Erinnerungen an Südfrankreich – Juni 2010

Wir sind das erste Mal seit dem Jahre 2002 wieder zu Besuch in Frankreich, all die vergangenen Jahre sind wir nach Italien in Urlaub gefahren. Wir waren meistens auf einen wunderschönen Campingplatz in der Toskana in Nähe Florenz. In den 90er Jahren sind wir zusammen mit unseren Kindern hier sehr oft gewesen. Einige Jahre später waren meine Frau und ich auf dem Campingplatz Albatros bei San Vincento am Thyrrhenischen Meer in Urlaub. Wir sind dann nach etwa einer Woche weiter auf unseren Lieblingsplatz bei Florenz gefahren.

Freitag, den 04. Juni 2010

Heute Morgen heißt es frühzeitig aufzustehen, es gibt ja noch einiges zu tun, aber zuerst einmal ein gutes Frühstück, bevor es an die Arbeit geht. Unseren Caravan haben wir schon im Laufe der ganzen Woche bestückt. Bis auf die technischen Dinge wie Fotoapparat und Reiseutensilien wie Camping-führer und Straßenatlas. Auch die Ausarbeitung meiner gesamten Flüßiggas-Tankstellen in Frankreich kommt erst heute in den Wohnwagen bzw. ins Auto.
Unsere Abfahrt hier in Ottobeuren zu unserm diesjährigen Frankreich-Urlaub findet um 13:00 statt. Zwanzig Minuten später fahren wir schon bei Memmingen-Süd auf die Autobahn A8 und wenige Kilometer weiter biegen wir auf die A96 in Richtung Lindau ab. Der Verkehr ist im Moment recht angenehm für einen Freitagnachmittag, mal sehen ob es weiterhin so bleibt. Unser Caravan läuft sehr schön hinter unserm Auto her, offensichtlich habe ihn sehr ausgewogen beladen. In Lindau in der Robert-Bosch-Straße ist die letzte deutsche Gastankstelle, wo wir noch schnell unseren Gastank befüllen.

(Vor einigen Jahren haben wir in unseren Hyundai Santa Fe einen Gasantrieb einbauen lassen. Seitdem fahren wir vorwiegend mit Flüssiggas, mit dem wir auch schon in den vergangenen Jahren in der Tokana unsere Runden gedreht haben, und es hat immer gut geklappt. Man muss nur im Vorfeld im Internet die notwendigen Gastankstellen auf unserer jeweiligen Route recherchieren).

Nach zwanzig Minuten geht es schon weiter durch Bregenz-Stadt und gleich danach über die Schweizer Grenze bei Höchst. Es läuft immer noch gut, so daß wir schon kurz vor 16:00 die Raststätte Forrenberg erreichen, wo wir noch ca. 30 Liter Benzin tanken um für alle Fälle gerüstet zu sein, anschließend machen wir hier unsere erste Pause. Es ist offensichtlich hier ein Unfall passiert, ein unachtsamer Autofahrer hat mit seinem Fahrzeug einen Wasserhydranten direkt neben der Tankstelle umgefahren. Seitdem strömt das Wasser hier ungehindert heraus. In einer nahegelegenen Ortschaft befindet sich der Absperrhahn für diesen Hydranten, aber das Abstellen des Wassers klappt offensichtlich nicht.

Wir machen auf jeden Fall unsere erste Pause mit belegten Broten und Kaffee aus der Thermoskanne, beides haben wir von zuhause mitgebracht. Nach einer dreiviertel Stunde fahren wir weiter Richtung Bern und erreichen um etwa 18:00 die Raststätte Gunzgen-Nord in der Westschweiz. Wir machen aber nur eine ganz kleine Rast, da wir noch am hellen Tag in Gampelen / Tankstelle unseren Gastank auffüllen wollen, und danach noch etwas weiterfahren wollen. Wo wir heute übernachten werden, wissen wir im Moment noch nicht. So geht es weiter am Neuenburger See ( Lac de Neuchatel ) entlang, an der Raststätte in Bavois halten wir als erstes an. Fahren aber schon nach ein paar Minuten wieder weiter, da es uns zu laut und die Autobahn A1 zu nah ist.

Um 22:00 sind wir an der Raststätte La Cote Jura in der Nähe von Gland am Genfer See angekommen. (In Gland befindet sich die Schloßähnliche Villa von Michael Schuh-macher, dem bekannten Formel 1 Rennfahrer). Hier bleiben wir jetzt stehen, machen uns noch ein kurzes Abendessen, es ist schon viel zu spät um noch weiter zu fahren, so bleiben wir zum Übernachten hier am Platz.

Samstag, den 05 Juni 2010

Es ist erst 6:15 als wir schon weiterfahren, geschlafen wir in unserer ersten Nacht sehr gut und wir hatten auch keine laute Störung durch einen Kühl-Lastwagen oder ähnliches. Im Laufe der Nacht hat sich neben uns ein weiterer Caravan hingestellt, wir haben ihn gar nicht kommen gehört.

Es sind noch etwa 30 Kilometer bis nach Genf und der Verkehr nimmt allmählich zu. Nach ein paar Minuten kommen wir schon an Nyons vorbei, wo sich das UEFA– Verwaltungsgebäude befindet und die Auslosungen für die Fußball-Europa-League und Champions League stattfinden. Dann kommt auch schon der Internationale Flughafen von Genf in Sichtweite, die ersten Flugzeuge heute Morgen sind schon im Anflug auf den Flughafen Geneve Cointrin. Es geht weiter auf der Stadt-Autobahn auf mehreren Fahrspuren in Richtung Vernier, wo wir anschließend die Rhone überqueren. Danach geht es noch durch zwei lange Tunnel bis wir bei St.-Julien-Genevois das Autobahn-kreuz in Genf-Süd erreichen. Von hier geht es über die A40 direkt nach Lyon, oder in einem riesigen Bogen nach Süden bzw. Annecy. Wir wählen die direkte Verbindung über die Nationalsstrasse D1201 die uns über eine gebirgige Landschaft und einige Ortschaften führt. Kurz nach dem Örtchen Cruseilles erreichen wir die erste Mautstelle auf Französischem Boden, wo wir eine Mautkarte aus dem Automaten ziehen müssen. Von hier geht es auf der Autobahn A41 an Annecy vorbei, und nur wenige Kilometer weiter auf der Tankraststätte bei Seynod machen wir unseren Hyundai Santa Fe nochmals mit einer weiteren Gasfüllung glücklich. Hinter der Tankstelle befindet sich ein netter Rastplatz wo wir unsere Frühstückspause abhalten wollen, die Uhrzeit ist jetzt 7:15. Die Sonne kommt schon vor den Bergen des Lac d`Annecy hoch. Wir stellen unseren Wohnwagen ab und als erstes drehe ich den Absperrhahn der Gasflasche auf, um heisses Wasser für unseren Kaffee zu kochen. Auf dem Rastplatz befinden sich ein paar kleine Ruhe-Inseln wo sich Steintische und dazu gehörige Bänke befinden. Hier stellen wir unser Tablett mit den Frühstücks-Utensilien ab, wir haben Zopfbrot sowie diverse Marmeladen und Honig mit dabei (wir essen gern Süß ).

Nach einer dreiviertel Stunde geht es schon weiter, wir haben ja noch eine große Strecke bis zu unserm heutigen Ziel vor uns. Nach Chambery wechseln wir auf die A43 die nach Lyon führt, das wir aber nicht erreichen, da wir schon bei Bourgoin-Jallieu wieder die Richtung wechseln, Jetzt geht es auf der A48 ca. 40 Kilometer bis nach Voreppe. Die zurückliegende Wegstrecke war durchaus Alpin mit vielen Höhen wo unser Hyundai mit höchstens 55 km/h den jeweiligen Bergkamm erreichte. (der Etappenverbrauch mit Flüssiggas erreichte auf dieser Strecke starke 17,2 ltr.).

Endlich um 10:15 überquerten wir die Isere einen Gebirgsfluß der von Grenoble kommt und dort sich aus mehreren Bächen und Flüssen bildet. Ein paar Minuten später erreichen wir einen wunderschönen Rastplatz bei Romans-sur-Isere wo wir eine gute Viertelstunde Pause machen. Gleich darauf erreichen wir die Mautstelle bei Romans-sur-Isere wo unsere erste Mautgebühr in Frankreich fällig wird (37,40€).

Ein paar Kilometer weiter kommen wir schon auf die Umgehungstraße von Valence von der aus es auf die große Nord-Süd-Autobahn A7 geht. Bei der Tank-Raststätte Montellimar-Süd tanken wir nochmals unseren Gastank voll.

(in der Regel fahren wir mit dem Wohnwagen-Gespann ca. 280 km weit, mit dem Anspruch aus Kostengründen ausschließlich mit Flüssiggas zu fahren).

Kurz vor 12:00 erreichen wir unsere letzte Maustelle hier in Bollene für heute (8,70€) und verlassen die Autobahn Soleil (A7). Es geht jetzt auf der D94 weiter, vorbei an den kleinen Weinort Suze-la-Rousse in Richtung Nyons. Unser gewählter Campingplatz Le Sagittaire befindet sich nur ein paar Kilometer vor dem kleinen Städtchen Nyons. Um 13:00 haben wir endlich unser Ziel erreicht auf dem wir einige Tage bleiben wollen. Wir sind ohne eine Vorbuchung gekommen, aber wir bekommen ohne weitere Probleme einen schönen Stellplatz in der Nähe des Waschhauses zugewiesen. Es ist bei unserer Ankunft am Camping Sagittaire schon sehr heiß, das Thermometer zeigt 30° an. Unseren Caravan stellen wir unter einen schattigen Baum, und nach einer kurzen Pause ziehen wir unser Sonnendach auf. Danach ist eine Kaffeepause angesagt, wir haben noch Kuchen von zu Hause mitgebracht, den geniesen wir nach dem doch etwas anstrengenden Tag unserer Anfahrt. Von jetzt an ist nur Ruhe und Faulenzen im Programm, zumindest mal für die nächste Stunde.

Gegen 16:00 machen wir einen Spaziergang über den Campingplatz, gehen bis zum Eingang vor, wo sich die Rezeption befindet. Hier im Eingangsbereich befindet sich ebenso die wunderschöne Poolanlage, die schönste Badeanlage die ich seit langem gesehen habe und ein Restaurant wo hervoragend gegessen wird. Wie mir von unserem Aufenthalt aus dem Jahr 2002 noch bekannt ist, finden am Abends öfters Karaoke-Abende statt. Die Franzosen sind ja begnadete Karaoke-Sänger, auch wenn manche von ihnen auf öffentliches Singen verzichten sollten. Der Campingplatz hat auch einen größeren Badesee mit einem Sandstrand und einer langen Baderutsche, zwischen hier und der Zugangstraße zum Caravanbereich stehen viele Mobilhome. Wir gehen jetzt zu unserem Stellplatz zurück, kurz davor befindet sich ein großer Parkplatz wo sich geparkte und außerhalb der Saison abgestellte Wohnwagen befinden. In diesem Bereich hat man einen tollen Ausblick auf den Berg der Götter, den Mount Ventoux.

alle 3 Bilder sind aus dem Internet

Dann gehen wir zu unserem Platz zurück um eine Kleinigkeit zu trinken, der Abend naht ja auch mit Riesenschritten. Zum Abendessen gibt es heute Tortellini mit einer Sahnesoße und Pilzen, dazu ein Glas Weizenbier oder zwei. Nach dem unvermeidlichen Geschirr spülen, geniesen wir noch die warme Abendluft vor unserem Caravan. Gegen 22:00 streichen wir die Segel, der Tag war lang für uns und wir sind ziemlich müde. Im nahe gelegenen Waschhaus machen wir uns zum Schlafen fertig und gehen anschließend in unser gemütliches Bett.

Sonntag, den 06. Juni 2010

Um 7:30 stehen wir auf, geschlafen haben wir ausgezeichnet. Ich gehe die paar hundert Meter bis zum Eingangsbereich vor, wo sich auch ein Lebensmittelshop befindet, um Baguettes für unser Frühstück zu holen. Inzwischen hat meine Frau den Frühstücks-tisch schon gedeckt und den Kaffee gemacht. Wie meistens essen wir zu unserem Baguette Honig und verschiedene Marmeladen, sowie Salami und Schinken und Eier nach Bedarf. Danach gehe ich noch kurz ins Waschhaus hinüber um noch unser Frühstücksgeschirr zu spülen.

Der Himmel ist heute teilweise bewölkt, aber trotz allem liegt die Temperatur schon bei 27°. Im Laufe des Vormittags gehen wir zum Baden in die tolle Pool-Landschaft, hier verbringen wir zwei Stunden bis es wieder zurück zum Stellplatz geht. Zur Mittagszeit essen wir in der Regel nicht allzu viel, vielleicht etwas Käse oder Salami und zum Abschluß vielleicht einen Joghurt oder Pudding, unser Hauptessen findet meist am Abend statt. Nach einer längeren Pause gehen wir zum Pool zurück, Musik hören mit dem Ipod und Kopfhörer oder etwas etwas Lesen. Gelegentlich auch mal ins Wasser gehen. Manchmal fliegen hier auch die Sonnenschirme, es dauert eine Weile bis man den Schuldigen erkennt (Mistral). Irgenwann am Nachmittag kommt ein plötzlicher Gewitterregen auf, so daß wir zum Wohnwagen flüchten müssen. Der Regen dauert aber nicht allzu lange und schon kann man wieder auf dem Platz unterwegs sein.
Direkt neben bzw. hinter dem Waschhaus hat sich ein Wohnmobilist niedergelassen, er steht ziemlich tief unter den vorhandenen Bäumen. Ich traue meinen Augen nicht, plötzlich schneidet der Wohnmobilfahrer mit einer Astschere oder ähnlichem, störende Äste und Zweige ab, die seinem Wohnmobil zu nahe kommen.
Kurz nach 18:00 steigen wir in unser Auto und fahren die etwa 6 Kilometer bis in den netten Ort Nyons. Wir waren ja schon im Jahr 2002 gemeinsam mit unseren Töchtern auf dem Camping Sagittaire sowie hier in Nyons. Damals haben wir nach einem Stadtrundgang in einer Gasse an einem Stehimbiss eine wunderbare Pizza gegessen. Wir saßen an einem Tisch vor einem Bistro, trinken ein Glas Wein und essen die Pizza vom benachbarten Pizzastand.. (Diese Pizza war die Beste jemals in Frankreich gegessene Pizza).

Brücke über den Fluß Eygues in Nyons

In Erinnerung daran suchten wir heute in dieser Gasse diesen Stehimbiss, leider war er nicht mehr vorhanden. An einem Platz im Zentrum dem Place de la Liberation fanden wir dann eine andere Pizzeria, wo wir uns hinein setzten um voller Erwartung eine Pizza zu bestellen. Nach geraumer Zeit brachte der Kellner unsere bestellten Pizzen, leider entsprach sie nicht im mindesten unseren Erwartungen, mit anderen Worten sie schmeckte einfach nicht gut.

Leicht enttäuscht fahren wir wieder zum Campingplatz zurück und setzen uns vor den Caravan, meine Frau trinkt einen guten Rotwein, während ich mein geliebtes Weizen-bier zu mir nehme. Mit Knabbersachen wie Nüssen und Erdnußflips und ähnlichem geniesen wir den warmen Abend. Gegen 22:00 machen wir uns dann bettfertig.

Montag, den 07. Juni 2010

Wir sind heute schon den zweiten Tag hier auf dem Campinplatz Sagittaire. Kurz vor halb acht sind wir aufgestanden, geschlafen haben wir auch heute ausgezeichnet. Als erstes hole ich ein Baguette aus dem Shop neben der Rezeption. Dann wird erstmals anständig Gefrühstickt und nach unserer Morgentoilette noch das Frühstücksgeschirr gespült. Wir wollen heute Vormittag mit dem Auto bis nach Grignan fahren, hier befindet sich ein altes Schloß das im 17. Jahrhundert zu einem Renaissance-Schloss umgebaut wurde. Für den Weg wählen wir eine kleine Nebenstraße, die direkt vom Campingplatz, hinauf zum Weinort Vinsobres führt. Von hier geht eine kleine Straße die D190 in Richtung dem Weinstädtchen Valreas, und weiter nach Grignan geht, die Straße führt durch die Hügellandschaft des Vaucluse. Die Landschaft ist schön und sehr hügelig, sie ist teilweise bewaldet, und der Ginster blüht überall und immer wieder sieht man Oliven und Weinfelder neben der Straße und auf den Hügeln liegen. Das Wetter ist leicht bewölkt aber schon warm mit Temperaturen bis 25°, etwas später im kleinen Örtchen Grignan erreichen wir schon die 27° Marke.

(Grignan: Das berühmt wurde durch sein Renaissance-Schloß und seine Bewohner, die Grafen von Adhe`mar die zeitweise sehr mächtig und reich waren im Frankreich des Mittelalters. Bekannt wurde Grignan auch durch die 750 Briefe der Marquise de Sevigne an ihre Tochter Francoise de Adhe`mar )

Wir stellen unseren Hyundai Santa Fe auf einen Parkplatz in der Nähe des Schlosses ab und beginnen unseren Rundgang durch das kleine Mittelalterliche Dorf mit seinen knapp 1600 Einwohnern. Über die Rue de la Glaciere und die Le Village betreten wir den Schloßberg und das Zentrum des Dorfes, durch schmale und enge Gassen geht es immer weiter Bergauf. Die Häuser und Mauern sind aus weichem Sandstein erbaut, an ihren steilen Wänden wachsen Zypressen und einige blühende Sträucher wie die Bougeenvillea. An den Eingängen der Häuser stehen überall Keramiktöpfe und Tröge mit Blumen geschmückt. Einige Gassen sind mit Sträuchern von Efeu und vielem anderen Grün überwachsen. Auch wunderschön blühende Kletterrosen sind an vielen der alten Häuser zu finden, so steigen wir über enge Treppen immer weiter nach oben.

Am Außenring der die Festung (Schloß) umschließt, wachsen überall hunderte von Blumen und kleinen Sträuchern zwischen den alten Mauersteinen heraus. Es ist ein wunderschöner Anblick, ebenso sein Ausblick auf die umliegenden Hügel des Vaucluse. Wir betreten das Torhaus des Schlosses und sind jetzt auf der Terrasse des prächtigen Renaissance- Schlosses angekommen. Vor der prächtigen Fassade ist seit vielen Jahren ein Freilicht-Theater aufgebaut. Von der Terrasse sieht man weit über die vielgestaltige Landschaft der Drôme. Gegen Osten am Horizont kann man den kahlen Gipfel des Mount Ventoux 1909m erkennen sowie die kargen Höhen des Royans-Vercors-Gebirges im Nordosten.

Wir verlassen das Schloß und gehen am Außenring der Burg-Anlage entlang, auch von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf die kleine Stadt mit ihren alten Häusern. In den Gärten um uns ist alles Grün mit Bäumen und Büschen, auch blühen hier einige Wiesenblumen. Auf dem Weg zur Stiftskirche Saint Sauveur kommen wir an einem wunderschönen kleinen Häuschen mit einer davor liegenden Terrasse vorbei. So könnte ein (unser) Wochenendhäuschen ausschauen. Wenig später sind wir an der Stiftskirche angekommen, die an den mächtigen Burgfelsen angelehnt ist, und aus dem sechzehnten Jahrhundert stammt. Wir gehen durch das Portal in den Innenraum der Kathetrale hinein. Auf dem Boden vor dem Altar befindet sich ein Begräbnis-Stein aus Marmor der den versiegelten Eingang zum Grab der Marquise de Sevigne markiert. Wir verlassen jetzt wieder die Kirche und gehen durch die Rue de la Commune in Richtung Zentrum. Nach einer kurzen Visite der City geht es wieder über den Burgberg mit seinen herrlich grünen Gärten zurück zu unserem Auto.

Der kleine Ort Grignan befindet sich im Tricastin, der die Hochburg des Schwarzen Trüffels ist, wo bis zu 80 Prozent der Französischen schwarzen Trüffel geerntet werden.

Über die D941 die durch Valreas führt, fahren wir jetzt Richtung Nyons das etwa 24 Kilometer entfernt liegt. Hier im Zentrum fahren wir wider nach Westen zum Le Pont-de-Mirabel wo sich unser Campingplatz Le Sagittaire befindet. Gegen 14:00 haben wir unseren Campingplatz wieder erreicht, die Temperatur beträgt im Moment etwa 27°. Als erstes machen wir eine Mittagspause mit etwas Käse, geschnittene Salamischeiben und einem Becher mit Pudding. Danach gibt es noch ein oder zwei Flaschen mit Radlerbier, bevor wir die tolle Poolanlage aufsuchen. Um 15:00 sind immer noch so viele Badeliegen frei, daß wir im Nu einen schönen Liegeplatz an einem der vielen Poolbecken für uns finden. Es gibt hier natürlich auch Sonnen-schirme mit einen Strohdach bedeckt, aber wir wollen heute noch die warme Sonne geniesen. Hinter uns befindet sich das Hallenbad mit seinen verschiebbaren Glas-Elementen, die jetzt natürlich geöffnet sind. Im Hintergrund des Hallenbades befinden sich zwei Whirlpools wo sich unsere Mädchen im Jahr 2002 mit einer Urlaubs-bekanntschaft die sich Shakira nannte, immer aufgehalten haben. Die Pool-Landschaft ist ein Kinderparadies mit einem Wasserfall und Bade-Rutschen in vielen Größen und für alle Altersgruppen. In einem der Schwimmbecken befindet eine Kleinkinder-rutsche und in einem weiteren Becken eine größere Rutsche in einer Seeschlange. Auf der einen Seite der Badelandschaft schließt sich ein Minigolfplatz an, und auf der entgegen gesetzten Seite der Badesee mit seinem schönen Sandstrand. Auf der linken Seite des Sees beginnt das Feriendorf mit vielen Mobilhomes.

Gegen 16:45 verlassen wir das schöne Schwimmbad und gehen zu unserem Caravan zurück. Wir hatten heute ein tolles Badewetter am Pool. Ich gehe im Anschluß gleich zum Duschen ins Waschhaus, heute probiere ich einmal ein anderes Waschhaus das sich etwas weiter in unserer Seitenstraße befindet. Nach meiner Beurteilung sind beide Waschhäuser nicht unbedingt spitze, aber drei Sterne würde ich ihnen auch geben.

Heute Abend wird noch gegrillt, meine Gattin hat unseren Elektrogrill schon mit Puten-und Hähnchensteak, Schweinesteaks sowie Grillwürstchen belegt. Dazu gibt es gekochte Kartoffeln, Gurkenscheiben sowie geschnittene Tomaten, wir lassen uns das Essen gut schmecken. Obwohl wir unter einem schattigen Baum sitzen, scheint die Abendsonne warm auf unseren Tisch, so dass wir gezwungen sind einen weiteren Sonnenschirm aufzuspannen. Nach dem Abendessen muss ich mit dem Grillgeschirr ins Waschhaus zum spülen gehen, das ist im Urlaub immer meine Arbeit, da meine Gattin für das Essen zubereiten, zuständig ist. Nach getaner Arbeit machen wir einen Spaziergang über den Campingplatz und gehen bis zum Eingangsbereich vor, wo sich die Rezeption und das Restaurant befinden. Auch heute Abend ist beim Restaurant kein Karaoke-Abend, anscheinend gibt es so ein Unterhaltungsprogramm nur in der Hauptsaison. Das macht uns aber nichts aus, so gehen wir halt wieder zum Caravan zurück. Vor dem Wohnwagen sitzend, machen wir uns gemütlich, zum Trinken gibt es etwas Weizenbier für mich, meine Gattin bevorzugt Rotwein am Abend. Kurz nach 22:00, nachdem wir im Waschhaus waren und unsere Abendtoilette vollendet haben, geht es ins Bett.

Dienstag, den 08. Juni 2010

Kurz nach halb acht Morgens ist es als wir heute aufstehen, nach meinem Toiletten-gang gehe zur Rezeption vor, wo sich ein kleiner Lebensmittelshop befindet. Ich kaufe uns zwei Baguette, der Preis liegt wie immer hier in Frankreich bei ca. 90 Cent. Danach gehe ich zum Stellplatz zurück, wo meine Frau schon den Frühstückstisch sowie den Kaffee fertig gemacht hat. Es ist heute Morgen etwas bewölkt, und die Temperatur liegt im Moment bei ca. 24°. Wir wollen heute Vormittag nach Seguret, einem der 100 schönsten Dörfer Frankreichs am Nordwestlichen Rand des Dentelles de Montmirail-Gebirges fahren. Der Weg ist nicht allzu weit, es sind nur etwa 20 km bis nach Seguret das am am Fuße eines Gebirges liegt. Aber wir müssen durch Vaison-La-Romaine fahren, dort ist heute ein Regionalmarkt wie wir feststellen. Das heißt daß wir eine Umleitung fahren müssen, es klappt aber besser als gedacht. Das Montmirail-Gebirges soll ein Paradies für Wanderer und Bergkletterer sein, seine Gipfel sind aber nicht höher als der 730 Meter hohe Bergrücken Crête de Saint-Amand im Nordosten des Gebirges.

Wir stellen unser Auto an einem Parkplatz vor dem Ort ab und wandern zum Ortseingang der etwas auf der Höhe liegt. Wir wandern durch die engen kopfstein-gepflasterten Gassen mit teilweise alten aus Naturstein gebauten Häusern die sich hügelaufwärts winden. Das alte Dorf ist ein Traum mit engen Gassen und vielen Blumen an den Wegen und Häusern. Durch niedrige Torbögen kann man auch von einer Gasse in eine andere wechseln. In einem der niedrigen Durchgänge konnte man plötzlich in eine Wohnung schauen. Ich kann nicht wieder stehen und mache ein Foto davon. Es lässt sich sehr schwer beschreiben, man muß das hübsche Dorf selbst gesehen haben. Heute wohnen hier viele Maler und andere Künstler, es gibt auch einige Ateliers hier im Ort, und ein sehr bekanntes Sterne-Restaurant befindet sich ebenfalls hier. Wir verbringen etwa 2 Stunden mit dem Erkunden des hübschen Bergdorfes, bevor es wieder zurück zum Campingplatz geht.

Kurz vor der Mittagspause sind wir wieder am Platz angekommen, wir haben heute Mittag eine gute Fernsicht. Von einem großen Parkplatz wo Caravans von ihren Besitzern über eine lange Zeit abgestellt werden können, kann man den Berg der Götter, den Mount Ventoux (1909m) mit seinen weißen Haube sehen. Wir machen jetzt eine kurze Mittagspause, zum Essen gibt es wie gewohnt etwas Käse, Schinken und Wildschwein-Salami. Zum Trinken eine Flasche Radlerbier und danach Relaxen auf der Campingliege. Kurz nach 14:00 gehen wir zum Pool vor, er ist auch heute mit Campinggästen gut gefüllt. Gute 3 Stunden verbringen wir am Pool, die Temperatur liegt bei etwa 26°. Zum Abendessen gibt es heute Leberkäse mit Ei und Kartoffelpürree, es hat ausgezeichnet geschmeckt. Ich bin kein Freund von viel Fleisch essen, bzw. Grillen jeden zweiten Tag. Nach dem Essen bin ich wieder gefordert, unserem Essgeschirr neuen Glanz zu verleihen (spülen). Nachdem diese Leistung vollbracht ist, machen wir unseren obligatorischen Abendspaziergang über den Campingplatz. Mit Knabber-sachen wie Nüssen und Erdnussflips und ähnlichem, sowie einem Rotwein für die Gattin, für mich ein kühles Weizenbier genießen wir den heutigen Abend. Wie meist kurz nach 22:00 gehen wir ins Waschhaus für die Abendtoilette. Kurze Zeit darauf sind wir schon im Wohnwagen verschwunden, und das Licht geht aus. Ein toller Urlaubstag geht wieder zu Ende.

Mittwoch, den 09. Juni 2010

Guten Morgen, es ist 7:20 als wir aufstehen, wir haben auch heute Nacht ausgezeichnet geschlafen. Der Himmel zeigt sich heute Morgen leicht bewölkt. Als erstes gehe ich zum Waschhaus für die Morgentoilette, bevor ich zum Eingang des Campingplatz gehe, wo sich der Lebensmittelshop befindet. Wie meistens kaufe ich hier Baguette und Croissants zum Frühstück. Bis ich wieder am Caravan zurück bin hat meine Frau schon den Frühstückstisch gedeckt, auch der Kaffee ist schon fertig. So genießen wir unser Frühstück mit diversen Marmeladen, sowie Honig aber auch Käse und Schinken und manchmal mit Eier.

Heute wollen wir einen Ausflug zum Mount Ventoux (1909m; Wächter der Provence) machen, die Strecke führt über Vaison-La-Romaine bis nach Malaucene und es sind nur 20 Kilometer bis zum Startpunkt, hier beginnt dann die westliche Auffahrt zum Gipfel. Bis nach oben sind es weitere 21 Kilometer, die Anfahrt zum Gipfel beginnt sehr moderat mit etwa 6 Prozent, steigert sich aber im Verlauf der Strecke bis auf 12 Prozent. Auf unserem Weg zum Gipfel begegnen wir vielen Hobby-Rennfahrern die ihr Glück und Können auf einem Teilstück der alljährigen Tour de France suchen.

Die Strecke wechselt sich immer wieder von flache Strecken bis ziemlich steil. Im unteren Bereich sehen wir auch immer wieder mal Ausfahrten die zu irgendwelchen Chalets (Wochenendhäuser) führen sollen. Bei der Auffahrt sehen wir immer mal Stellen wo sich noch Schneefelder befinden. Kurz vor dem Gipfel sehen wir auf der linken Seite einen Kuppelbau in der sich eine Satelliten-Anlage befindet (Radôme) die zur Flugüberwachung dient. Nach etwa 20 Minuten haben wir den kleinen Parkplatz vor dem Gipfel erreicht, wo wir aus dem Auto steigen. Die Temperatur hier oben liegt bei ca. 12° und es ist stark windig bis Stürmisch, man muß schon darauf achten dass man nicht vom Wind einfach weg geblasen wird. Mit einer gewissen Vorsicht gehen wir zu einer Aussichtstafel. Es ist leicht dunstig heute, und die Fernsicht hält sich in Grenzen.

Vom Gipfel des Mount Ventoux hat man bei klarer Sicht eine großartige Rundumsicht. Das Panorama umfasst die Alpen, das Zentralmassiv, die Cevennen, das untere Rhônetal mit der Camargue, sowie die Crau-Ebene, das Mittelmeer, den Étang de Berre bei Marseille und den Berg Sainte-Victoire.

Nach unserem kurzen Aufenthalt beim Parkplatz steigen wir wieder ins Auto und fahren ein paar Meter bis zur Spitze des Berges hinauf. Hier geht eine Abzweigung die weiter zum meteorologischen Observatorium mit vielen Sendeanlagen führt. Das Gebäude ist 42 Meter hoch, und wird von einer 20 Meter hohen Antenne überragt. unterhalb des Observatoriums steht die Kapelle (Chapelle) Sainte-Croix.

Chalet Reynard

Jetzt geht es endgültig auf der Südseite des Mount Ventoux hinunter, auch hier sind 21 Kilometer zu bewältigen bis zum kleinen Ort Bedoin wo die Südtour beginnt. Aber zunächst fahren wir ca. 6 Kilometer nach unten, wo eine weitere Straße nach Sault (große Lavendelfelder) führt. Hier bei dieser Abzweigung befindet sich das Chalet Reynard, ein Rastplatz mit einem Restaurant und Snackbar für die wohl erschöpften Hobby-Renn-fahrer. Wir fahren weiter und kommen durch den bewaldeten Teil des Mount Ventoux, in diesem Teilstück sehen wir einige Chalets die wohl am Wochenende zur Erholung der Einheimischen dienen. Nach einiger Zeit sind wir jetzt wieder im Tal angekommen und fahren Richtung dem kleinen Ort Bedoin, von dort geht es weiter zurück nach Malaucene. Auf dem Weg dorthin sehen wir die ersten Kirschfelder, leider versäumen wir ein paar davon zu probieren.

Kurz nach 12:00 sind wir wieder am Ca.-Platz angekommen, der Himmel ist weiterhin blau, so können wir am Nachmittag auf jeden Fall zum Pool gehen und uns noch etwas entspannen. Zuerst aber machen wir Mittagspause, meine Frau sucht uns ein paar Leckereien zusammen. Von gestern Abend sind noch Reste vom Grillfleisch da, ferner haben wir von zu Haus einen Schinkenspeck mitgenommen, der ganz vorzüglich schmeckt. Auch Käse und eine Salami vom Wildschwein ist auf dem Tisch. Dazu ein bis zwei Flaschen Radlerbier für den Durst, so genießen wir unsere Mittagspause in vollen Zügen. Um ca. 14:30 gehen wir zu unserer schönen Pool-Landschaft, die sich in der Nähe des Campingeingangs befindet. Es sind noch einige Liegeplätze frei, so dass wir einen netten Platz in der Nähe eines der großen Schwimmbecken finden. Die Temperatur hier und heute liegt bei 28°, aber es ist auch ziemlich windig. Im Verlauf der nächsten eineinhalb Stunden zieht sich der Himmel ziemlich zu, plötzlich fliegen ein paar Sonnenschirme durch die Gegend, wir schauen, können aber nichts erkennen. Es dauert eine ganze Weile, bis wir den Übeltäter feststellen, Der Mistral ist es, der hier sein Unwesen treibt.

(Starker und kalter Fallwind der in den Tälern der Rhone und der Garonne weht, aus Nordwestlicher Richtung kommt, und sogar Orkanstärke erreichen kann.)

Um 16:30 verlassen wir den Poolbereich, da der Wind immer wieder auffrischt und es etwas Kühl wird. Bei uns am Stellplatz ist es Windgeschützter als am Pool. So trinken wir heute unseren Kaffee etwas später als sonst, vom Frühstück haben wir noch Reste vom Baguette übrig. Mit Marmelade und Honig schmecken sie ausgezeichnet. Bei uns in der Seitenstraße schräg gegenüber steht ein Holländischer Caravan, dessen Besitzer wir schon mehrfach gesprochen haben. Er erzählt uns unter anderem, daß er für den Stellplatz hier auf diesem Campingplatz nur 14 Euro bezahlt. Zum Vergleich dazu, wir müssen 35 Euro für den Platz bezahlen, wir können das kaum glauben. Nach unserem Abendessen, wir sitzen heute im Wohnwagen, weil es heute draußen etwas frisch ist, gerade habe ich mir ein Weizenbier eingeschenkt. Plötzlich klopft es an der Caravantüre, der Holländer steht vor der Türe wir machen auf, er kommt ohne Hemmungen in den Wagen herein. Ich glaube fast daß er etwas zuviel getrunken hat. In der Hand hat er ein Campingbuch von ACSI einem Holländischen Anbieter, besser gesagt die Campingcard von ACSI. Das Buch habe ich noch nie gesehen, er erklärt mir, daß mit diesem Buch bzw. der Karte dazu der Eintritt auf vielen Campingplätzen reduziert ist. Fast eine halbe Stunde verbringt er hier, bis er wieder heim geht, so etwas habe ich noch nie erlebt auf einem Campingplatz. Kurz nach 22:00 ist unsere Zeit um ins Bett zu gehen, zuerst ein Abstecher ins Wasch-haus zur Körperpflege, bald darauf sind wir schon im Bett.

Donnerstag, den 10. Juni 2010

Guten Morgen Frankreich, wir sind nun den siebenten Tag hier in Frankreich, heute ist es stark bewölkt als wir aufstehen. Auch heute gehe ich zum Campingshop um frische Frühstücks-Baguette für uns zu holen. Nachdem wir gefrühstückt haben, wird überlegt was heute auf unserem Programm stehen könnte. Heute ist auch unser letzter Tag hier im Camping Sagittaire, morgen wollen wir weiter etwas nach Süden zuerst nach Avignon dann weiter ans Meer bei Beziers fahren. Badewetter scheint es heute nicht zu werden, wie es den Anschein hat, im Gegenteil es beginnt etwas zu Regnen, nicht viel aber schade ist es doch. Wir beschließen nach Nyons zu fahren, hier ist heute am Donnerstag großer Markttag. Um 10:00 brechen wir auf es sind ja nur 6 Kilometer in die kleine Stadt, in einer kleinen Seitenstraße stellen wir unser Auto ab, und gehen zu Fuß ins Zentrum. Der Markt beginnt am Place de la Liberation und geht weiter bis in die Gassen der Altstadt. Wenn in Frankreich an einem Ort oder in einer Stadt Markttag ist, bedeutet das, es gibt außer Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch sowie Käse. Ferner gibt es Textilien bestehend aus Hosen, Pullover, Schuhe, Tischdecken und tausend andere Sachen. Ebenso werden Keramik und andere Dinge des täglichen Lebens angeboten.

(Nyons hat etwa etwas über 6300 Einwohner, hier werden Oliven angebaut. Heute ist die Drome provencale das nördlichste Anbaugebiet für Oliven. Sie werden relativ spät geerntet. Los geht die Ernte im Spätherbst, spätestens jedoch Anfang Dezember. Rund 400 Tonnen Oliven werden in Nyons jährlich meist per Hand geerntet. Doch die Ölmenge ist deutlich geringer „Für jeden Liter kalt gepressten Öls werden vier bis fünf Kilo Frucht benötigt“. Nyons hat ein trockenes und mildes Klima das besonders von älteren Menschen sehr geschätzt wird )

Der Himmel hat sich wieder aufgetan, wir spazieren durch den Markt der kleinen Stadt die mit Besuchern gut gefüllt ist. Hir finden wir auch eine Camping-Tischdecke mit Provencalischen Muster. Wir spazieren weiter durch die Altstadt bis zum Vieux Pont einer Romanische Brücke die aus 14. Jahrhundert stammt und den Fluß Eygues überspannt. Sie besteht aus einem einzigen Bogen mit einer Spannweite von 43 Metern und ist 18 Meter hoch. Mittlererweile ist die Temperatur wieder auf 27-29° gestiegen. Wir gehen wieder zurück zum Auto, da wir noch weiter ins Hinterland fahren wollen. Über die D94 kommen wir ebenfalls über den Fluß, die Straße führt weiter bis nach Serres das an der D1075 liegt. Soweit wollen wir aber nicht fahren, unser nächstes Ziel ist Buis-les-Baronnies ein Hauptort für die Lindenblütenernte. Der Markt Anfang Juli ist der Weltgrößte dieser Art. Neben den Lindenblüten werden auch Kirschen und Aprikosen hier geerntet.

Nach einer Stunde Aufenthalt in der Kleinstadt mit seiner wunderschönen Platanen-allee fahren wir wieder weiter. Unser Rückweg führt jetzt über die D5 in Richtung Vaison-la-Romaine, wir biegen aber schon vorher Richtung Norden nach Mirabel-aux-Baronnies ab.

Kurz vor 16:00 Uhr sind wir wieder Campingplatz angekommen. Hier gibt es zuerst eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Zum Pool gehen wir nicht mehr, sondern geniesen die Zeit vor dem Caravan bzw. mit einem kleinen Spaziergang über einen Bereich der vorwiegend mit Dauer-Campern belegt ist. Auch hier gilt, daß die Stellplätze der Dauercamper nicht zu den Schönsten gehören, was eigentlich schade ist, weil sie ja Wochen und Monate am Platz verbringen.

Freitag, den 11. Juni 2010

Heute ist Abfahrt von diesem wunderschönen Campingplatz, wo auch Erinnerungen wach werden, an den gemeinsamen Aufenthalt mit unseren Kindern im Jahr 2002. Wir stehen kurz nach 7:00 auf, bei der Rezeption hole ich unser letztes Baguette für das Frühstück. Der Himmel ist heiter bis leicht wolkig. Nach dem Essen drehe ich mit dem Accuschrauber die Kurbelstützen nach oben, und rolle das Stromkabel auf. Danach gehe ich mit der Kassettentoilette ins Waschhaus um sie ein letztes Mal zu entleeren. Unser Sonnendach haben wir ja schon gestern Abend herunter geholt. Währenddessen hat meine Frau unser Frühstücksgeschirr gespült. Um 8:45 verlassen wir unseren Campingplatz Le Sagittaire auf dem Weg nach Süden, unser nächstes Ziel ist Avignon.

(Avignon, Stadt der Päpste 1309-1376, >die bekannte Chanson-Sängerin Mireille Mathieu ist hier geboren).

Unser Weg führt uns über Vaison-La-Romaine sowie Malaucene (am Fuß des Mount Ventoux) vorbei. Weiter geht es durch die etwas größere Stadt Carpentras, wir müssen mit dem Caravan mitten durchs Zentrum fahren, und es herrscht ein starker Verkehr in der Stadt. Von hier sind es nur noch ca. 20-25 Kilometer bis zu unserem Ziel, dem Campingplatz Pont d Àvignon****. Der Himmel ist heiter bis Wolkig und die Temperatur liegt bei 25°.

Um 9:28 sind wir in Avignon angekommen, an der großen Rhone-Flußinsel Ile de la Barthelasse sehen wir die ersten Lastkähne ankern. Jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer an der Rhone entlang. Links ist eine Einfahrt zu einem Parkhaus, das direkt unter dem Place du Palais liegt (was wir aber im Moment nicht wussten). Auf der Rechten Seite sehen wir die berühmte Brücke Le Pont Saint Benezet eines der Wahrzeichen von Avignon (von dieser Brücke gibt es ein berühmtes in ganz Frankreich bekanntes Chanson bzw. Kinderlied). Links von uns befindet sich die Stadtmauer und dahinter auf der Höhe befindet sich der Papstpalast. Wenig später haben wir die Brücke Pont Edouard Daladier erreicht, auf der wir die Rhone überqueren, und auf der Flussinsel Ile de la Barthelasse weiter zu unserem nächsten Campingplatz Pont d Àvignon**** fahren. Der Campingplatz hat zusammen mit den Wohnmobilplätzen ca. 335 Stellplätze, und besitzt einen 500 qm großen Badebereich. Um 9:45 sind wir am Campingplatz angekommen und suchen sogleich die Rezeption auf, wo wir einen netten Stellplatz nur durch Büsche und einem Uferweg von der Rhone getrennt bekommen. Unser Stellplatz liegt in der Allee des Cotes du Rhone und unsere Platznummer war 133. Es sind nur geschätzte 150 Meter bis zum Waschhaus und noch einmal 100 Meter weiter bis zum Pool.

Wir machen es uns erstmal gemütlich auf unseren Platz, am nächsten Stellplatz haben wir einen Holländer mit einem schönen LMC Musica als Nachbar. Er ist recht freundlich und man kann sich gut mit ihm unterhalten.

Gegen Mittag brechen wir auf, um auf der Uferpromenade in Richtung Rhonebrücke bzw, in die Stadt zu gehen. Wir betreten Avignon als erstes am Place Crillon, und gehen durch irgend welche Straßen bis wir am Place de I`Horloge angekommen sind. Nur ein paar Schritte vom Papstpalast liegt dieser stets belebte Platz. Er ist der zentrale Treffpunkt Avignons mit Dutzenden von Cafés und Restaurants, dem Hotel de Ville (Rathaus), dem Uhrturm und der Oper, von deren Fassade eine Molière-Statue das bunte Treiben betrachtet. Vor dem Hotel de Ville steht seit vielen Jahren ein Karussell aus derBelle Epoque“, vereinzelne Markstände sind ebenfalls auf dem Platz.

Gegenüber vom Rathaus sind unter riesigen Sonnenschirmen dutzende von Tischen die alle schon von Gästen belegt sind. Wir gehen weiter, es sind nur noch ein paar Meter bis zum Place du Palais des Papes. Zur Rechten ist das Carre`du Palais, hier werden unter anderem Weine aus dem Rhonetal für Weintouristen vorgestellt. Zu Beginn des Platzes geht eine Rolltreppe hinunter zu einem Parkhaus direkt unter dem Place du Palais des Papes die Einfahrt führt direkt am Rhone-Ufer in das große Parkhaus hinein. Dann stehen wir vor dem riesigen Papstpalast mit seinen über 50 Meter hohen Mauern. Eigentlich ist es eine mächtige Zitadelle die zwei verschiedene Paläste beinhaltet.

Luftbild: Palais du Papes

(Zur Erklärung: Avignon war im 14.Jahrhundert also von 1335 bis 1430 die Residenz verschiedener Päpste und Gegen-Päpste. Im Jahr 1305 wurde der Erzbischof von Bordeaux als Papst Clemens V gewählt, er erschien zu seiner liturgischen Weihe, erst gar nicht in Rom, sondern blieb in Frankreich und wurde in Lyon gekrönt. Er versprach immer wieder nach Italien zu ziehen, hielt sich jedoch aus gesundheitlichen und politischen Gründen ausschließlich in Mittel- und Südfrankreich auf. Einer seiner Nachfolger Papst Benedikt XII ließ ab 1335 -1342 das Palais-vieux erbauen. Sein Nachfolger Papst Clemens VI fügte im Süden und Westen die großen Bauten hinzu, die als neuer Palast oder Palais-neuf bekannt sind, dadurch wurde die Palastgröße vedoppelt).

Wir waren im Jahr 2002 das erste Mal hier in Avignon, damals parkten wir schon in diesem unterirdischen Parkhaus. Wir gehen durch ein Tor ins neue Schloß hinein, im großen Innenhof /Ehrenhof genannt, ist eine Tribüne für Festivals aufgestellt, auf der auch ausgedehnte künstlerische Veranstaltungen problemlos durchgeführt werden können. Die Räume im Innern des Palais sind sehr groß aber als Folge der Zerstörungen während der Französichen Revolution ihrer kostbaren Möbilierung bzw. Wandbilder entkleidet. So verlassen wir wieder das Palais, und gehen an der Cathédrale NotreDame des Doms d‘Avignon vorbei zum Rocher des Doms (Fels).

Hier ist der Stadtpark Jardin des Doms auf dem Felsvorsprung oberhalb der Rhone angelegt. Es ist ein öffentlicher bepflanzter Park mit vielen Bäumen und Büschen einem kleinen Aussichtspunkt der über einen steinigen Weg erreicht werden kann. Unterhalb davon befindet sich ein kleiner Teich mit Springbrunnen wo Goldfische schwimmen. Ein Stück weiter befindet sich ein kleiner See in dem Enten und Schwäne plantschen. Es gibt zwei Kinderspielplätze mit Rutschen und kleinen Holzpferden. Direkt am See befindet sich ein Restaurant mit einer Erfrischungsbar. Nach unserer Runde durch den Park nehmen wir an einem der vielen Tische Platz und bestellen etwas zum Trinken, und genießen die Stille.

Kurz nach 13:00 machen wir uns wieder auf den Rückweg, wir gehen den gleichen Weg über den Place du Palais des Papes und den Place de I`Horloge. Danach über kleine Straßen und Wege zum Place Crillon wo der Porte de l’Oulle (Mauerdurchbruch) ist. Danach gehen wir über einen Fußgängerweg am Pont Edourd Daladier zur Rhone-brücke. Auf der anderen Flussseite geht es jetzt an der Ufer-Promenade entlang bis zum Campingplatz, den wir gegen 15:00 erreichen.

Hier trinken wir als erstes eine Tasse Kaffee und essen dazu ein Stück Kuchen. Anschließend genießen wir erstmal die Ruhepause. Unser Campingnachbar der Holländer hat einen Nagelneuen Hyundai Santa Fe, ein tolles Fahrzeug. Er erzählt, daß in Holland dieses Fahrzeug über 50.000 Euro kosten soll, ebenso sein LMC Musica fast das Doppelte wie in Deutschland kostet. Heute Abend wollen wir nochmals in die Stadt zurück gehen, dieses Mal aber zum Pizzaessen. Da es mittlerweile etwas Regnet nehmen wir das Auto und fahren über die Brücke, direkt an der Stadtmauer befindet sich ein kleiner Parkplatz wo wir unser Auto abstellen. Ich bin vielleicht ein bisschen zu rasant in eine Parklücke hinein gefahren, auf jeden Fall musste ein Holländischer Junge der aus einem Autobus ein paar Parklücken weiter ausgestiegen ist, etwas schneller zur Seite gehen. Wir gehen wieder durch die Porte de l’Oulle (Mauerdurchbruch) in die Stadt hinein, nach einiger Zeit finden wir tatsächlich eine Pizzeria. Hier bestellen wir uns Pizza und einen Teller Spaghetti und etwas zum Trinken. Als dann die Pizza und die Spaghetti kamen und wir sie probierten, waren wir enttäuscht. (man sollte in Frankreich einfach keine Pizza essen). Nach unserem Essen gehen wir zurück zum Auto und fahren gleich los. Über einen Zubringer geht es zurück über die Rhonebrücke. Unterwegs hören wir komische Geräusche, es kommt mir vor wie das Walken eines Reifens, das immer schlimmer wird. Auf der Brücke halte ich an und schaue mal nach, tatsächlich der Reifen hinten Rechts ist fast platt. Jetzt schaue mir das genauer an, und erkenne dass er an der Außenwandung einen Schlitz hat. Offensichtlich hat jemand mit einem Messer unseren Reifen geschlitzt. Da wir durch unseren Gastank kein Ersatzrad mehr haben, versuche ich mit einem Pannenset den Reifen zu reparieren, leider erfolglos. Hinter uns hält ein Kleinwagen an, ein junges Pärchen steigt aus, fragt ob es uns helfen kann. Was wir aber verneinen, nach geraumer Zeit fahren wir mit dem platten Reifen weiter, das junge Pärchen verfolgt uns bis zum Campingplatz was uns sehr komisch vorkommt.

(In diesen Jahren war es in Frankreich auf den Autobahnraststätten und Parkplätzen nicht immer sicher, man konnte auch Opfer eines Raubüberfalles werden, was uns jetzt bedenklich stimmte. War der Schlitz im Reifen beabsichtigt für einen Überfall, oder war es ein Zufall, wir wissen es nicht?).

Am Campingplatz angekommen, stellen wir unseren Hyundai auf einen Parkplatz direkt neben der Rezeption ab. Das Büro ist leider nicht optimal besetzt, es ist nur ein Notdienst da, der kein Deutsch und nur etwas Englisch versteht. Wir lassen unser Auto stehen und gehen zu unserem Stellplatz bzw. Caravan zurück. Heute können wir heute sowieso nichts mehr tun. Wir verbringen den restlichen Abend in etwas getrübter Stimmung bei einem Glas Weizenbier und einem Glas Rotwein. Wie meistens gehen wir dann nach 22:00 ins Waschhaus und danach ins Bett.

Samstag, den 12. Juni 2010

Kurz nach 7:00 sind wir schon auf den Beinen, essen unser Frühstück bevor wir zur Rezeption gehen, wo seit 8:00 die auch Deutsch sprechende Angestellte hinterm Tresen sitzt. Wir erzählen ihr von unserem Malheur, im Anschluß daran ruft sie bei einer hiesigen Autowerkstatt an. Der Tag heute ist Neblig und Trübe, und die Temperatur liegt im Moment bei 18°. Nach einer guten Stunde kommt ein Mechaniker mit einem Abschleppwagen an. Der Mechaniker schaut sich das Malheur kurz an, danach zieht er unser Auto auf den Abschleppwagen hinauf. Wir können mitfahren, unsere Fahrt geht nach Villeneuve-de Avignon/Les Angles wo seine Werkstatt steht. Hier müssen beide Hinterräder ausgetauscht werden, die Kosten dazu 450 Euro. (meine Reifen waren erst 4 Wochen alt).

Ab Mittag wird es wieder sonnig und die Temperatur steigt auf 23 – 25°. Wir ent-schließen uns trotz des Frustes uns die Laune nicht ganz verderben zu lassen. Und entscheiden uns einen Ausflug zum Pont de Gard zu machen. Kurz nach 12:30 kommen wir am Parkplatz des Aquädukt an. Für die Parkgebühren verlangen sie hier stolze 15 Euro. Wir gehen Richtung Brücke bzw. Wasserleitung die hier über den Fluß Gardon führt. Die Brücke wurde wohl in der Mitte des 1. Jahr-hunderts n. Chr. gebaut.

Beide Bilder sind aus dem Internet

(Der Pont du Gard war Teil einer etwa 50 km langen Wasserleitung, mit der Wasser von den Quellen nahe Uzes zur römischen Stadt Nimes transportiert wurde. Die Brücke ist 49 m hoch und umfasst drei Etagen:

  • Untere Ebene: 6 Bögen, 142 m lang, 6 m breit, 22 m hoch
  • Mittlere Ebene: 11 Bögen, 242 m lang, 4 m breit, 20m hoch
  • Obere Ebene: 35 Bögen, 275 m lang, 3 m breit, 7 m hoch

Auf der oberen Ebene verläuft das rechteckige Gerinne der Wasserleitung, die 1,80 m hoch und 1,20 m breit ist und ein Gefälle von 0,034 %aufweist. Auf der unteren und mittleren Etage der Brücke befinden sich Arkaden aus 61 bis zu 6 Tonnen schweren Keilsteinen. Die Pfeiler der mittleren Ebene sind genau auf den Pfeilern der unteren Etage aufgelagert, um die Belastung der unteren Gewölbebögen zu minimieren. Von der Mitte ausgehend wird die Bogenspannweite zum Ufer hin immer kleiner)

Auf der unteren Ebene sehen wir einige Besucher spazieren gehen. Eine gute Stunde verbringen wir an diesem monumentale Bauwerk aus der Antike, bevor wir durch ein Feld mit knorrigen und alten Olivenbäumen weiter gehen. Wir kommen an einem hübschen Hotel oder Restaurant vorbei, wo sich mindestens ein Dutzend rote Ferraris tummeln.

Nach diesem Auflug an den Pont du Gard fahren wieder zu unserem Campingplatz zurück. Es ist immer noch früher Nachmittag, nach einer Tasse Kaffee streifen wir durch den Campingplatz. Es sind ein paar Wohnmobile hier, zur Zeit sind wir an ihnen sehr Interressiert, vielleicht kaufen wir irgendwann auch eines. Der Bürstner 530-2 oder ein Hymer wäre schon Interressant für uns.
Gegen 16:45 machen wir nochmals einen Spaziergang an der Promenade entlang bis nach Avignon hinein. Durch die Porte de l’Oulle (Mauerdurchbruch) gehen wir nochmals über den netten Place Crillon und ein paar Straßen weiter. Danach gehen wir an der riesigen Stadtmauer entlang wo sich der Eingang zum unterirdischen Parkhause befindet und zurück zur Brücke Le Pont Saint Benezet wo ein paar Leute gerade auf der Brücke spazieren gehen.

Nach unserem kleinen Spaziergang an der Gigantischen Stadtmauer entlang, kehren wir wieder zum Campingplatz zurück. Und genießen unseren letzten Abend hier in Avignon. Von unserem Stellplatz haben wir in der Abendsonne einen wunderschönen Ausblick auf den Papstpalast. Nur leider sind meine Bilder davon nicht allzu gut geworden.
Wie meistens gegen 22:00 gehen wir ins Waschhaus und gleich darauf ins Bett.

Sonntag, den 13. Juni 2010

Guten Morgen, es ist 6:30 in der Frühe und unsere Abfahrt ans Meer steht bevor. Aber zuerst machen wir unser Frühstück, vom Minimarkt hole ich noch unser Morgendliches Baguette. Die weiteren Zutaten wie Marmeladen und Honig, sowie Schinken und Käse haben wir selber noch dabei. Im Anschluss an unser Frühstück entleere als erstes die Toilettenkassette, während meine Gattin das Morgen-geschirr spült. Gleich danach drehe ich mit dem Akkuschrauber die Kurbel-stützen hoch und rolle unser Stromkabel zusammen, dann sind wir eigentlich schon Startklar. Kurz nach 8:00 verlassen wir den Campingplatz Pont d Àvignon****, es sind ca. 166 Kilometer bis zu unserem nächsten Ziel. Der Campingplatz Serignan Plage ***** ist unweit der Stadt Beziers und liegt direkt am Mittelmeer. Für die Fahrt dahin werden wir mit einer kleinen Rast ca. 2,5 Std. brauchen.

Bei Montpellier müssen wir die erste Maut bezahlen (7,90 €). Um 10:00 erreichen wir die Maut-stelle bei Beziers und entrichten unsere letzte Mautgebühr für heute 8,20 €. Wir kommen jetzt in ganz flaches Küstengebiet. Um uns herum sind lauter Weide-flächen für Rinder und Pferde. Kurz vor dem Campingplatz sehen wir einen großen Verkaufsstand für Obst und Gemüse am Straßenrand. Gleich darauf haben wir den Campingplatz erreicht, wir stellen unser Gespann auf einem Parkplatz ab, und gehen zur Rezeption. Die Anmeldung funktioniert reibunglos, da wir einen Stellplatz für uns reserviert haben. Über eine Straße im Außenbereich kommen wir in unserem Platzteil an, der offensichtlich sehr neu angelegt ist. Unmittelbar in der Nähe unseres Stell-platzes befindet sich ein Waschhaus und ebenfalls in der Nähe ist ein Zugang zum Strand zu finden. Unsere bisherige Temperatur liegt bei etwa 25° auf der Fahrt und 29° hier auf dem Platz und es ist teils sonnig und auch bewölkt.

Camping Serignan Plage

Auf Anraten eines Französischen Nachbarn mit einem großen wunderschönen Rapido-Wohnmobiles stellen wir unseren Caravan parallel und mit der Rückseite zum Strand auf (hier konkurrieren der Mistral sowie die Tramontana-Winde offensichtlich miteinander). Unser Sonnensegel ist gleich aufgezogen, und der Tisch und die Stühle ebenfalls aufgestellt. Als erstes trinken wir eine Tasse Kaffee und essen ein Stück Kuchen dazu. Was hier am Platz auffällt, es gibt hunderte von kleinen Marienkäfern, die hier im Gras sitzen, (sie sind aber keine Plage, dazu sind sie zu schön). Heute am Spätnachmittag kommt unsere Tochter Alexandra mit dem Flugzeug nach Montpellier, sie wird dabei von einer Freundin begleitet. Sie wollen am Flughafen einen Leihwagen nehmen und anschließend mit ihm hier auf den Campingplatz fahren.

Gegen 16:45 fahre ich mit dem Auto zum großen Parkplatz beim Campingeingang, hier werden die Mädchen in wenigen Minuten da sein. Sie haben uns eine SMS über ihr baldiges Eintreffen geschickt, und tatsächlich ein paar Minuten später sind sie schon da. Nach einer herzlichen Begrüßung gehen wir gemeinsam zur Rezeption, um die beiden anzumelden, ihren Leihwagen lassen wir auf dem Parkplatz stehen. Danach fahren wir mit unserem Auto über die Umgehungsstraße des Platzes zu unserem Stellplatz. Hier werden die beiden herzlich von meiner Frau begrüßt. Nach einem Begrüßungsgetränk beginnen wir mit dem Aufbau ihres Zeltes, das auf unserem Stellplatz aufgebaut werden soll.

Wie es sich zeigt sind die beiden keine Fachleute im Aufbau eines Zeltes, so daß ich ihnen dabei etwas zur Seite stehen muß. Nachdem das Zelt nun steht, wird auch noch die große Luftmatratze aufgeblasen. Jetzt steht unser Abendessen an, zu dem die beiden herzlichst eingeladen sind. Nachdem ich unser Abendgeschirr im nahen Waschhaus zum glänzen gebracht habe, machen wir noch einen Spaziergang über den schönen Campingplatz. Unser Stellplatz liegt ja etwas außerhalb des Zentrums, der Weg führt nahe des Strandes an noch vereinzelten Caravanplätzen vorbei, danach folgen viele Chalets und Cottage bis wir das Zentrum erreicht haben. Hier gibt es auch verschiedene Marktstände die Souveniers und Textilien anbieten, wie wir in den kommenden Tagen noch sehen werden. Dann stehen wir vor dem Patio, der wahnsinnig nett angelegt mit Bistros, wundervollen Innenhöfen, und schmuckvoll eingerichteten Räumen mit sehr vielen Dekoration-Gegenständen ist. Hier gibt es ebenso eine Hochterrasse wo man die Abende bei einem Glas genießen kann. Für das Frühstück gibt es eine Bäckerei die Baguette, Croissant oder viele andere leckere Sachen verkauft. Für das Mittag oder Abendessen gibt es Take-Away mit schmackhaften Pizzas, dazu einen köstlichen Rotwein so wäre dann auch der Abend gerettet. Wir gehen noch ein Stückchen weiter, an der Pool-Landschaft vorbei, auch sie macht einen sehr guten Eindruck auf uns (die Pool-Anlage am Ca. Le Sagittaire war aber noch viel schöner). Von hier sind es bestimmt noch 200 Meter bis zur Rezeption die sich ganz am Eingang des Campingplatz befindet. Zwischen der Zufahrtsstraße und dem Fußgängerweg befinden sich Beete und Sträucher mit Lavendel und blühendem Oleanderbüschen, alles ist sehr gepflegt.

Jetzt drehen wir um und gehen den ganzen Weg bis zum Caravan zurück. Zu Hause angekommen gibt es Rotwein für meine Frau, ein Glas Weizenbier für mich und die Mädchen trinken keinen Alkohol, wir haben aber auch Säfte und Wasser für die beiden mit dabei. So genießen wir gemeinsam die nächsten eineinhalb Stunden, bevor wir ins Bett gehen, und die Mädchen in ihr Zelt huschen. Wir hoffen dass sie auch gut Schlafen können.

Montag, den 14. Juni 2010

Wir sind um 7:20 aufgestanden, auch die Mädchen haben sich in ihrem Zelt schon gerührt, bei unser Nachfrage stellen wir fest daß auch sie gut geschlafen haben. Als erstes gehe ich ins Waschhaus um mich etwas frisch zu machen, bevor ich zum Bäcker gehe, um Baguette und Croissants für unser Frühstück zu holen. Es sind ja schon einige hundert Meter bis zum Patio, wo sich die Bäckerei befindet. Heute Morgen ist es stärker bewölkt mit einer Temperatur von 22° wie unser Thermometer anzeigt. Wir lassen uns davon aber nicht unser Frühstück vermiesen. Die beiden Mädchen essen als erstes ein Müsli, was hier in der Schüssel enthalten ist, habe ich keine Ahnung. Aber Croissants essen sie schon, wie man sehen kann.

Im Laufe des Vormittags wird es schon noch sonnig, so daß wir unsere Badesachen einpacken und die paar Meter bis zum Strand gehen. Mittlererweile hat die Temperatur weiter zugenommen 25° zeigt unser Thermometer am Wohnwagen an. So verbringen wir die ersten Vormittagsstunden am Strand, wir haben unsere Strandschuhe mit dabei. Seit unseren Urlaubsfahrten nach Ägypten haben wir uns angewöhnt, ausgedehnte Strandspaziergänge oft auch über ein paar Kilometer zu machen. Natürlich ist das nicht immer möglich, hier ist der Strand zur linken Seite begrenzt, nach einem Kilometer kommt man nicht mehr weiter, dort befindet sich die Einmündung des Grande Maire (Naturschutzgebiet). Die Mädchen genießen die etwas spärliche Sonne, leider ist dann ab Mittag Schluss damit. Die Temperatur fällt jetzt rapide ab und es fängt leider an zu Regnen. Wir sind alle etwas deprimiert darüber, die Mädchen sind ja extra von Deutschland hierher ans Mittelmeer geflogen um etwas Sonne zu genießen.

Es bleibt uns jetzt nichts anderes mehr übrig als in den Wohnwagen hinein zu sitzen, und ein paar Spiele zu machen. Spiele wie Uno oder Stadt, Land, Fluß können mich nun mal nicht begeistern, aber was bleibt einem bei einem Regentag noch übrig. Heute Abend gibt es eine zünftige Brotzeit mit Käse, Schwarzwälder Schinken, Hering in Currysauce, ebenso Truthahnfleisch in der Dose, und einige Scheiben Leberkäse sowie eine Schüssel mit Nudelsalat und Ei. Ich denke es war für jeden etwas dabei. Dazu für die Gattin eine Flasche Radlerbier für mich ein Glas Weizenbier, und die Mädchen Saft oder Wasser. Kurz nach 22:00 gehen wir ins nahe gelegene Waschhaus um uns fertig zu machen, für die Nacht.

Dienstag, den 15. Juni 2010

Als wir heute Morgen aufstehen ist der Himmel immer noch stark bewölkt und etwas windig, wir haben immer noch einen leichten Regen und die Temperatur liegt im Moment bei ca. 18°. Wie gestern Morgen gehe ich zum Patio wo sich die nette Bäckerei befindet. Ich nehme zwei Baguette, die kann man in Frankreich immer essen und sie sind überhaupt nicht teuer (Baguette gehört in Frankreich zu den Grundnahrungsmitteln und der Preis ist gesetzlich geregelt- der Preis liegt bei 80-90 Cents). Dazu noch ein paar Croissant für die Frauen, (ich mag sie nicht so, mir blättern sie zu stark), aber die Geschmäcker sind halt verschieden.

Nach dem Frühstück überlegen wir, was wir heute bei diesem Wetter noch tun können. So beschließen wir am Nachmittag in die nahegelegene Stadt Beziers zu fahren. Gegen 14:00 fahren wir los, es sind nur etwas mehr als 20 Kilometer bis ins Zentrum hinein. An einem größeren Platz finden wir tätsächlich einen Parkplatz für unser Auto, und machen uns auf den Weg zur Kathedrale. Die heutige Kathedrale stammt aus den 13. und 15. Jahrhundert und wurde im Gotischen Stil erbaut.

Von hier aus haben wir einen tollen Ausblick auf das Flüßchen Orb die hier den Stadtrand von Beziers berührt und weiter auf dem Weg nach Süden (Mittelmeer) ist. Ein paar Kilometer weiter Flußabwärts wird sie vom Canal du Midi auf der Brücke Pont-Canal de lÒrb überquert. Wir bummeln noch über die alte Steinbrücke die aus dem 12. Jahrhundert stammen soll und eine Länge von 241 Meter hat. Das Wetter ist mittlerweile etwas besser geworden und der blaue Himmel ist immer wieder mal zu sehen. Nach ein paar Stunden machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Auf dem Weg dahin sehen wir auf dem Parkplatz eines großen Einkaufszentrum ein hübsches Lokal mit dem vielversprechenden Namen Au Bureau liegen.

Da wir alle plötzlich Hunger haben, stellen wir unser Auto ab und gehen in das Lokal hinein, es macht einen ziemlich nostalgischen Eindruck auf mich. Die Wände sind bis zur Mitte herauf mit dunklen Holzplatten vertäfelt, darüber sind helle Tapeten mit mehrfarbigen senkrechten Streifen. Und überall hängen alte schwarzweiße Bilder an den Wänden sowie Doppelleuchten im Retro-Stil. Auf dem Tresen wo sich die Kasse bzw. der Computer für die Bestellungen befindet steht ein uraltes Motorrad. Der Kellner bringt uns die Speisekarten zur Ansicht, zum Trinken bestellen wir einen guten Rotwein sowie zwei Flaschen Mineralwasser.

Auf der Speisekarte stehen Gerichte wie Fingerfoods, Salatteller, Burger mit Hack-fleisch und Käse, Teller mit Rostbeef und gebackenem Camembert. Es gibt natürlich auch Tartare De Boef und verschiedene Steaks mit diversen Beilagen und mehr. Wir haben alle plötzlich Appetit auf eine gute Pizza zum Essen, die wir gleich beim Kellner bestellen.

Nach geraumer Zeit werden die Pizzen gebracht, und sie hinterlassen erstmal optisch einen guten Eindruck. Wie in Frankreich üblich ist, wird viel Käse auf die Pizza aufgelegt, aber geschmacklich ist sie ausgezeichnet, alle sind zufrieden mit dem Essen. Nach mehr als eineinhalb Stunden verlassen wir das nette Lokal und fahren entgültig zum Campingplatz zurück. Kurz nach 21:00 spazieren wir ins Zentrum des Campingplatzes, hier im Patio befindet sich ein Lokal das sich direkt neben das hübsche Hallenbad anschließt,( für Familien mit kleinen Kindern ist es ganz ideal ). Heute Abend wird von den Animateuren des Campingplatzes eine Show mit Gesang und Tanz aufgeführt.

Die Franzosen lieben ja Karaoke, eben wird ein junger Mann von den Animateuren auf einen Tisch gestellt, wo er vor einer etwa 60 jährigen Frau ein Lied singt. Im Anschluss wird die Frau von den beiden Animateuren stark umschwärmt, was ihr sichtlich gut gefällt. Wir verbringen 1 -2 Stunden in diesem Lokal, bis wir gemeinsam zum Caravan bzw. Iglu zurück gehen.

Mittwoch, den 16. Juni 2010

Heute reisen unsere jungen Leute wieder ab, nur schade war dass sie leider kein schönes Wetter hier genießen konnten. Es ist heute Morgen bewölkt und sehr windig. Ich bringe sie noch über die Umgehungsstraße des Campingplatzes zur Rezeption, wo sie sich abmelden müssen. Die Kosten für die Platzgebühr der beiden übernehmen wir. Im Anschluss bringe ich sie noch zu ihrem auf dem Parkplatz abgestellten Leihwagen, mit dem sie zum Flughafen von Montpellier fahren werden.

Um die Mittagszeit klart der Himmel plötzlich wieder auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Im Nu ist es sehr warm, wir packen unsere Badesachen und gehen zum vielleicht zweihundert Meter entfernten Sandstrand, wo wir die nächsten 2 Stunden in der warmen Sonne verbringen. Heute ist der erste schöne Tag, die Mädchen hatten ja leider kein Glück damit. Danach gehen wir zu unserem Caravan zurück um eine Tasse Cappuccino zu trinken. Später machen wir einen Spaziergang über den Campingplatz.

Dann ist auch schon wieder Abend geworden. Mit einem gemütlichen Essen und einem Glas Weizenbier beschließen wir den heutigen Tag. Die Tagestemperatur lag heute Nachmittag bei etwa 26 bis 28°, ein herrliches Badewetter.

Donnerstag, den 17. Juni 2010

Wie meistens stehen wir gegen 7:30 auf, im Moment ist der Himmel heiter bis leicht bewölkt, nach einem kurzen Besuch im Waschhaus mache ich einen Spaziergang zum Patio (ca. 300m) wo sich die Bäckerei befindet. Hier hole ich uns Baguette die ganz ausgezeichnet schmecken und für meine Frau noch Croissants. So bestückt gehe ich wieder zum Caravan zurück. Nach unserem Frühstück, der Himmel ist jetzt frei, die Sonne scheint und die Temperatur ist ebenfalls nach oben gegangen. Wir packen unsere Badesachen um damit für ein paar Stunden an den Strand zu gehen. Wir möchten aber heute Nachmittag noch in das tolle Balneo-Wellnesscenter in der Nähe des Campingplatz-Eingang gehen. Hier verbringen wir dann ein paar weitere schöne Stunden.

Freitag, den 18. Juni 2010

Auch heute Morgen stehen wir um 7:30 auf, hole in der Bäckerei die sich im Patio befindet, unser Baguette und die Croissants für meine Frau. Nach unserem gemütlichen Frühstück beschließen wir nach Bezier bzw. Ecluses-de-Fonseranes zu fahren. Hier befindet sich der Canal du Midi mit der Schleusentreppe Fonseranes mit seinen 6 noch aktiven Schleusenkammern und 7 Toren die Schiffe auf eine Höhe von 13,6 Meter heben kann.

Das Bauwerk entstand im 17. Jahrhundert und ging gemeinsam mit dem von Pierre-Paul Riquet geplanten und gebauten Canal du Midi in Betrieb. Die Schleusentreppe bestand ursprünglich aus acht zusammenhängenden  Schleusenkammern mit einer Längsausdehnung von insgesamt ca. 300 Meter bei einem Höhenunterschied von 21,18 Meter. Die Frachtschifffahrt ist auf dem Canal du Midi fast ganz verschwunden. Heute verkehren auf ihm Sport- und Hausboote, Fahrgastschiffe für Ausflugsfahrten und zu schwimmenden Hotels umgebaute Penichen (Frachtkahn) in großer Zahl: Die Schleusentreppe wird jährlich von etwa 10.000 solcher touristisch genutzter Wasserfahrzeuge passiert, wobei es in den Ferien-Monaten Juli und August bis zu 60 pro Tag sein können.

Wir betreten das Bauwerk von Südosten und gehen den Weg an der Schleusentreppe entlang nach oben. Die Schleuse ist beeindruckend auf Grund ihrer frühen Bauzeit und ihrer genialen Funktionalität. Aber ebenso beeindruckend sind die Fahrkünste der Bootskapitäne und ihrer Besatzung die meist nur eine Woche diese Schiffe gemietet haben. Unter den Hobbykapitänen sind die meisten Engländer, aber auch Deutsche die den Mut für solch eine Fahrt haben. Es sind aber auch Frauen dabei, die das Schiff fehlerfrei durch die Schleuse fahren. In der Ferne sehen wir auch die Brücke wo der Canal du Midi über das Flüsschen Orb hinüber führt. So verbringen wir eine längere Zeit hier an der Schleuse, bevor wir wieder die Heimfahrt antreten. Am Campingplatz angekommen trinken wir erstmals eine Tasse Cappuccino und essen ein Stück Kuchen, die Temperatur liegt im Moment bei 21°. Gegen 16:00 kommt plötzlich ein starker und sehr böiger Wind auf, so dass wir unser Sonnendach abbauen müssen, leider kommt es jetzt auch noch zum Regnen. Den restlichen Tag und Abend müssen wir leider im Caravan verbringen.

Samstag, den 19. Juni 2010

Heute Morgen haben wir wieder einen blauen Himmel, allerdings der starke Wind ist immer noch da. Es könnte der Mistral sein der von der Landseite (Norden) zu uns bläst. Da heute Sonnenbaden wieder ausfällt, machen wir wieder einen Spaziergang über den schönen Campingplatz. Auf dem Weg zum Patio (Centrum) besichtige ich eines der anderen runden Waschhäuser die hier am Ca. Platz stehen.

Wir gehen weiter zum Patio, wo sich sehr nette Innenhöfe und Räume befinden. Mit herrlicher Dekoration, es sind wahre Schmuckkästchen darunter.

re.Bild: die große Bühne für Abendveranstaltung

Auf der rechten Seite des Hauptweges ist ein kleines Feld mit Weinreben angebaut. Daneben steht eine so eine Art Wassermühlenrad als Dekoration auf dem Feld. Wir gehen weiter und kommen an der großen und hübschen Pool-Anlage vorbei, die heute auf Grund des wechselhaften Wetters fast leer ist.

rechtes Bild: der Eis u. Getränkeverkauf

Auf dem Fahrweg nach draußen bzw. der Rezeption befinden sich rechts und links der Fahrbahn wunderschöne Bepflanzungen mit Oleander, Lavendel und sonstigen Blumenrabatten. Bei der Rezeption drehen wir dann wieder um und gehen zurück.

In der Nähe der Pool-Anlage mache ich noch ein paar weitere Fotos. Dann gehen wir endgültig zurück zu unserem Caravan. Hier trinken wir erstmals einen Kaffee und essen dazu ein Stück Kuchen. Der Wind ist immer noch sehr stark, er bläst bei unserem Waschhaus durch die offenen Türen hindurch. Dann ist auch schon Abend geworden, nach einem kleinen Absacker geht es dann ins Bett. Irgendwann in der Nacht muss ich auf unsere Caravan-Toilette um mich etwas zu erleichtern. Beim Auftreten merke ich plötzlich dass ich auf meinem re. Bein nicht mehr stehen kann, und mich an der Küchenzeile festhalten muss . Mich überall festhaltend gehe ich auf die Toilette, und im Anschluss auf die gleiche Art zurück ins Bett humpeln.

Sonntag, den 20. Juni 2010

Wir stehen gegen 7:45 die Sonne scheint schon etwas und der Wind ist etwas zurück gegangen. Nur mir geht es immer noch nicht besser, ohne mich irgendwo festzuhalten kann ich nicht gehen. Im Laufe des Tages wird es aber dann doch etwas besser. So vergeht der Tag in etwas betrüblicher Stimmung und der Abend naht schon wieder heran. Gegen 21:30 gehen wir gemeinsam ins Waschhaus. Nach dem Zähne putzen bzw. dem Ausspülen des Mundes bekomme plötzlich wieder so eine Art Anfall. Nur Wankend und mit Hilfe meiner Frau verlassen wir das Waschhaus. Bis zu unserem Caravan sind es nur ca. 100 Meter, auf dem Weg dahin treffen wir einen Mann der uns auf Grund meines Torkelnden Ganges wohl etwas kritisch nachschaut.

Montag, den 21. Juni 2010

Auch heute Morgen scheint die Sonne schon und der Wind geht geht immer mehr zurück. Ich sitze am Frühstückstisch und gerade eben geht der Mann von gestern Abend vorbei. Ich spreche ihn an, mir ist es etwas peinlich, dass er mich in der Nacht für betrunken gehalten hat, das möchte ich schon klar stellen. Und erzähle ihm von meinen Problemen seit vorgestern Nacht. Einige Zeit später kommt eine junge Frau zu uns an den Caravan, sie stellt sich als die Ehefrau des Mannes von Heute Morgen vor. Sie ist von Beruf Ärztin / Kinderärztin und möchte sich ein Bild von meinem Zustand machen. Sie prüft verschiedene Reaktionen meinerseits, ebenso meinen Händedruck. Am Nachmittag kommt sie nochmals vorbei, zwischenzeitlich hat Sie Kontakt mit einer Freundin in Deutschland aufgenommen. Diese Freundin ist ebenso Ärztin /Internistin von Beruf. Kurz gesagt: die Info darüber war dass diese Ärztin einen Schlaganfall nicht ausschließen kann. Und mir dringend einen Besuch im nächsten Krankenhaus zur Diagnose empfahl. Diese Nachricht war nicht allzu gut. Das mit dem Krankenhaus wäre sicher vernünftig gewesen, ich wäre bestimmt sehr gut versorgt worden. Was dagegen sprach, meine Frau spricht ebenso wenig Französisch wie ich, ist hier absolut fremd und kommt weder mit dem Caravan noch mit dem Auto (Kartenlesen untauglich) alleine nach Haus. Eine Möglichkeit wäre noch gewesen, meine Tochter die vor ein paar Tagen hier gewesen ist zurück zu rufen. Und sie dann beide gemeinsam die zweitägige Heimfahrt antreten können. Übrigens wir haben auch heute einen tiefblauen Himmel und die Nachmittags-Temperaturen liegen bei 25-27°

Dienstag, den 22. Juni 2010

Guten Morgen, das Wetter ist gut ich hüpfe weiter auf eineinhalb Beinen. Ich habe mich nach Intensiver Überlegung entschlossen die Heimfahrt anzutreten. Als erstes kontrolliere ich den Motorölstand am Auto, drehe am Caravan die Kurbelstützen mit dem Akkuschrauber nach oben. All das kann ich, auch wenn ich mich überall abstützen muss. Mit Hilfe einiger Campingnachbarn hängen wir den Wohnwagen an unser Auto und schon geht es los. Die Zeit es ist 12:00 und meine Frau fährt den Wagen. Ich sitze als Kenner und Koordinator der Wegstrecke auf dem Beifahrersitz. Nach weniger als 10 Kilometern erreichen wir bei Beziers die Autobahn A9 und nach weiteren 40 Kilometern die erste Mautstelle bei Montpellier die wir mit 8,20 € begleichen.

Über die Historische Stadt Nimes und Orange geht es weiter nach Norden. Um 16:25 erreichen die Autobahntankstelle Portes-les-Valences kurz vor der größeren Stadt Valence. Hier beglücken wir unseren Hyundai Santa Fe mit einer größeren Ladung Flüssig-Gas. Gleich darauf kommt die Mautstelle wo wir ebenfalls 23,80 € bereithalten. Danach geht es auf die Umgehung-Straße von Valence auf die A49 die an Romans-sur-Isere vorbei und in Richtung Grenoble führt. Hier kommt die nächste Mautstelle wo wir unsere Mautkarte ziehen. Wenige Kilometer weiter kommt die Raststätte La Baume-d`Hostun wo wir eine 40 Minütige Pause machen. Diese Raststätte ist relativ groß und in einem Parkähnlichen Zustand ebenso wie ihr Gegenstück auf der Gegenfahrbahn. Mir geht es relativ gut, auch das Laufen geht einigermaßen, und meine Frau kommt mit dem Fahren unseres Wohnwagen-Gespannes gut zu recht. Die Zeit im Moment es ist 16:55 und um 17:35 fahren wir weiter Richtung Nordosten.

Bei Voreppe in der Nähe von Grenoble wechseln wir dann weiter auf die A48 nach Norden und weiteren 45 Kilometer geht es nach Chambery in Richtung Osten. Für einen Ortsunkundigen ist es etwas verwirrend. Auf einer Tankstelle in Seynod das ist in der Nähe von Annecy tanken wir unseren Hyundai wieder mit Flüssig-Gas voll, die Reichweite damit ist ja nicht allzu groß.

Der Verbrauch mit Flüssig-Gas lag im Durchschnitt auf dieser Reise mit unserem Wohnwagengespann zwischen 15 -17 Ltr. auf 100 Kilometer. Der Preis pro Liter war durchschnittlich bei 70 Cent.

Mittlererweile ist 20:00 geworden und wir wollen noch bis nach Gland in der Schweiz / Genfer See fahren. Unsere Fahrt nach und durch Genf geht sehr gut so daß wir gegen 21:45 unsere geplante Übernachtungsstätte die Raststätte La Cote Jura erreichen.

Mittwoch, den 23. Juni 2010

Es ist 6:30 Morgens als wir aufstehen, geschlafen haben wir sehr gut. Die Nacht war ruhig, auch wenn wir ziemlich nah an der Autobahn geparkt haben. Es gibt ein kurzes Frühstück, eine Tasse Cappucchino dazu ein Baguette das wir noch in Frankreich gekauft haben mit unseren vorzüglichen Marmeladen von zu Hause. Kurz nach 7:00 fahren wir los. Unser Weg geht auf der A1 an Lausanne und dem Neuenburger See (Lac de Neuchatel) entlang. An der Abfahrt bei Murten fahren wir von der Autobahn herunter und fahren Richtung Gampelen wo sich eine günstige Gas-Tankstelle befindet. Hier tanken wir nochmals voll (mit dieser Tankfüllung werden wir auf jeden Fall bis nach Deutschland kommen). Jetzt geht es wieder ca. 15 Kilometer zurück bis zur A1 und dann weiter über Bern, Zürich bis zur Raststätte Forrenberg bei Winterthur wo wir nochmals eine 40 Minütige Pause machen.

Um 12:40 fahren wir weiter bis nach Bregenz, bei unserer Stadtdurchfahrt haben wir großes Glück und die Einheimischen sind alle beim Arbeiten, so dass wir in einer guten Zeit durch Bregenz fahren können. Über die Uferstraße 190 geht es direkt nach Lindau in die Robert-Bosch -Str.40 wo wir ein letztes Mal auf dieser Reise unseren Gas- Tank befüllen. Von hier sind es nur noch ca. 80 Kilometer bis nach Ottobeuren, die wir in weniger als 1,5 Stunden zurücklegen.

Fazit: Wir waren fast 3 Wochen unterwegs, haben viel gesehen aber auch erlebt. Unser Wetter am Mittelmeer war nicht besonders schön, was sicher sehr schade war (besonders für die Mädchen die ein paar Tage zu Besuch waren). Negativ auf dieser Reise war sicher das Abstechen meines Hinterreifens (was 500 Euro an Zusatzkosten verursacht hat). Als weiteres meine plötzliche Krankheit deren Ursache und Wirkung völlig unbekannt war, und die uns zu einer vorzeitigen Heimreise gezwungen hat. Zu Hause angekommen vereinbarte ich sofort einen Termin beim Hausarzt, der mir gleich einen Termin und eine Überweisung zum Neurologen ausstellte. So war ich schon am nächsten Tag beim Facharzt zur Untersuchung. Der Befund war aber negativ, man konnte nichts mehr feststellen. Ich bekam einen weiteren Termin beim HNO-Arzt zwecks Verdacht auf Gleichgewichts-Störungen. Auch der konnte nichts mehr feststellen. War das jetzt gut oder Schlecht ???

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