möchten wir noch einen Kaffee oder ähnliches trinken. Wir haben auch noch Glück, soeben wird ein Tisch für zwei Personen frei. Auf einem Schild vor der Tür steht, was für Kuchen heute angeboten werden. Der Kellner ist schnell zur Stelle und meine Frau bestellt für sich einen Kaffee und Tiramisu-Kuchen. Ich möchte eine Tasse Heiße Schokolade und dazu einen Kuchen aus Himbeersahne. Beide Kuchen und die Getränke sind ausgezeichnet, aber die Preise dazu lassen das auch erwarten.
Durch den Palmenwald und eine Treppe erreichen wir die obere Terrasse, wo sich wunderschöne Bougainvilleas-Sträucher befinden.

Wir gehen weiter über die Brücke und sind schon im Eingangs-Pavillion angekommen. Auf dem Parkplatz suchen wir unser Auto und fahren Richtung Ausgangs-Schranke. Ich schiebe das Parkbillett in den Automat, aber die Schranke öffnet sich nicht (beim bezahlen des Eintrittes wurde Automatisch die Parkgebühr dazu berechnet). Wir fahren wieder zurück und parken in nächster Nähe der Schranke. Was tun, wir gehen wieder hinauf zur Kasse und erzählen unser Mißgeschick. Die Zuständige Dame sagt uns, wenn wir an der Schranke sind, sollen wir eine schwarze Taste drücken, sie würden dann die Schranke manuell von der Kasse her öffnen. Nachdem die Schranke geöffnet war und ich losfahren wollte, blockierte erstmal meine elektronische Handbremse die weitere Fahrt. Erst nach mehrmaligen Versuchen löste sie sich wieder, und wir können den Parkplatz endlich verlassen, und nach Lana zurückkehren. Wir versuchen jetzt nochmals die Pizzeria zu finden, die wir gestern vergeblich gesucht hatten. Die Pizzeria liegt in Oberlana an der Meraner Straße rechts vom Kreisverkehr (Google-Maps zeigt sie links vom Kreisel). Wir haben Glück und die Besitzerin sitzt mit ihrem Gatten draußen auf der Terrasse, so könnnen wir für heute Abend 18:30 einen Platz reservieren. Danach kehren wir zum Campingplatz zurück, um anschließend zum Pool zu gehen. Es ist immer noch sehr heiß ca.30° heute Nachmittag. Nachdem wir eine Runde im Schwimmbecken gemacht haben, holen wir uns noch ein Eis im Restaurant, was auch heute excellent schmeckt.
Um 18:15 fahren wir los zur Pizzeria Liesy, die Terrasse ist schon voll, aber unser Tisch wartet auf uns. Die Pizzen waren wirklich ausgezeichnet, die positiven Bewertungen im Internet die wir gelesen haben, sind wohl wahr. Hier verbringen wir gute eineinhalb Stunden, auch mit einem Gespräch mit der Kellnerin, die glaubt mich vor …. zig Jahren schon einmal gesehen zu haben.
Danach fahren wir wieder zum Campingplatz zurück. Den restlichen Abend verbringen vor dem Caravan bei Sangria und einer Flasche Rotwein. Wie meistens gehen wir gegen 22:30 ins Waschhaus und danach ins Bett. Bei unseren Nachbarn in der Straße ist es schon lange dunkel.

Montag, den 28.06.2021

Auch heute Morgen stehen wir um 7:45 auf, der Himmel ist so blau wie die ganzen Tage davor. Nach dem Besuch im Waschhaus nehme ich noch die tägliche Morgenpost vom Schlosshof mit. Anschließend hole ich noch ein paar Brötchen nahe der Rezeption. So steht unserem Frühstück nichts mehr im Weg. Wir haben noch vom Samstag etwas Rosinenzopf übrig, der ganz toll zu unserem heutigen Frühstück passt. Durch Zufall sieht meine Frau an der vorderen linken Radfelge eine Beschädigung, die wir uns wohl gestern Mittag auf dem Parkplatz vom Schloß Trautmannsdorf beim Rückwärts rangieren, zugezogen haben. (Das sind wohl die Nachteile eines Niederquerschnittreifens).
Um 10:00 fahren wir dann wieder los Richtung Süden über die Sonnenstrasse nach Niederlana an der dortigen Kirche (mit dem Schnatterpeck Altar)vorbei, weiter zur Weinstraße, die bis Gargazon führen würde. Auf der rechten Seite geht eine Strasse ab, die zum Golfplatz bzw. Richtung Schloß Leonburg führt, und kurz vor dem Schloß den Brandisweg kreuzt. Wir folgen dem neuen Weg an den Wiesen des Golfplatzes vorbei, wo einige Leute spielen. Am Beginn des Waldes liegt ein kleines Biotop (kein Vergleich zum wunderschönen Biotop /Falschauer bei der Gewerbezone, das wir mehrmals gesehen haben), wir fahren weiter bis zur Abzweigung, die zum Schloß Leonburg weitergeht. Auf der linken Seite ist wohl ein kleiner Obsthof, wo kein Durchkommen möglich ist. Jetzt drehen wir wieder um bis zur Weinstrasse und fahren Richtung Gargazon. Es geht einige Kilometer weit durch die riesigen Apfelplantagen, dann endlich ist die Abzweigung nach Gargazon da.

Die endlos weiten Apfelplantagen

Wir überqueren die Schnell-Strasse und gleich darauf die Etsch, um auf dieser Seite des Flusses auf dem Radweg zurück nach Burgstall/Lana zu fahren. In Burgstall angekommen wollten wir in ein Lokal / Cafe gehen um eine Kleinigkeit zu trinken, es war aber kein geöffnetes Lokal zu finden. Auf dem Rückweg durch die Bahnhofstrasse kamen wir an einem Lokal vorbei das uns die Campingnachbarn empfohlen haben. Es war gerade Mittags-zeit und viele Arbeiter aus der Umgebung waren zum Essen hier. Wir hätten bestimmt noch an einem Tisch Platz gefunden, aber im Moment war es uns hier zu schmuddelig (Mittagspause ?) So fuhren wir wieder weiter. Lana hat noch einen zweiten Campingplatz, den wollen wir nochmal schnell besuchen, und fahren den Feldgatterweg hinein. Nach ein paar hundert Meter sind wir am Eingang vom Camping Arquin.

Da gerade Mittagspause ist, fahren wir mit dem Fahrrad hinein, nach der Rezeption ist auf der linken Seite ein kleiner Pool. Danach ein Waschhaus und dahinter schöne große Stellplätze, es war wenig los. Wenn ich diesen Campingplatz beurteilen müßte: große schöne Stellplätze für Caravans, aber wenig los und viel Ruhe, Ideal zum Ausruhen nach einer Radtour oder zum Wandern. Im Vorteil zu unserem Campingplatz hat er einen kleinen Shop.
Den Preis habe ich im Internet recherchiert. Die Stellplatzpreise liegen zwischen 41 und 53 €, ich muß zugeben es hat mich etwas erschüttert.

Von gestern Abend haben wir noch Reste der ausgezeichneten Pizza übrig, die Wirtin hat sie uns in einen Pizzakarton eingepackt. Früher wäre es uns nicht passiert, dass etwas auf dem Teller übrig bleibt, aber im fortgeschrittenen Alter ißt man anscheinend nicht mehr soviel. So sind die Reste als kleinen Mittags-Snack vorzüglich. Später gehen wir noch zum Pool und auf die schattige Liegewiese. Nochmals den Porsche des Platzchefs bewundern, den ein Mitarbeiter gerade aus der Garage fährt. Irgendwann sind wir zum Kaffee trinken an den Caravan, und danach wieder zum Pool zurück.
Heute Abend wird noch gegrillt, ich bereite unseren kleinen Gasgrill vor und stelle ihn an eine passende Stelle und fülle die Auffangschale mit Wasser. Als es dann soweit ist, geht der Gasbrenner nicht mehr an, es stellt sich im nach hinein heraus, die Gattin hat den Grill an eine andere Stelle gestellt. Und es ist Wasser übergeschwappt und am Brenner herunter gelaufen, was sie natürlich nicht zu gibt. Nach dem Trocknen des Grills geht die Gasflamme wieder an. Wie meistens gibt es Hähnchen und Putensteaks, von Schweinesteaks bin ich nicht begeistert. Dazu geschnittene Gurkenscheiben und gekochte Kartoffeln auch geschnittene Pilze legen wir auf den Grill. Nach dem Essen muß ich zum Geschirr spülen ins Waschhaus. Anschließend drehen wir eine Platzrunde durch die Straßen und bewundern im Premiumbereich noch die großen Wohnmobile. Bevor wir zu unserem Wohnwagen zurück kehren, kaufen wir uns noch ein Eis, das hier wirklich ausgezeichnet und auch preiswert ist.
Bis ca. 22:30 sitzen wir vor dem Caravan und geniesen den schönen Sommerabend. Die Tagestemperatur lag heute bei etwa 32°.

Dienstag, den 29.06.2021

Guten Morgen, heute ist unser letzter Urlaubstag hier in Südtirol, am frühen Morgen hat es nochmals stark Geregnet. Jetzt um 7:45 haben wir einen Mix aus blauen Himmel und viele Wolken. Die Wettervoraussage spricht heute von einer 70 Prozent Regen- wahrscheinlichkeit. Nach unserem Frühstück besprechen wir den heutigen Tag, wir wollen nochmals mit dem Fahrrad los fahren und im Laufe des Spätnachmittags unsere Markise und die Satellitenschüssel abbauen. Kurz nach 10:00 geht es dann los über die Bozener Strasse und den St. Agathaweg aus dem Ort hinaus. Den St.Agathaweg sind wir jetzt schon einige mal gefahren, er ist Verkehrsberuhigt und man ist gleich bei den ersten Apfelplantagen. Und anschließend ist man am rauschenden Bergbach dem Falschauer angekommen. Nach einem Foto überqueren wir den kleinen Fluß und fahren durch weitere Apfelplantagen nach Tscherms. Hier bei der Kirche wechseln wir auf die Dr.-J.-Garberstrasse bis wir wieder auf der Ortsverbindungsstraße (Gampenstrasse) ankommen. Von hier führt ein schöner Radweg an der Hauptstraße entlang bis nach Marling bzw. Meran. Wir kommen an der Carabinieristation von Tscherms vorbei, auf der linken Seite befinden sich immer wieder einzelne Häuser, Pensionen und Obsthöfe. Rechts dieser Strasse dagegen sind nur Apfelplantagen soweit das Auge reicht, nach Osten geht es bis zur Etsch und nach Süden mindestens bis nach Bozen oder mehr. Im Norden beginnt schon das Vinschgau mit weiteren Apfel-plantagen und dahinter die hohen Berge der Texelgruppe.

Kellerei Burggräfler in Marlengo

Am Ortsbeginn von Marlengo kommen wir an der Kellerei Burgggräfler vorbei wo excellente Weine hergestellt werden. Wir fahren weiter durch den kleinen Ort immer an der Hauptstrasse entlang, vor uns kommen Strassenarbeiter die einen Fußgängerweg markieren.

Nachdem wir einen Kreisverkehr überquert haben, kommen wir nach weiteren 400 Meter an eine Brücke, die über die Etsch und die Schnellstrasse führt. Dahinter befindet sich ein weiterer Kreisverkehr, der nach Meran führt, wir wissen jetzt aber nicht mehr weiter. Und es herrscht ein starker Auto und Lkw-Verkehr. Unter uns direkt am Ufer der Etsch sehen wir den Beginn des Radweges der nach Bozen geht, aber keine Zufahrt um den Weg zu erreichen. Also drehen wir wieder um, ohne nähere Orientierung möchte ich nicht weiterfahren. So fahren wir fast auf dem gleichen Weg wieder zurück, zu Beginn finden wir noch einen Radweg der an der Etsch entlang und danach ins Industriegelände führt. Von hier geht es wieder auf die Hauptstrasse zurück, die uns nach Tscherms und Lana auf unseren Campingplatz führt. Es war ein netter Ausflug, zwei Stunden waren wir unterwegs und unsere heutige Wegstrecke 17 Kilometer lang.
Am Platz angekommen machen wir zuerst eine Pause, danach spritzen wir kurz unsere Räder mit dem Wasserschlauch ab. Nachdem sie Trocken sind, klappen wir sie zusammen und stellen sie in den Kofferraum. Mit Bändern werden sie fest im Auto für die morgige Heimreise verzurrt. Anschließend rollen wir unsere Markise auf, gleich darauf fängt es kurz an zu Regnen. Von jetzt an regnet es immer wieder in kurzen Abständen, aber jeweils nur ein paar Minuten. Später gehen wir zur Rezeption um unsere Rechnung zu bezahlen und ein letztes Eis zu kaufen. 600 Euro möchte die Dame, ein stolzer Preis für die paar Tage, aber was solls, es war immer schönes Wetter. Später gehen wir nochmals zum Pool, aber es ist immer wieder stark bewölkt. Heute Abend gibt es eine Brotzeit mit Bratensülze, Fisch in der Dose, Schinken und Käse, dazu ein Weizenbier. Dann wie immer zum Geschirr spülen und anschließend einen Spaziergang über den Campingplatz. Um 22:00 geht es ins Bett. Das war unser letzter Urlaubstag hier in Südtirol.

Mittwoch, den 30.06.2021

Heute ist unsere Heimreise nach Deutschland, wir sind jetzt um 7:15 aufgestanden, haben kurz gefrühstückt. Danach unsere Morgentoilette gemacht, zum Abschluß habe ich unsere Toiletten-kassette ein letztes Mal entleert. Mit dem Mover fahre ich den Caravan auf die Straße und hänge ihn an unser Auto. Es ist 9:00 und wir sind fahrbereit, ein kurzes Verabschieden bei unseren Görlitzer Nachbarn und schon geht es los. Die Ausfahrt aus dem Campingplatz geht nach rechts in eine sehr schmale Einbahnstraße. Unsere Gespannlänge beträgt 12 Meter, ich habe mir schon in den vergangenen Tage überlegt, wie ich die Kurve zu nehmen habe um hier ohne große Probleme hinaus zu kommen.
Es hat nicht funktioniert, ich mußte nochmals mit dem Gespann zurück setzen, um einen weiteren Bogen zu fahren. Auch beim zweitenmal blieb es knapp, meine Frau wies mich ein, es waren nur wenige Zentmeter bis zu einer Mauer. Ich fahre jetzt schon fast 30 Jahre mit dem Caravan, aber so eine knappe Ausfahrt aus einem Campingplatz habe bisher nicht erlebt. Über die Ing.-Luis-Zuegg-Straße und die Bozner Straße verlassen wir Lana. Weil die Zufahrt über die SS38 gesperrt war, fahren wir durch Burgstall in Richtung Meran. Unser Navi war wieder nicht ansprechbar, so waren wir auf Verkehrsschilder bzw. Richtungsanzeigen angewiesen. Es klappte dann recht gut, wenig später fahren wir an der Brauerei Forst in Lagundo vorbei. Und schon sind wir im Vinschgau angekommen, es geht an Naturns vorbei. Gleich darauf passieren wir die Abfahrt zum Schnalstal und zum Schloss Juval von Reinhold Messmer dem bekannten Abenteurer und Extrembergsteiger (das Schloss ist der Wohnsitz und Museum für seine Tibetika-Sammlung). Es geht weiter an Kastellbell und Latsch vorbei, wo sich der Campingplatz Latsch mit seinem Hotel Vermoi befindet.

Auf diesem Platz waren wir mit unseren Kindern, einige Male auf dem Heimweg von der Toskana und dem Gardasee. Zuletzt im Jahr 2004 wo wir zu zweit unseren Urlaub am Gardasee verbracht haben.

Irgendwann sehen wir auf der linken Seite Prad am Fuß des Stilfser Jochs vorbei ziehen, mit seinen beiden Campingplätzen Kiefernhain und Sägemühle, auf beiden Plätzen waren wir schon vor über 20 Jahren zu Gast. So langsam kommen wir dem Reschen-Paß immer näher, wir passieren Schluderns und Males wo sich einige Straßenbaustellen befinden. Die Gegenfahrbahn wird wohl erneuert, wir denken nichts böse dabei. Bei der Auffahrt zum Reschen-Pass bzw. dem Reschensee kann man leider nicht mehr mit dem Caravan anhalten. Da kommt die Errinnerung wieder, früher war einfach alles schöner. Auf dem großen LKW-Parkplatz direkt an der Grenzstation halten wir kurz an und steigen aus dem Auto.

Hier sehe ich oh Schreck, unser Caravan ist an der Front und an der Seite mit vielen Teerflecken verschmutzt, auch das Auto ist auf der Fahrerseite im unteren Bereich mit Teerflecken übersät. Wir können nicht sagen wo das Passiert ist?.
Um 11:00 Mittags haben wir dann Nauders gleich vor dem Hochfinstermünz-Pass erreicht. Wir sind in Österreich angekommen, an der Örtlichen Tankstelle tanken wir nochmals unser Auto voll. Mit dieser Tankfüllung werden wir bis nach Hause kommen.
Anschließend geht es gleich weiter den Hochfinstermünzpass hinunter, das Inntal entlang der hier schon ein reißender Fluß geworden ist. Mittlererweile hat es angefangen zu regnen, ein passender Einstieg auf Zuhause. Wir kommen an Ried und Prutz vorbei, hier geht es hinauf über die Gletscherstraße die ganzjährig geöffnet ist, und bis auf 2.750 Meter führt ins Kaunertal. Aber wir wollen ja heim, unser Weg führt durch den Landecker Tunnel mit seinen fast sieben Kilometern Länge auf die Inntal-Autobahn. Die wir aber schon in Imst wieder verlassen um nach Norden zum Fernpaß und weiter bis zur Deutschen Grenze zu fahren. Der Fernpaß ist wieder Erwarten kein Hindernis für uns, der Verkehr ist rege aber gut zu bewältigen. So daß wir um 13:45 den Grenz-Tunnel bei Füssen durchfahren. Eine gute Stunde später sind wir in Ottobeuren angekommen. Wie meistens räumen wir unseren Wohnwagen gleich aus, so kommt die Wäsche gleich in den Keller zur Waschmaschiene. Und die Kühlsachen nach oben in den Kühl-schrank, die übrigen Sachen werden erstmals verstaut. Auch unsere E-Bikes kommen gleich aus dem Auto wie auch unsere Campingmöbel. Danach gibt es eine Tasse Kaffee, unsere Ankunftszeit war 14:45.

Fazit: Wir hatten schöne Tage in Südtirol, unser Aufenthalt auf der Seiser Alm war ein großes und schönes Erlebnis. Schade war nur, daß wir selber nicht in der Lage waren Fahrradtouren und Wanderungen in einem etwas größeren Stil zu machen. Unsere E-Bikes kamen hier gar nicht zum Einsatz, weil sie eigentlich nur City-Bikes sind, und nicht für Wege in den Bergen geeignet sind. Der zweite Teil unserer Reise fand in Lana einem kleinen Ort in der Nähe von Meran statt. Hier waren wir für 10 Tage Gast auf dem Luxury Camping Schlosshof.
Ich muß sagen, daß mich das Wort Luxury wahnsinnig stört, der Campingplatz ist nett, hat einen hübschen Pool und sehr schöne Waschräume, wobei Sanitärgebäude 2 eigentlich sehr klein ist. Die übrigen Leistungen auf dem Platz sind in meinen Augen ganz normal.
Wir haben eine schöne Zeit hier in Lana verbracht, sind jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, immer andere Wege. Unser Besuch in der Raffeiner Orchideenwelt war sehr nett, der Jahreszeitpunkt war wohl nicht ganz günstig (Blüte). Die Loris ließen sich von uns gerne füttern. Der Besuch auf Schloß Trautmannsdorf war schön, anstrengend durch die teilweise steilen Wege nach oben, wahrscheinlich sind wir auch ohne System durch die Gärten gegangen. Die Blumenvielfalt ist sehr groß, für einen Blumenkenner bestimmt ein Gedicht (ich gehöre nicht dazu). Sollten mich meine weiteren Campingreisen nicht mehr nach Südfrankreich/Provence führen, ist sicher auch Südtirol ein lohnendes Ziel.

Unsere Deutschlandtour – Juni 2020

Nach über 20 Jahren ist das in diesem Jahr der erste große Campingurlaub den wir wider Erwarten hier in Deutschland verbringen werden.

Bernkastel-Kues

Vorgeschichte:
Seit der Corona-Virus Anfang März bei uns in Deutschland zugeschlagen hat rückte unsere alljährliche Südfrankreich-Reise immer mehr in den Hintergrund. Und wir mußten uns mit dem Gedanken anfreunden, auf unser schönes Frankreich zu verzichten und Alternativen zu suchen. Bis in die erste Juni-Woche war überhaupt nicht klar, ob es dieses Jahr eine Camping-Reise gibt, und was für Voraussetzungen dafür notwendig waren. Wir hatten Anfang Mai drei Campingplätze in Deutschland ausgesucht und Telefonischen Kontakt mit Ihnen auf-genommen. Der erste Platz auf unser diesjährigen Campingtour war der Campingplatz Zell an der Mosel. Als nächstes wollten wir nach Hessen zum Campingplatz nach Naumburg fahren. Sie sagten uns aber wegen Überfüllung gleich ab, so daß wir nach einem Ersatzplatz schauen mußten. Ich suchte mir den Camping Teichmann am Edersee aus, der einen sehr guten Eindruck auf uns machte. Als dritten Campingplatz wählte ich den SüdseeCamp in der Lüneburger Heide aus. Wir waren vor über 20 Jahren zweimal in dieser großen Ferienanlage und ich wünschte mir schon lange ihn wieder einmal zu besuchen. Damals waren wir mit unseren Kindern hier, und es war einfach toll.

Montag, den 15.Juni 2020

Wir sind heute Morgen zu unserer normalen Frühstückszeit aufgestanden, es war etwa 7:15 als wir am Frühstückstisch sitzen. Heute beginnt unsere Urlaubsreise quer durch Deutschland.
Es gibt nur ein kurzes Frühstück, dann geht die Arbeit auch schon los. Unseren Caravan haben wir schon gestern Nachmittag auf den Parkplatz vor unserm Haus gebracht, unser Hausnachbar Zie… hat mit uns den Parkplatz getauscht. Vor Jahren hatten wir mal das Problem über eine Stunde zu benötigen, bis wir unseren Caravan endlich auf der Straße hatten. Unsere kleine Straße wird von Schülern und Lehrern der benachbarten Gesamtschule zum ungenierten Parken benutzt. Wenn dann noch ein Nachbar von gegenüber sein Auto irgendwie ungünstig parkt, ist die ganze Straße dicht.

Den Wohnwagen haben wir die vergangenen Tage schon größtenteils eingeräumt , so bleiben nur noch den Kühlschrank zu befüllen. Der seit gestern Morgen vorgekühlt wird, ebenso die Technischen Sachen wie unsere Fotoapparate, das Handy und Notebook sowie die Reiseunterlagen müssen noch ins Auto bzw. in den Wohnwagen gebracht werden. Als nächstes montiere ich noch die Caravanspiegel an unseren Audi Q5, hier muß ich sehr sorgfältig sein. Letztes Jahr ist mir der rechte Spiegel während der Fahrt einfach herunter gefallen. Jetzt sind wir auch schon fertig zur Abfahrt. Den Caravan mit dem Mover (Elektroantrieb) aus der Parklücke auf die Straße fahren und an den Audi anhängen. Dann kann es auch schon los gehen.

Um 12:47 verlassen wir die Bergstraße in Ottobeuren und fahren zum Autobahn-zubringer in Memmingen Süd. Von unseren Nachbarn ist heute nicht zu sehen,Theo und Rita sind anscheinend in Salzburg und Susi und Gerhard irgendwo in den Bergen. Es läuft alles gut und der Verkehr auch mit den LKWs hält sich in Grenzen. Als erste Raststätte habe ich mir Rothensteig Nord ausgesucht, das Pech war nur, die Raststätte ist gleich im Anschluß an das Autobahnkreuz Crailsheim. Mit anderen Worten, ich habe sie nicht gesehen und bin einfach durchgefahren. Aber ein paar Kilometer kommt schon ein weiterer Rastplatz den wir nun ansteuern. Es ist Reusenberg Nord ein einfacher Parkplatz aber mit einem Toillettenhaus, die Zeit es ist mittlererweile15:26 geworden. Hier verbringen wir eine gute Stunde bei Kaffee und ein paar belegten Broten, das Wetter ist nicht gerade gut aber meistens doch trocken. Unser Übernachtungsziel heute ist der 24 ARAL Autohof in Bad Rappenau den wir bald erreichen werden. Seit einigen Jahren sind wir dazu übergegangen aus Sicherheits-gründen nicht mehr an den gewöhnlichen Autobahn-Raststätten zu übernachten. Im Internet wurde dieser Autohof empfohlen. Wir kommen an Heilbronn und Neckarsulm wo sich ein großes Audi-Werk befindet vorbei. Dann um 17:30 haben wir Bad Rappenau erreicht, es gibt hier zwei Autohöfe vor Ort. Nach der Autobahnausfahrt hätten wir dann nach Rechts fahren müssen, aber hier war ein Baustellenschild zu sehen, also fahren wir nach Links in ein weiteres Industriezentrum. Was natürlich falsch war, zum Schluß mußten wir bis zur Abfahrt in Heilbronn zurück fahren. Aber irgendwie haben wir unser heutiges Ziel doch noch erreicht, nur eben 35 Minuten später.


Der Autohof war leider eine große Enttäuschung für uns, er war sehr klein, Platz für etwa 15 LKWs, und es sind keine Caravans oder Wohnmobile zu sehen. Wir melden uns in der Tankstelle an und können einen Parkplatz belegen. Das Essen das hier angeboten wird ist leider nur Bistro tauglich. Darauf können wir gut verzichten, es gibt also heute eine Brotzeit im Wohnwagen. Das soll ja nicht schlecht sein, wir haben alles nötige dabei, von Wurst, Käse und Hering in Tomatensoße (was wir sehr gern im Urlaub essen). Auch eine Bratensülze gibt es heute Abend, dazu ein bis zwei Gläser Weizenbier und für die Gattin eine Radler. Nach unserem Essen machen wir noch eine Spazierrunde über den kleinen Rastplatz und über das angrenzende Industriegelände.

Dienstag, den 16. Juni 2020

Kurz nach 6:30 stehen wir auf, geschlafen haben wir gut im Caravan und auch die Nacht am Platz war sehr ruhig. Nur leider hat es immer wieder mal geregnet. Nach einem guten Frühstück und einer Tasse Kaffee brechen wir auf. Zuerst drehe ich die Stützen vom Caravan mit dem Accuschrauber hoch, dann kann es schon los gehen. Es ist jetzt 8:30 geworden. Kurze Zeit darauf fahren wir am Flugzeug-Museum in Sinsheim vorbei. Es regnet leider immer wieder mal. Als Nächstes kommt jetzt das Autobahn-kreuz Walldorf und gleich darauf das Kreuz am Hockenheim wo wir anschließend den Rhein überqueren. Wir sind jetzt auf der A61 die uns weiterführen wird bis nach Bingen oder Koblenz.
Nach unserer Rheinüberquerung fahren wir an Ludwigshafen und Mannheim vorbei, kurz vor Alzey machen wir noch eine kleine Pinkelpause. Es ist mittlererweile 10:45 als wir auf der Raststätte Hunsrück Ost unsere letzte Pause vor unserm Endziel an der Mosel machen. Hier bleiben wir aber nur etwa 20 Minuten, bevor es weitergeht. Während wir Pause machen sehen wir einem kleinen LKW-Stau auf der daneben-liegenden Autobahn, wir kommen danach aber wieder gut aus dem Rastplatz hinaus. Schon wenige Kilometer weiter verlassen wir dann die Autobahn 61 und fahren über die B50 bis nach Kirchberg und danach über die B421 bis nach Zell an der Mosel. Die letzten Kilometer bis zur Mosel waren recht interessant. Wir fuhren von der Hoch-ebene des Hunsrück ein/zwei Hundert Meter hinunter bis wir die Moselhöhe bzw. Zell erreicht haben.

Um 11:58 haben wir dann unseren Campingplatz in Zell erreicht, wir kommen also sogar noch vor der Mittagspause hinein und können unseren Stellplatz mit der Nummer 64 sofort beziehen.
Die Einfahrt in den Platz ist etwas eng für größere Wohnwagen, aber wir kommen gut durch und stellen unseren Caravan gleich auf. Es hat im Laufe des Vormittags noch einige Male geregnet, aber die letzten zwei Stunden ist es dann Trocken geblieben. Jetzt an der Mosel ist der Himmel immer noch bedeckt. Nach einer kleinen Brotzeit mit Käse und Schinken und dazu ein Radlerbier rollen wir jetzt unsere Markise aus. Gegen 16:00 kommt plötzlich die Sonne heraus, so sollte unser Urlaub beginnen. Unser Stellplatz ist gleich neben einem Seitenarm der Mosel und so können wir direkt am Fluß sitzen und das jetzt schöne Wetter genießen. Später gibt es noch Kaffee und einen Kuchen vom kleinen Campingshop. Beim Bestellen unseres Frühstücks für den nächsten Tag habe ich im Shop Streuseltaler mit Johannisbeeren gesehen. Das mag ich schon zu Hause sehr gern, somit ist die süße Beilage zum Kaffee schon gesichert.


Im Laufe des Nachmittags habe ich noch meine kleine Satellitenschüssel aufgestellt, konnte aber keinen Fernsehempfang feststellen. Die Südseite vom Campingplatz ist leider stark von großen Bäumen beschattet.
Zum Abendessen gibt es heute Krautschupfnudel, dazu zwei Weizenbier für mich und etwas Rotwein für meine Gattin. Die Sonne scheint bis in den Abend hinein und geht um 20:30 hinter den Bäumen unter. Wir genießen die Zeit und den Abend vor unserm Wohnwagen und etwa um halb Elf gehen wir ins Waschhaus bzw. im Anschluß in unser Bett.

Mittwoch, den 17. Juni 2020

Heute Morgen sind wir gegen halb Acht aufgestanden, geschlafen wir sehr gut, die Temperatur im Caravan war auch angenehm. Im Anschluß bin ich zur Rezeption gegangen um unsere bestellten Brezeln und Brötchen zu holen, während Hermine unseren Frühstückskaffee macht. Nach dem Frühstück machen wir uns erst einmal hübsch in dem wir das Waschhaus bzw. die Toillette besuchen. Gegen 10:00 Morgens holen wir unsere Klapp-Fahrräder aus dem Audi und bauen sie zusammen. Eine halbe Stunde später sind wir dann tatsächlich los gefahren, da es gegen 12:00 oder 14:00 schon wieder Regnen sollte. Unser Campingplatz befindet sich im Ortsteil Zell-Kaimt und wir fahren mit unseren E-Bikes eine Fußgängerbrücke über die Mosel in die Altstadt von Zell. Hier suchen wir das Verkehrsbüro der Kleinstadt auf, um eine Radkarte von Zell und seiner Umgebung zu finden. Leider sind wir erfolglos, es gibt hier nur große Karten zum Kaufen, die von Luxemburg bis nach Koblenz gehen. Wir wollen ja nur kurze Touren mit unseren kleinen 20“ Fahrrädern machen. Danach schauen wir uns noch kurz das Zentrum der Altstadt an bevor wir weiterfahren.

Es geht jetzt Richtung Westen, wir überqueren den Kreisverkehr der B421 auf der wir gestern mit dem Auto gekommen sind. Hier beginnt ein Radweg der uns zum nächsten Weinort Briedel und weiter führen soll. Wir fahren also von der Kreisstraße hinunter zum Radweg der hier ganz nah an der Mosel entlang führt. Es ist ein Naturweg der teilweise auch leicht geschottert und vom Regen der vergangenen Tage sehr naß war. Auf jeden Fall war es sehr eng, wenn uns ein Radler entgegen kam und man auch teilweise absteigen sollte oder mußte. Nach einem Kilometer drehten wir wieder um, wir fahren mittlererweile durch ein Waldstück, hier ist es sehr Schattig und Nass. Wir fahren also zurück bis zur großen Moselbrücke, die wir überqueren und an der Kaimter Seite wieder zum Moselufer hinunterfahren. Hier fahren wir wieder direkt an der Mosel entlang, werden wenig später von einer Radfahrergruppe überholt. Rechter Hand ist ein größerer Wohnmobilstellplatz zu sehen, und bald darauf fahren wir am Sportzentrum mit Erlebnisbad Zeller Land vorbei. Einige Meter weiter ist auch dieser Radweg zu Ende, Die Radfahrergruppe vor uns, und auch wir drehen wieder um, die Radler-Gruppe fahren in Richtung Ortsteil Kaimt zurück.

Als wir wieder am Wohnmobilstellplatz vorbei kommen, hier geht eine kurze Straße die Anhöhe nach oben. Am oberen Straßenende sehen wir ein paar Radler stehen, wir fahren also hoch, sie stehen an einem Anzeigeschild und beratschlagen sich. Hier geht wiederum eine kleine Straße (es ist endlich der Radweg) ab, und wie wir sehen führt sie an den Weinfeldern etwas oberhalb der Mosel entlang. Auf diesem Weg fahren wir jetzt weiter, immer an den Weinfeldern und etwas später an den Weinbergen auf unserer rechten Seite vorbei. Unser Weg führt uns jetzt direkt an der Mosel entlang und auf der anderen Seite des Flußes sehen wir den kleinen Weinort Briedel. Wir fahren immer noch weiter an den Weinbergen entlang, bis sich der Weg (Fahrweg für die Weinbauern zu ihren Feldern) wieder teilt. Vor uns hoch auf einem Bergrücken sehen wir die Marienburg stehen. Wir entschließen uns in diese Richtung, auf die noch sanfte Anhöhe zu fahren. Oben angekommen führt eine Straße auf der anderen Seite des Berges wieder ins Tal zurück bzw. die andere Seite der Moselschleife. Wir fahren aber weiter in Richtung Burg, kommen an einem Parkplatz wo ein paar Auto parken vorbei. Von hier geht es plötzlich steil den Berg nach oben, ein paar Meter schaffen wir noch mit unseren E-Bikes. Dann ist auf einmal Schluß, wir müssen Schieben. Nach uns kommen noch weitere E-Biker mit ihren großen E-Montainbikes auch sie müssen jetzt schieben. So geht es noch ein paar hundert Meter hoch bis zur Marienburg. Oben angekommen haben wir einen weiten und tollen Ausblick auf die Mosel, und auf die Weinberge umher. Ein paar Kilometer weiter ist das Pündericher Eisenbahnviadukt zu sehen die gleich im Anschluß durch einen Bergtunnel führt.

Die Marienburg ist eine ehemalige Burg aus dem 1. Jahrtausend, im Jahre 1146 wurde dann ein Augustinerinnenkloster gegründet. Das dann 350 Jahr später wieder aufgelöst wurde, und wieder eine Befestigung errichtet wurde. Heute befindet sich ein Gäste- und Tagungshaus, und die Jugend-bildungsstätte Marienburg in dem Gebäude.

Einen Blick in die kleine Kirche mache ich doch noch, sie schaut recht nett aus. Nach unserem kurzen Rundgang über das Plateau treten wir den Rückweg an. Die ersten paar hundert Meter schieben wir unsere Räder den Berg hinunter, weil es einfach zu gefährlich wäre, im Schuß hinunter zu fahren. Unten angekommen überlegen wir auf welchem Weg wir zum Campingpark in Zell zurück fahren. Kurz entschlossen fahren wir auf der anderen Bergseite hinunter und an der Anschlußstraße die stark befahren ist zum Ortsteil Barl-Zell wieder hoch. Der Weg von der Marienburg bis Ortsanfang von Barl zieht sich mit fast 3 Kilometern doch in die Länge. Der Ortsteil Barl selber ist nicht Schön, es ist größtenteils eine reine Industriesiedlung. Wir durchfahren den Ortsteil und fahren auf der anderen Seite die Serpentinenstraße wieder hinunter. Nun sind wir wieder im Ortsteil Kaimt angekommen und fahren an der Mosel entlang zum Campingplatz.

Um etwa 13:30 sind wir wieder am Platz angekommen, ca. 20 Kilometer sind wir jetzt gefahren auf teilweise schönen Radwegen, stark befahrenen Verkehrstraßen aber auch mit wunderschönen Aussichten auf die Mosel. Jetzt gibt es eine kleine Brotzeit am Platz, es sind noch vom Frühstück einige Brötchen übrig, danach essen wir noch eine Schüssel mit Obstsalat im Sonnenschein. Wir geniesen die warme Sonne und trinken um 15:30 am Moselufer unsere Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen. Zwischenzeitlich habe ich nochmals an meiner Satellitenanlage gearbeitet und sie frisch eingestellt, jetzt habe ich auch einen guten Empfang. Nach einem Suchlauf am Fernseher habe ich nun die meisten wichtigen Programme im Kasten. Es ist jetzt mittlererweile kurz vor 17:00 Uhr, und es regnet Intensiv, mal schauen was uns der restliche Tag noch bringen wird.
Im Moment ist es 20:00 vorbei und es regnet immer noch, wir werden den heutigen Abend wohl im Caravan vor dem Fernseher verbringen müssen. Und es regnet immer noch, auch nach dem wir schon ins Bett gegangen sind.

Donnerstag, den 18. Juni 2020

Es ist schon 8:15 vorbei als wir heute Morgen aufstehen, die Nacht war angenehm und ruhig und wir haben ausgezeichnet geschlafen. Als erstes hole ich in der Rezeption unsere bestellte Frühstückbrötchen. Dieses Mal haben wir Laugenstangen zu den Brötchen bestellt, die Brezeln waren gestern ziemlich Dunkel geraten. Hermine hat den Kaffee schon fertig gemacht, so daß wir gleich unser Frühstück geniesen konnten.

Danach machen wir einen kleinen Spaziergang über den Campingplatz, und verquatschen uns noch gleich bei vier anderen Campinggästen. Die Herren haben mich angeredet als ich am Dienstag meine Satellitenschüssel aufgestellt habe. Bei dem einen Campinggast der aus Verden in der Nähe von Bremen kommt, habe ich eine Klima-anlage die am Caravanfenster hängt, gesehen. Solch eine Klimaanlage habe ich noch nie gesehen, der Verdener ist auf jeden Fall von Ihr begeistert. Er zeigt mir die Anlage auch von innen. Wir machen auf jeden Fall Bilder von seiner Klimaanlage, von Innen und Aussen.
Gegen 10:45 machen wir uns auf den Weg zur Altstadt von Zell, es geht die Fußgänger-brücke über die Mosel. Von der Brücke aus sehen wir gleich eine Pizzeria, die wir wohl in ein paar Tagen besuchen werden. Wir gehen weiter in Richtung der Fußgängerzone gleich neben dem Rathaus, sie ist aber nur ein bis zweihundert Meter lang. Ein paar nette Geschäfte gibt es schon, wir spazieren die Schlossstraße entlang am Schloßhotel Zell vorbei das einen noblen Eindruck macht. Bei der Evangelischen Kirche ist ein schönes Mosaikbild in der Brüstungsmauer verewigt. Zurück an der Marktstraße, wo normalerweise der Wochenmarkt abgehalten wird, hat ein Weinlokal einige Tische aufgestellt. Man muß sich natürlich wegen Corona in eine Anwesenheitsliste eintragen und die Abstandsregelungen einhalten. Der Wein schmeckt ausgezeichnet, den uns die junge Dame serviert. Gegen 13:30 gehen wir wieder über die Brücke die ca. 1,3 Kilometer bis zum Campingplatz zurück.


Hier angekommen gibt es erstmals eine kleine Brotzeit, vom Frühstück haben wir noch ein paar Reste an Laugenstengeln, die mit Leberwurst ganz ausgezeichnet schmecken. Dazu Salami und etwas Käse, ein Radlerbier rundet das ganze ab. Wir sitzen hier direkt am Ufer und lassen die Sonne auf uns herunter scheinen. Etwas später trinken wir noch Kaffee mit einem Streuselkuchen, wir lassen uns so richtig gut gehen.

Gegen 16:30 steigen wir nochmals auf unsere E-Bikes und fahren am Ufer entlang in Richtung der Fußgängerbrücke. Über die Brücke hinüber, hier oben müssen wir aber unsere Räder schon schieben, dann geht`s an der Altstadt vorbei wieder ans Moselufer. Von hier geht jetzt ein Radfahrweg weiter bis nach Bullay und weiter. Der Radweg ist in unterschiedlicher Qualität, einmal geteert, mal Schotter oder Feldweg, aber er läßt sich trotz allem recht gut fahren. Wir kommen an der Wellenburg in Merl vorbei, sehen auf der linken Seite die Mosel und hoch oben auf dem Berg wieder die Marienburg, dieses Mal von der Rückseite. Zum Schluß unterqueren wir noch die Doppelstockbrücke von Alf-Bullay (Auf der oberen Fahrspur fährt die Eisenbahn und darunter geht die L199 über die Mosel).

Kurz vor Bullay kommen wir noch an einer kleinen Wiese vorbei, wo ein paar Oldies stehen. Es sind Amerikanische Straßenkreuzer und zum Teil Autos die ich noch gar nie gesehen habe. Nach dem ich ein paar Fotos von ihnen gemacht habe, fahren wir weiter bis zum Ortszentrum. Wo die Moselfähre nach Alf hinüber fährt, von hier fahren wir auf der Uferstraße wieder zurück nach Zell. Hinter dem Sportplatz gleich neben dem Radweg befindet sich der Campingplatz „Bärencamp“ den wir von außen bewundern. Das Bärencamp besteht offensichtlich aus drei verschiedenen Camps, an einem der Camps wollte ich noch die Sanitären Anlagen anschauen, komme aber nicht durch die gesperrten Eingangstüren. Ich frage einen Campinggast der zufällig gerade in das Gebäude will, nach der Qualität dieses Sanitärhauses. Dieser Gast ist auf jedenfalls zufrieden mit der Anlage. An den Oldtimern vorbei und unter der Doppelstockbrücke durch, geht es jetzt wieder zurück. Der Radweg hier ist Teil des großen Radwander-weges der von Trier bis nach Koblenz führt.
Unser kleiner Nachmittagsausflug ist jetzt 13,5 Kilometer lang gewesen, der Zustand des Weges ist ja nicht so prickelnd gewesen. Unsere kleinen E-Bikes sind halt nur City-Bikes und keine Tourenräder für Holperstrecken.

So gegen 18:30 essen wir zu Abend, es gibt heute Tortellini in Sahnesauce und Pilzen, nach dem Essen sitzen wir noch am Moselufer und geniesen die schöne Abendsonne. Später muß ich noch zum Geschirr spülen ins Waschhaus. Der Geschirrspülraum ist ebenso wie die Toiletten und Waschräume der Herren im ersten Stock des Zentral-gebäudes. Sie sind über eine etwas steile Eisentreppe zu erreichen, und beim Hinunter-gehen der Treppe muß man als älterer Herr durchaus aufpassen.

Freitag, den 19. Juni 2020

Heute ist es schon 8:00 vorbei, als wir aufgestanden sind, gestern Nachmittag haben wir vergessen die Brötchen für unser heutiges Frühstück zu bestellen. So müssen wir auf unseren eigenen Bestand an Backbrötchen zurückgreifen. Ein paar Päckchen davon haben wir in jedem Urlaub mit dabei. Unseren kleinen Backofen aus dem Gepäckraum vom Wohnwagen geholt und angeschlossen und bald darauf können wir unser Frühstück geniesen.
So gegen 10:00 steigen wir ins Auto, wir wollen heute Bernskastel-Kues besuchen. Unser Weg führt uns immer an der Mosel entlang, vorbei an Traben-Trarbach es sind etwa 45 Kilometer, eigentlich mehr als ich dachte. An einem großen Parkplatz an der Mosel stellen wir unseren Audi ab, und gehen die vielleicht 150 Meter bis wir den Zugang in die kleinen Gassen erreichen. Zuletzt waren wir 1997 mit den Kindern hier, das Zentrum hat sich kaum verändert, ein paar Baustellen sind dazu gekommen. Aber der kleine Ort ist nach wie vor sehr schön, im Zentrum befinden sich viele wunder-schöne Fachwerkhäuser. Auch die Weinstube Spitzhäuschen mit seinen höchstens zwei Metern Giebelbreite steht seit über 600 Jahren hier.

Man geht davon aus daß das Spitzhäuschen deshalb so hoch und krumm gebaut wurde, weil man zur damaligen Zeit Grundsteuer nur für die bebaute Fläche zahlen mußte.
Der mit Schiefersteinen ausgebaute Weinkeller und die beidseitig überhängenden Obergeschosse sind Typisch für die moselländischen Winzerhäuser.

So gehen wir etwa 1 ½ Stunden durch die kleinen Straßen mit Ihren schönen Fachwerk-häusern. Es gibt überall Restaurants und Lokale, aber wegen Corona sind halt alle leer, irgendwo in einer Gasse kommt ein kleiner Stehimbiß, hier kaufe ich mir eine Curry-wurst mit Brot. Hermine holt sich eine Leberkäsesemmel und dazu eine Flasche Cola, das wir an einem kleinen Stehtisch geniesen, unser kleiner Snack schmeckt recht gut. Nach ca. 20 Minuten gehen wir wieder weiter bis zu einem kleinem Platz, wo wir noch ein paar Minuten in der warmen Sonne sitzen bleiben. Hier gibt es auch eine Öffentliche Toilette, die ich mit meiner Anwesenheit beglücke. Im Anschluß gehen wir zurück zum Auto und fahren ein paar Kilometer bis nach Traben-Trarbach zurück. An einem größeren Parkplatz ebenfalls direkt an der Mosel stellen wir unseren Audi ab.

Von hier bis zum Wahrzeichen der Stadt dem Brückentor von Trarbach sind es ja nur ein paar Meter. Über eine Außentreppe steigen wir auf die schöne Brücke hinauf, der die beiden Ortsteile miteinander verbindet. Sie ist für den Autoverkehr zugelassen, aber für die Fußgänger gibt es Fußwege und Ausbuchtungen zum Fotografieren. Wir gehen auf der Brücke entlang, bis kurz vor den Stadtteil Traben, bevor wir wieder umdrehen und durch das schöne Brückentor in den Ortsteil Trarbach gehen. Hier gehen wir noch durch die Gassen der Fußgängerzone bevor wir zum Auto zurück gehen. Wir fahren jetzt zurück nach Zell, am Ortsbeginn ist eine Aral-Tankstelle deren Dieselpreis vor ein paar Tagen noch bei 1,049 € war. Heute wo wir Tanken wollen steht der Preis bei 1,109 €, innerhalb von 3 Tagen ist der Preis um 6 Cent gestiegen.

Um 14:30 sind wir wieder auf unserem Campingplatz angekommen, als aller erstes bestellen wir in der Rezeption unsere Frühstücksbrötchen für Morgen Früh. Heute Abend wollen wir in der Altstadt von Zell eine Pizza essen. Gleich neben der Fuß-gängerbrücke befindet sich die Pizzeria La Terrazza. Jetzt in Coronazeiten ist es gar nicht so einfach einen Tischplatz zu bekommen, aber es klappt und wir bestellen eine Pizza, für mich eine mit Pilzen, Salami und Schinken, mein Gattin nimmt eher etwas mit Meeresfrüchten. Die Pizzen schmecken ausgezeichnet und so machen wir uns nach dem Essen wieder auf den Heimweg.

Wir haben heute Nachmittag neue Camping-Nachbarn uns direkt gegenüber am Flußufer bekommen, sie kommen irgendwo aus Nordrhein-Westfalen. Und sind mit einem Mercedes-Van und Vorzelt incl. Vespa-Motorroller sowie zwei Fahräder gekommen. Um den Van zum Übernachten überhaupt frei zu bekommen, mußte der arme Mann eine ganze Weile arbeiten um die ganzen Fahrrad-Halterungen aus dem Van auszubauen. Er war Mitte Fünfzig und sie etwas Jünger, er war sehr Nett und unterhaltsam, sie dagegen war eher zurückhaltend.
Wir haben noch lang die Abendsonne genossen, und den schönen Tag an uns vorüber gleiten lassen, um 22:30 sind wir dann in die Koje gegangen.

Samstag, den 20. Juni 2020

Heute ist es 7:45 geworden als wir aufstehen, nach dem Gang ins Waschhaus hole ich in der Rezeption unsere bestellten Brötchen. Meistens sind es Semmeln wie man bei uns sagt, und dazu einige Laugenstengel. Brezeln nehme ich nicht mehr, sie sind mir zu dunkel, obwohl sie aus dem selben Teig und in der gleichen Lauge behandelt werden.

Nach dem Frühstück haben wir unsere Fahrräder repariert und die Vorderbremsen nachgestellt. So gegen 12:45 fahren wir los an der Uferstraße hier in Kaimt entlang bis zur großen Autobrücke. Von hier dann den Radweg entlang, den wir vor ein paar Tagen schon einmal gefahren sind. Es geht an den Weinfeldern und Weinbergen vorbei in Richtung Briedel bzw. der Marienburg. Wir sind bei strahlendem Sonnenschein los gefahren, aber im Verlauf unserer Fahrt ziehen immer dickere Wolken am Himmel auf.

Jetzt stehen wir gegenüber vom Weinort Pünderich der auf der anderen Moselseite ist und direkt unterhalb des Prinzenkopf-Turms. Es wird uns zu riskant und wir drehen um. Damit wir nicht den gleichen Weg zurück fahren müssen, nehme ich bei einer Abzweigung einen Weg der auf die Weinberge weiter nach oben geht. Mit unseren E-Bikes schaffen wir den Hang ohne weiteres, so fahren wir jetzt auf mittlerer Berghöhe durch die Weinhänge und haben eine tolle Aussicht nach unten ins Tal bzw. Mosel. Irgendwann geht der Weg dann wieder etwas nach unten und wir kommen an die Barlstraße die vom Industriezentrum Barl zum Ortsteil Kaimt hinuntergeht. Hier werden unsere Fahrradbremsen stark beansprucht bis wir endlich wieder unten sind. Zuerst wollen wir noch ein Stück in Richtung Bullay fahren, aber das Wetter schaut nicht mehr gut aus. So kehren wir doch wieder zum Campingplatz zurück. Im Lauf des Nachmittags wechselt das Wetter immer wieder stark, vom Sonnenschein bis Stark bewölkt es war alles vorhanden. Jetzt plötzlich um 15:30 fängt es stark an zu Regnen, unsere Fahrräder haben wir vorsorglich schon unter eine Regenplane gestellt.

Unsere Nachbarn von gegenüber sind heute mit ihrem Motorroller auf einem Ausflug nach Trier gefahren, wir stellen ihre Campingstühle zum Schutz vor dem Regen unter unser Vordach. Als sie dann nach ein paar Stunden wieder zurück gekommen sind waren sie sehr froh über ihre trocken gebliebenen Stühle. Nach dem starken Regen kam auch die Sonne wieder zum Vorschein, so daß wir gegen Abend wieder vor dem Wohnwagen essen konnten. Einige Zeit bevor die Dämmerung hereinbrach, sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite der Mosel ein kleines Wohnmobil den Weinberg hinauf fahren. Unserer Karte zufolge müßte dort die Lönshöhe und eine kleine Schutzhütte sein. Am Ende unserer Sicht blieb er stehen und bewegte sich bis zum Einbruch der Dämmerung nicht mehr.

Sonntag, den 21. Juni 2020

Wie meistens stehen wir gegen 7:45 auf, holen unsere Brötchen von der Rezeption und machen ein gemütliches Frühstück vor dem Caravan. Wir haben heute Morgen eine Nebelwand, die den Weinberg von gegenüber total unsichtbar macht. Wo noch gestern Abend das Wohnmobil den Berg hinauf gefahren ist nicht zu sehen. Erst gegen halb Zehn löst sich der Nebel wieder auf, und wir können das kleine Wohnmobil oben am Berg wieder sehen. Man glaubt es nicht, der Wohnmobilist hat wohl die ganze Nacht hier oben am Berg verbracht.
Um 10:30 machen wir unsere E-Bikes fertig, heute Morgen wollen wir zur Onkel Tom`s Hütte bei Bullay fahren. Unser Nachbar von gegenüber, der öfters hier auf dem Campingplatz ist, erzählt uns von dieser Straußwirtschaft hoch auf dem Berg. Wir fahren auf dem Radweg Flußabwärts in Richtung Bullay, das etwa 6 Kilometer entfernt ist. An den Oldies vorbei ein paar sind immer noch da, im Ortszentrum von Bullay mußten wir schon etwas suchen, um die Auffahrt zu dieser höchstgelegenen Weinschenke Europas zu finden. Der Weg führt uns dann auf steilen Pfaden ca. 2 Kilometer einen Weinberg hinauf.

Unsere E-Bikes schaffen die schwierige Strecke mit Bravour, und die Aussicht unterwegs auf das Weindorf Bullay und die Mosel ist grandios. Nach ein paar Bergkilometer haben wir dann die Weinschenke erreicht.

Der Name: Onkel Toms Hütte ist einer Geschichte geschuldet. Ein alter Hotelier mit Namen Bert verkaufte sein Anwesen vor Ort und erbaute Mitte der 60er Jahre die heute genannte „Onkel Toms Hütte“. Sein Freund, der Fährmann, trank ganz gerne einen über den Durst. Somit versorgte Bert seinen Freund regelmäßig mit Wein und Schnaps und verlangte im Gegenzug, dass dieser ihm viele Gäste schickte.
Der Fährmann konnte gut Geschichten erzählen und gaukelte den Leuten vor, hier oben sitzt ein alter Mann, dem der greise Bart schon in die Stuhllehne gewachsen sei. Das weckte das Interesse vieler Besucher, welche „Onkel Tom“ kennen lernen wollten. Außerdem nannten ihn alle Onkel Tom, somit entschied sich Bert sein neues Zuhause „Onkel Toms Hütte“ zu nennen.

Wir müssen am Eingang warten bis uns eine Kellnerin abholt und zu einem Tisch führt hier muß ein Anmeldezettel mit unseren Personalien ausgefüllt werden. Da wir mit dem Fahrzeug hier sind (E-Bike) bestellen wir zum Trinken etwas Anti-Alkoholisches wie Fanta sowie eine Flasche Coca Cola. Zum Essen bestelle ich einen Teller mit Griebenschmalzbrot, Hermine sucht sich Datteln im Speckmantel aus. Die Platte ist belegt mit einer Scheibe Ananas und mehreren Stücken Pfirsich, mein Grieben-schmalzbrot ist mit Tomaten und Gurken belegt, Beide Brotzeitplatten schmecken ausgezeichnet. Hier auf der Außenterrasse sind die meisten Tische mit Corona-Abstand belegt, und immer wieder kommen Leute mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit einem Auto vorbei. Die Schänke scheint sehr beliebt zu sein.


Dann geht es wieder den Berg hinab, die Abfahrt ist ungleich schwieriger als die Auffahrt. Man muß jeden Moment bremsen, da die Straße sehr steil und kurvig ist, hier laufen unsere Bremsen schon mal heiß. Irgendwann haben wir das Tal und die Mosel wieder erreicht, fahren am Campingplatz „Bärencamp“ vorbei, es sind auch heute noch einige Oldtimer auf der Wiese zu sehen. Nun geht es auf dem Radweg an der Mosel entlang zurück zu unserem Campingplatz. So gegen 14:30 sind wir wieder am Platz, sitzen uns am Moselufer in die Sonne und trinken gemeinsam ein Radlerbier. Zwischen durch reden wir mit einem Mann, der ein paar Plätze weiter hinten seinen Zeltcaravan stehen hat. Er bereitet sich auf den Abschied vor und baut schon Stück für Stück sein Vorzelt und anderes ab. Später gibt es noch einen Kaffee und Gebäck dazu, Kuchen haben wir keinen mehr.


Heute Abend wird nochmals gegrillt, wir haben noch einige Portionen Grillfleisch mit dabei. Das Wetter ist immer noch schön, man kann immer im Freien sitzen bis weit in die Nacht hinein.

Montag, den 22. Juni 2020

Es ist kurz vor 8:00 als wir Heute Morgen aufstehen, beim Blick aus dem Caravanfenster sehen wir, der Himmel ist bedeckt und etwas Regnerisch. Schade eigentlich, es ist heute unser vorletzter Urlaubstag an der Mosel. Etwas betrübt frühstücken wir mal, und überlegen was wir heute unternehmen könnten. Wir entscheiden uns für einen kleinen Einkaufsbummel im Zeller Ortsteil Barl, der über uns auf dem Hügel liegt. So fahren wir gegen 10:00 los. Beim Lidl-Markt brauchen wir ein paar Sachen, etwas zum Trinken, Gemüse und andere Kleinigkeiten. In Barl gibt es auch einen großen Globus-Supermarkt in dem wir auch noch kurz hinein schauen, und eine Kleinigkeit finden. Anschließend fahren wir wieder zu unserem Campingplatz hinunter.
Es ist mittlererweile Mittag und die Wolken reißen auf, es ist schon ein blauer Himmel zu sehen. Wir entschließen uns nochmals mit dem Fahrrad in Richtung Briedel oder weiter zu fahren. Bisher hat es wegen dem immer wieder mal Wechselhaften Wetter ja nicht geklappt bis nach Reil zu fahren. Heute wollen wir`s nochmal probieren. Es geht den bekannten Uferweg hier in Kaimt entlang bis zur großen Brücke. Oberhalb des Erlebnisbad Zeller Land vorbei und über den Radweg der hier an den Weinbergen entlang führt. Wir kommen an Briedel vorbei, das auf der anderen Seite der Mosel liegt. Meistens liegt oder kommt gerade die kleine Fähre ans Ufer um Urlauber mit ihren Rädern oder die Winzer mit ihren Traktoren zum übersetzen. Wir fahren unterhalb der Marienburg und dem Eisenbahnviadukt vorbei, von hier aus wird es auf unserer rechten Seite etwas Waldig.
Kurz vor Reil gibt es plötzlich einen Stau, vor uns fährt ein kleiner Traktor mit einem Autoanhänger. Und plötzlich kommt uns allen ein sehr großer Traktor mit irgend einem größeren landwirtschaftlichen Gerät entgegen. Wir und ein anderes Radler-Paar kommen gut an den beiden Traktoren vorbei. Die beiden Landwirte haben schon mehr Probleme miteinander, aber es klappt dann doch noch.
Jetzt haben wir den Weinort Reil erreicht, hier steht die nächste Autobrücke die über die Mosel führt. Der Ort selber ist klein und Nett, es befinden sich einige Cafes und Straußen-Wirtschaften für die Urlaubsgäste hier.


Nach einer Pause entschließen wir uns auf dem Radweg an der anderen Moselseite wieder heimwärts zu fahren. Die Moselbrücke hier im Ort ist sehr hoch angelegt, so daß wir die Zufahrt zur Brücke erstmals suchen müssen. Nachdem das dann geklappt hat und wir die Brücke überquert haben, fahren wir die Moselallee in Richtung Pünderich zurück. Hier geht es wieder durch die Weinfelder und wir kommen am Campingplatz „Moselland“ vorbei, den wir auch gleich besichtigen. Wir sind aber enttäuscht, die Platzbeschaffenheit ist ja soweit OK, was man vom Sanitär nicht behaupten kann, es ist eindeutig ein niedrigeres Niveau.

Bei Pünderich fahren wir am Wohnmobil-Stellplatz und gleich darauf am Örtlichen Campingplatz vorbei, hier befindet sich auch die Fähre die auf die andere Seite nach Marienburg übersetzt. Ich möchte aber noch ein Stückchen mit dem Fahrrad weiterfahren und erst später bei Briedel übersetzen. Als wir dann nach ein paar Kilometern weiter in Briedel ankommen, stellen wir fest, daß diese Fähre heute nicht fährt. So müssen wir auch das letzte Stück am Mosel-Uferweg entlang fahren. Als wir vor ein paar Tagen diesen Radweg von Zell her gefahren sind, drehten wir schon nach einem Kilometer wieder um, weil er sehr eng, naß und verschmutzt war. Die ganze Wegstrecke von Briedel bis nach Zell ist stark bewaldet und beschattet und in unseren Augen nicht schön. Um 16:45 sind wir wieder am Campingplatz angekommen, unsere Tour heute Nachmittag war etwa 25 Kilometer lang.

Zum Abendessen gibt es heute Leberkäse mit Ei und Kartoffeln, dazu ein schmack-haftes Weizenbier, für Hermine gibt es einen guten Wein den wir erst am Samstag bei einem örtlichen Winzer gekauft haben, dessen hübsche Tochter vor ein/zwei Jahren Weinkönigin geworden ist.

Dienstag, den 23. Juni 2020

Der Himmel strahlt schon blau als wir gegen 8:00 aufgestanden sind und einen ersten Blick aus dem Caravan gemacht haben. Als erstes hole ich die bestellten Brötchen aus der Rezeption bzw. dem kleinen Shop der gleich daneben ist. Hermine hat inzwischen schon den Kaffee fertig und den Tisch gedeckt, so daß wir gleich unser Frühstück geniesen können.
Nach dem Wasch und Toilettengang versuche ich meine Vorderbremsen am E-Bike frisch einzustellen. Die ganze Arbeit ist mit wenig Erfolg gekrönt. So dass Hermine in der Rezeption nach einem Fahrradgeschäft hier in Zell nachfragt. Es gibt tatsächlich ein Zweirad-Center hier, die Straße ist Notenau 1 hier in Zell direkt am Ortseingang. Wir fahren also los und suchen das Fahrradgeschäft auf. Wir werden auch gleich dran genommen und ich kann das Rad in die Werkstatt schieben. Dort macht sich gleich ein Mechaniker an die Arbeit, nach kurzem Versuch tauscht er die Bremsbacken aus. Das Einstellen der Bremsen ist wohl nicht ganz einfach. Für das Austauschen meiner Bremsbacken sowie für Hermines Rad braucht er auch eine dreiviertel Stunde.

Nach der Rad-Reparatur fahren wir durch die Altstadt von Zell in Richtung Merl, hier am Ortsende in der Nähe der Wellenburg (Gebäude in Organischer Bauweise nach Gaudi) ist eine der Auffahrten die auf den Hausberg (Weinberg) von Zell führen. Dieser Weinberg ist vom Campingplatz ja gut zu sehen, und so wollen wir mal versuchen mit unseren Mini-Bikes die Weinterrassen zu erkunden. Wir kommen auch gut in die Höhe, haben aber oben leider keine Orientierung wo und welchen Weg wir gerade fahren. Immer wieder stoßen wir nach geraumer Zeit auf Schotterwege, die nicht unbedingt für unsere kleinen Klappräder geeignet sind. Zum Schluß fahren wir in der untersten Lage vorbei am großen Werbeschild „Zeller Schwarze Katz“. Ein paar hundert Meter weiter geht der Weg dann weiter über die Zeller Kehr nach unten in die Stadt und gerade aus weiter zum Runden Turm bzw. zum Friedhof.

Der Runde Turm bildete den obersten Teil der ehemaligen Stadtbefestigung die bei einem Großbrand 1848 zerstört und anschließend abgetragen wurde.

Irgendwo hier geht es weiter zum Collis Turm, der aber nur über einen Kletterpfad oder einen Steilpfad zu erreichen ist. Nach einer kurzen Aussichtspause fahren wir weiter. Kommen aber nach hundert Metern wieder auf eine grobe Schotterstrecke, so daß wir jetzt entgültig wieder umdrehen. Leider war unsere Fahrt hier oben auf dem Berg ziemlich planlos und orientierungslos. Dagegen war die Aussicht hier auf dem Weinberg grandios, der Blick ins Tal, auf die Stadt, und die Mosel und sogar unser Campingplatz ist gut zu sehen. Um 13:30 sind wir wieder auf dem Platz angekommen, als erstes machen wir eine kleine Brotzeit in der Sonne, heute ist ja unser letzter Tag hier an der Mosel. Am späten Nachmittag kurz nach unserer Kaffeepause beginnen wir unsere morgige Abfahrt vorzubereiten. Während Hermine unsere Fahrräder reinigt, baue ich die Satellitenschüssel ab und sichere den Fernseher im Caravan. Das nächste ist dann unser Fahrräder ins Auto zu packen und befestigen. Etwas später rollen wir noch die Markise auf, bevor es Abendessen gibt. Anschließend mache ich noch die letzten Bilder vom Platz.

oben rechts: Waschhaus u. Rezeption / unten rechts: Schlaf-Fass

Als Erfrischung gibt es noch einen Mohren (Weizen mit Cola), dieses Getränk ist nicht rassistisch gemeint, sondern nur einfach gut. Für heute Abend sind Schupfnudel vorgesehen mit einem Glas Weizenbier.

Mittwoch, den 24. Juni 2020 Weiterfahrt zum Edersee

Wie meistens stehen wir um 7:30 auf, holen unser Frühstück in der Rezeption und geniesen unser letztes Frühstück an der Mosel. Nach dem Besuch im Waschhaus machen wir den Caravan abreisefertig. Das heißt unser Elektrokabel abnehmen und reinigen, die Kurbelstützen mit dem Accuschrauber hochdrehen. Dann die Caravan-spiegel am Audi anbringen. Die Wäschespinne habe ich schon gestern Abend abgebaut.
Es ist jetzt kurz vor 9:30 als wir den Wohnwagen mit dem Mover hinter unser Auto gestellt und angehängt haben. Punkt halb Zehn verlassen wir diesen netten Camping- platz hier an der Mosel. Wir kommen bestimmt wieder einmal hierher.

Unsere Fahrt geht zuerst in Richtung Südosten über die B421 nach Kappel, von hier geht es nach Nordosten über die B327 nach Emmelshausen. Hier fahren wir auf die Autobahn A61 bis zum Autobahnkreuz Koblenz. Kurz zuvor überqueren wir auf der Moseltalbrücke bei Winningen (935 Meter lang, Höhe136 Meter, täglich befahren 45000 Fahrzeuge die Brücke) ein letztes Mal die Mosel. Von hier geht es nördlich an Koblenz vorbei, bevor wir den Rhein überqueren. Hier sehen wir auf der rechten Seite, also südlich von uns die Inseln Niederwerth und Graswerth im Fluß.

Die Rheininsel Niederwerth ist in der Bundesrepublik Deutschland die einzige Flussinsel mit einer Dorfgemeinde. Die landwirtschaftliche Fläche wird durch Obst – und Gemüseanbau intensiv genutzt.

Wir haben jetzt noch ca. 185 Kilometer vor uns, der Weg führt uns durch das südliche Hessen. Die Fahrt führt an der Bischofsstadt Limburg vorbei, vom Dom selber sehen wir leider gar nichts. Die Fahrt geht weiter in Richtung Nord-Osten. Gegen 12:00 machen wir eine halbstündige Rast in der Nähe von Weilburg. Wir befinden uns an der Nördliche Grenze des Naturparks Taunus. Immer wieder begegnen wir dem kleinen Flüßchen Lahn die hier beschaulich durch die Landschaft fließt. Wir kommen an Wetzlar und der Universitätsstadt Giessen vorbei, von hier geht es jetzt nach Norden. Bei der kleinen und hübschen Universitätsstadt Marburg hätte ich gern noch Halt gemacht, auch eine Nacht hier verbracht. Aber durch die gezwungenen Corona-Vorreservierungen können wir nicht spontan hier bleiben.
Hier meldet sich meine Gattin, sie möchte unbedingt wieder mal mit unserem Caravan fahren. Die Landschaft und die Bebauung ändert sich jetzt etwas, wir fahren durch kleine Dörfer mit Fachwerk-Bauernhöfen. (Die Gemeinde Burgwald unterstützen wir heute durch eine kleine Spende wegens etwas überhöhter Geschwindigkeit). Kurz vor 14:00 kommen wir an unserem Vorreservierten Campingplatz Teichmann bei Herzhausen/Vöhl an.

Camping Teichmann


Laut Infoblatt hat er noch Mittagsruhe bis 14:30, es stehen ein paar Caravans und Wohnmobile auf dem Warteplatz vor dem Camping. Wir stellen ebenfalls unser Gespann ab und gehen Richtung Rezeption, eigentlich mit dem Zweck den Ca.-Platz vorab noch anzuschauen. An der Rezeption sehen wir, daß sie schon geöffnet hat, und ein Gast soeben eingebucht wird.
Nach kurzer Zeit sind wir dann dran, und da wir schon per Internet reserviert und die notwendigen Unterlagen schon daheim fertig gemacht haben sind wir in kürzester Zeit fertig. Wir holen unser Gespann und fahren im Schritttempo über den Platz. Wir passieren auf der Linken Seite als erstes einen kleinen Kiosk mit Souveniers, gegen-über kommt jetzt die Gaststätte und danach die Rezeption. Im Anschluß kommen jetzt ein paar größere Ferienhäuser zum Vermieten. Auf der linken Seite fahren wir schon die ganze Zeit an einem Badesee entlang, jetzt kommen ein Minimarkt sowie der Miniclub und die Strandhütte ins Bild. Danach ist ein Spielplatz und gleich dahinter ein Sandstrand zu sehen.


Wir biegen weiter nach Rechts ab, noch etwa Hundert Meter und wir haben unseren Stellplatz für die nächsten 7 Tage erreicht. Es ist ein schöner und sonniger Eckplatz am Hessen-weg 1 für uns Reserviert worden. Als erstes hängen wir unseren Caravan vom Auto ab und fahren ihn mit dem Mover auf den Stellplatz, der Platz ist sehr sehr groß und wir bekommen von drei Seiten Sonne. Danach noch kurz den Strom anschließen und die Kurbelstützen mit dem Accu-schrauber herunter drehen. Als letztes rollen wir die Markise herunter , es ist schon ganz schön warm hier. Jetzt machen wir erstmals eine kleine Kaffepause und vom Streuselkuchen haben wir auch noch etwas. Nachdem wir noch unseren Sun Blocker an der Markise befestigt haben, machen wir einen kleinen Spaziergang über den Platz. Das nächste Waschhaus am Plateau ist für uns nur ein paar Schritte entfernt. Hier auf dem Plateau befinden sich mehrere kleine Parzellen für Zeltcamper aber auch für kleinere Caravans. Der ganze Campingplatz ist eigentlich für Familien angedacht, wie man überall sehen kann.

Wir gehen jetzt weiter zum Strand der an einem kleinen Badesee liegt. Er besteht aus einer Liegewiese und einem Kiesstrand die jetzt aber sehr gut besucht sind. Gleich daneben befindet sich ein Kinderspielplatz, der auch sehr nett ist. Es gibt sogar einen Pizzastand, einen Imbißwagen wo man diverse Snacks zum Essen abholen, aber auch auf Biergarnituren sitzen kann. Der ganze Campingplatz macht einen ansprechenden und gepflegten Eindruck (Ausnahme: Müllentsorgung die meisten Container sind immer voll).
Direkt neben unserem Stellplatz steht ein Nissan-Pickup mit einer aufgesetzten Tischer-Wohnkabine, so gut und nah haben wir noch nie eine Wohnkabine auf ihren Stelzen stehen gesehen.
Mittlererweile ist es jetzt Abend geworden, heute gibt es Hähnchenbrustfilet mit Brat-kartoffeln und Gurkenscheiben, dazu natürlich ein gepflegtes Weizenbier. Etwas später gehe ich noch zum Geschirr spülen in unser Waschhaus, hier hat die Camping-Leitung vorbildlich diverse Spülbecken wegen der Abstandsregelung mit Bändern abgeklebt. Was natürlich einige Campinggäste nicht daran gehindert hat diese Bänder weg zu reißen. Ein Abstand von unter einem Meter ist in der jetzigen Zeit nicht mehr tragbar.


Der Camping Teichmann hat alle Corona-Auflagen in Schrift und auch Bild-lich an allen seinen Öffentlichen Gebäuden angebracht. Meiner Beobachtung zufolge haben sich hier mindestens 30% der Gäste von 25 bis 40 Jahren nicht an die Maskenpflicht gehalten.

Nach dem Geschirr spülen gehe ich noch schnell zum Duschen, unser Wasch und Toilettenhaus inclusive der Duschkabinen ist sehr schön und auch sehr sauber gehalten. Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang über den Platz, auf der Nordseite des Platzes befinden sich ausschließlich Dauercamper-Stellplätze. Die meisten davon sind in einem erschreckenden Zustand, man kann sich kaum vorstellen, daß sie sich auf ihrem Stellplatz noch wohlfühlen.

In all den Jahren wo wir Campingurlaub betreiben, schauen wir auch die Stellplätze von Dauercampern an. Es ist schade sagen zu müssen, daß die meisten dieser Stellplätze ungepflegt sind, nur wenige davon sind nett und wirklich ansprechend .

Donnerstag, den 25. Juni 2020

Es ist 8:00, als wir heute aufstehen, und unser erster Tag hier in Hessen am Camping Teichmann. Der Himmel ist noch leicht bedeckt, als erstes hole ich im Supermarkt unsere Frühstücksbrötchen. Wegen Corona beginnt die Warteschlange schon einige Meter vor dem Laden, gut der Abstand ist vielleicht etwas reichhaltig. Aber besser so, als gar kein Abstand. Es gibt verschiedene Sorten von Brötchen, ich suche mir etwas aus was zu unserem gewünschten Frühstück paßt. Anschließend holen wir unsere E-Bike aus dem Kofferraum und bauen sie auf.
Wir wollen heute eine kleine Fahrradtour mit ihnen machen. Direkt vor dem Camping-platz läuft ein Radweg vorbei, nach links führt er zum kleinen Ort Herzhausen und zum Edersee. Der Stausee soll Flächenmäßig der zweitgrößte und im Volumen wohl der drittgrößte Stausee in Deutschland sein. Ein paar hundert Meter vom Campingplatz entfernt führt eine Brücke nach Herzhausen hinüber, hier beginnt der Stausee offiziell. Ein kleines Rinnsal führt unter der Brücke durch und Mäandert durch das hier leere Stauseebecken, das mit hohen Gräsern bewachsen ist. Wasser ist in diesem Bereich für die nächsten Kilometer Mangelware. Vor der Brücke geht eine kleine Straße durch den Wald (Nationalpark Kellerwald-Edersee) und am See entlang bis nach Asel-Süd, wo wiederum eine Fährverbindung zum Nördlichen Ufer besteht, wenn genügend Wasser im See vorhanden ist. So fahren wir die nächsten Kilometer am Waldrand entlang, nach ein paar Kilometer kommen wir am Sport, Natur und Erlebniscamp Edersee vorbei. Hier finden Jugendliche und Schülerklassen aus ganz Hessen in Gruppen Unterhaltung, Sport und Spaß. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee befindet sich ja gleich daneben. Wir fahren weiter und kommen am Ferienzentrum Albert Schweizer vorbei, auch hier sind Jugendgruppen, Familien sowie Biker willkommen. Es stehen Zimmer, Holzhäuser, sowie eine Ferienwohnung, Zelthäuser und sogar ein kleiner Campingplatz zur Verfügung. Wir machen ein paar Bilder, im Hintergrund stehen ein paar VW-Bus und ein Hymer-Troll auf dem Gelände.

Ein kleines Stückchen fahren wir noch weiter bis wir den kleinen Fähranleger Asel-Süd erreichen. Wir fahren zum Kiesstrand hinunter, wo sich der Fähranleger befindet. Auf der anderen Uferseite fährt gerade ein kleines Fährboot mit Wanderer, die auf unsere Seite wechseln wollen ab. Hinter uns auf einer Anhöhe befindet sich der kleine Campingplatz Ederseeparadies. Am Ufer neben uns befinden sich ein paar Boots-anlegestellen. Wir fahren wieder auf die Straße zurück, und wollen weiter am See entlang fahren. Aber nach Hundert Meter ist hier die Straße zu Ende und ein Schotterweg beginnt, den wir unseren kleinen E-Bikes nicht zumuten wollen. So fahren wir den gleichen Weg zurück, an den Ferienzentren vorbei, auf der anderen Seite des See befindet sich ebenso eine Jugendherberge, sowie ein Sport und Studienheim der Philipps-Universität in Marburg. Hier am See wird Freizeitmäßig viel geboten, davon ist aber jetzt in der Corona-Zeit nichts zu spüren. Am Waldrand habe ich ein Blümlein entdeckt, das ich noch schnell fotografieren will. Wenig später haben wir auch schon die Hauptstraße erreicht, rechts geht es nach Herzhausen. Wir fahren über die Brücke in den kleinen Ort und finden eine Bäckerei die noch geöffnet hat. Mit einem gekauften Brot im Fahrradkorb fahren wir jetzt zurück zum Campingplatz Teichmann.

Anschließend machen wir eine kleine Vesper mit Wurstsalat und Käse und sonstigem, dazu eine Flasche Radler. Danach ist Pause angesagt, die Sonne scheint sehr warm vom Himmel und wir geniesen die Zeit in unseren Liegenstühlen. Gegen 15:00 trinken wir noch eine Tasse Kaffee und essen dazu einen Streusel-Kuchen. Am Spätnachmittag suchen wir nochmal den kleinen Strand auf, der auch heute relativ gut besucht ist. Am See gibt es auch einen Boot-Verleih mit verschiedenen Booten, im Hintergrund sehen wir unter anderem ein Tretboot mit einem tollen Drachenkopf vorbei fahren.
Zum Abendessen gib es heute Käsespatzen, die ausgezeichnet schmecken, danach muß ich noch unser Tagesgeschirr spülen. Und im Anschluß noch diverse Wartungsarbeiten am Caravan machen, wie Toilette entleeren und das Wasser nachfüllen. Später gehen wir noch spazieren, dieses mal in die Südliche Richtung, wo wir im Nachhinein von der Größe des Campingplatzes beeindruckt sind. Wir kommen an Sportgeräten, Minigolf, an Beachvolleyball und Streetballplätzen vorbei. Auch ein Bolzplatz befindet sich hier, gleich dahinter ist eine Grillhütte zu sehen. Dann beginnen große Wiesenflächen die nicht Parzelliert sind, für Caravaner, Zeltler oder für Jugendgruppen die hier lagern (und Trinken). Lauter Idyllische Namen wie Strandwiese, Teichwiese, Birkenwiese, Quellwiese, Südwiese und Sommerwiese laden zum Verbleiben ein. Hier brennen auch mehrere Lagerfeuer, das Holz und die großen Feuerschalen bekommt man für ein Entgelt vom Campingplatz-Betreiber.
Bevor wir unseren Caravan wieder erreichen kommen wir noch an der Halbinsel mit ihren kleinen Zeltplätzen und danach an ein paar Dauer-Camperplätzen direkt am Wasser vorbei.

Freitag, den 26. Juni 2020

Kurz vor Acht Uhr sind wir Heute Morgen aufgestanden, und während Hermine schon den Kaffee macht und den Tisch deckt, gehe ich los um Brötchen zu holen. Heute ist schon ein großer Andrang vor dem kleinen Supermarkt, die Kunden stehen bestimmt in einer 30 Meter langen Warteschlange vor dem Einkaufsmarkt. Trotz allem geht es recht flott voran, weil die Anzahl der Menschen trotz allem überschaubar ist. Nach etwa 20 Minuten bin ich am Stellplatz zurück und wir können unser Frühstück in der schon warmen Morgensonne geniesen. Kurz darauf ruft uns Raphaela auf unserem Handy an, bei Ihnen beginnt heute ihr Urlaub. Sie fahren gemeinsam mit der ganzen Di….-Familie nach Leutkirch in den Centerpark. Dagmar hat zu Ihrem 60. Geburtstag ihre Kinder nebst Familie eingeladen. Als nächstes sollte ich heute mal wieder frisch Rasieren und ebenso meinen Bart stutzen.
Nachdem wir gestern mit unseren E-Bike`s auf der Südseite des Edersee`s unterwegs waren, und im Nachhinein enttäuscht von der Qualität unseres Ausflugs und der gefahrenen Wege gewesen sind. Heute wollen wir die Nordseite des See`s befahren, in der Hoffnung auf schöne Fahrradwege. Kurz nach Zehn Uhr fahren wir dann los. Ein schmaler Fahrradweg führt ja beim Campingplatz vorbei, und führt dann über die Brücke nach Herzhausen hinein. Kurz nach dem Ortsende, die Hauptstraße geht hier weiter nach Vöhl bzw. auch zum Ende des Stausees zweigt ein Radweg ab. Er schaut recht gut aus und wir freuen uns auf die kommende Radtour. Die schmale Straße ist geteert, ab und zu kommen uns Radfahrer entgegen. Wir sind schon ein paar Meter vom See entfernt, haben aber meistens eine gute Sicht auf ihn. Die ersten Kilometer ist der See ja trocken, nur ein schmales Rinnsal (Eder) mit starker Wiesenbewachsung führt durch das Becken. Allmählich fahren wir durch den Wald, kommen an einem Schild mit der Aufschrift Jugendzeltplatz Herzhausen vorbei. Danach geht es noch ein, zweihundert Meter weiter, plötzlich beginnt ein steiniger Waldweg. Der vollkommen der Natur belassen und höchstens mit Montain-Bikes zu befahren ist.
Wir haben hier keine Chance mit unseren kleinen E-Bike`s und kehren nach kaum 2 Kilometern hier am See Ratlos und enttäuscht zum Campingplatz zurück. Hier vor dem Eingang aber entschließen wir uns mal in die andere Richtung zu fahren, der Radweg führt weiter in ein kleines Dorf mit Namen Kirchlotheim. Hier biegen wir nach Rechts ab, es geht über eine kleine Brücke und gleich nach einer großen Straßenschleife fahren wir an einem Bahngleis und der Eder entlang. Auf der rechten Seite blühen noch ein paar Wiesenblumen am Straßenrand. So fahren wir durch die nette und ruhige Flußauenlandschaft, etwas später kommen wir noch an einem Reiterhof vorbei. Wenig später erreichen wir den kleinen Bahnhof von Vöhl-Schmittlotheim, fahren dann noch einige Hundert Meter weiter an der Eder entlang. Hier auf einer Bank machen wir dann eine Rast, der Weg führt dann über das Bahngleis und weiter in den Wald hinein. Das wollen wir aber nicht mehr fahren und entschließen uns den Weg wieder zurück zum Campingplatz fahren.


Hier gibt es dann einen kleinen Snack, und danach eine längere Ruhepause in unseren Liegestühlen, die Sonne scheint immer noch warm vom Himmel. Um 15:30 gehen wir mit einer Stranddecke und meinem kleinen Sitzhocker bewaffnet zum Strand. Hier ist einiges los, und ganz ehrlich der Corona-Abstand wird in keiner Weise eingehalten. Wir versuchen weit genug von den anderen Badegästen zu sein. Schon um 17:30 gehen wir wieder zum Stellplatz zurück, ich lade noch die A