Unsere Reise nach Südtirol – Juni 2021

Vorgeschichte: Auch in diesem Jahr hat uns der Corona-Virus noch nicht verlassen. Nachdem ich meinen Traum von einer Camping-Reise nach meinem geliebten Südfrankreich/Provence auch in diesem Jahr begraben mußte. So suchten wir nach Alternativen und entschloßen uns wie im letzten Jahr einige Tage an der schönen Mosel zu verbringen. Zuerst dachten wir daran, wieder nach Zell an der Mosel zu fahren wo uns der Campingpark gleichen Namens doch recht gut gefallen hat. Das Problem waren eher unsere geplanten Ausflüge mit dem E-Bike, die auf den gleichen bekannten Wegen stattfinden würden. Wir entschieden uns für einen anderen Campingplatz ebenfalls an der Mosel. Danach wollten wir noch für ein paar Tage in die Eifel fahren. So buchten wir Mitte März auf beiden Campingplätzen jeweils 10 Urlaubstage, ohne zu wissen was uns Corona für Auflagen bringen wird. Einige Tag vor unserem Urlaubsbeginn stellt sich heraus, daß beide Camping-Plätze zwar geöffnet, aber die Waschhäuser und Toiletten geschlossen bleiben. Wir müßten unsere Wasch und Toilettengänge alle insgesamt im Caravan machen, was wir strikt ablehnen. So sind wir gezwungen uns neu im Ausland zu orientieren, und stoßen hier auf Südtirol als näher erreicbares Ziel. Nachdem die hier dazu notwendigen Corona-Formalitäten geklärt sind, buchen wir 10 Urlaubstage im Schlosshof in Lana nahe der Kurstadt Meran. Und als Ergänzung weitere 5 Tage auf dem Campingplatz auf der Seiser Alm nahe bei Bozen.

Dienstag, den 15.06.2021

Es ist kurz nach 6:00 heute Morgen als wir aufstehen, in wenigen Stunden beginnt unsere diesjährige Urlaubsfahrt nach Südtirol. Nach einem leichten Frühstück und der Morgentoilette beginnt die notwendige Arbeit. Unseren Caravan haben wir schon die vergangenen Tage bestückt, so daß nur noch die Kühlsachen und verschiedene Lebensmittel im Wohnwagen verstaut werden müssen. Wir haben dieses Jahr ein anderes Zugfahrzeug wie die vergangenen Jahre als wir mit einem Audi Q5 in den Urlaub fuhren. Der VW Tiguan Allspace ist geringfügig größer als der Audi, somit können wir unsere kleinen E-Bikes noch komfortabler im Kofferraum unterbringen.

Aber zurück zum Caravan, den haben wir am Montag Nachmittag schon auf den Parkplatz vor dem Haus untergebracht. Unser Hausnachbar hat uns den Tausch großzügig angeboten. Den Caravan am Abfahrtstag aus der Garageneinfahrt zu bugsieren, habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Wir haben in unmittelbarer Nähe eine große Schule mit, auch bei uns in der Straße parkenden Schülern und Lehrern. Aber auch Nachbarn die manchmal rücksichtslos ihre Auto in der kleinen Straße parken.
Aber heute Morgen geht alles gut, so daß wir um kurz nach 9:00 die Bergstraße verlassen können. Von unseren Nachbarn Rita u. Theo H. ist nichts zu sehen, nur unsere Hausnachbarn die Fam. Z. winken uns nach. Über die Spittalstraße, die Memminger Straße, sowie die Sebastian-Kneipp-Straße verlassen wir Ottobeuren in südlicher Rictung. Vorbei an der Allgäuer Volksternwarte, an meinem ehemaligen Arbeitsplatz (der Fa. Multivac) vorbei, erreichen wir die Autobahnauffahrt der A7 beiBad Grönenbach. Wir haben relativ wenig Verkehr, so daß wir schon nach einer Fahrstunde den Grenztunnel bei Füssen durchfahren. Auch die Österreicher sind uns heute gnädig, es gibt keinen Ampelstopp bei Reutte und am Fernpass gibt es nur eine kleine Bau-stelle, wo wir vielleicht 10 Minuten warten müssen. In Bichelbach einem kleinen Ort kurz nach dem Fernpass tanken wir unseren VW Tiguan voll. An der hiesigen Oil- Tankstelle kaufen wir auch die notwendige Österreichische Autobahn-Vignette. Das kleine Dorf Bichelbach ist mir aus den Jahren wo wir mit unseren Kindern aus dem Urlaub in der Toskana und dem Gardasee gekommen sind, noch gut bekannt. Hier im Landgasthof Post haben wir öfters unsere letzte Urlaubsmahlzeit zu uns genommen, bevor es weiter nach Hause ging.

Kurz vor 12:00 haben wir die Autobahn-Raststätte im Inntal kurz vor der Landes-hauptstadt Innsbruck erreicht. Hier verbringen wir fast eine dreiviertel Stunde bei einer kleinen Brotzeit, bevor es weitergeht. Eine kleine Episode nebenbei, als wir im Caravan sitzen läuft plötzlich ein Hund frei an unserem Wohnwagen vorbei, und wenig später auch sein Besitzer. Ob der seinen Hund wieder gefunden hat, haben wir nicht mehr gesehen. Um 13:00 haben wir schon die Europabrücke bei Schönberg überquert, und machen an der dortigen Raststation halt, wo wir eine weitere kleine Pause machen. Errinerungen werden wach als die Brücke in den 60er Jahren gebaut wurde, meine Schwester und ich und unseren Eltern auf der alten Brennerstraße in Richtung Süden fuhren. Vorbei an den fast 200 Meter hohen Säulen die heute die Brücke tragen. Zusammen mit meiner Frau gehen wir zur Europabrücke zurück und machen ein paar nette Bilder von der Brücke und seiner schönen Umgebung.

Wir haben heute einen strahlend blauer Himmel um uns herum, die Temperatur laut meinem Auto-Thermometer beträgt 26°. Wir nehmen uns die Zeit, da wir ja nicht vor 15:00 unser heutiges Ziel den Campingplatz Seiser Alm erreichen müssen. Wenige Minuten nachdem wir weiter gefahren sind kommen wir schon an der Mautstelle der ASFINAG Schönberg an. Hier opfern wir weitere 10 Euro an die Österreichische Staats-kasse. Um 13:30 erreichen wir die Italienische Grenze am Brenner, die Temperatur beträgt hier oben auf 1370 Meter immer noch 25°. Dann geht es auch schon weiter Richtung Sterzing wo sich die Italienische Mautstelle befindet, und wir eine weitere Vignette ziehen. Kurz darauf fahren wir schon an der Franzensfeste vorbei,
(die um 1834 von Kaiser Ferdinand I erbaut wurde, und als unüberwindbare Alpenfestung konzipiert war).
Bei Klausen möchte uns das Navi von der A22 herunter führen, um uns über das Grödnertal zur Seiser Alm hinauf zu bringen.
Laut der Zufahrtsbeschreibung des Campingplatzes wird die Anfahrt mit dem Caravan über die Autobahnausfahrt Bozen-Nord/Blumenau empfohlen. Daran möchte ich mich schon halten, zumal ich die Strecke nicht kenne, und wir mit einem nicht allzu kleinem Wohnwagen unterwegs sind. Wie geplant verlassen wir die Autobahn bei Bozen und tasten uns weiter nach Blumau wo sich die Auffahrt zur Seiser Alm, mit seinen Orten wie Seis, Völs und Kastelruth befindet. Die Straße ist zum größten Teil am Berghang gebaut und mit seinen 17% Steigung durchaus anspruchsvoll. Unser Tiguan mit seinen 200 PS kämpft sich meist im 2. bis 3. Gang die Pass-Straße hoch. Kurz vor 15:00 haben wir den Völser Ortsteil St. Konstantin wo sich unser Campingplatz befindet erreicht. Trotz der Höhe von 880 Metern haben wir auch hier eine Temperatur von 26°. Vor der geschlossenen Schranke stehen schon mehrere Wohnmobile und Wohnwagen deren Besitzer sich in der schon geöffneten Rezeption zur Anmeldung befinden.

Meine Frau und ich warten auf Grund der Corona-Auflagen vor der Türe bis wir aufgerufen werden, meine Frau geht dann allein hinein, und meldet uns an. Sie bekommt einen Platzplan auf dem mehrere freie Stellplätze angezeigt sind die wir uns anschauen können. Wir schauen uns einige der Plätze auf den verschiedenen Etagen bzw. Niveaus an und entscheiden uns dann für die Platznummer 511 die einen guten Eindruck auf uns macht. Der Platz ist von Sträuchern und einem schönen Nadelbaum umgeben und direkt vor uns ragt der Schlern in die Höhe. Wir holen unser Gespann vom Eingang und fahren hinunter zum ausgesuchten Platz und hängen den Caravan ab. Mit unserem Mover (Elektroantrieb) fahre ich den Wohnwagen auf den Platz und drehe ihn parallel zur Straße hin. Ich bin schon fertig damit, da kommt plötzlich ein Mann auf dem Fahrrad und meint; das von Seiten des Campingplatzes gewünscht wäre, den Caravan in Richtung zur Straße stellen. Weil z.b. die Wasser und Abwasser-leitungen so gelegt sind, er ist äußerst freundlich und besteht nicht voll darauf, aber er legt großen Wert darauf. Er zeigt mir die Vorteile auf und kann mich überzeugen, wir unterhalten uns noch eine Weile ganz nett.
Im Anschluß daran frage ich ihn, wer er denn sei, Seine Antwort darauf: Er sei der Ehemann der Besitzerin.
Im darauf folgenden Gespräch erzählt er, daß seine Familie im 1900. Jahrhudert aus dem Grödnertal zugewandert und sein Großvater hier mehrere Bauernhöfe gekauft hat. Ich fragte ihn ob aus der Besitzerfamilie ein bekannter Bergsteiger stammte, was er aber verneinte.
Als ich später einmal im Internet recherchierte konnte ich feststellen, daß mein Gesprächs-partner Erhard Mahlknecht ein ehemaliger italienischer Naturbahnrodler und mehrfacher Medailliengewinner war.
Ein liebenswürdiger und bescheidener Mann!! .

Nachdem wir also fertig waren mit dem Aufstellen des Caravans, und unseren Tisch und die Stühle aus dem Auto geholt haben, ist erstmals eine Pause angedacht. Meine Gattin schenkt uns ein Glas Hefeweizen ein, das wir genüßlich trinken. Wir sind trotz des kurzen Fahrweges hier nach Südtirol doch etwas angeschlagen. Etwas später gibt es dann noch eine Tasse Kaffee bzw. Cappuccino und Kuchen zum Essen. So geniesen wir die wunderbare Aussicht auf den Schlern (Wahrzeichen von Südtirol 2563 Meter) der direkt vor unseren Augen in die Höhe ragt. Erst gegen 18:30 rollen wir unsere Markise aus, die Sonne steht sowieso schon hinter unserem Wohnwagen, so daß keine Eile mehr besteht. Nachdem die Markise steht, entschließen wir uns die Klimaanlage anzuschließen.

Wir haben im letzten Jahr eine Klimaanlage für Caravans gekauft, sie wird einfach in ein Fenster eingebaut/eingehängt. Wir konnten sie bisher nicht richtig testen, das bietet sich ja hier in diesem Urlaub an. Es ist jetzt 19:00 und es ist immer noch 26° warm, und es ist zu erwarten das die Temperatur im Caravan bis zu unserer Schlafenszeit nicht nennenswert nach unten geht.

Heute Abend gibt es wie immer nach einer Urlaubsanreise nur eine Brotzeit, die aus einer Bratensülze, Hering, Käse und Schinken besteht, dazu natürlich ein oder zwei Hefeweizen. Um 22:30 haben wir uns Bettfertig gemacht und sind noch einmal in das Waschhaus mit dem schönen Namen Dolomiten-Bad gegangen. Es hat zwei Eingänge, einer von unserer Straße zugänglich, ein offenes Treppenhaus, der andere Eingang ist von einer tieferen Platz-Etage zu begehen. Alles ist hier picobello sauber und wird mehrmals Täglich gereinigt, hier im Waschhaus besteht ebenfalls Maskenpflicht.

Mittwoch, den 16.06.2021

Es ist 8:00 als wir heute Morgen aufstehen, wir haben ausgezeichnet geschlafen und die Temperatur im Caravan lag jetzt bei 20°, offensichtlich hat die Klimanlage schon etwas gebracht. Zum Frühstück gibt es heute noch ein Zopfbrot das wir noch von zu Haus mitgebracht haben, dazu verschiedene Marmeladen, Honig und zum Schinken bzw. Käse ebenso ein Schwarzbrot.
Nach unserem Gang ins Waschhaus/Toilette entschließen wir uns kurz nach 10:00 mit dem Auto nach Kastelruth zu fahren, um eigentlich den Fahrweg mit unseren kleinen E-Bikes kennen zu lernen. Wir kommen an der Talstation der Seiser-Alm-Seilbahn vorbei die sich zwischen den Orten Völs und Seis befindet. Bis nach Kastelruth sind es ca. 10 Kilometer und es herrscht ein reger Verkehr, mit dem Fahrrad zu fahren ist hier nicht daran zu denken. Der Ort Kastelruth mit seinen knapp 7000 Einwohnern liegt lang gestreckt an der Landstraße 25, er macht einen sehr jungen und gepflegten Eindruck. Als erstes suchen wir einen Platz für unser Auto, sehen kurz darauf einen Hinweis für ein Parkhaus und fahren kurz entschlossen in diese Einfahrt hinein. An der Schranke merken wir, das wir an der Ausfahrt des Parkhauses gelandet sind. Es dauert einige Zeit bis wir rückwärts wieder auf die Hauptstraße zurück stoßen können, da ein reger Verkehr herrscht. Hundert Meter weiter befindet sich doch tatsächlich die Einfahrt ins Parkhaus, wo wir jetzt unser Auto abstellen. In der Nähe des Parkhauses sind die Kastelruther Spatzen als mannshohe Skulpturen dagestellt. Es wäre schon toll wenn wir als Beispiel hier im Ort Norbert Rier begegnen würden (Er ist natürlich auch der einzige aus der Gruppe den wir gleich erkennen würden).

Zu Fuß gehen wir in Richtung Zentrum wo zwei Gemeindearbeiter mit einem Walzen-reinigungs-Gerät den Marktplatz säubern. Auf einer Karte die wir vom Campingplatz bekommen haben, finden wir die Beschreibung zu einen kleinen Spaziergang “Rund um den Kofel“.

Der Rundgang beginnt am rechten Torbogen in Richtung Kofel/Kalvarienberg. Um den gesamten Kalvarienberg führt ein relativ ebener Rundgang mit einem wunderschönem Blick auf Kastelruth und die umliegenden Dörfer. Hier ist auch eine Szene am Kalvarienberg/Jerusalem dargestellt.


Was mir hier an Hand der Bilder und Statuen im Ort auffällt, die Menschen hier sind offensichtlich sehr gläubig. Nach unserem Rundgang besuchen wir kurz die nette Kirche und danach setzen wir uns in den Vorgarten vom Hotel Lamm****. Meine Gattin bevorzugt einen Aperol Spritz und ich einen Cranberry Spritz, so geniesen wir die Zeit und diesem schönen Vormittag, es ist mittlererweile gleich 12:00 Mittags. Kurz darauf kommen Bedienstete aus dem Rathaus und setzen sich ebenfalls hier auf die Terrasse. Eine Frau aus dieser Gruppe hat offensichtlich Geburtstag, sie bekommt ein paar Geschenke aus der Gruppe. Wenig später bringt der Wirt eine riesige Holzplatte auf dem sich Lachsschnittchen oder Ähnliches befinden, den das Geburtstagskind anscheinend ausgegeben hat. Die grüne Salat-umrandung der Platte ist aber das meiste davon. Ich besuche noch kurz die Toilette im Untergeschoß des Hotels, was ich hier sehe ist sehr ansprechend und Schön.

Nach einer Stunde brechen wir auf, um den restlichen Nachmittag am Campingplatz zu verbringen. Hier angekommen machen wir eine kleine Pause, im Anschluß sind für mich nochWartungsarbeiten angesagt. Die Toilette muß noch entleert werden und das Wasser in den beiden Behältern frisch aufgefüllt. Danach machen wir eine Platzrunde, besuchen anschließend die hübsche Terrasse des platzeigenen Restaurant „die Quelle“ und machen ein paar Bilder davon. Auch hier ist der schöne Ausblick auf den Schlern vorherrschend. Auf dem Camping der in vielen Etagen angelegt ist, sind Wohnmobile meiner Einschätzung zu 75% in der Überzahl. In allen Größen von Carthago, Hymer, Morelo oder Modelle von NIESMANN+BISCHOFF stehen sie hier am Platz.


Wir gehen wieder zu unserem Stellplatz zurück, trinken eine Tasse Cappuccino und essen dazu ein Stück Kuchen, Danach schaue ich mir noch das Schwimmbecken, das ein paar Meter weiter und eine Ebene weiter oben liegt. Auch das hat eine schöne Größe und ist seit Corona mit 14 Personen bzw. Liegen begrenzt, man muß sich in der Rezeption dazu anmelden. Am späten Nachmittag möchte meine Frau noch einen Spaziergang machen. Als näheres Ziel bietet sich der Völser Weiher an, es gibt verschiedene Wegweiser mit unterschiedlichen Entfernungen. Wir suchen uns den kürzesten Weg aus, aber was man hier in der Gegend aber niemals vergessen sollte, es geht immer bergauf. Auf dem Weg dahin führe ich noch eine Unterhaltung mit einem Pferd das in der Koppel steht und mir aufmerksam zuhört.

Im Nachhinein stellt sich unser Weg als der Längste dar. Nach fast einer Stunde haben wir den kleinen See erreicht und waren sehr überrascht über die Menge der Besucher in allen Altersgruppen. Offensichtlich ist der kleine Badesee ein Naherholungsgebiet für die Jugend aus dem ganzen Hochtal, die auch mit dem Bus aus den anderen Orten kommen. An einem der vielen Badestege verbrachten wir eine halbe Stunde bis wir uns wieder zum Heimweg aufmachen. Dabei wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher überholt, die plötzlich einen anderen Weg wählten. Kurz entschlossen folgten wir Ihnen und siehe da „unser Heimweg wurde um mindestens die Hälfte weniger“.

Zum Abendessen gibt es heute Schupfnudeln mit Ei, dazu Apfelmus und für mich zum Trinken ein Glas mit Weizenbier. Nach dem Abspülen des Geschirres das meistens mein Part ist, gehen wir nochmals eine Runde über den Campingplatz, der sehr gut gefüllt ist. Zwischenzeitlich haben wir unsere Klimaanlage eingeschaltet um die Tagestemperatur etwas nach unten zu bringen. Danach sitzen wir vor dem Caravan, zum Trinken hole ich mir eine Flasche Sangria, den ich im Urlaub sehr gern trinke. Er ist ja eigentlich ein Fruchtsaft-Getränk mit minimal Alkohol darin. Meine Gattin bevorzugt ein Glas Wein, mal Weißwein meistens aber einen guten Roten. Es ist viel los auf der Straße vor unserem Wohnwagen, die einen gehen auf die Toilette, wiederum andere zum Geschirr spülen. Es gibt noch einen Platzteil der zwei Etagen über uns liegt, und der sehr begehrt ist, aber der Weg zum Waschhaus ist dementsprechend weit. Was aber in meinen Augen mehr zählt, sie haben den Wald direkt im Hintergrund und sehen vom wunderschönen Massiv des Schlern rein gar nichts.
Kurz nach 22:00 gehen wir ins Waschhaus und machen uns Bettfertig, es war ein schöner und langer Tag.

Donnerstag, den 17.06.2021

Kurz nach 7:30 stehen wir auf, meine Gattin geht in den kleinen Shop hinter dem Restaurant um frische Brötchen zu holen, sie haben eine nette Auswahl an Backwaren. Was hier Außergewöhnlich ist, es wird nach Gewicht und nicht nach der Menge abgerechnet. Der Himmel ist heute Morgen grau und wir haben einen Hochnebel, gegen Mittag soll die Sonne heraus kommen. Laut Wetterangabe im Handy kann es heute Nachmittag noch Regnen.
Kurz nach 10:00 sind wir vom Campingplatz aufgebrochen, mit dem Auto sind es ja nur ein paar Minuten bis zur Talstation der Seiser Alm. Hier kaufen wir die Eintrittskarten, pro Person 17€, dann geht es auch schon los. Wir haben eine Gondelkabine nur für uns allein, im Normalfall reicht der Platz wohl für bis zu 8 Personen. Auf dem Weg nach oben ist es noch teilweise Dunstig, dagegen auf der Bergstation auf der Seiser Alm auf 1850 Metern ist die Sonne schon durch gekommen.

Compatsch heißt der kleine Ort hier oben auf der Hochalm, es gibt ein paar Hotel sowie verschiedene Shops. In einem davon kaufe ich mir einen verstellbaren Spazierstock in der Hoffnung das mir das Laufen leichter fällt (bei unserem Spaziergang zum Völser Weiher benutzte ich einen großen Ast zum Laufen und zur Unterstützung).
Hier man kann auch mit dem Pferdewagen auf verschiedenen Wegen fahren und mehrere Hütten besuchen. Die Seiser Alm kann man auch zu bestimmten Uhrzeiten mit dem Auto besuchen, der Autobus und verschiedene Lkws fahren den ganzen Tag hier hinauf. Von Compatsch führt eine Verbindungsstraße bis nach Saltria (1690m). In der Nähe von Compatsch führen zwei Lifte rechts und Links der Straße nach Saltria einmal hinauf zum Panorama-Hotel 2009m, und zur Linken zur Puflatsch-Bergstation 2104m. Einige Kilometer weiter führt der Florianlift (Vierer-Sessellift) von der Hochalm hinauf bis zur Williamshütte auf 2100m. Wir stehen also hier in Compatsch und wissen nicht, in welche Richtung wir laufen sollen. Von Bergtouren haben wir absolut keine Ahnung, auf unserer Wegkarte sehen wir die Puflatschhütte liegen, vergessen aber dabei daß es bis dahin wohl einige hundert Meter in die Höhe geht. Wir fragen ein Ehepaar aus Franken nach für uns machbare Ziele, sie meinen wir sollten entlang der Straße bis nach Rauch laufen, zurück könnten wir Notfalls mit dem Autobus fahren. Wir laufen also los in die neue Richtung, auf halbem Weg meint meine Gattin daß wir nicht neben den LKWs und Bussen auf der Straße herlaufen sollten.

Also wechseln wir wieder die Richtung und gehen jetzt auf einer Bergstraße die sanft ansteigt ins Irgendwo führt. Es geht immer weiter bergauf, wir kommen am Berghotel Santner vorbei, in der Ferne kann man das Alpenhotel Panorama erkennen, wo ein Sessellift herauf führt. Immer wieder werden wir von Pferdewagen, Radfahrern und Traktoren mit (leeren) Viehanhängern überholt.

Nach etwa einer Stunde haben wir das Alpenhotel Panorama in 2009 Meter erreicht. Das Wetter ist schön, die Temperatur etwas frisch aber nicht unangenehm, und die Zeit 12:20. Der Schlern sowie der Plattkofel und Langkofel beides 3000 Meter hoch, sind zum Teil in Wolken gehüllt. Hier oben sind wunderschöne blühende Almwiesen aber keine Kühe. Als wir das Hotel erreicht haben beschließen wir eine kleine Pause zu machen, auf der Terrasse finden wir noch Platz und bestellen etwas zum Trinken. Meine Gattin bekommt Appetit auf ein Essen und so bestellt sie für sich Frankfurter Würstchen mit Pommes Frites.

Kurz vor dem Hotel kreuzen sich viele Wege auf denen viele Montain-Biker aber alle mit Motor unterwegs sind. Von hier aus kann man die noch mit Schnee überzogenen Gipfel des Langkofel oder der Sellagruppe in etwas weiterer Entfernung sehen. Es ist wunderschön hier oben, wo dann im Winterhalbjahr der Skizirkus stattfindet.

Diese zwei Bilder sind nicht von mir

Nach einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg nach unten, der Himmel ist mit Schleierwolken bedeckt und wir wissen nicht was heute Nachmittag noch kommt. Wir sind froh um unsere Windjacken die wir jetzt beim Abwärts gehen, wieder anziehen. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir wieder unten bei der Bergstation in Compatsch auf 1850m, die Temperatur laut Anzeige in der Bergstation liegt im Moment bei 20,1°. Zuvor haben wir die Pferde der Kutscher mit unseren Apfelresten erfreut. Nach ein paar Minuten auf einer Bank in der warmen Sonne sitzend, machen wir uns mit dem Lift auf den Weg zurück ins Tal. Es ist jetzt mittlererweile 14:00 geworden.

Von der Talstation in Seis bis zu unserem „Campingplatz Seiser Alm“ sind es nur ein paar Auto-Minuten.
Am Stellplatz angekommen trinken wir erst noch einen Cappuccino mit einem Stück Kuchen, den wir noch von zu Hause mit gebracht haben. Hier unten ist es Sonnig und sehr warm, so daß wir uns in unsere Liegesessel lümmeln und die Ruhe geniesen. Kurz nach 18:00 gibt es ein schmackhaftes Abendessen nämlich „Rindergulasch mit Semmelknödel“, dazu ein Glas Franziskaner Weißbier und für die Gattin ein Glas Weißwein.

Freitag, den 18.06.2021

In der Nacht bzw. dem frühen Morgen hat es Stark geregnet, man könnte auch von einem Wolkenbruch reden, wenn es hier in Südtirol Regnet dann wirklich sehr fest. Wie wir ja von unserem Aufenthalt im letzten Jahr hier im Passeier Tal wissen. Hermine ist in der Nacht noch aufgestanden und hat diverse Sachen in Sicherheit bzw. unters Dach gebracht. Es ist immer noch trüb, wahrscheinlich bleibt es den ganzen Tag so. Um 8:00 gehe ich den Berg bei der Rezeption hoch um im Lebensmittel-Shop ein paar Brötchen zu holen, während meine Gattin den Frühstückstisch herrichtet. Später habe ich noch unseren kleinen Vorzeltteppich zusammen gerollt und am Wasserhahn mit dem Schlauch abgespritzt, zum weiteren Abtrocknen dann über den Stromkasten gehängt.
Nach 10:00 sind wir aufgebrochen, wir wollen heute bei dem bescheidenen Wetter nach St. Ullrich ins Grödner Tal fahren. Der Weg führt uns wieder über Kastelruth dann weiter über den Passo Pinei 1442m hinunter ins Tal. Diese Paßstraße hat ebenso eine große Steigung mit engen Kurven wie der Weg von Blumau nach Völs herauf. Ich war ja vor etwa 48 Jahren schon mal mit einer Jugend-gruppe in St. Ullrich, aber nachdem wir hier vor Ort waren, fehlte mir jede weitere Errinnerung daran. Als erstes fanden wir ein Parkhaus wo wir unseren Tiguan abstellen konnten. Die Parkgarage Central ist nur einige Meter vom Zentrum?? enfernt. Wir gehen an der Pfarrkirche St. Ullrich vorbei, kommen am 5***** Hotel Adler vorbei, das einen tollen und gepflegten Eindruck auf uns macht.

Ein paar Meter weiter unten sind einige Marktbuden aufgestellt, hier müssen wir aber unsere Corona-Masken aufsetzen. Wir kommen noch an weiteren Hotels vorbei die allen einen guten Eindruck machen. Nach Rechts geht es zur Hauptstraße und zum Grödner Bach (Rio Gardena) der zur Eisack fließt. Jetzt gehen wir langsam wieder zurück, in der kleinen Fußgängerzone sehen wir ein Cafe mit einer Außenterrasse, wo wir uns jetzt an einen Tisch setzen, und dem regen Treiben hier in der Fußgängerzone zu schauen.

Wir bestellen zwei Aperol Spritz mit Sekt beim Kellner, wie es sich im nach hinein heraustellte, war der Alkohol aber für den Geschmack kein Nachteil. Dazu gab es einen kleinen Teller mit Brötchen belegt mit Südtiroler Schinken, ein Schälchen mit Oliven und Pepperoni sowie Kartoffel-chips. So verbrachten wir fast eine Stunde auf der Terrasse des netten Cafes, bevor wir zurück zum Parkhaus gehen in dem der Tiguan auf uns wartet. Auf dem Rückweg fahren wir wieder die gleiche Strecke nach Kastelruth. Plötzlich zeigt unser Navi den Eintrag „Fuschghof“
(Der Fuschghof im Weiler St. Oswald ist die Heimat-Adresse des Sängers der Kastelruther Spatzen Norber Rier der auf diesem Hof eine Haflingerzucht betreibt).

Kurz entschlossen beschließen wir den Fuschghof zu suchen, um Norbert Rier wenigstens aus der Ferne zu sehen. Die erste Abfahrt nach St. Oswald ist wegen einer Straßenbaustelle bei Telfen gesperrt. Jetzt fahren wir weiter aber in der Ortschaft Seis, mitten im Centrum sehen wir die nächste Abfahrt in den Weiler St. Oswald. Zunächst geht es über Wiesen und Felder und dann über schmale Straßen in den Wald und in die Höhe hinauf. Ab und zu kommen wir an einsamen Bauernhöfen vorbei dem Fuschghof immer näher. Es wird immer einsamer die Straße bleibt schmal trotz den vielen Bushaltestellen die wir unterwegs sehen. Hoch oben im Wald kommen wir an ein Straßenstück wo vom gestrigen Regen ein gut 50 Meter langes Stück mit Erdreich und sonstiges vom Hang herab auf die Straße gespült wurde. Ganz vorsichtig im Schritttempo fahren wir durch und kommen unserem Ziel immer näher. So langsam kommen wir wieder ins Tal in einer Haarnadelkurve sehen wir auf der rechten Seite einen schönen Bauernhof weit in der Wiese stehen. Allerdings ist die Zufahrt auf die Wiese versperrt und es befinden sich andere Namen auf den Schildern. Am Beginn der Kurve auf der Linken Seite geht ein steiler Weg noch oben, wo wir ebenfalls einige Meter gehen. Ohne Erfolg, weiter oben ist nur eine alte Scheune zu sehen. Wir fahren weiter nach unten zwischenzeitlich müssen wir noch einem Kleinbus mit ca. 20 Sitzplätzen und einem kleineren LKW ausweichen. In einer weiteren Kurve kommt noch eine Gaststätte, dann ist auf dem Navi die Anzeige vom Fuschghof auch schon wieder verschwunden.

Adieu Norbert Rier, es ist schade daß wir dich nicht gefunden haben.

Auf einem anderen Weg fahren wir wieder nach Seis am Schlern zurück, müssen dort einem Auto ausweichen das uns entgegen kommt. Wie es sich heraus stellt sind es unsere netten Campingnachbarn von gegenüber, die heute Morgen ihr Zelt abgebaut haben. Wir müssen ein kleines Stück mit dem Auto zurück stoßen. Die Straßen hier sind vielleicht 3 Meter breit, wie mag das hier im Winter ausschauen, wenn überall Schneeverwehungen sind und dann ein Fahrzeug entgegen kommt. Ich mag mir das gar nicht vorstellen.
Um 14:15 sind wir wieder am Platz angekommen, als erstes machen wir eine Brotzeit, bestehend Käse, Salami und Leberwurst, wir haben ja noch Brötchen vom Frühstück übrig. Eine knappe Stunde später runden wir das Ganze noch mit Kaffee und Kuchen ab, wir liegen danach in der warmen Sonne, es sind bestimmt schon über 25° heute Nachmittag. Irgendwann spricht mich eine Dame auf meinen Reiseblog an, im Heckfenster unseres Caravans habe ich ein hübches Plakat hängen das auf meinen Reiseblog hinweist. Wie auch immer, aus dem Gespäch ist zu entnehmen, das sie einige meiner Reiseberichte gelesen und viele Details darüber wußte. Das freute mich natürlich, wenn man eine positive Resonanz über seine Arbeit bekommt. Später nehme ich mir meinen Fotoapparat um noch ein paar schöne Bilder von unserem Camping-platz zu machen. Der Platz ist wirklich schön / gelegen, wie schon erwähnt auf mehreren Ebenen und Terrassen, man hat eine gute Aussicht nach allen Seiten. Viele große Wohnmobile sind hier, ob sie Eigentum sind, darf in der heutigen Zeit bezweifelt werden. Ich mache auch ein paar Bilder vom Dolomiten-Bad, das aus zwei Etagen begehbar ist, und immer Sauber gehalten ist. Ebenso suche ich das Freibad auf, das recht hübsch ist und eine nette Größe hat.

Heute Abend gibt es Tortellini mit einer Sahnesoße und Pilzen zum Essen, zum Trinken gibt es ein Glas Hefenweizen. Dann wie immer Spülen im Waschhaus, das aber auch mit Geschirrspülautomaten ausgestattet ist. Nach 22:00 ist für uns Bettruhe angesagt, der Tag war schon anstengend aber auch Interressant.

Samstag, den 19.06.2021

Es ist 7:45 als wir aus den Federn hüpfen, die morgentliche Temperatur liegt heute bei etwa 20°. Wir haben einen Hochnebel unsere schöne Aussicht zum Schlern hinauf ist zum großen Teil in dichten Nebel gehüllt. So langsam und zaghaft kommt aber die Sonne aus den Wolken hervor, es soll trotz allem heute ein Sonniger Tag werden. Die ersten neuen Campinggäste treffen schon ein, nachdem gestern großer Abreisetag für viele Camper war, liegt im Moment die Belegung bei etwa 60%. Was sich im Verlauf des heutigen Tages sicher relativieren wird. Mittlerweile ist es 10:15 geworden, wir wollen heute einen kleinen Wandertag machen, und irgendwie zum Oachner Weiher gehen. Mit dem Auto fahren wir an Völs vorbei in Richtung Bozen, kurz nach Völs sehe ich die Abfahrt nach Prösels wohin unser Weg führen soll. Ich staune, die Straße ist schmal und die Steigung liegt bei 29 Prozent, sowas habe ich in den letzten 40 Jahre nicht mehr erlebt. Wir kommen an Schloß Prösels vorbei das einen imposanten Eindruck auf mich macht. Einige Kilometer nach dem Ort kommt eine breite Straße die von Bozen herauf führt nach Prösels bzw. nach Tiers im Rosengarten. Wir fahren weiter, Es geht an Oberaicha, Völser Aicha und St.Katharina vobei, ohne daß wir die Abfahrt zum Oachner Weiher sehen. Wir fahren noch bis Tiers im Rosengarten, wo wir dann wieder umdrehen, auf dem Rückweg orientieren wir uns an den Bushaltestellen in unserem Straßenplan. Bei der Haltestelle bei Völser Aicha gibt es eine einzig mögliche Abfahrt, sie führt aber steil in ein Waldstück hinein, das ich höchstens mit einem Quad befahren würde. Wir fahren also enttäuscht wieder zurück, im Örtchen Prösels machen wir dann wieder halt.
Hier in Prösels gibt es anscheinend einen weiteren Weg zum Oachner Weiher, wie ich aus unserer Karte ersehen kann. Wir fragen im Ort nach und gehen die ersten paar hundert Meter Bergauf.

Es ist sehr heiß heute, meine Kondition liegt bei Null, so drehen wir auch jetzt wieder um. Bei unserem Auto-Parkplatz beginnt der Oachner Höfeweg den wir jetzt ohne etwas näheres darüber zu wissen, zum Teil begehen wollen.

Unterhalb des Schlosses am Berghang sehen wir drei Personen einem kleinen Garten bewirtschaften. Weiter den Weg entlang sehen wir in der Ferne den Ort Völs, ich mache ein Foto mit dem Teleobjektiv. So laufen wir ein paar Kilometer bis der Weg in ein Waldstück hinein geht, von irgendwelchen Bauernhöfen konnten wir nichts sehen. Jetzt drehen wir wieder um, das Schloß liegt jetzt zu unserer Linken, wir gehen durch den kleinen Park bis zum Eingang.

(Schloß Prösels wurde erstmals im 1200 Jahrhundert von Dienstleuten der Bischöfe von Brixen erbaut. Und im frühen 16. Jahrhundert vom damaligen Landeshauptmann von Tirol, Leonhard von Völs, zu einer Renaissance-Schlossanlage erweitert).

Leider kommen wir nicht hinein, das Cafe das beim Eingang des Schlosses betrieben wird, hat heute Ruhetag. Nach ein paar Minuten kommt vom Gartentor ein typischer Italienischer Kleintransporter, auf seiner Ladefläche hat er frisches Gemüse und Salate und wunderschöne Erdbeeren geladen. Die Sachen sind für heute Abend zu einer Hochzeitsfeier bestimmt, die in der Burg stattfindet. Er klingelt am Tor und kann dann das kleine Tor öffnen, fährt aber nicht hinein. Ich kann nun einen kleinen Blick in den Äußeren Burghof werfen, aber viel ist nicht zu sehen. Nach einer Weile kommt der Pächter des Cafes und gleichzeitig derzeitige Verwalter des Schlosses mit einem noch kleineren Fahrzeug durch das Tor gefahren. Hier wird nun umgeladen, und beide fahren jetzt wieder hinein, das kleine Tor wird wieder geschlossen. Wir steigen nun in unser Auto und fahren zum Campingplatz zurück. Hier dann das übliche Ritual, Kaffee bzw. Cappuccino trinken und dazu ein Stück Kuchen essen. Wir haben heute auf dem Stellplatz gegenüber neue Nachbarn bekommen, ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Die jungen Leute aus Coburg wo die ganze Woche hier waren, haben ja gestern Morgen abgebaut und sind wohl im Laufe des Tages weiter oder Heimwärts gefahren. Am Nachmittag sind wir ihnen ja noch auf der Straße bei St. Oswald begegnet, vielleicht waren sie auch auf den Spuren von Norbert Rier (Kastelruther Spatzen).

Aber zurück zu den Neuankömmlingen, die ersten Minuten waren sie ganz freundlich, das hat aber ziemlich schnell nachgelassen. Vielleicht waren sie auch nur müde von der Anreise, aber das war uns jetzt auch gleich. Wir fahren ja Morgen Früh weiter nach Lana bei Meran. Die Ehefrau war wohl ein Allrounder, sie hat das Auto mit dem Caravan gefahren, den Wohnwagen mit dem Mover eingeparkt und im Anschluß mit dem kleinsten Kind noch zum Einkaufen gefahren.
Nach dem Abendessen haben wir unsere Markise abgebaut und alles was wir nicht mehr brauchten weggeräumt. Vor dem ins Bett gehen wird noch schnell unsere Klima-anlage abgebaut und veräumt.

Sonntag, den 20.06.2021

Heute Morgen sind wir schon früh wach, es ist erst 6:45 aber wir wollen ja heute weiter fahren zu unserem nächsten Ziel dem Camping Schlosshof in Lana. Heute am Sonntag hat der Campingshop geschlossen, es gibt also keine Brötchen heute. Aber wir haben ja noch Kuchen dabei und zum Trinken gibt es einen Cappuccino. Anschließen machen wir unsere Morgentoillette im Waschhaus Meine Frau geht danach noch schnell zum Geschirr spülen, während ich ein letztes mal die Toilettenkassette vom Caravan leer mache. Es ist jetzt 9:00 geworden als wir den Campingplatz auf der Seiser Alm verlassen. Unser Weg führt wie auf der Herfahrt über Völs,dann etwa 10 Kilometer die steile Paßstraße mit Tempo 40 bis 45 Stundenkilometer hinunter. Mehr geht hier nicht, nach Blumau und danach nach Bozen-Süd. Es gibt ja irgendwo eine Straße bei Bozen-Nord die direkt auf die alte Verbindungsstraße nach Meran führt. Aber mit dem Caravan mitten durch die Stadt fahren ist vielleicht auch keine gute Idee. So führt uns das Navi über Bozen-Süd auf die Schnellstraße SS38, die wir bei Burgstall schon wieder verlassen. Von hier sind es nur ein paar Minuten bis zum Campingplatz. Laut Angabe vom Ca.-Platz soll man nur den Hinweisschildern zum Campingplatz folgen und nicht dem Navi. Eine Stunde seit der Abfahrt von der Seiser Alm und wir sind im Schlosshof-Camping angekommen.

Hier gibt es keine Wartespur wo die ankommenden Gespanne und Wohnmobile abgestellt werden können. Es gibt nur einen großen Vorplatz wo alle durchfahren müssen. Wo ich jetzt mein Fahrzeug abstellen muß, blockiere ich die Einfahrt zu einem anderen Platzteil, aber es geht nicht anders. Ich bleibe am Fahrzeug während meine Frau zur Anmeldung in die Rezeption geht. Gottseidank ist im Moment alles ruhig und keiner muß aus diesem Platzteil heraus fahren. Nach ein paar Minuten kommt meine Gattin schon zurück und wir können unseren Stellplatz mit der Nummer 28 de Luxe anschauen ob er schon frei ist, was der Fall ist. Ich gehe zum Eingang zurück und fahre in unsere Straße hinein, aber wie es meistens so geht: mir kommt in der Straße ein großer Morelo entgegen. Der Fahrer ist Gottseidank Intelligent und fährt in die Fahrbahnverbreitung beim Waschhaus hinein, so kann ich an ihm vorbei, und er im Anschluß weiter aus der Straße heraus fahren. Wir können anschließend gleich unseren Stellplatz beziehen. Das ist ja schnell passiert, den Caravan vom Auto abhängen mit dem Mover rangieren, die Caravanstützen herunter drehen und zum Schluß die Markise herunter rollen. Das Wetter ist heute sehr schwül und die Temperatur liegt jetzt am Vormittag schon bei ca. 28-30°.

Nachdem der Caravan fertig aufgestellt ist, gehe ich als erstes mal zum Duschen. Der Campingplatz hat zwei bzw. drei Sanitärgebäude: Das Gebäude mit der Nummer 1 heißt„Grande Amore“: die Nummer 2 „Tiiamo“: und die Nummer 3 „Piccolo Amore“, das ist aber nur für die Gäste der Premiumplätze zugänglich. Es gibt natürlich auch 10 mietbare Privatbäder mit Dusche/WC. Alle drei Sanitärhäuser sind im Detail, jede Lampe und jedes Waschbecken in edlen Italienischen Design eingerichtet (So die Originalaussage des Campingplatzes).
Die Duschen in den 2 Waschhäusern sind unterschiedlich eingerichtet, im „Grande Amore“ gibt es sogenannte Regenduschen an der Decke. Dagegen im „Tiimo“ sind herkömmliche Dusche mit Schlauch und Duschkopf installiert. Wir bevorzugen im Allgemeinen Duschen mit abnehmbarem Duschkopf.

Nach einer kleinen Brotzeitpause mit Käse, Schinken und Salami holen wir unsere E-Bikes aus dem Kofferraum des Tiguan, hier waren sie während der Fahrt gut verschnürt. Meine Gattin möchte unbedingt noch eine Fahrradtour machen, nachdem die Räder auf der Seiser Alm nicht benutzt wurden. Wir verlassen den Campingplatz und fahren über die Ing. Luis-Zueg-Strasse und dem Kreisverkehr zum Ortsausgang. Hier überqueren wir die Schnellstraße und gleich darauf die Etsch, die hier ein ganz ansehlicher Fluß geworden ist. Nachdem wir nach rechts abgebogen sind fahren wir jetzt im Bahnhofsgelände des Nachbarortes Burgstall. Hier befindet sich die Einfahrt zum Fahrradweg der von Meran bis nach Bozen geht. Wir überqueren jetzt ein zweites mal die Eisenbahnschienen und befinden uns jetzt auf dem Radweg. Neben uns ist der Fluß Etsch der viel Wasser führt und sehr schnell nach Süden fließt. Ab und zu werden wir von Radfahrern auf Rennrädern, aber auch von anderen E-Bikes überholt. Aber alle haben große Räder mit 28“, da können wir mit unseren 20“ Rädern nicht mithalten. Wir fahren fast bis nach Gargazon bis wir wieder umdrehen, am Campingplatz zurück, sind wir ca. 13 Kilometer gefahren (Ich bin das erste Mal seit einem Jahr wieder mit dem Fahrrad unterwegs).

Kurze Zeit nachdem wir mit dem Fahrrad wieder am Campingplatz sind, bekommen wir neue Nachbarn auf dem Stellplatz gegenüber. Zusammen mit einem weiteren Nachbarn helfen wir kurz den Caravan auf den Platz zu schieben. Die neuen Gäste kommen aus Görlitz in Sachsen und sind schon seit heute Morgen um 6 Uhr unterwegs. Die Wegstrecke beträgt mehr als 860 Kilometer wie sie uns erzählen und alles nur mit einem Fahrer, der aber noch einen munteren Eindruck macht.
Zum Abendessen gibt es heute eine Currywurst mit Brötchen. Nach dem Essen baue ich noch unsere Satellitenschüssel auf und mache im Fernseher einen Programm-Suchlauf. Hier gibt es dann einen Zwist zwischen meiner Frau und mir über die Notwendigkeit von Fernseh-schauen im Urlaub. Wie meistens gehen wir nach 22:00 ins Bett, dank unserer Klimaanlage ist die Temperatur mit etwa 20° im Wohnwagen gut auszuhalten.

Montag, den 21.06.2021

Kurz vor 7:30 sind wir heute Morgen aufgestanden, Meine Frau hat die morgentlichen Brötchen bei der Rezeption geholt, hier gibt es einen Verkaufsstand für die Frühstücksbrötchen welche von einem Kellner getätigt wird. Nachdem wir unsere Morgentoilette vollendet haben, steigen wir auf unsere Räder und fahren als erstes in Richtung Ortszentrum von Mitterlana. Danach fahren wir über den St. Agathaweg hinaus über die Apfelfelder bis zum Aichweg der von Oberlana her führt, wo wir dann die Straße und einen kleinen Fluß mit dem für uns ungewöhnlichen Namen Falschauer überqueren. Dieser Fluß führt sehr viel Wasser und hat eine sehr starke Strömung, wir fahren am rechtseitigen Ufer entlang. Bei der Gewerbezone Lana wird der Fluß plötzlich zu einem Biotop. Sein Wasser läuft jetzt über eine längere Strecke durch eine bewaldete Flußlandschaft, einfach wunderschön.

Als nächstes müssen wir jetzt eine stark befahrene Haupstraße überqueren. An einem Überweg probieren wir unser Glück, ein LKW-Fahrer zeigt uns noch den Vogel. Andere haben mehr Verständnis und lassen uns über die Straße gehen. Wenig später müssen wir noch die Schnellstraße überqueren, an einer Engstelle direkt an der Verkehrs-reichen Fahrbahnkreuzung werden wir noch von einem weiteren Ehepaar fahrlässig überholt. Manche Verkehrs-Rowdies sind jetzt auch mit dem E-Bikes unterwegs, wir schütteln nur mit dem Kopf. Wir überqueren auch die Schnellstraße SS38 und anschließend die Etsch, wenig weiter fahren wir am Obi-Markt von Meran vorbei. Hier kommen wir wieder auf den Fahrradweg der von Bozen hier nach Meran führt. Wir folgen für ein paar Kilometer diesem Weg, bis er später einmal abzweigt. Hier drehen wir wieder um, und fahren die umgekehrte Strecke bis hinunter zur Abzweigung Lana-Süd-bzw. Poststall wo wir mit dem Caravan herein gefahren sind. Jetzt radeln wir weiter bis zur Hl. Kreuz Kirche wo wir wieder enttäuscht umdrehen, hier ist von Zentrum nichts zu spüren. Die letzten Kilometer mußten wir über die verkehrsreiche Hauptstraße (A.-Hofer-Strasse) fahren.
Kurz vor Mittag sind wir wieder am Platz angekommen, nachdem wir unsere Räder abgestellt haben, sind wir zurück zur Rezeption gegangen,um uns einen Becher Eis zu kaufen. Wir setzen uns dafür auf die Sitzbänke beim Pool und geniesen das aus-gezeichnete Eis, das gar nicht mal so teuer ist im Gegensatz zu anderen Sachen hier am Platz. Danach gehen wir zum Stellplatz zurück und trinken ein Radlerbier und geniesen die Ruhe und die warme Sonne. Gegen 15:00 gehen wir noch zum Pool um eine Runde zu schwimmen. Der Pool ist sehr schön angelegt, nicht allzu groß, laut der Tafel am Eingang für über 80 Gäste frei gegeben (Corona). Im Vergleich zum etwa gleich großen Schwimmbad auf der Seiser Alm mit seinen 14 Personen halte ich das hier für übertrieben. Neben dem Schwimmbecken gibt es noch eine kleine Liegewiese, wo man im Schatten liegen kann. Um 16:00 sind wir schon wieder auf unserem Platz zurück um eine Tasse Kaffee zu trinken.

Zum Abendessen wird heute noch gegrillt, hoffentlich hat meine Gattin dieses mal nicht so große Portionen vorbereitet wie in früheren Zeiten.

Gegen 22:00 machen wir uns Bettfertig und gehen ein letztes Mal für heute ins Waschhaus. Ich persöhnlich ziehe das „Tiiamo“ den anderen Waschhäusern vor. So vergeht auch dieser schöne Tag.

Dienstag, den 22.06.2021

Kurz nach 7:30 sind wir heute Morgen aufgestanden, die Brötchen habe ich heute im Zentral-gebäude geholt, während mein Gattin das Frühstück bereitet. Wir essen ja nicht allzuviel, es gibt verschiedene Marmeladen und Honig, weiter Käse in Scheiben und Schinken, manchmal auch ein gekochtes Ei. Das reicht uns zum Frühstück und für die nächste Zeit. Kurz nach 10:00 machen wir uns fertig für die heutige Fahrradtour. Wir verlassen den Campingplatz auf dem selben Weg wie immer. Zu Beginn haben wir das Problem einen bestimmten Weg oder eine Gasse zu finden, der Ortsplan von Lana lässt schon zu wünschen übrig. Nachdem das Problem gelöst ist fahren wir über die Sonnenstraße und den Brandisweg nach Niederlana. Hier steht eine kleine Kirche mit einem bekannten Altar (Schnatterpeck-Altar). Wir fahren jetzt weiter über die Lahnstraße und verlassen den Ort in südlicher Richtung. Überall gibt es hier Obstbauernhöfe und es gibt riesige Apfelbaumfelder soweit das Auge reicht. Wir fahren mit den Rädern bis zu einer Abzweigung die zum Nachbarort Gargazon führt, wo wir dann umdrehen.

Wieder in Niederlana angekommen geht unser Weg wieder an der Kirche vorbei zum Obstbaumuseum und weiter zum Brandis-Waalweg, den können wir aber nicht mit unseren Fahrrädern befahren. Wir drehen um und fahren jetzt in Richtung dem St. Margarethenweg mit der kleinen Kapelle gleichen Namens. Auf dem kurzen Bergweg haben unsere Räder schon schwer zu kämpfen, wir fahren hier fast neben dem Brandis-Waalweg. Hier oben am Margarethenweg haben wir eine wunderbare Aussicht auf den Ort und das umliegende Etsch-Tal.

Weiter geht es jetzt zum Kloster Lanegg und über die Kapuzinerstrasse sind wir jetzt im Ortsteil Oberlana angekommen. An der Hl.-Kreuz-Kirche vorbei fahren wir auf der Hauptstraße (Maria-Hilf-Strasse) bis fast zum Ortsende von Lana. Hier stehen wir an dem Bach oder Fluß die Falschauer, wo in zwei Kilometer Entfernung daraus ein reißender Fluß geworden ist. Etwas weiter in die Berge hinein soll die Gaulschlucht sein mit einem kleinen Wasserfall. Hinter der Brücke ist der Zugang in die Schlucht, wir fahren ganz langsam auf dem Fußgängerweg weiter. Von Zeit zu Zeit begegnen uns Spaziergänger die den Weg schon wieder zurück gehen. Wir kommen an der Gaulwiese vorbei, hier ist im Spätfrühling der Austragungsort des Open Air Gaul ein Musik-festival, weiterhin dient sie dann als Kulisse für die Freilichtspiele in Lana, und im Winter ist hier der Eislaufplatz und sogar mit einer Tribüne zu finden. Kurz darauf geht es durch einen kleinen Tunnel. Im weiteren Verlauf wird die Schlucht immer enger, man kommt an einem kleinen Wasserfall vorbei. Hier stehen einige Urlauber mit ihren Kleinkindern, wir sehen zum ersten Mal E-Bikes für Kinder. Dann geht es weiter über einen gut gesicherten Pfad, man überquert mehrere Brücken und erreicht wenig später das Ende der Schlucht beziehungsweise das Ende des Wanderweges wo sich ein weiterer Wasserfall befindet.

Wir gehen bzw. fahren wieder zurück, wieder in Lana angekommen. Überqueren wir die verkehrsreiche Hauptstraße und biegen gleich darauf in so eine Art Fußgängerzone die sich „Am Gries“ nennt hinunter. Wir fahren ein paar hundert Meter bis wir ein nettes Cafe finden, wo wir einen Aperol trinken. Hier verweilen wir eine dreiviertel Stunde bis wir das Oberdorf wieder verlassen und über Mittel-Lana zurück zu unserem Campingplatz fahren. Unsere Fahrradtour heute dauert ca. 3 Stunden und 13 Kilometer lang, es ist mittlererweile 13:00 geworden als wir den Platz erreichen.
Die Temperatur liegt jetzt bei ca. 31°, drinnen im Wohnwagen ist sie bei 35°. Bevor wir zum Pool gehen machen wir noch eine kurze Mittagspause mit Käse und Salami und einer Flasche Radlerbier. Gestern hatten wir Badeliegen direkt am Pool mit einem Sonnenschirm dazwischen, und als wir aus dem Wasser kamen mußten wir unsere Liegen nur etwas in die Sonne rutschen. So waren wir im Nu wieder trocken.

Heute waren nur in der kleinen Liegewiese noch ein paar freie Plätze zur Verfügung und der Himmel war jetzt schon leicht bewölkt, So trockneten unsere Badesachen kaum noch als wir aus dem Wasser kamen. Gleich neben der Liegewiese befindet sich die Garage in der das Auto des jungen Platzchefs abgestellt ist. Er leistet sich einen Porsche Carrera 4 S, das seinen Gästen zu Präsentieren halte ich etwas für etwas übertrieben und unüberlegt.

Mittwoch, den 23.06.2021

Wie meistens stehen wir gegen halb Acht Uhr auf und nach unserem morgentlichen Toilletten-besuch gibt es erstmal ein Frühstück, die Brötchen holen wir bei der Rezeption. Die Temperatur liegt heute bei etwa 22-23°. Gegen 10:00 machen wir uns fertig zu unserer nächsten Fahrradtour, die Nachbarn von gegenüber starten auch gerade zu ihrer Wanderung auf irgend welche Höhen. Sie sind fast jeden Tag hier in den Bergen unterwegs, wo sie sich offensichtlich gut auskennen. Das ist nicht unser Metier, wir kennen uns hier nicht aus und besitzen auch nicht die körperliche Kondition der beiden. So bleiben wir bei unseren Rädern und versuchen jeden Tag eine andere Fahrradtour zu machen.
Heute fahren wir wieder über den St.Agatha-Weg in Richtung dem Fluß Falschauer zu, der auch heute sehr viel Wasser führt und dementsprechend eine große Strömung hat. An einer Fußgängerbrücke überqueren wir den Fluß und fahren durch die Apfel-plantagen weiter dem Örtchen Tscherms zu. Bei der Kirche geht der Fahrradweg weiter Richtung Marlingo. Wir folgen diesem Weg (Dr.-J.-Garberstrasse) und kommen am Ortsende wieder auf die Hauptstraße zurück. Fast gegenüber geht ein Weg (Feldweg) steil nach oben und mündet dort in die Baslingerstrasse. Hier am Ende dieser Straße befindet sich das Schloß Baslan. Hier befindet sich ein Pferdegestüt das Haflinger züchtet, leider ist es für Besucher gesperrt. Wir fahren also ein paar Meter weiter in eine Strasse die sich Mühlenweg nennt. Dort finden wir zwei Häuser das erste hat eine wunderschöne Hofeinfahrt, und das zweite Haus hat an allen Fenstern und Balkonen sowie in der Einfahrt einen wunderbaren Blumenschmuck. Wir steigen ab um ein paar Bilder zu machen, auch die Aussicht von hier ins Tal ist sehr schön. Dann fahren wir weiter den Berg hoch, am Schloß vorbei, wo sich ein paar Häuser anschließen und im hinteren Bereich des Schlosses ein Montessori-Kindergarten befindet. Wir fahren weiter die Lebenberger-Strasse hoch bis zum Bio-Bauernhof Obergluniger.

(Bio-Bauernhof Obergluniger, der hier Ferienapartments im historischen Haus am Hof und auch im neuen Haus am Lebenberg zur Gänze aus natürlichen Materialien gebaut und nach eben diesen Kriterien ausgestattet hat. Vom Außenpool und der Liegewiese hat man einen weiten Panoramablick von Meran bis Bozen und auf die umliegende Bergwelt )

Urprünglich wollten wir noch bis zum Castell Lebenberg hoch, aber der Weg zur Burg führt weiter steil nach oben, das wollten wir unseren kleinen E-Bikes nicht weiter antun. Wir fahren also wieder hinunter nach Tscherms und von dort weiter bis zum Fluß Falschauer der hier wild und reißend ist. Keine zwei Kilometer weiter Fluß abwärts, fließt er beschaulich durch eine Waldlandschaft.

(das Flüßchen Falschauer das in Östlicher Richtung in die Etsch mündet. Zuvor sieht man ein Wunderschönes Biotop, hier fließt der Fluß durch einen lichten Laub- und Buschwald mit zunehmenden Sumpfbereichen. Dieses Gebiet ist bis heute ein wichtiger Rastplatz und ein Paradies für die Wasservögel während ihrem alljährlichen Vogelzug).

Wir machen ein paar Bilder von dem schönen Biotop, das ein kleines bißchen an den Amazonas errinnert. Danach müssen wir jetzt die stark befahrene Haupstraße überqueren. Beim Überqueren haben wir heute mehr Glück und finden gnädige Auto und Lkw-Fahrer die uns über die Straße lassen. Gleich darauf müssen wir noch eine Ausfahrtstraße überqueren, dann geht es über Brücken die Schnellstraße SS38 und anschließend über die Etsch hinüber, ein wenig später fahren wir am Obi-Markt Meran vorbei. Hier kommen wir wieder auf den Fahrradweg der von Meran nach Bozen führt. Hier fahren wir wieder ein paar Kilometer, gesäumt auf der rechten Seite von der Etsch und links sind die Schienen der Südtirolbahn, wo Zeitweise ein reger Zugverkehr herrscht. In Burgstall verlassen wir den Radweg und fahren in Richtung unserem Campingplatz Schlosshof. Hier angekommen haben wir doch heute ca. 17 Kilometer inclusive diverser Bergstrecken hinter uns gebracht. Im Schatten unseres Sonnen-Vordaches gibt es zuerst eine kleine Brotzeit, bevor wir zur Liegewiese am Pool gehen. Als erstes gehen wir ins Wasser das eine angenehme Temperatur hat. Außerhalb der Happy Your Zeit setzen wir uns auf die Terrasse vom Restaurant und bestellen einen Eiskaffee, meine Gattin hat Bedürfnisse nach einem „Aperol Spritz“ der offensichtlich gut mundet.

Heute zum Abendessen gibt es Putengeschnetzeltes mit Nudeln und Sahnesouce am Wohnwagen, dazu ein Glas Weizenbier und Wein für die Dame. Um18:45 kommt plötzlich ein sehr starker Wind auf, die meisten Caravaner in unserer Straße ziehen gleich eine Sturmbepannung an ihre Markisen auf. Kurz darauf fing es heftig an zu Regnen, dazu muß man sagen, wenn es hier in Südtirol regnet, dann aber anständig, (nach unserer Erfahrung vom letzten Jahr im Passeier Tal). Nach einer knappen Stunde war aber alles vobei und der Himmel wieder blau. Unser Schweizer Nachbar am Stellplatz vor uns hat aus lauter Sorge seine Markise eingerollt, jetzt muß er sie halt wieder frisch aufbauen.

Donnerstag, den 24.06.2021

Guten Morgen, es ist ca. 7:45 als wir aus den Federn hüpfen, die Temperatur liegt schon bei etwa 22°, und wir haben einen strahlend blauen Himmel. Nach dem gestrigen Unwetter das uns gestern für eine Stunde besucht hat, sind wir leicht verwundert. Ich gehe in die Rezeption um ein paar Brötchen für unser Frühstück zu holen. Danach gehe ich noch ins Waschhaus, wo vom Campingplatz ein Tagesprogramm bzw. Unter-nehmungen, sowie Vorschläge für das Abendliche Menü abgedruckt sind und in einem Fach abgelegt sind. Auch die Zeiten für die tägliche „Happy Hour“ und das für heute angebotene Getränk steht auf dem Din A4 Blatt Papier.

Nach unserem Frühstück wird noch kurz Überlegt, wo wir denn heute mit dem E-Bike hinfahren können. Vom Campingplatz haben wir bei der Ankunft einen Prospekt bekommen, worauf das Raffeiner Orchideenhaus bei Gargazon beschrieben steht. Hier soll es auch Gebirgsloris, Koi-karpfen und Schmetterlinge zum anschauen geben. Gegen 10:00 steigen wir auf unsere Räder und fahren auf dem Radwanderweg an der Etsch entlang Richtung Gargazon. Am dortigen Bahnhof verlassen wir den Radweg und fahren zum Ortszentrum, die Wegweiser zum Orchideenhaus führen uns wieder aus dem Ort heraus in Richtung Vilpian. Nach ca. 2 Kilometern haben wir die Raffeiner Orchideenwelt erreicht und stellen unsere Fahrräder am Parkplatz ab. Von außen schaut es wie eine Großgärtnerei aus. Zu dieser frühen Tageszeit sind kaum Autos da, so gehen wir in die große Eingangshalle. Meine Frau kauft die Eintrittskarten, so betreten wir den Erlebnisdschungel mit rund 10.000en tropischen Pflanzen, wir kommen als erstes an der Papageien-Voliere vorbei. Durch eine Sicherheitstüre betreten wir die Voliere. Außer uns ist noch eine Frau mit zwei kleinen Kinder in der Voliere, an einem kleinen Tisch befinden sich mehrere Becher mit Nektar mit denen man die Papageien-Loris anlocken kann. Wir nehmen uns zwei Becher in die Hand und schon sind mehrere der kleinen Racker auf einem Ast und schlappern genüßlich aus unserem Becher. Ganz mutige sitzen auch auf die Hand um hier ungestört zu fressen.

(Das errinnert mich an Guadeloupe in der Karibik, wo wir ebenfalls in einer Lori-Voliere die Papageien fütterten, einer nahm damals sogar auf meinem Strohhut Platz).

Danach gehen wir weiter durch den Dschungel, leider ist die Jahreszeit nicht ganz Ideal für unseren Besuch hier. So finden wir wenige gerade blühende Pflanzen vor. Auch Schmetterlinge sind ganz wenige unterwegs, ein schöner Falter sitzt auf einer Glasschale mit Obst. Nur leider faltet er seine Flügel kaum auf, so können wir leider seine Flügel nicht im offenen Zustand fotografieren.
In einer Aufzuchtstation können wir dann verschiedene Falter an der Wand/Decke hängen sehen, die sich erst vor kurzem entpuppt hatten. So konnten wir wenigstens ein paar verschiedene Schmetterlinge sehen.

(Wir haben schon öfters Schmetterlings-Gärten besucht, einmal in St.Maarten in der Karibik sowie auf Barbados. Die besten Bilder habe ich dagegen in der Heimat nämlich auf der Insel Mainau am Bodensee gemacht).

Es geht weiter durch den grünen Dschungel, eine Holzbrücke führt über einen kleinen Teich in dem Hunderte verschieden farbige Koi-Karpfen schwimmen. Sebstverständlich gibt es auch wunderschöne Blumen, aber auch Exemplare mit einer Blüten-Größe bis zu einem halben Quadratmeter. So etwas haben wir noch nie gesehen. Aber wir sind auch keine Fachleute, wir können nur die Schönheit der Pflanzen bewundern. Bevor wir die Halle verlassen, sehen wir in einem Teich noch jede Menge kleiner Schildkröten.

Wieder in der Vorhalle angekommen stehen hunderte von wunderschönen Orchideen in allen erdenklichen Farben und Formen. Diese riesige Auswahl an Orchideen haben wir noch nie gesehen. Sie werden alle hier zum Verkauf angeboten, zu einem durchaus akzeptablen Preis.

Eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot

Nach ca.1,5 Stunden machen wir uns wieder auf die Heimfahrt, schätzungsweise einen Kilometer von der Orchideenwelt entfernt sehe ich am Straßenrand ein paar schöne Blumen stehen. Es sind Malven die hier wachsen, ich halte an um sie noch zu fotographieren. Gleich daneben ist ein Grundstück mit einem Haus wo jetzt zwei Hunde bellen. Ich lasse mich nicht davon stören, wenig später kommt die Besitzerin des Hauses heraus und fängt gleich mit meiner Frau ein Gespräch an . Sie ist durchaus nett aber man merkt daß sie Unterhaltung benötigt.

Nach einer Viertelstunde der guten Unterhaltung fahren wir weiter bis zur Etsch, wo unser Radweg beginnt. Hier fahren wir bis nach Burgstall wo wir den Radweg wieder verlassen, es geht über die Etsch hinein nach Lana. Beim Eurospar-Supermarkt halten wir kurz an um einen Kuchen oder ähnliches zu kaufen, da die Bäckerei heute schon geschlossen hat. Gegen 14:15 sind wir wieder auf dem Campingplatz angekommen unsere heutige Route war ca. 22 Kilometer lang. Die Temperatur heute Nachmittag liegt bei etwa 28°.
Nach einer kleinen Pause am Stellplatz suchen wir den Poolanlage auf, um eine kleine Runde im Becken zu schwimmen, und danach auf die Liegewiese zu gehen. Unsere Nachbarn aus Görlitz sind mittlererweile auch schon wieder zurück, sie sind jeden Tag hier in den Bergen unterwegs. Die Happy-Hour-Cocktailzeit ist von 14:30 -17:00, wo es jeden Tag einen speziellen Cocktails zu einem etwas ermäßigten Preis gibt. Davon machen hier viele Gäste Gebrauch, manche liegen auch in den drei vorhandenen Liegeinseln auf einer separaten Terrasse und schlürfen ihre Getränke. Aber von diesen Gästen, die das „besondere“ lieben, lebt ja dieser Campingplatz. Zum Abendessen gibt es heute Putenfilet mit Bratkartoffeln, die ganz ausgezeichnet schmecken, danach muß ich zum Geschirr spülen ins „Waschhaus Grande Amor“ gehen was immer mein Part ist. Später machen wir eine Platzrunde über die verschiedenen Straßen des Platzes, leider sind es alles Einbahnstraßen, das heißt man muß in jeder Straße wieder umdrehen.

Hinter der kleinen Liegewiese befindet sich der Aufgang zu einer netten Dachterrasse, wo sich einige Liegen einem Himmelbett ähnlich befinden. Von hier hat man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge und die Umgebung. In nächster Nähe befindet sich das 4,5 Sterne Hotel Pfeiss mit einem etwas eigenwilligen Baustil. Direkt unter uns befinden sich die Premiumplätze (Premium-Plätze 120 – 130 qm) mit einem seperaten Waschhaus, hier stehen immer wieder mal riesige Reisemobile sei es von Phoenix, Concorde oder von Morelo, sowie große Tandem-Wohnwagen in den verschiedenen Marken.

Freitag, den 25.06.2021

Wie fast jeden Morgen stehen wir gegen 7:30 auf und nach dem Besuch des Waschhauses, wo ich die „Schlosshof`s tägliche Morgenpost für sie“ aus einer Ablage mitnehme. Hier ist die tägliche Wettervorschau mit den erwarteten Temperaturen zu sehen, ferner Tips für die heutige Tages-gestaltung. Und natürlich wenn ein Fußballspiel dieser Europa-Meisterschaft übertragen wird, haben die Gäste die Möglichkeit die Spiele in der Fernsehlounge oder aber auf der Terrasse bei einem Abendessen anzuschauen. Die heutige Temperatur liegt im Moment bei ca. 22-23°, es soll aber im Tagesverlauf die 28° nicht übersteigen, der Himmel bleibt aber weiterhin strahlendblau. Für heute Vormittag wollen wir nach dem Frühstück mit unseren Rädern nach Meran fahren. Wie meistens sind wir gegen 10:00 mit allem fertig und steigen auf unsere Räder. Wir sind ja Anfang der Woche schon einmal Richtung Meran gefahren, haben dann aber irgendwo kurz vor der Stadt wieder umgedreht. Heute wollen wir es wagen, es sind ja anscheinend nur 5 -6 Kilometer bis zum Stadtrand. Unser Weg führt uns nach Burgstall danach auf den Fahrradweg, der von Bozen nach Meran geht, immer an der Etsch entlang bis zu der Stelle wo wir letztes Mal umgedreht haben. Unser Weg führt weiter über eine kleine Brücke bis zu einem Kreisverkehr, wo wir neben einer Hauptstraße (Romstraße) fahren. Nach einem Kilometer haben wir den Ortsrand erreicht, im ersten Moment schauen wir recht dumm. Dann erkennen wir daß der Radweg nach links von der Haupstraße weg läuft. Es geht durch Wohngebiete, an einer alten Militärkaserne vorbei. Wir überqueren die Gampenstraße, kommen etwas später am Campingplatz LIVE Merano vorbei.
(Das neue LIVE Merano Camping**** hat am 14. September 2020 dort eröffnet, wo über Jahrzehnte der beliebte Campingplatz Merano stand).

Ich habe den Eindruck, wir fahren kreuz und quer durch die Stadt an den roten Fahrradweg-Schildern vorbei, bis wir nach langer Zeit endlich die Theaterbrücke erreichen, die hier über den Fluß Passer geht. Hier an der Passerpromenade stellen wir unsere Fahräder ab, und spazieren am Ufer entlang. Etwas später setzen wir uns auf die Außenterrasse vom Hotel Aurora (eines der besten Innenstadthotels von Meran, was wir aber nicht wußten). Die Terrasse war wunderschön und mit lauter Blumenkübeln voller Hortensien geschmückt. Wir bestellten etwas zum Trinken, ich meine ein Bier getrunken zu haben und meine Frau ein Bitter Lemon. So verbrachten wir eine lange Zeit hier und beobachten die Betriebsamkeit an der Promenade der Passer, die hier ein hübscher Gebirgsfluß geworden ist.

(Zu meinem 70. Geburtstag im letzten Jahr waren wir mit meiner ganzen Familie auf einem Campingplatz ein paar Kilometer weiter im Passeier Tal, direkt an der Passer).

Irgendwann gehen wir weiter, einige Meter Fluss aufwärts gehen wir über die Thermenbrücke, die mit einigen Rosenbögen geschmückt ist. Am Kurhaus von Meran vorbei und in die Fußgängerzone hinein. Hier drehen wir aber wieder um, und gehen zu unseren E-Bikes zurück. Wir wollen wieder zu unserem Campingplatz zurück, den gleichen Weg wie auf dem Hinweg außerhalb der Stadt am Milchhof Meran vorbei. Weiter zum Kreisverkehr, von hier aus läuft der Radweg schon wieder in Richtung Etsch bzw. Burgstall/Lana. Kurz vor 13:30 sind wir wieder am Schlosshof angekommen, unser heutiger Kilometerstand liegt bei 25 Kilometer.

Zum Fahrrad fahren wäre noch was zu sagen: Heute in Meran in einer 90° Kurve hat mich ein E-Bike -Fahrer mittleren Alters in der Kurve überholt, daß gleich seine Reifen in der Kurve gequietscht haben. Man muß sich hier nicht mehr wundern, wenn auch die E-Bike-Unfälle immer weiter steigen.

Wir sind später noch zum Pool gegangen um eine Runde zu Schwimmen, später haben wir bei der Rezeption noch ein Eis geholt, das hier ganz ausgezeichnet schmeckt. Die Temperatur liegt immer noch bei etwa 28°.
Ab 17:00 kommt ein starker Wind auf, rings um uns auf den Bergen ziehen Gewitter auf. Immer wieder blitzt es am Himmel, aber wir werden von einem weiteren Regenguß verschont. Den starken Wind erleben wir die nächsten Tage immer wieder, aber es bleibt immer trocken. Heute Abend gibt es Leberkäse mit Spiegelei und Erbsen, den Späteren Abend beschließen wir heute mit Sangria für mich, meine Frau genießt wie meistens am Abend einen Rotwein.

Samstag, den 26.06.2021

Guten Morgen es ist jetzt kurz nach halb Acht als wir aufstehen, der Himmel zeigt sich herrlich Blau und die morgentliche Temperatur hat schon 23° erreicht. Heute beginnt das Wochenende, wie immer holen wir unsere Brötchen direkt neben der Rezeption wo ein Brötchenstand mit frischen Backwaren aufgestellt ist. Bedient werden wir meist von einem emsigen jungen Kellner. Als erstes sind noch Wartungsarbeiten rund um den Caravan zu tun. Die Toilettenkassette muß noch entleert werden und Frischwasser aufgefüllt für die Toilette sowie für die übrige Wasserversorgung des Wohnwagens. In der Kimik-Toilettenentleerung befindet sich ein Frischwasserschlauch zum Ausspülen der Kassette, leider ist er nur durch einen externen Wasserhahn gesperrt. Viele der Camper öffnen zuerst den Wasserhahn, so läuft das Wasser aus dem Schlauch erstmals durch den ganzen Raum. Viele wischen den Boden aber nicht einmal mehr auf, so daß der Raum meistens unter Wasser steht. Auch heute ist es so, daß einer meiner Vorgänger den Raum geflutet hat, so wische ich erstmals den Raum wieder etwas trocken. Nach Auskunft unserer Campingnachbarn von gegenüber gibt es in Mitter-Lana am Angerweg Samstags einen Bauernmarkt, den wollen wir uns anschauen, vielleicht finden wir ja etwas Leckeres zum Essen? (Südtiroler Schinken-Speck, Salamis, Geräucherte Kaminwurzen, Saucen & Antipasti. … oder…).

Gegen 10:00 fahren wir los. Um nicht auf der Hauptstrasse zu fahren, wähle ich einen anderen Weg, der uns aber nicht zum Zielort führt. Nach einer etwas längeren Anfahrt erreichen wir den Bauernmarkt. Wir sind enttäuscht, nur 2 bis 3 Verkaufstände sind hier aufgebaut. So fahren wir wieder weiter. Heute geht es durch den Kreuzwiesenweg (wir wollen jeden Tag andere Wege fahren). Unser Weg führt uns durch die großen Apfelbaumplantagen und sollte am Ende wieder am Flüßchen Falschauer enden. Wir fahren also durch die Felder, kommen an kleinen Obsthöfen vorbei, manche der Abzweigungen sind mit Schranken versperrt. Auf einem Teilstück des Weges werden wir von einer Bewässerungsanlage naß gespritzt. Unser Weg führt uns ins Niemands-land, obwohl unsere Karte einen Weg vorweist. Wir müssen nochmals durch die Bewässerungsanlage fahren, als wir nach Lana zurückkehren. Hier biegen wir über den uns schon bekannten St.-Agatha-Weg in Richtung dem Falschauer-Fluß ab.
Heute Morgen kam uns die Idee für den Abend eine Pizza zu essen. Nach einer Internet-Recherche haben wir eine gute Pizzeria hier im Ort gefunden. Sie befindet sich in der Meraner Strasse im Ortsteil Oberlana. Nach einem Anruf in der Pizzeria stellt sich sich heraus, daß sie keine Haus-belieferung machen. Nun wollen wir mit dem E-Bike den Weg zur Pizzeria erkunden, wir fahren bzw. schieben unsere Räder an der verkehrsreichen Max-Valiers-Strasse entlang. Am ersten Kreisverkehr in Oberlana fahren wir dann offensichtlich in die falsche Richtung, und finden deshalb die Pizzeria nicht. Dafür sehen wir unsere Platznachbarn auf der Meraner Straße an uns vorbei Radeln. Es herrscht ein ziemlicher starker Verkehr auf dieser Straße, so daß wir bei der nächsten Gelegenheit wieder auf Nebensträßlein wie der Tschermser Weg; den Lanaer Weg und später auf die Baslinger Straße und den Marlinger Weg ausweichen. Sie liegen alle oberhalb der Hauptstraße und man hat meistens einen schönen Ausblick aufs Tal bzw. die Apfel und Weinplantagen, sowie auf die Häuser und Orte auf den Hügeln.

Bei Marlengo kommen wir wieder auf die Hauptstraße herunter, und fahren hier an der Weinkellerei Burggräfler vorbei, dann noch ein paar hundert Meter bis wir dann wieder umdrehen. Zurück bis zum Ortseingang von Tscherms führt ein netter Radweg direkt an der Hauptstraße entlang, bis wir dann auf den Radweg auf der Dr. – Garber-Straße ausweichen. An der Kirche vorbei und dem Trojenweg führt unser Weg über die Apfelfelder zurück zur Falschauer und weiter über den St.Agathaweg zurück zum Campingplatz.
Hier machen wir als erstes eine kurze Brotzeit mit Leberkäse den wir noch von zu Hause mit-gebracht haben, dazu zum Trinken noch ein Radlerbier. Danach sind wir noch zum Pool gegangen um eine Runde zu schwimmen, und auf der Liegewiese etwas zu entspannen. So gegen 15:45 sind wir zum Kaffee trinken zum Caravan zurück, vom Eurospar hier in Lana haben wir noch ein paar Nußschnecken übrig, die jetzt gute Dienste leisten. Zwischen 17:00 und 18:00 kommt wieder ein starker Wind auf, um uns herum auf den Bergen sind Gewitterstörungen mit Blitz und Donner. Aber wir bleiben von stärkeren Störungen verschont.
Zum Abendessen gibt es heute Panierte Schnitzel mit Kartoffelsalat, dazu ein oder zwei Weizen-bierchen für mich und etwas Wein für die Gattin. Danach muß ich noch zum Geschirr spülen ins Waschhaus Grande Amore, bevor wir unsere abendliche Platz-begehung machen. So gegen 22:30 nach unserer Abendtoillette geht es in die Koje, auf den anderen Stellplätzen in unserer Straße herrscht schon Ruhe.

Sonntag, den 27.06.2021

Wie meistens stehen wir um 7:45 auf, gestern Abend hat es noch angefangen zu Regnen und in der Nacht nochmals etwas stärker. Jetzt am Morgen, der Himmel ist Grau-Blau und die Sonne ist nicht zu sehen. Die erwarteten Tagestemperautren sollen bis 30° liegen, was jetzt im Moment völlig unwahrscheinlich scheint. Gestern haben wir in der Bäckerei Winkler hier am Ort einen schönen Rosinenzopf gekauft den wir zusammen mit den Brötchen vom Campingplatz zum Frühstück geniesen werden.

Für heute ist eventuell der Besuch der Gärten von Schloß Trautmannsdorf vorgesehen, da die Temperaturen für Montag oder Dienstag über 34° liegen sollen. Und man bei dieser Hitze kaum noch etwas unternehmen wird. Wir versuchen die Adresse vom Schloß in unser Navi einzuspeichern, was leider erfolglos blieb, es ist kaum zu glauben. Unser Auto und das Navi ist ein Vierteljahr alt, aber nicht in der Lage, hier in Meran eine bestimmte Straße zu finden. In den vergangenen 10 Jahren sind wir mit anderen Autos und deren Navis quer durch Südfrankreich und die Provence gefahren, und haben unser Ziel immer erreicht. Wir fahren also los, leider habe ich keine Aktuelle Landkarte dabei, wir müssen zweimal fragen weil das Navi uns ganz woanders hinschickt. Dann haben wir es gefunden, Glück oder Zufall?. Gegenüber vom Schloß befinden sich die Parkplätze, bei der Einfahrt ziehen wir ein Park-Billett das wir gleich bei der Eintrittskasse mit bezahlen müssen.

Über eine Brücke die über die SP8 führt betreten wir den Park. Wir wählen den Rundweg Waldgärten aus, es geht am Lorbeerwald und Liliengarten vorbei, ebenso sehen wir den Bambuswald mit verschiedenen großen Bambusarten. Über eine kleine Brücke kommen wir am Wasserfall vorbei.

Etwas weiter oben betreten wir den Japanischen Garten und gehen am Bachlauf entlang. Wir kommen an wunderschönen Blumenbeeten vorbei, Bougainvilleas, Strelitzien und vieles andere. Da der Garten mit seinen 12 Hektar größtenteils am Berghang angelegt, gibt es viele steile Wege nach oben. Immer wieder sehen wir Schilder die 20 oder 26 Prozent Steigung anzeigen, und dazu ein Verbot für Kinder-wagen und Rollstühle auf diesen Wegen, was sicher sinnvoll ist.

Irgenwann haben wir den Palmenstrand erreicht, auch von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf Teile von Meran und die umliegende Bergwelt. Der Palmenstrand selber ist eine Enttäuschung für mich, ein paar mickrige kleine Palmen, eine größere Fläche mit Sand aufgeschüttet und einige Liegestühle, das ist alles. Wir gehen weiter und kommen jetzt zum höchsten Punkt der Gärten wo sich die Großraumvoliere befindet, in der sich Aras und Loris befinden sollen. Sie sitzen in 8 Meter Höhe und sind nur mit etwas Glück und viel Zeit zu fotografieren.

Gegenüber vom Eingang geht es hinaus zu einem schwindelerregendem, 15 Meter langem Steg hinaus ins Leere. Auf dieser Aussichtsplattform kann man den imposanten Ausblick auf die Gärten und das Meraner Becken und die umliegenden Berge genießen. Wir gehen jetzt wieder nach unten auf den weiteren Aussichtspunkt Matteo Thun’scher Gucker und den Garten für Verliebte verzichten wir.

Vorbei an wunderschön angelegten Beeten führt unser Weg weiter nach unten, wir erreichen das Restaurant Schloßgarten wo die meisten Tische belegt sind. Da wir aber nichts essen wollen, gehen wir weiter bis zur Sissy Terrasse, wo sich meine Gattin auf die Marmorbank zur Kaiserin Sissy setzt. Da diese offensichtlich nichts dagegen hat, mache ich ein Foto von den beiden. Die Terrasse ist sehr hübsch und mit Blumen-beeten und ein paar Palmen bepflanzt. Von hier hat man auch einen tollen Ausblick auf den Lotus und Seerosenteich.

Über den Rundweg Wasser- und Terrassengärten bewegen wir uns langsam nach unten. Wir kommen am Italienischen Garten und am Englischen Staudengarten sowie am Irrgarten vorbei und können ein paar wunderschöne Bilder dabei machen. Jetzt sind wir in der Sukkulenten-Halbwüste angekommen, wo übermannshohe Kakteen (Kakteen aus Afrika-Aloen und Nordamerika-Agaven) stehen, von denen wir natürlich auch ein paar Bilder machen.

Dann sind wir schon am Seerosenteich angekommen, gehen hier an der Seebühne vorbei. Im Palmencafe möchten wir noch einen Kaffee oder ähnliches trinken. Wir haben auch noch Glück, soeben wird ein Tisch für zwei Personen frei. Auf einem Schild vor der Tür steht, was für Kuchen heute angeboten werden. Der Kellner ist schnell zur Stelle und meine Frau bestellt für sich einen Kaffee und Tiramisu-Kuchen. Ich möchte eine Tasse Heiße Schokolade und dazu einen Kuchen aus Himbeersahne. Beide Kuchen und die Getränke sind ausgezeichnet, aber die Preise dazu lassen das auch erwarten.
Durch den Palmenwald und eine Treppe erreichen wir die obere Terrasse, wo sich wunderschöne Bougainvilleas-Sträucher befinden.

Wir gehen weiter über die Brücke und sind schon im Eingangs-Pavillion angekommen. Auf dem Parkplatz suchen wir unser Auto und fahren Richtung Ausgangs-Schranke. Ich schiebe das Parkbillett in den Automat, aber die Schranke öffnet sich nicht (beim bezahlen des Eintrittes wurde Automatisch die Parkgebühr dazu berechnet). Wir fahren wieder zurück und parken in nächster Nähe der Schranke. Was tun, wir gehen wieder hinauf zur Kasse und erzählen unser Mißgeschick. Die Zuständige Dame sagt uns, wenn wir an der Schranke sind, sollen wir eine schwarze Taste drücken, sie würden dann die Schranke manuell von der Kasse her öffnen. Nachdem die Schranke geöffnet war und ich losfahren wollte, blockierte erstmal meine elektronische Handbremse die weitere Fahrt. Erst nach mehrmaligen Versuchen löste sie sich wieder, und wir können den Parkplatz endlich verlassen, und nach Lana zurückkehren. Wir versuchen jetzt nochmals die Pizzeria zu finden, die wir gestern vergeblich gesucht hatten. Die Pizzeria liegt in Oberlana an der Meraner Straße rechts vom Kreisverkehr (Google-Maps zeigt sie links vom Kreisel). Wir haben Glück und die Besitzerin sitzt mit ihrem Gatten draußen auf der Terrasse, so könnnen wir für heute Abend 18:30 einen Platz reservieren. Danach kehren wir zum Campingplatz zurück, um anschließend zum Pool zu gehen. Es ist immer noch sehr heiß ca.30° heute Nachmittag. Nachdem wir eine Runde im Schwimmbecken gemacht haben, holen wir uns noch ein Eis im Restaurant, was auch heute excellent schmeckt.
Um 18:15 fahren wir los zur Pizzeria Liesy, die Terrasse ist schon voll, aber unser Tisch wartet auf uns. Die Pizzen waren wirklich ausgezeichnet, die positiven Bewertungen im Internet die wir gelesen haben, sind wohl wahr. Hier verbringen wir gute eineinhalb Stunden, auch mit einem Gespräch mit der Kellnerin, die glaubt mich vor …. zig Jahren schon einmal gesehen zu haben.
Danach fahren wir wieder zum Campingplatz zurück. Den restlichen Abend verbringen vor dem Caravan bei Sangria und einer Flasche Rotwein. Wie meistens gehen wir gegen 22:30 ins Waschhaus und danach ins Bett. Bei unseren Nachbarn in der Straße ist es schon lange dunkel.

Montag, den 28.06.2021

Auch heute Morgen stehen wir um 7:45 auf, der Himmel ist so blau wie die ganzen Tage davor. Nach dem Besuch im Waschhaus nehme ich noch die tägliche Morgenpost vom Schlosshof mit. Anschließend hole ich noch ein paar Brötchen nahe der Rezeption. So steht unserem Frühstück nichts mehr im Weg. Wir haben noch vom Samstag etwas Rosinenzopf übrig, der ganz toll zu unserem heutigen Frühstück passt. Durch Zufall sieht meine Frau an der vorderen linken Radfelge eine Beschädigung, die wir uns wohl gestern Mittag auf dem Parkplatz vom Schloß Trautmannsdorf beim Rückwärts rangieren, zugezogen haben. (Das sind wohl die Nachteile eines Niederquerschnittreifens).
Um 10:00 fahren wir dann wieder los Richtung Süden über die Sonnenstrasse nach Niederlana an der dortigen Kirche (mit dem Schnatterpeck Altar)vorbei, weiter zur Weinstraße, die bis Gargazon führen würde. Auf der rechten Seite geht eine Strasse ab, die zum Golfplatz bzw. Richtung Schloß Leonburg führt, und kurz vor dem Schloß den Brandisweg kreuzt. Wir folgen dem neuen Weg an den Wiesen des Golfplatzes vorbei, wo einige Leute spielen. Am Beginn des Waldes liegt ein kleines Biotop (kein Vergleich zum wunderschönen Biotop /Falschauer bei der Gewerbezone, das wir mehrmals gesehen haben), wir fahren weiter bis zur Abzweigung, die zum Schloß Leonburg weitergeht. Auf der linken Seite ist wohl ein kleiner Obsthof, wo kein Durchkommen möglich ist. Jetzt drehen wir wieder um bis zur Weinstrasse und fahren Richtung Gargazon. Es geht einige Kilometer weit durch die riesigen Apfelplantagen, dann endlich ist die Abzweigung nach Gargazon da.

Die endlos weiten Apfelplantagen

Wir überqueren die Schnell-Strasse und gleich darauf die Etsch, um auf dieser Seite des Flusses auf dem Radweg zurück nach Burgstall/Lana zu fahren. In Burgstall angekommen wollten wir in ein Lokal / Cafe gehen um eine Kleinigkeit zu trinken, es war aber kein geöffnetes Lokal zu finden. Auf dem Rückweg durch die Bahnhofstrasse kamen wir an einem Lokal vorbei das uns die Campingnachbarn empfohlen haben. Es war gerade Mittags-zeit und viele Arbeiter aus der Umgebung waren zum Essen hier. Wir hätten bestimmt noch an einem Tisch Platz gefunden, aber im Moment war es uns hier zu schmuddelig (Mittagspause ?) So fuhren wir wieder weiter. Lana hat noch einen zweiten Campingplatz, den wollen wir nochmal schnell besuchen, und fahren den Feldgatterweg hinein. Nach ein paar hundert Meter sind wir am Eingang vom Camping Arquin.

Da gerade Mittagspause ist, fahren wir mit dem Fahrrad hinein, nach der Rezeption ist auf der linken Seite ein kleiner Pool. Danach ein Waschhaus und dahinter schöne große Stellplätze, es war wenig los. Wenn ich diesen Campingplatz beurteilen müßte: große schöne Stellplätze für Caravans, aber wenig los und viel Ruhe, Ideal zum Ausruhen nach einer Radtour oder zum Wandern. Im Vorteil zu unserem Campingplatz hat er einen kleinen Shop.
Den Preis habe ich im Internet recherchiert. Die Stellplatzpreise liegen zwischen 41 und 53 €, ich muß zugeben es hat mich etwas erschüttert.

Von gestern Abend haben wir noch Reste der ausgezeichneten Pizza übrig, die Wirtin hat sie uns in einen Pizzakarton eingepackt. Früher wäre es uns nicht passiert, dass etwas auf dem Teller übrig bleibt, aber im fortgeschrittenen Alter ißt man anscheinend nicht mehr soviel. So sind die Reste als kleinen Mittags-Snack vorzüglich. Später gehen wir noch zum Pool und auf die schattige Liegewiese. Nochmals den Porsche des Platzchefs bewundern, den ein Mitarbeiter gerade aus der Garage fährt. Irgendwann sind wir zum Kaffee trinken an den Caravan, und danach wieder zum Pool zurück.
Heute Abend wird noch gegrillt, ich bereite unseren kleinen Gasgrill vor und stelle ihn an eine passende Stelle und fülle die Auffangschale mit Wasser. Als es dann soweit ist, geht der Gasbrenner nicht mehr an, es stellt sich im nach hinein heraus, die Gattin hat den Grill an eine andere Stelle gestellt. Und es ist Wasser übergeschwappt und am Brenner herunter gelaufen, was sie natürlich nicht zu gibt. Nach dem Trocknen des Grills geht die Gasflamme wieder an. Wie meistens gibt es Hähnchen und Putensteaks, von Schweinesteaks bin ich nicht begeistert. Dazu geschnittene Gurkenscheiben und gekochte Kartoffeln auch geschnittene Pilze legen wir auf den Grill. Nach dem Essen muß ich zum Geschirr spülen ins Waschhaus. Anschließend drehen wir eine Platzrunde durch die Straßen und bewundern im Premiumbereich noch die großen Wohnmobile. Bevor wir zu unserem Wohnwagen zurück kehren, kaufen wir uns noch ein Eis, das hier wirklich ausgezeichnet und auch preiswert ist.
Bis ca. 22:30 sitzen wir vor dem Caravan und geniesen den schönen Sommerabend. Die Tagestemperatur lag heute bei etwa 32°.

Dienstag, den 29.06.2021

Guten Morgen, heute ist unser letzter Urlaubstag hier in Südtirol, am frühen Morgen hat es nochmals stark Geregnet. Jetzt um 7:45 haben wir einen Mix aus blauen Himmel und viele Wolken. Die Wettervoraussage spricht heute von einer 70 Prozent Regen- wahrscheinlichkeit. Nach unserem Frühstück besprechen wir den heutigen Tag, wir wollen nochmals mit dem Fahrrad los fahren und im Laufe des Spätnachmittags unsere Markise und die Satellitenschüssel abbauen. Kurz nach 10:00 geht es dann los über die Bozener Strasse und den St. Agathaweg aus dem Ort hinaus. Den St.Agathaweg sind wir jetzt schon einige mal gefahren, er ist Verkehrsberuhigt und man ist gleich bei den ersten Apfelplantagen. Und anschließend ist man am rauschenden Bergbach dem Falschauer angekommen. Nach einem Foto überqueren wir den kleinen Fluß und fahren durch weitere Apfelplantagen nach Tscherms. Hier bei der Kirche wechseln wir auf die Dr.-J.-Garberstrasse bis wir wieder auf der Ortsverbindungsstraße (Gampenstrasse) ankommen. Von hier führt ein schöner Radweg an der Hauptstraße entlang bis nach Marling bzw. Meran. Wir kommen an der Carabinieristation von Tscherms vorbei, auf der linken Seite befinden sich immer wieder einzelne Häuser, Pensionen und Obsthöfe. Rechts dieser Strasse dagegen sind nur Apfelplantagen soweit das Auge reicht, nach Osten geht es bis zur Etsch und nach Süden mindestens bis nach Bozen oder mehr. Im Norden beginnt schon das Vinschgau mit weiteren Apfel-plantagen und dahinter die hohen Berge der Texelgruppe.

Kellerei Burggräfler in Marlengo

Am Ortsbeginn von Marlengo kommen wir an der Kellerei Burgggräfler vorbei wo excellente Weine hergestellt werden. Wir fahren weiter durch den kleinen Ort immer an der Hauptstrasse entlang, vor uns kommen Strassenarbeiter die einen Fußgängerweg markieren.

Nachdem wir einen Kreisverkehr überquert haben, kommen wir nach weiteren 400 Meter an eine Brücke, die über die Etsch und die Schnellstrasse führt. Dahinter befindet sich ein weiterer Kreisverkehr, der nach Meran führt, wir wissen jetzt aber nicht mehr weiter. Und es herrscht ein starker Auto und Lkw-Verkehr. Unter uns direkt am Ufer der Etsch sehen wir den Beginn des Radweges der nach Bozen geht, aber keine Zufahrt um den Weg zu erreichen. Also drehen wir wieder um, ohne nähere Orientierung möchte ich nicht weiterfahren. So fahren wir fast auf dem gleichen Weg wieder zurück, zu Beginn finden wir noch einen Radweg der an der Etsch entlang und danach ins Industriegelände führt. Von hier geht es wieder auf die Hauptstrasse zurück, die uns nach Tscherms und Lana auf unseren Campingplatz führt. Es war ein netter Ausflug, zwei Stunden waren wir unterwegs und unsere heutige Wegstrecke 17 Kilometer lang.
Am Platz angekommen machen wir zuerst eine Pause, danach spritzen wir kurz unsere Räder mit dem Wasserschlauch ab. Nachdem sie Trocken sind, klappen wir sie zusammen und stellen sie in den Kofferraum. Mit Bändern werden sie fest im Auto für die morgige Heimreise verzurrt. Anschließend rollen wir unsere Markise auf, gleich darauf fängt es kurz an zu Regnen. Von jetzt an regnet es immer wieder in kurzen Abständen, aber jeweils nur ein paar Minuten. Später gehen wir zur Rezeption um unsere Rechnung zu bezahlen und ein letztes Eis zu kaufen. 600 Euro möchte die Dame, ein stolzer Preis für die paar Tage, aber was solls, es war immer schönes Wetter. Später gehen wir nochmals zum Pool, aber es ist immer wieder stark bewölkt. Heute Abend gibt es eine Brotzeit mit Bratensülze, Fisch in der Dose, Schinken und Käse, dazu ein Weizenbier. Dann wie immer zum Geschirr spülen und anschließend einen Spaziergang über den Campingplatz. Um 22:00 geht es ins Bett. Das war unser letzter Urlaubstag hier in Südtirol.

Mittwoch, den 30.06.2021

Heute ist unsere Heimreise nach Deutschland, wir sind jetzt um 7:15 aufgestanden, haben kurz gefrühstückt. Danach unsere Morgentoilette gemacht, zum Abschluß habe ich unsere Toiletten-kassette ein letztes Mal entleert. Mit dem Mover fahre ich den Caravan auf die Straße und hänge ihn an unser Auto. Es ist 9:00 und wir sind fahrbereit, ein kurzes Verabschieden bei unseren Görlitzer Nachbarn und schon geht es los. Die Ausfahrt aus dem Campingplatz geht nach rechts in eine sehr schmale Einbahnstraße. Unsere Gespannlänge beträgt 12 Meter, ich habe mir schon in den vergangenen Tage überlegt, wie ich die Kurve zu nehmen habe um hier ohne große Probleme hinaus zu kommen.
Es hat nicht funktioniert, ich mußte nochmals mit dem Gespann zurück setzen, um einen weiteren Bogen zu fahren. Auch beim zweitenmal blieb es knapp, meine Frau wies mich ein, es waren nur wenige Zentmeter bis zu einer Mauer. Ich fahre jetzt schon fast 30 Jahre mit dem Caravan, aber so eine knappe Ausfahrt aus einem Campingplatz habe bisher nicht erlebt. Über die Ing.-Luis-Zuegg-Straße und die Bozner Straße verlassen wir Lana. Weil die Zufahrt über die SS38 gesperrt war, fahren wir durch Burgstall in Richtung Meran. Unser Navi war wieder nicht ansprechbar, so waren wir auf Verkehrsschilder bzw. Richtungsanzeigen angewiesen. Es klappte dann recht gut, wenig später fahren wir an der Brauerei Forst in Lagundo vorbei. Und schon sind wir im Vinschgau angekommen, es geht an Naturns vorbei. Gleich darauf passieren wir das Schloss Juval von Reinhold Messmer dem bekannten Abenteurer und Extrem-bergsteiger (das Schloss ist der Wohnsitz und Museum für seine Tibetika-Sammlung) und die Abfahrt zum Schnalstal . Es geht weiter an Kastellbell und Latsch vorbei, wo sich der Campingplatz Latsch mit seinem Hotel Vermoi befindet.

Auf diesem Platz waren wir mit unseren Kindern, einige Male auf dem Heimweg von der Toskana und dem Gardasee. Zuletzt im Jahr 2004 wo wir zu zweit unseren Urlaub am Gardasee verbracht haben.

Irgendwann sehen wir auf der linken Seite Prad am Fuß des Stilfser Jochs vorbei ziehen, mit seinen beiden Campingplätzen Kiefernhain und Sägemühle, auf beiden Plätzen waren wir schon vor über 20 Jahren zu Gast. So langsam kommen wir dem Reschen-Paß immer näher, wir passieren Schluderns und Males wo sich einige Straßenbaustellen befinden. Die Gegenfahrbahn wird wohl erneuert, wir denken nichts böse dabei. Bei der Auffahrt zum Reschen-Pass bzw. dem Reschensee kann man leider nicht mehr mit dem Caravan anhalten. Da kommt die Errinnerung wieder, früher war einfach alles schöner. Auf dem großen LKW-Parkplatz direkt an der Grenzstation halten wir kurz an und steigen aus dem Auto.

Hier sehe ich oh Schreck, unser Caravan ist an der Front und an der Seite mit vielen Teerflecken verschmutzt, auch das Auto ist auf der Fahrerseite im unteren Bereich mit Teerflecken übersät. Wir können nicht sagen wo das Passiert ist?.
Um 11:00 Mittags haben wir dann Nauders gleich vor dem Hochfinstermünz-Pass erreicht. Wir sind in Österreich angekommen, an der Örtlichen Tankstelle tanken wir nochmals unser Auto voll. Mit dieser Tankfüllung werden wir bis nach Hause kommen.
Anschließend geht es gleich weiter den Hochfinstermünzpass hinunter, das Inntal entlang der hier schon ein reißender Fluß geworden ist. Mittlererweile hat es angefangen zu regnen, ein passender Einstieg auf Zuhause. Wir kommen an Ried und Prutz vorbei, hier geht es hinauf über die Gletscherstraße die ganzjährig geöffnet ist, und bis auf 2.750 Meter führt ins Kaunertal. Aber wir wollen ja heim, unser Weg führt durch den Landecker Tunnel mit seinen fast sieben Kilometern Länge auf die Inntal-Autobahn. Die wir aber schon in Imst wieder verlassen um nach Norden zum Fernpaß und weiter bis zur Deutschen Grenze zu fahren. Der Fernpaß ist wieder Erwarten kein Hindernis für uns, der Verkehr ist rege aber gut zu bewältigen. So daß wir um 13:45 den Grenz-Tunnel bei Füssen durchfahren. Eine gute Stunde später sind wir in Ottobeuren angekommen. Wie meistens räumen wir unseren Wohnwagen gleich aus, so kommt die Wäsche gleich in den Keller zur Waschmaschiene. Und die Kühlsachen nach oben in den Kühl-schrank, die übrigen Sachen werden erstmals verstaut. Auch unsere E-Bikes kommen gleich aus dem Auto wie auch unsere Campingmöbel. Danach gibt es eine Tasse Kaffee, unsere Ankunftszeit war 14:45.

Fazit: Wir hatten schöne Tage in Südtirol, unser Aufenthalt auf der Seiser Alm war ein großes und schönes Erlebnis. Schade war nur, daß wir selber nicht in der Lage waren Fahrradtouren und Wanderungen in einem etwas größeren Stil zu machen. Unsere E-Bikes kamen hier gar nicht zum Einsatz, weil sie eigentlich nur City-Bikes sind, und nicht für Wege in den Bergen geeignet sind. Der zweite Teil unserer Reise fand in Lana einem kleinen Ort in der Nähe von Meran statt. Hier waren wir für 10 Tage Gast auf dem Luxury Camping Schlosshof.
Ich muß sagen, daß mich das Wort Luxury wahnsinnig stört, der Campingplatz ist nett, hat einen hübschen Pool und sehr schöne Waschräume, wobei Sanitärgebäude 2 eigentlich sehr klein ist. Die übrigen Leistungen auf dem Platz sind in meinen Augen ganz normal.
Wir haben eine schöne Zeit hier in Lana verbracht, sind jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, immer andere Wege. Unser Besuch in der Raffeiner Orchideenwelt war sehr nett, der Jahreszeitpunkt war wohl nicht ganz günstig (Blüte). Die Loris ließen sich von uns gerne füttern. Der Besuch auf Schloß Trautmannsdorf war schön, anstrengend durch die teilweise steilen Wege nach oben, wahrscheinlich sind wir auch ohne System durch die Gärten gegangen. Die Blumenvielfalt ist sehr groß, für einen Blumenkenner bestimmt ein Gedicht (ich gehöre nicht dazu). Sollten mich meine weiteren Campingreisen nicht mehr nach Südfrankreich/Provence führen, ist sicher auch Südtirol ein lohnendes Ziel.

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