Unsere Herbstreise an die Mosel 2023

25 Jahre ist es jetzt her, seit wir im Monat September einige Tage an der Mosel verbrachten. Damals waren noch unsere Kinder dabei, als wir eine Woche im Camping Landal Sonnenberg bei Leiwen verbrachten. Das nächste Mal im Coronajahr 2020 verbrachten wir im Zuge einer dreiwöchigen Deutschlandtour eine Woche im Campingpark Zell an der Mosel.
Ein Jahr später planten wir nochmals für zwei Wochen an die Mosel und in die Eifel zu fahren. Leider hat Corona und das voraussichtlich Schlechte Wetter unsere Absicht zunichte gemacht.

Freitag, den 08. Sept. 2023

Meine Frau hat sich gewünscht nochmals im Herbst eine Woche an der Mosel zu verbringen. Wir hatten im Jahr 2021 als wir unsere Reise an die Mosel absagten, einen schönen Campingplatz gefunden. Jetzt wollen dieses nachholen und haben kurzfristig
eine Woche am Camping Holländischer Hof in Senheim reserviert.

Aber wie vor jedem Campingurlaub muss noch einiges vorbereitet werden, bevor die Reise beginnen kann.
Es ist mittlerweile 16:20 geworden, als wir die Bergstraße in Ottobeuren verlassen, die Fahrtstrecke bis an die Mosel beträgt fast 470 Kilometer. Wir beabsichtigen darum wie vor zwei Jahren eine Zwischenübernachtung auf einem Autohof bei Bad Rappenau zu machen.
Unser Weg führt uns über den Autobahnanschluss in Memmingen-Süd auf die A7 in Richtung Ulm. Hier gleich bei Memmingen beginnt die erste Baustelle, die uns ca.7 Kilometer weit begleitet. Der Auto und LKW-Verkehr nach Norden hält sich aber für ein Wochenende in Grenzen. So dass wir nach gut einer Stunde das Autobahnkreuz Ulm/Elchingen erreicht haben. Wir bleiben weiter auf der A7 bis zum Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim, wo wir auf die A6 in Richtung Heilbronn wechseln. Diese Strecke ist zwar etwa 30 Kilometer länger als auf der A8 nach Stuttgart / Karlsruhe, hat dafür aber ein wesentlich geringeres Verkehrsaufkommen.

Um 19:50 erreichen wir den ARAL- Rasthof bei Bad Rappenau. Der LKW-Parkplatz ist gut gefüllt, aber ein Plätzchen findet sich doch noch für uns. Als erstes melden wir uns drinnen im Rasthof an, die Übernachtung auf dem Parkplatz kostet 15 Euro. Allerdings können 10 € bei einem etwaigen Essen gut geschrieben werden. Wir überschauen kurz die Speise-Theke, finden aber nichts was unseren Wünschen entspricht. Wieder am Caravan angekommen, drehe mit dem Accuschrauber noch schnell die Kurbelstützen hinunter, mittlerweile ist schon die Dunkelheit eingebrochen. Als wir zuletzt im Jahr 2020 hier auf diesem Rasthof übernachteten, konnten wir bei der Ankunft wenigstens noch einen Spaziergang machen. Aber damals war es Juni, und der Tag wesentlich länger.
Meine Frau macht unser Abendessen fertig, heute gibt es wie meistens eine Brotzeit wenn wir auf der Fahrt sind. Etwas weiter hinten lässt ein Lkw- Fahrer sein Fahrzeug laufen, obwohl er gar kein Kühlaggregat im Lastwagen hat. Wir genießen die nächsten 1,5 Stunden, mit ein bis zwei Glas Weizenbier, bevor es in die Koje geht.

Samstag, den 09. Sept. 2023

Kurz vor 7:00 sind wir aufgewacht, mittlerweile sind auch schon einige LKW`s weiter gefahren. Ich habe relativ gut geschlafen, meine Frau eher weniger, sie hat wohl die LKWs gezählt. Es gibt noch ein kurzes Frühstück im Caravan, eine Tasse Kaffee sowie Brötchen mit Marmelade. Während meine Frau im Anschluss auf die Toilette des Rasthofes geht, mache ich unser Wohnwagen und das Auto startklar. Das heißt die Kurbelstützen am Caravan wieder hoch drehen, und die Caravan-Spiegel am Auto wieder fest machen. Gestern Abend hatte ich sie gelockert, damit die Gummibänder nach der Tageshitze ? nicht ausleiern. Als meine Frau kurz darauf vom Rasthofgebäude kommt, können wir gleich darauf weiterfahren. Es ist 7:45 und der Himmel ist herrlich blau, als wir den Rasthof verlassen. Schon nach etwa 15 Minuten haben wir Sinsheim erreicht, wo sich das bekannte Technik-Museum befindet.


(hier befinden sich Sehenswürdigkeiten von Luft; See und Landfahrzeuge – eine Concorde, Tupolev TU-144; Leopard 1; SU 100 Selbstfahrlafette; U-Boot, Eisenbahnloks und Autos von Daimler, Maybach und Ferrari Lamborghini P 400;- Amerikanische Straßenkreuzer sowie Rennwagen verschiedener Hersteller, Ebenso Motorräder und Landwirtschaftliche Fahrzeuge aller Art)

Zu früheren Zeiten konnte man von der Autobahn auf das Museumsgelände einsehen. Heute ist es nicht mehr möglich, dafür sorgen starker Bewuchs und Sicht sowie Lärmschutzzäune. Man muss sich manchmal schon fragen, was für ein Zweck dahinter steht, wenn hinter einem Lärmschutzzaun nichts ist. Dafür gibt man Millionen an Euros bei uns in Deutschland aus.

Bild links: Der erste Heißluftballon unterwegs; Bild mitte am Rheinufer; Bild rechts die Rheinbrücke

Nach weiteren 40 Minuten haben wir die Rheinbrücke bei Speyer erreicht, und sind jetzt im Bundesland Rheinland-Pfalz angekommen. Auf der A61 geht es weiter nach Norden in Richtung Mainz bzw. Koblenz. Kurz nach Albig es ist etwa 9:30 fahren wir auf einen Rastplatz der sich Parkplatz Wiesbach nennt, er macht optisch einen sehr guten Eindruck. Während meine Frau auf der Fahrt meistens die Toilette im Wohnwagen benutzt, gehe ich fast immer in die Öffentlichen Toiletten auf den Rastplätzen. Als ich am Toilettengebäude ankomme, sehe ich dass alle Türen der Toiletten verschlossen sind. Überall sind Schilder angebracht mit dem Hinweis „Wegen Vandalismus geschlossen„. So etwas habe ich in den über 30 Jahren meines bisherigen Camping-lebens noch niemals erlebt.
Nachdem ich nunn ebenfalls meine eigene Toilette im Caravan benutzt habe, fahren wir weiter. Es sind noch ungefähr 50 Kilometer bis wir die Autobahn A61 bei Rheinböllen verlassen und es sind knapp 100 Kilometer bis zu unserem Ziel in Senheim. Hier in Rheinböllen wir sind im Hunsrück angekommen, wechseln wir auf die B50 und B421 und fahren an Simmern, Kirchberg und Kappel vorbei, bis wir um 11:30 unseren Campingplatz Holländischer Hof in Senheim an der Mosel erreichen.

Wir stellen unser Gespann vor dem Eingang des Campingplatzes, und gehen die paar Schritte bis zur Rezeption. Hier eröffnet uns der Platzchef, dass wir ein bisschen zu früh hier sind. Er erwartete uns erst gegen 14:00, da die abreisenden Campinggäste noch bis Mittag auf dem Platz sein dürfen. Nach Auskunft seiner Tochter ist unser Reservierte Stellplatz noch belegt. Er sagt uns, wir sollen unseren Caravan am Eingang des Platzes (siehe hier Bild 3) abstellen. Nachdem wir unser Gespann umgestellt haben, gehen wir wieder in den Campingplatz hinein und suchen unseren Stellplatz mit der Nummer 158 auf. Wieder erwarten ist unser Stellplatz schon frei, so gehen wir in die Rezeption zurück und teilen es den Platzbetreibern mit. Im Anschluss holen wir unseren Caravan und fahren an der Rezeption und dem Waschhaus vorbei die Anhöhe hinunter bis zu unserem Stellplatz. In dieser kleinen Straße sind noch einige Plätze frei, aber vielleicht sind sie auch Reserviert, wir werden es sehen.

Während wir unseren Caravan aufstellen, bekommen wir Besuch von einer Gruppe Enten die vom nahe gelegenen Moselufer gekommen sind. Sie fressen in aller Ruhe das frische Gras auf dem Nachbar-Stellplatz. Es ist schon 15:45 als wir unsere kleinen E-Bikes aus dem Kofferraum des VW Tiguan geholt haben, kommen schon die nächsten Campinggäste in unserer Straße an. Als erstes kommt ein kleinerer Kip-Caravan auf den Stellplatz vor uns mit der Nummer 159. Wenig später kommt ein weiterer Wohnwagen auf den Platz gegenüber von uns. Beide Camper kommen aus Holland/Niederlande, (ich kenn den Unterschied immer noch nicht).
Ich habe noch gar nicht erwähnt, der ganze Campingplatz ist in Holländischer Hand, zumindest mit etwa 85% der Gäste. Auch die Betreiber des Platzes sind Holländer, daher auch der Name (Holländischer Hof ). Es ist schön hier, der Platz bildet eine Halbinsel mit einigen Bäumen, die auch Schatten geben können, und liegt langgestreckt an der Mosel. An der Innenseite der Halbinsel liegt ein Yachthafen, der anscheinend auch vom Campingplatz verwaltet wird.

Unser Stellplatz liegt etwa in der Mitte des langgezogenen Campingplatzes. Das Waschhaus sowie ein Einkaufsshop der zeitweise geöffnet hat, liegen am Beginn des Ca.-Platzes. Auf dem Weg zum anderen Ende des Platzes befindet sich eine Mauer die auf der einen Seite bestückt mit Kaltwasserbecken und Wasserhahn ist, auf der anderen ist ein Wasserhahn mit langem Schlauch für den Frischwassertank der Wohnmobile, ein Ausgussbecken (Kimik), dazu am Boden ein Ablauf für Wohnmobile (etwas ungünstig, er sperrt vorübergehend die Durchfahrt anderer Fahrzeuge).
Ein paar Meter weiter vorne befindet sich ein netter Kinderspielplatz. Ca. alle 50 Meter befindet sich eine Wasserzapfsäule. Im letzten Drittel des Platzes steht ein Sanitärwagen mit insgesamt 4 Toiletten, 3 Pissoir und ein Handwaschbecken pro Geschlecht.
Man muss aber auch sagen, wer ziemlich am Ende des Campingplatzes sein Fahrzeug hat, muss viele Meter (10 Minuten ? ) bis zum Duschen/Geschirr spülen zurück legen.
Im Laufe des Nachmittags suchen wir die Rezeption des Platzes auf, um nach etwaigen Radkarten oder sonstigen Informationsmaterial zu schauen. Hier finden wir Prospekte von umliegenden Gemeinden, wo irgendwelche Feste angezeigt werden. Unter anderem ein Prospekt von der Gemeinde Ediger-Eller, wo dieses Wochenende ein Weinfest stattfindet. Zwischendurch trinken wir noch eine Tasse Kaffee und essen ein Stück Kuchen den wir von zu Hause mitgebracht haben. Zwischendurch bauen wir noch schnell unsere Mobile Klimaanlage auf, die Temperaturen liegen im Moment bei etwa 30°. Das soll auch die nächsten Tage so bleiben.

Wir beschließen gegen 18:30 mit unseren E-Bikes über einen Fahrradweg nach Ediger zu fahren. Ich dachte, es sei gleich die Nachbargemeinde, links von der Moselbrücke, wo man vom Campingplatz aus sieht. Im Nachhinein war es dann doch etwas weiter, es wurden 5,5 Kilometer. Die uns aber direkt an der Mosel und an zwei weiteren Campingplätzen vorbei führte. Der erste Platz hieß Campingplatz Nehren, genannt nach dem Ortsteil Nehren. Danach geht es einige Kilometer weiter nach Nordosten bis wir den Zweiten Ca.Platz „Zum Feuerberg“ am Ortsrand von Ediger erreicht haben. Beide Campingplätze sind wohl eher für Jahrescamper vorgesehen. Wir konnten noch einige Stellplätze am Moselufer für Wohnmobilisten sehen. In der Ortsmitte von Ediger verlassen wir den schönen Radweg, überqueren die Hauptstraße und schieben unsere Räder die schmale Kirchstraße hoch. Wo wir sie dann an einer Absperrung festmachen. Einige Meter vor uns kommt ein Belgischer Kleinwagen aus einer Seitenstraße, das ganze Viertel ist eigentlich wegen des Festes abgesperrt. An einer Minikreuzung dreht er um, aber keine 5 Minuten später taucht er in einer Gasse, die kaum breiter als sein Auto ist wieder auf. Er hängt mit seinen Außenspiegel in einem Hauseingang und kommt eigentlich nicht weiter. Nach vorne zu uns wird die Gasse noch schmäler. Ein paar vorbeigehende Fußgänger wollten schon Fotos von dem Chaos/Chaoten machen. Wir gehen weiter ein paar Meter noch und wir sind schon im Zentrum des Festes angekommen.
Laut dem Prospekt, den wir mitgenommen haben schauen wir uns die verschiedenen Ess-Angebote in Natur an. Vor uns sitzen auf einer Treppenstufe zwei jüngere Frauen und knabbern voller Inbrunst an einem sowie es scheint belegten Brötchen. Ich frage eine der Beiden, wie es denn schmeckt. Sie hebt voller Begeisterung den rechten Daumen. Ich zeige daraufhin auf den Stand der „Räucherbande“ der sich in einer Ecke des kleinen Platzes befindet. Hier gibt es laut Programmheft Pullet Pork in zweierlei Ausführungen (mit Weißkraut oder mit Zwiebel) beides auf Brötchen. Sie nickt mit einem Lächeln, und wir gehen an die Verkaufstheke um die Brötchen zu bestellen.

Wie man auf dem Bild erkennen kann, das Pullet Pork mit Weißkraut schmeckt hervorragend, auf das Brötchen könnte ohne weiteres verzichtet werden (es hat McDonalds Charakter). Zum Trinken holt meine Frau uns noch zwei Becher mit Traubensaft. Auf Wein oder sonstigen Alkohol verzichten wir, wir sind ja mit dem Fahrrad hier. Kurze Zeit bevor die Dämmerung herein bricht, fahren wir wieder zum Campingplatz zurück. Auf der Promenade oberhalb des Radwegs sehen wir ein Paar das ihr Fahrrad schiebt. Als die Frau dann aufs Fahrrad aufsteigt, zeigt sich dass ihr Mann nicht mehr in der Lage ist, auf sein Fahrrad zu steigen. Der Wein war wohl zu gut.
Bevor es dunkel wird haben wir unseren Campingplatz erreicht. Vor unserem Wagen angekommen, trinken wir noch ein Glas Hefeweizen bzw. einen Rotwein. Danach machen wir uns auf den Weg ins Waschhaus (4Min.) und zurück ins Bett.

Sonntag, den 10. Sept. 2023

Es ist schon 8:15 als wir heute aufstehen, offensichtlich haben wir etwas verschlafen. die Temperatur im Caravan war angenehm. Wohl mit Hilfe der Klimaanlage die wir gestern noch ein paar Stunden in Betrieb hatten. Ich mache mich auf den Weg zum Waschhaus, um mich etwas frisch zu machen. Danach gehe ich den kleinen Shop um die gestern bestellten Brötchen abzuholen. Danach mache ich mich auf den Heimweg zu unserem etwas weiter entfernten Stellplatz (5 Minuten). Währenddessen hat meine Gattin schon den Kaffee gemacht und den Frühstückstisch gedeckt. Wir sind süße Frühstücker, daher stehen Himbeer – Erdbeer-Marmelade sowie Honig auf dem Tisch. Natürlich gibt es auch Käse und Schinken, Salami und manchmal auch gekochte Eier. Die umliegenden Hügel die Senheim umgeben sind noch in Morgentlichem Nebel gehüllt, der sich aber bis 10:00 auflöst.
Kurz vor 11:00 entschließen wir uns mit den Fahrrädern an der Mosel abwärts zu fahren, soweit wir halt kommen. Von Senheim aus führt ein hübscher Radweg zum Nachbarort Mesenich, es herrscht hier reger E-Bike Verkehr. Allerdings sind die Radfahrer hier nicht mit den Urlaubern am Gardasee zu vergleichen. Man muss auch sagen, die Radweg hier sind schöner, auch breiter und das Publikum sind in meinen Augen alles Holländer. Die mit dem Fahrrad wesentlich geübter sind, als die Deutschen Omas die das E-Bikes wegen ihrer Konditionsschwäche schätzen. (Das ist vielleicht böse gesagt, aber meine Persöhnliche Einschätzung seit unserem Urlaub in Italien im Juni dieses Jahres).
In Mesenich fahren wir am Moselgasthof Andries vorbei, wo jetzt einige der Urlauber zum Mittagessen gehen. Wir haben ja heute Sonntag, da bietet sich es sich zum Essen gehen an.

Wir fahren weiter, kommen am Family Camping vorbei, der anscheinend bis zu 100 Urlauber Plätze inclusive einer Ferienwohnung anbietet. Laut einer Infotafel wird auch Pizza angeboten. Weiter geht es, auf der linken Seite des Radweges zwischen Moselufer und Weg sind Wiesen. Immer wieder mal entlang des Radweges befinden sich hübsche Sitzliegen, auf denen man eine Pause und sich ausruhen kann. Auf dem Nördlichen Moselufer befindet sich der Aussichtspunkt Sieben-Dörfer-Blick, von ihm kann man auf die 7 Dörfer blicken (Ellenz-Poltersdorf, Bielstein, Briedern,Mesenich, Senhals und Senheim). Einige Meter weiter in der Schleife kommt der Rieber Berg mit seiner bekannten Weinlage des Ortes Briedern („Rüberberger Domherrenberg„). Rechts vom Radweg sind ebenfalls große Felder mit schmackhaften Weintrauben. Wir haben selbstverständlich ein paar probiert.

Am Ortsbeginn von Briedern befindet sich ein kleiner Wohnmobilstellplatz, gleich danach müssen wir mit den Rädern auf die Hauptstraße ausweichen. Bis dann am anderen Endes des Ortes wieder ein Radweg beginnt (allerdings wesentlich schmäler). Auf der anderen Seite der Mosel (Nordseite) kommt die Doppelgemeinde Ellenz-Poltersdorf mit Ihren rund 900 Einwohnern, die ebenfalls von Wein und Tourismus geprägt ist. Für uns geht es aber noch ein Stückchen weiter. Etwa 2,5 Kilometer vor uns liegt der kleine Ort Beilstein „Das Dornröschen der Mosel genannt“ mit seiner Ruine Burg-Metternich. Kurz vor dem Ort überholen uns unsere Holländischen Platznachbarn. Sie wollen zum Baden in das Freibad von Ellenz-Poltersdorf. Dazu müssen sie aber mit einer kleinen Personen und Autofähre auf die andere Seite der Mosel übersetzen.
Sie sind schon eine Woche länger an unserem Campingplatz als wir, und kennen sich hier in der Gegend schon etwas aus. Die beiden sind vielleicht in unserem Alter, besitzen einen schönen Fendt Saphir oder ähnliches in unserer Caravan-Größe und ebenfalls einen VW Tiguan . Allerdings einen getunten mit über 300 PS.

Wir stellen unsere E-Bikes am Moselgeländer ab und verschließen sie. Es gibt hier einen Schiffs-Anleger von Viking River Cruises die wohl auch Mosel-Rundfahrten betreibt. Mit unseren Rädern stehen bestimmt noch 50 andere E-Bikes hier am Geländer. Sie besuchen alle den wunderschönen kleinen Ort (ca. 150 Einwohner), der Bernkastel-Kues bis auf seine Größe in nichts nachsteht. Alle Cafes und Restaurants des Ortes sind voll mit Besuchern aus Nah und Fern.

Gegen 13:15 fahren wir weiter Flussabwärts in Richtung Fankel wo sich eine der 10 Mosel-Staustufen hier in Deutschland befindet. Ab 2011 wurde die zweite Schleusen-kammer für Großmotorgüterschiffe mit einer Größe von 210 m × 12,5 m erweitert. soeben fährt gerade ein größeres Kreuzfahrtschiff aus der Schleuse heraus. Es ist die MS Prestige des Berliner Anbieter Reise Riese mit 110m Länge und 135 Passagieren.
Wenig später fahren wir am Campingplatz des Moselort Bruttig vorbei, wo sich die nächste Moselbrücke befindet, auf der wir dann die Uferseite wechseln können. Auf dieser der Nördlichen Moselseite wollen wir nach Senheim zurück fahren. Am Ende des Ortes geht es dann auf die Brücke hinauf. Hier treffen wir eine kleine Gruppe von Radfahrern die uns nach dem Weg fragen will. Da wir aber selbst nicht von hier sind, fahren sie weiter um einen Ortsansässigen Bewohner zu fragen. Wir überqueren die etwas hochgelegene Brücke und fahren über einen Zubringer hinunter zur B49 die von Cochem nach Trier verläuft und von einem Fahrradweg begleitet wird.

Nach etwa 2 Kilometer sind wir schon wieder an der Nordseite der Schleuse angekommen. Hier liegt ein Frachtschiff das Sand geladen hat. Und nach weiteren 5 Minuten sind wir schon wieder am Fähranleger von Beilstein angekommen. Drüben liegt jetzt die MS Prestige vom Berliner Anbieter Reise Riese am Schiffs-Anleger von Viking Cruise.

Weiter geht es am Campingplatz Happy Holiday und am Ortsteil Poltersdorf vorbei, und schon 1,5 Kilometer weiter in der Moselschleife kommt der Rieber Berg mit seiner bekannten Weinlage („Rüberberger Domherrenberg„) in Sicht. Wir halten an einem kleinen Parkplatz an. Hinter uns am Weinberg sehen wir einen der Hanglifte womit die Winzer mit ihren Arbeitsgeräten und Kisten voller Weintrauben (bei der Ernte) den Berg hinauf oder hinunter fahren müssen.
Gegenüber am Fluss ist die Ortschaft Briedern zu sehen, wohin diese Hanglage gehört. Hier liegen jetzt einige der Ausflugsdampfer die auf der Mosel unterwegs sind (die Mosella; Wappen von Trier; Stadt Zell; die Wappen von Bernkastel sowie ein weiteres Schiff) dessen Name ich nicht erkennen kann. Von hier sind es noch etwa 5 Kilometer bis nach Senhals einem Ortsteil von Senheim. Danach kommt der kleine Wohnmobilplatz von Briedern, bald darauf sehen wir die großflächigen Felder mit Weintrauben, die meiner Meinung zum Örtchen Mesenich gehören. Auf der anderen Seite des Flusses sehen wir jetzt Mesenich vorbeiziehen. Am Ortsrand von Senhals fahren wir nochmals an einem großen Wohnmobilplatz vorbei, wo bestimmt 20 Mobile in allen Größen und Marken stehen. Nach Senhals müssen wir wieder über die Moselbrücke fahren, um auf die andere Seite zu kommen. Gleich darauf sind wir schon an unserem Campingplatz dem Holländischen Hof angekommen.

Um 15:00 sind wir wieder am Platz zurück, knappe 4,5 Stunden waren wir unterwegs. Ca. 25 Kilometer war die Fahrstrecke die wir mit unseren kleinen Rädern zurück gelegt haben.
Jetzt gibt es erstmals ein kühles Glas Weizenbier zur Erfrischung, Es war relativ warm, aber auf dem Fahrrad ist es immer etwas Windig, und daher gut auszuhalten. Später trinken wir noch eine Tasse Kaffee und essen dazu einen Nussstollen von zu Hause. Danach machen wir noch einen Spaziergang über den Campingplatz, setzen uns auf eine der hübschen Sitzliegen, die am Flussufer stehen. Wir hoffen das noch ein paar Schiffe vorbei fahren. Aber im Moment ist kein Güterschiff oder Kreuzfahrtschiff in Sicht. Von unserem Caravan-Stellplatz sehen wir ab und zu mal ein Kreuzfahrtschiff vorbei fahren, aber meistens nur noch das hintere Ende des Schiffes.

Bei unserem Spaziergang über den Platz kommen wir auch am Inselhafen (Wirtschaft am Platz)vorbei. Haben uns die Preise für Essen angeschaut, vor unserer Fahrt hierher hatte ich im Internet schon einmal die Preisliste gesehen. Die heutigen Preise waren noch mal höher. Ein einfaches Wiener Schnitzel kostet hier 17 Euro und höherwertige Schnitzel ab 19 Euro. Wir haben gestern Abend beim Geschirr spülen mit einem Berliner Camper gesprochen, der uns sagte das Essen in diesem Lokal sei äußerst bescheiden.

Mittlerweile ist es fast Abend geworden, und wir uns zum Duschen bereit machen. Auf diesem Campingplatz benutzt man Duschmarken, die in der Rezeption zum Kaufen sind. Als ich gestern Abend zum ersten Mal hier duschen wollte, und in der Kabine am Automaten den Schlitz für die Duschmarken vergebens suchte. Im Gang davor war ein kleiner Automat mit Geld-Schlitz und vielen Lämpchen. Ein Camper erklärte mir die Prozedere des Duschvorganges, man muss eine Münze in diesen Automaten werfen, zuvor eine freie Kabine mit der Nummer auswählen. Diese Nummer dann im Geld-Automat bestätigen. In der Duschkabine dann wie üblich „Wasser Start oder Wasser Stop“ drücken. Das klappte auch heute hervorragend.
Heute Abend gibt es Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat im Eigenbau, dazu ein kühles Weizenbier. Die restlichen Abendstunden verbringen wir noch vor dem Caravan, bevor wir ein letztes Mal für heute zum Waschhaus gehen.
Die Tagestemperaturen lagen heute bei ca. 28°, es war durch unser Radfahren, bei dem immer ein sanftes Lüftchen weht, sehr erträglich.

Montag, den 11. Sept. 2023

Aufgestanden sind wir auch heute um kurz nach 8:00, nach einem kurzen Gang ins Waschhaus hole ich unser bestellten Brötchen aus dem netten Einkaufsshop und gehe zu unserem Stellplatz zurück. Wir geniesen unser Frühstück, überlegen dabei was wir heute unternehmen können. Zuerst muss ich aber noch die Toilettenkassette in der ca. 150 Meter entfernten Station entleeren. Ebenfalls müssen die beiden Frischwasser-tanks aufgefüllt werden.
Gegen 11:00 sind wir dann mit unseren Fahrädern aufgebrochen mit dem Ziel Bullay, es geht zuerst über die Moselbrücke nach Senhals. Im Ort kurz nach rechts fahren, wo wir dann den Moselradweg erreichen. Den Radweg bis nach Ediger-Eller kennen wir ja schon, am Samstagabend sind wir beim Weinfest in Ediger gewesen. Vorbei an den beiden Campingplätzen in Nehren und Ediger, hier am Ort gibt es auch einen kleinen Wohnmobilstellplatz. Heute Morgen stehen hier zwei große Luxusmobile von Concorde, die hier auf den billigen Plätzen übernachten. Gleich darauf sind wir in der Ortsmitte angekommen und suchen das Fremdenverkehrsbüro auf. Ich möchte nach irgendwelchen Radkarten oder Radtouren suchen, was genau ich suche weiß ich auch noch nicht.
Letzten Endes kaufe ich eine Rad- und Wanderkarte vom „Ferienland Cochem an der Mosel “ im Maßstab 1:25 000 mit, in der Hoffnung dass wir ein weiteres Mal Urlaub an der Mosel verbringe.

Touristen – Information in Ediger

Vor der Touristen-Information befindet sich ein überdachtes Rondell mit Bänken und einem Brunnen aus dem Trinkwasser fließt. Wir füllen unsere Wasserflaschen auf, und fahren wieder zum Radweg an der Mosel hinunter. Gleich darauf fahren wir am Ortsteil Eller vorbei. Wenige Meter weiter kommt die Eisenbahnbrücke Ediger-Eller die wir unterqueren. Vor der Brücke muss sich ein Zugang zum Klettersteig befinden.

Der Calmont-Klettersteig, führt Sie mit teilweise alpinen Herausforderungen auf 200 bis 300 Höhenmetern über der Mosel zwischen den Orten Eller und Bremm und quer durch die steilsten Weinberge Europas.

Unter der Eisenbahnbrücke durch führt ein schöner gut 3,5 Kilometer langer Radweg durch die Moselschleife bei Bremm. Wir sind umgeben von den Rebhängen des Calmont, der mit 378 Metern Höhe und einer 65 Grad Neigung zu den steilsten Weinbergen Europas gehört. Unser Weg geht am Weinort Bremm vorbei, am Ortsende sind wieder Bänke und Sitzliegen wie so oft an der Mosel aufgestellt. Hier machen wir eine kleine Pause, allerdings ist in der Sonne ziemlich heiß. So geht es bald weiter, es befinden sich ein paar Gärten am Wegesrand mit schönen Blumen denen ich nicht widerstehen kann.


Nach knapp einem Kilometer ist die Moselbrücke bei Neef erreicht, die wir jetzt überqueren müssen, da unser heutiges Ziel Bullay ist. Links der Brücke ist ein weiterer Wohnmobilstellplatz mit vielen Fahrzeugen zu sehen. Wir fahren nach rechts auf der Verkehrstrasse durch den Ort Neef, gleich am Ortsende kommt das Moselkraftwerk Neef mit seiner Schleuse in Sicht. Seit der Ortsmitte gibt es keinen Radweg mehr, ca 600 Meter weiter kommt ein Anzeigeschild auf einen Radweg. Wir müssen die Straße überqueren und durch eine Zugunterführung gehen. Hier beginnt ein Schotterweg, dem wir vielleicht 100 Meter folgen, bevor wir wieder umdrehen, und zur Straße zurück kehren. Bis zum Ortsrand von Bullay fahren wir jetzt auf der Uferstraße bei relativ wenig Verkehr entlang. Am Ortsrand von Bullay beginnt wieder ein Radweg, der durch einen Uferpark mit schattigen Bäumen führt. Wir fahren bis zu einem großen Platz wo sich der Fähranleger Bullay-Alf befindet.
Hier steht ein großes Veranstaltungszelt, wo bis gestern das 4 tägige Herbstfest des Ortes stattgefunden hat. Wir hören im Zelt Musik und Gesang die von einem Alleinunterhalter stammen. In einer Imbissbude daneben kann man sich Würstchen mit Brot, Currywurst, Pommes Frites oder Fischbrötchen kaufen. Wir entscheiden uns für einen Teller Pommes und gehen zum Essen auf eine Bank im Park zurück.

Vor drei Jahren waren wir mehrmals mit dem Fahrrad hier in Bullay. Damals hatten wir unseren Caravan in Zell an der Mosel stehen.
Auf einer Wiese standen damals Amerikanische Oldies /Straßenkreuzer, die sich hier zu einem Treffen verabredet hatten.

Ein weiteres Mal sind wir mit unseren E-Bikes hinauf zur Onkel Tom`s Hütte einer Straußenwirtschaft die hoch am Berg liegt. Um die Auffahrt zu dieser höchstgelegenen Weinschenke Europas zu finden, mussten wir auf steilen Pfaden ca. 2 Kilometer einen Weinberg hinauf fahren.

Der Name: Onkel Toms Hütte ist einer Geschichte geschuldet. Ein alter Hotelier mit Namen Bert verkaufte sein Anwesen vor Ort und erbaute Mitte der 60er Jahre die heute genannte „Onkel Toms Hütte“. Sein Freund, der Fährmann, trank ganz gerne einen über den Durst. Somit versorgte Bert seinen Freund regelmäßig mit Wein und Schnaps und verlangte im Gegenzug, dass dieser ihm viele Gäste schickte.
Der Fährmann konnte gut Geschichten erzählen und gaukelte den Leuten vor, hier oben sitzt ein alter Mann, dem der greise Bart schon in die Stuhllehne gewachsen sei. Das weckte das Interesse vieler Besucher, welche „Onkel Tom“ kennen lernen wollten. Außerdem nannten ihn alle Onkel Tom, somit entschied sich Bert sein neues Zuhause „Onkel Toms Hütte“ zu nennen.

Heute wollen wir nicht zur Hütte hinauf fahren, unser Heimweg ist dieses Mal auch wesentlich länger als vor drei Jahren. Als wir unsere Pommes verspeist hatten, holten wir unsere Räder und fuhren weiter an der Mosel entlang. Vorbei am Campingplatz dem Bärencamp der sehr interessant ausschaut und ebenfalls direkt an der Mosel liegt. An der Doppelstock-Eisenbahnbrücke drehen wir wieder um und fahren zurück zum Fähranleger. Wir wollen nicht mehr auf der Uferstraße nach Neef fahren, und entscheiden uns für die Überfahrt mit der kleinen Fähre nach Alf. Zusammen mit einem weiteren Ehepaar das ebenfalls mit den E-Bikes unterwegs ist, fahren wir hinüber, 3,50 Euro will er für die kurze Fahrt. Die Fähre in Beilstein war billiger.

Hier in Alf angekommen fahren wir sofort Richtung Ortsende, wo ebenfalls ein paar Wohnmobile stehen. Auf einem schönen Radweg geht es jetzt weiter in Richtung St. Aldegund wo sich unter anderem wunderschöne neugotische Kirche aus dem Jahre 1872 befindet. Wir kommen an einem sehr großen Wohnmobilplatz wo bestimmt mehr als 50 Mobile in allen Größen und Marken stehen. Gleich darauf fahren wir wieder am Moselkraftwerk /Neef mit seiner Schleuse vorbei. Einen weiteren Kilometer und wir sind an der Moselbrücke von Neef vorbei, wo wir bei der Anfahrt auf die andere Seite gefahren sind.

Hier beginnt wieder die Moselschleife bei Bremm, wir fahren jetzt auf einem 4,5 Kilometer langen Radweg durch die Moselschleife, und sind wie schon erwähnt umgeben von den Rebhängen des Calmont, der mit 378 Metern Höhe und einer 65 Grad Neigung zu den steilsten Weinbergen Europas gehört.
Ich wollte am Ortsrand von Bremm auf einer der Sitzliegen noch ein letztes Mal rasten, meiner Frau war es aber in der Sonne zu warm. So fahren wir halt weiter, auf einer Wiese vor der Eisenbahnbrücke in Eller-Ediger sind gerade zwei Gleitschirmflieger zur Landung herunter gekommen, und packen Ihre Schirme ein. Von hier sind es noch etwa 6,5 Kilometer bis zum Campingplatz.
Gegen 15:00 sind wir am Platz angekommen, wir haben heute etwas mehr als 31 Kilometer auf unseren kleinen E-Bikes zurück gelegt. Zum späten Mittagessen gibt es die Reste von gestern Abend „Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat“.

Dann wie üblich, Geschirr spülen, Duschen gehen und den restlichen Abend vor dem Caravan sitzen. Der Himmel war blau und die Temperatur heute lag bei ca. 28-30°.

Dienstag, den 12. Sept. 2023

Guten Morgen, es ist 8:00 als ich aus den Federn hüpfe, als erstes muss ich zum Campingshop hinauf gehen um unsere bestellten Brötchen zu holen. Es gibt hier ein sehr schmackhaftes Ciabatta, die Brötchen sind eher Durchschnitt. Nach dem Frühstück beschließen wir, mit dem Auto ins ca. 15 Kilometer entfernte Cochem zu fahren.

Vor drei Jahren wollten wir schon einmal das kleine Städtchen mit seiner wunderschönen Reichsburg besuchen. Die Burg wurde im Erbfolgekrieg zerstört und wurde 1868 von Louis Ravenè in kurzer Zeit wieder aufgebaut.

Kurz vor 10:30 kommen wir in der kleinen Reichsstadt Cochem an, fahren an der Moselstraße entlang, über uns thront die schöne Reichsburg von Cochem. Im Ort angekommen unterqueren wir die Brückenstraße mit der Moselbrücke, die auf die andere Seite der Mosel führt. Wir hatten zuvor ein Parkplatzschild gesehen, dem wir jetzt folgen. Wir biegen nach links in die Ravenèstraße und gleich darauf zurück in die Brückenstraße die uns zum Ortsausgang führt. Nach der Zugunterführung haben wir unser Ziel erreicht die Feuerwache mit dem Städtischen Parkhaus.
Jetzt gehen wir wieder zurück in den Bereich der Altstadt, in der Liniusstraße sucht meine Frau ein Geschäft das Ansichtskarten vertreibt. Etwas schwierig sind die Motive für unsere 4-5jährigen Enkelkinder zu finden. Im Anschluss gehen wir die Bernstraße in Richtung Markplatz hinauf, wo sich das 1739 im Barockstil erbaute Rathaus mit dem Martinsbrunnen befindet. Wir gehen hier noch weiter durch die Altstadtgässchen bevor wir wieder auf die Moselpromenade wechseln, und hier in Richtung der Skagerrak-brücke zurück gehen.

Rechts von uns befinden sich die Schiffsanleger der Örtlichen Ausflugschiffe, und hinter der Brücke etwas weiter entfernt sind drei Anlegestelle für Hotelschiffe zu sehen. Wir haben immer wieder mal ein paar Kreuzfahrtschiffe hier auf der Mosel gesehen. Auf einer der Sitzbänke am Moselufer setzen wir uns hin und beobachten eine Weile den Verkehr auf dem Fluss. Danach betreten wir die Brücke um noch ein paar Meter auf die andere Flussseite zu gehen. Von hier Oben kann man die Ausflugsschiffe wie die Treis-Karden sehen, die gerade neue Urlauber aufgenommen hat und soeben ablegt. Sie ist hauptsächlich auf der Linie zwischen Cochem und dem kleinen Moselort Beilstein unterwegs, den wir schon am Sonntag besucht haben. Auf der anderen Brückenseite, also Flussabwärts ist gerade ein Kreuzfahrtschiff angekommen, dessen Passagiere sich auf dem Weg in die Altstadt befinden.

Im Anschluss gehen wir auf der Altstadtseite im Treppenhaus der Skagerrak-Brücke zur Promenade hinunter. Hier befindet sich das Cafe / Bistro Filou, wo wir an einem freien Tisch Platz nehmen. Bei der Kellnerin bestellen wir zwei Schalen Eis, meine Frau hat sich einen Becher mit Nuss-Eis und einer Portion Sahne bestellt. Ich esse ein Spaghetti-Eis mit Erdbeeren, beide Eisbecher schmecken aber recht gut. Ursprünglich wollte ich einen Eiskaffee trinken/essen, aber bei einem Preis von über 8,00 Euro für das Glas, das war mir doch zu teuer. Ein paar Meter weiter befindet sich ein Brunnen, wo einige Tagesgäste sitzen, und offensichtlich auf ihren Stadtführer warten. Gerade eben fährt der Mosel-Wein-Express die Bimmelbahn wie sie liebevoll von den Einheimischen genannt wird los. Gleich dahinter befindet sich die aus schönen Bild-Ornamenten verzierte Kachelwand. Ein paar Meter weiter stehen drei Straßenmusiker und unterhalten uns mit Ihrer Musik. Ewas später kommt einer der drei an die Cafe-Tische und möchte Geld für die Musikalische Darbietung sammeln. Kurz darauf ziehen sie weiter an einen anderen Platz. Nachdem ich mein Eis gegessen habe, blättere ich nochmal kurz in der Getränke u. Eiskarte. Bei den Getränken angekommen, bin ich erstmals etwas geschockt, ein normales 0,5 Liter Bier sowie ein Weizenbier kostet hier 8,90 Euro. Ich bin mir nicht sicher, ob die Getränkepreise allgemein so hoch geworden sind, oder nur hier in Cochem.
Gegen 13.00 setzen wir uns wieder ins Auto und verlassen Cochem über die Mosel-brücke in südlicher Richtung. Kaum dass wir den Stadtrand erreicht haben, fängt es zu Regnen an. Aber es sind nur ein paar Tropfen die vom Himmel kommen. Kurze Zeit später haben wir die Moselbrücke bei Bruttig Fankel erreicht, die wir erst am Sonntag mit dem E-Bike überquert haben. Wenige Meter weiter kommen wir an der Wiese des kleinen Campingplatzes Bruttig Fankel vorbei. Gleich darauf sind wir auch schon an der Moselschleuse in Fankel vorbei. Nach der nächsten Moselschleife haben wir auch schon das nette Örtchen Beilstein erreicht, den wir sicher noch einmal besuchen werden. Auf dem Campingplatz angekommen trinken wir zur Erfrischung ein Glas Weizenbier und genießen die Ruhe auf dem Platz. Etwas später machen wir noch einen Spaziergang über den gut gefüllten Campingplatz.

Um etwa 17:30 fährt die MS Swiss Crystal, ein ca. 100 Meter langes Flusskreuz-fahrtschiff das bis zu 125 Passagieren Platz bietet an unserem Campingplatz vorbei. Viele Kreuzfahrtschiffe fahren in den frühen Vormittag und Abendstunden hier am Ca.-Platz vorbei, so dass wir die meisten Schiffe gar nicht sehen können. An den Wiesen in Ufernähe als auch an vielen Stellplätzen tummeln sich immer wieder viele Nilgänse. Ein Platznachbar verjagt sie immer wieder mit einem Besen, da sie offensichtlich sehr Aggressiv gegenüber den heimischen Enten und Gänsen sind. Angeblich drücken sie die Küken anderer Gänse u. Enten-Arten unter Wasser. Auch einige Nutrias können wir immer wieder am Platz beobachten. Laut Aussage eines Campingmitarbeiters sorgen sie dafür dass sich keine Ratten am Platz ansiedeln.
Zum Abendessen hatten wir heute geplant zum Pizzaessen nach Zell oder Mesenich zu fahren. Eine Pizza in Mesenich zu essen hatte sich aber zerschlagen, nachdem wir das Lokal auf dem Campingplatz gesehen hatten.(die guten Bewertungen haben sie vielleicht selbst geschrieben ???). Nachdem aber mein Magen nicht in der Lage war eine ganze Pizza zu verspeisen, verzichteten wir auch auf die Pizzeria in Zell. Stattdessen entschlossen wir uns für einen Nudelsalat, dessen Menge wir selbst regeln bzw. den Rest am folgenden Tag zu essen.
Gegen 19:00 fängt es an leicht zu Regnen an, eine Stunde später wird es beinahe ein Wolkenbruchartiger Regen. Den restlichen Abend verbringen wir jetzt im Caravan. Ich hatte einige DVDs von unserer Lieblingssendung „Verrückt nach Meer“ mit dabei, die wir anschauten. Wegen des starken Regens war die Lautstärke unseres Fernsehers aber dabei ziemlich überfordert. Gegen 22:00 gehen wir dann sowieso in die Koje.

Mittwoch, den 13. Sept. 2023

Guten Morgen, es ist 8:15 als wir aufstehen, der Himmel ist blau allerdings auch leicht bedeckt, die Temperatur liegt im Moment bei etwa 19°.
Wie immer gehe ich zum Einkaufsshop hinauf um unsere bestellten Brötchen zu holen. Die beiden Angestellten im Shop sind Holländerinnen wie die meisten Bediensteten hier am Ca. Platz und sehr freundlich. Mit unseren gestern bestellten Brötchen mache ich mich auf den Weg zum Stellplatz, wo meine Frau den Frühstücks-Tisch schon gedeckt und auf mich gewartet hat. Nach unserem reichhaltigen Frühstück überlegen wir unseren heutigen Tagesablauf.
Wir beschließen gegen Mittag ein weiteres mal mit dem Fahrrad nach Beilstein zu radeln. Jetzt am Vormittag möchte ich aber noch Wartungsarbeiten am Wohnwagen verrichten. Die Toilettenkassette muss wieder entleert , sowie die beiden Frischwasser-tanks aufgefüllt werden. Für das Ausgießen der gefüllten Toilettenkassette muss ich schon ein paar Meter weit gehen, der Frischwasserhahn ist dagegen nur etwa 50 Meter entfernt. Als nächstes laden wir noch die Accus unserer E-Bike frisch auf.
Gegen 12:30 machen wir uns auf den Weg nach Beilstein. Auf dem Fahrradweg fahren wir an Senheim vorbei, von hier geht es an der Mosel entlang bis zum Nachbarort Mesenich. Am Ufer entlang befindet sich eine Parkähnliche Anlage mit etlichen Sitzbänken. Am Ortsende auf der rechten Seite kommt der hübsche Moselgasthof Andries in Sicht, wo am vergangenen Sonntag einige Urlauber zum Essen gegangen sind. Weiter geht es, ab jetzt biegt der Fahrradweg von der Hauptstraße ab, wir kommen am Family-Camping Mesenich vorbei, der gut besucht ist. Hier befindet sich auch die besagte Pizzeria von gestern Abend. Gleich darauf kommen die ersten Weinreben-Felder in Sicht. Hier gibt es abwechselnd Trauben für Weisswein oder Rotweine. Die Reben für den Weisswein schauen oft noch sehr trocken aus(vielleicht sind sie auch für eine spätere Lese). Dagegen sind die Roten Trauben oft voll Mundig und saftig. Wir können nicht widerstehen und probieren einige der süßen Beeren, die sehr gut munden.

Vor uns in der Moselschleife kommt jetzt der kleine Winzerort Briedern. Links von uns an der anderen Moselseite befindet sich der Rieber Berg mit seiner bekannten Weinlage die zum Ort Briedern („Rüberberger Domherrenberg„) gehört. Am Beginn des Ortes ist wie fast überall an der Mosel ein (kleiner) Wohnmobilstellplatz. Danach ist eine Anlegestelle für Ausflugsdampfer (Wappen von Trier; Stadt Zell; die Wappen von Bernkastel und andere) zu sehen. Durch die Ortschaft müssen wir auf der Straße fahren, bis am Ortsende wieder ein Radweg beginnt. Von hier bis zu unserem Ziel sind es noch etwa 2,5 Kilometer. Der Radweg ist etwas schmäler und geht neben der Verkehrstrasse, bei wenig Gegenverkehr ist das kein Problem. Auf der anderen Moselseite gleitet Poltersdorf ein Ortsteil von Ellenz vorbei. Danach können wir den Campingplatz Happy Holiday sehen, wo wir schon vor ein paar Tage vorbei gefahren sind. Dann haben wir auch schon den kleinen Ort Beilstein erreicht. Vor der kleinen Ortschaft unterhalb der Burgruine Metternich ist ein Hang mit Weinreben bepflanzt. Wie schon bei unserem ersten Besuch ist das Geländer an der Mosel mit abgestellten Rädern (E-Bike) übersät. Wir verschließen unsere Fahrräder direkt neben der Fähranlegestelle nach Ellenz an einer noch freien Stelle des Ufergeländers.

Wir betreten zum zweiten Mal die kleine Ortschaft, die den BeinamenDas Dornröschen der Mosel “ trägt. Nach Überquerung der Uferstraße, kommen wir an zwei Weinstuben und einem Eiscafe vorbei. Das letzte Mal hatten wir hier einen Becher Eiscreme gegessen, der ausgezeichnet geschmeckt hat. Man hat den Eindruck, das der gesamte Ort mit seinen knapp 150 Einwohnern aus Gaststätten, Hotels oder Restaurants besteht. Jedes zweite Haus hier ist im Touristikbereich tätig. Wir gehen zuerst die Bachstraße entlang, zur Rechten geht es zum Marktplatz mit dem ehemaligen Zehnthaus und der ehemaligen Pfarrkirche St. Christopherus. Zur linken geht es in die kurze Fürst-Metternich-Straße, wo die steile Klostertreppe, zu dem Karmeliterkloster mit der Schwarzen Madonna, dem Prunkstück der barocken Klosterkirche führt.

Von hier Oben hat man eine schöne Aussicht auf die Mosel, den Ort Beilstein und die auf der gegenübenden Seite des Flusses liegende Gemeinde Ellenz. Der Platz vor der Kirche und dem Kloster ist durch große Sonnenschirme geschützte Tische und Stühle gefüllt. Sie werden durch das Kloster-Restaurant & Cafe bewirtschaftet.
Zuerst betreten wir die kleine Pfarrkirche St. Christopherus die offensichtlich seit 1948 bzw. 1950 von Karmeliterpater wieder benutzt wird. Wir verlassen die im 17. Jahrhunderts im Stil des Barock erbauten Kirche, beeindruckt durch die wunder-schönen und klaren Linien.

Diese drei Bilder sind nicht von mir

Die dreischiffige Kirche ist in fünf  Joche gegliedert. Das Hauptschiff und die beiden Seitenschiffe werden von Kreuzgratgewölben mit kräftigen Gurt-und Schildbögen überspannt. Diese ruhen auf mächtigen Säulen, die von hohen, achteckigen Sockeln getragen werden.
Die Orgel in der Klosterkirche ist ein Werk des Orgelbauers Balthasar König aus Münstereifel/ im Süden Nordrhein-Westfalens aus dem Jahre 1738. 

Die meisten Tische vor dem Klostercafe sind belegt, ich betrete das Cafe das im Innenraum einen guten Eindruck macht. Durch eine weitere Türe kann man in einen Patio ähnlichen Garten schauen. An einem Ausgabefenster hat man einen Blick auf die Kuchenvitrine die durchaus mit Schmackhaften Kuchen und Torten belegt ist. Allerdings muss ich feststellen, dass für eine Tasse Kaffee und und ein Stück Kuchen fast 10 Euro zu bezahlen sind.
Wir gehen die steile Treppe wieder nach unten und gehen auf der Bachstrasse entlang, bis eine Abzweigung zur Burgruine kommt. Hier drehen wir wieder um und gehen die Klosterstraße entlang bis wir an der Rückseite der Kirche bzw. des Klosters angekommen sind. Wir gehen wieder zu unseren Fahrrädern am Moselufer. Zurückblickend hat der kleine Ort bis auf seine Größe durchaus eine Ähnlichkeit mit Bernkastel-Kues.
Auf dem gleichen Weg geht es jetzt wieder Richtung Senheim zurück. Nach ca.2,5 Kilometer haben wir den kleinen Ort Briedern erreicht. In der darauffolgenden Moselschleife kommen auf beiden Seiten der Mosel die großflächigen Felder mit Weintrauben. In einer der Weinfelder haben wir schöne Trauben entdeckt, beim Winzer, der in der Nähe ist, bekommen wir vier schöne Weinreben geschenkt.

Um etwa 15:00 sind wir wieder an unserem Campingplatz Holländischer Hof angekommen. Wir haben noch einen Rest vom Nudelsalat von gestern Abend, dazu der Rest vom heutigen Baguette. Später trinken wir unseren in Beilstein entgangenen Kaffee und ein Stück Gebäck, das wir noch von zu Hause mitgebracht haben. Für heute Abend haben wir uns entschlossen das Pizzaessen in Zell/Mosel nachzuholen.
Da meine Frau immer sehr früh Abendessen möchte fahren wir schon um 17:00 los. Da der Dieselpreis heute um ein paar Cent gefallen ist, fahren wir noch an die Tankstelle, die sich am Ortsende von Senheim befindet. Für die Heimfahrt brauchen wir einen vollen Tank, ansonsten müssten wir auf der Autobahn tanken, bei ungleich höheren Preisen. Für die knapp 21 Kilometer nach Zell brauchen wir eine halbe Stunde. Am Ortsrand von Zell/Kaimt liegt unser Campingpark Zell, den wir im Jahr 2020 besucht haben. Nachdem wir die Moselbrücke überquert haben, sind wir ein paar Minuten später in der Altstadt von Zell angekommen. Hier befindet sich die Pizzeria La Terrazza die wir besuchen wollen. Da wir noch etwas zu früh sind, gehen wir ein paar Schritte durch die kleine Stadt.

Danach betreten wir die Pizzeria, wo wir schon in 2020 einmal zu Gast waren. Kurz gesagt die Pizza war in unserer Erinnerung damals besser, auch das Männliche Bedienpersonal war heute Grenzwertig. Unser Besteck wurde erst nach der Pizza gebracht. Das Wetter war während unseres Essens etwas kühl und ziemlich zügig gworden, so dass auf der Außen-Terrasse von anderen Gästen schon mal die Tische und Sitzplätze gewechselt wurden. Auf dem Gang zu unserem geparkten Auto fing es leicht an zu Regnen.
Um 19:45 sind wir schon wieder am Campingplatz zurück, das Regnen hat wieder aufgehört. Unser Holländischer Nachbar hat mittlerweile schon sein Vorzelt abgebaut, da sie Morgen Früh wieder nach Hause fahren wollen. Wir sitzen noch einige Zeit unter unserer Markise bei einem Weizenbier und Glas Rotwein. Gegen 22:00 machen wir uns auf den Weg ins Waschhaus, und danach ins Bett.

Donnerstag, den 14. Sept. 2023

Als wir gegen 8:15 aufstehen, sind auf der Südseite gegen Senheim die Hügel in Nebel gehüllt, der sich aber meistens nach einer Stunde auflöst. Dagegen ist die Sicht nach Norden auf die Moselseite (Senhals) immer frei. Es ist heute ziemlich kühl, unser rechter Nachbar der eigentlich ein Naturbursche zu sein scheint, hat eine Jacke angezogen. Er sagte zu mir: oh ist heute kühl. Auch sie reisen heute wieder nach Hause, und er packt sein Inventar zusammen. Ich gehe zum Campingshop um unsere Brötchen zu holen. Als ich wieder komme, ist der Nachbar fast zur Abfahrt bereit. Wir helfen ihm seinen Caravan an das Zugfahrzeug zu hängen. Seine Frau sagt zu uns: „SIE SIND GUTE NACHBARN GEWESEN“. So etwas haben wir noch nie in unseren 30 Camping-Jahren gehört. Wir bedanken uns bei der Holländischen Nachbarin. Wenig später fahren sie los, wir winken Ihnen noch nach.
Später am Vormittag brechen wir mit unseren Rädern auf, es geht an der Mosel entlang in Richtung Briedern, wo die schönen Weinrebenfelder stehen. Danach drehen wir wieder um und fahren nach Senheim zurück. Der Weinort ist kleiner als erwartet, so sind wir nach ein paar Meter schon an der Zufahrtsstraße, die vom Hunsrück hier herunter führt. Es geht hier ziemlich eng und Steil die Serpetinenstrasse nach oben. Bei der Herfahrt habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, wenn es hier am Berg einen Gegenverkehr gibt. Nachdem wir hier am Ortsrand die Situation erleben, dass ein LKW ausweichen muss, weil von Oben ein Fahrzeug kommt, beschließe ich unsere Heimfahrt über Zell und über die Bundesstraße 421 zu machen.

Etwas später am Nachmittag haben wir noch Kaffee getrunken, ein Mitarbeiter vom Campingplatz ist mit seinem Rasenmäher-Traktor gekommen, und hat den nun freien Nachbarstellplatz gemäht. Wir stellen unser Auto auf die Seite, so dass er auch bei uns durch-mähen kann. Es ist heute nicht mehr so warm wie in den vergangen Tagen, man muss sich direkt in die Sonne setzen. Danach machen wir nochmals einen Spaziergang über den ganzen Platz, bis hin zur Spitze der Halbinsel. Wer hier wohnt hat einen sehr weiten Weg bis zum Waschhaus vorne bei der Rezeption. Am Moselufer gibt es mehrere hübsche Sitzliegen, die man benutzen kann um nach Schiffen zu schauen, wenn welche kommen. Wir legen uns auf einer der Liegen und hoffen noch ein Kreuzfahrtschiff zu sehen.
Unseren letzten Abend genießen wir wie immer vor dem Caravan bei Bier und Wein.

Freitag, den 15. Sept. 2023

Guten Morgen, wir haben heute wieder einen strahlend blauen Himmel. Die Morgen-Temperatur ist stark zurück gegangen, unser Thermometer zeigt knappe 10,5° an. Der Herbst zeigt sich immer deutlicher. Kurz vor 8:00 gehe ich zum Lebensmittelshop hoch, um unsere bestellten Brötchen und das Baguette zu holen. Als die Bedienung im Backshop mich nach einer Bestellung für Morgen Früh fragt, lehne ich ab. Wir haben kurzfristig entschieden, heute am Spätnachmittag die erste Etappe bis nach Bad Rappenau zu fahren. Am Stellplatz angekommen hat meine Frau den Frühstückstisch schon gedeckt. So dass wir in der Strahlenden Morgensonne unser Frühstück genießen können.
Unser Holländische Nachbarn von Gegenüber sie reisen auch ab, zurück nach Hause. Sie waren sehr nett, wenn auch eine Sprachbarriere bestand. Unser Klimaanlage haben wir schon gestern abgebaut. Wenig später bauen wir unsere E-Bike ab und verstauen sie im Kofferraum des VW Tiguan Allspace. Am frühen Nachbarplatz wird der erste Stellplatz in unserer Reihe von einem älteren Mann mit seinem Wohmobil belegt. Wenig später kommt ein Mitarbeiter vom Camping-Platz vorbei, der bei Ankunft und Abfahrt den verbrauchten Strom abliest, und schließt sein Stromkabel an. Ich frage ihn, ob er bei uns gegen 16:30 unseren Strom ablesen kann, und das Stromkabel abnehmen kann. Er macht sich eine Notiz darüber.

Mit dem neuen Camper wechsele ich noch ein paar Worte. Er erzählt dass noch sein Freund mit einem weiteren Wohnmobile auf den Stellplatz zwischen uns kommt. Kurz nach 16:15 drehe ich Kurbelstützen hoch, damit ich später den Caravan drehen und an unser Auto anhängen kann. Pünktlich um die verabredete Zeit ist der Camping-Mitarbeiter wieder da um unseren Strom abzulesen.

Bei der Abfahrt aus unserer Straße gibt es plötzlich ein Problem, der ältere Mann mit seinem Wohnmobil hat später sein Fahrzeug um ein paar Meter zurück gesetzt. Die Folge war, ich musste zweimal zurück setzen und korrigieren, bis ich um sein Fahrzeug herum fahren kann. Kurz vor 17:00 sind wir mit unserem Fahrzeug an der Rezeption angekommen. Meine Frau steigt aus und geht in die Rezeption hinein. Im Nu ist die Rechnung dank fertiger Stromablesung erledigt und wir können den Campingplatz Holländischer Hof verlassen. Wie geplant fahren wir über die Moselbrücke bei Senhals und weiter geht es auf der B 49 nach Zell/Mosel. 20 Minuten später sind wir hier in Zell angekommen, ein letzter Blick auf die kleine Stadt.

Auf der B 421 geht es nun die Serpentinen in den Hunsrück hinauf. Bis zur Autobahnauffahrt bei Rheinböllen sind es nun knappe 50 Kilometer. Das Wetter ist immer noch Schön und der Verkehr heute am Freitag hält sich in Grenzen. Irgendwo nach Kappel müssen wir noch mal aufpassen, um auf die richtige Straße B50 nach Simmern zu kommen. Die Autobahnauffahrt bei Rheinböllen erreichen wir nach 18:30. Hier auf der A61 ist eine riesige Baustelle die uns einige Kilometer begleiten wird. Der Verkehr ist ziemlich stark geworden, vielleicht macht sich das kommende Wochenende bemerkbar. Irgendwann fahren wir an der Stadt Worms vorbei, hier hat am Dienstag ein schwerer Hagelsturm große Schäden an Autos sowie an Weinbergen hinterlassen.
Etwas mehr als eine Stunde später ist auch schon die Rheinbrücke bei Speyer erreicht. Wir müssen aber noch ca. 60 Kilometer weiter bis nach Bad Rappenau fahren. Das Technikmuseum in Sinsheim können wir dieses Mal von der entgegen gesetzten Fahrbahn gut erkennen. Kurz darauf sind wir im ARAL-Rasthof angekommen, hier haben wir auch schon bei der Herfahrt übernachtet. Es ist jetzt kurz nach 20:30, und schon fast dunkel als wir den Rasthof erreichen, der fast bis auf den letzten Parkplatz gefüllt ist. Wir stellen uns an den Rand des Fahrweges und hoffen im Lauf des Abends einen anderen Parkplatz zu bekommen.

Als wir im Jahr 2020 hier auf dem Rasthof waren, konnten wir damals noch etwas spazieren gehen, das fällt heute aus. Bis wir in der Tankstelle die Platzgebühren an der Kasse bezahlt haben, ist die Dunkelheit schon vollständig eingebrochen.
Nachdem ich die hinteren Kurbelstützen herunter gedreht habe, machen wir uns im Caravan gemütlich. Meine Frau deckt den Tisch, wir haben von heute Morgen ein weiteres Baguette mitgebracht, das jetzt gute Dienste leistet. Ferne gibt es Schinken, Hering in Tomatensoße und Wiener Würstchen zu essen. Dazu ein Weizenbier, mehr sollte man auch nicht zur späten Stunde essen. Kurz vor 22:00 gehen wir ins Bett, einen anderen Parkplatz bekommen wir nicht mehr, dann muss es halt so gehen.

Samstag, den 16. Sept. 2023

Wir haben relativ gut geschlafen, es war in der Nacht kaum LKW Bewegung auf dem Rasthof. Vielleicht hat sich das Wochenend-Fahrverbot für LKWs bemerkbar gemacht. Erst am frühen Morgen sind ein oder zwei LKWs losgefahren. Kurz vor 7:00 stehen wir auf und machen uns fertig zur Abfahrt. Mit dem Accu-Schrauber drehe ich die Stützen hoch und schon geht es los. Leider verpassen wir gleich die erste Autobahnauffahrt und fahren ca. 300 Meter zu weit. Hier bei einem Park & Ride Parkplatz können wir umdrehen und bei der richtigen Auffahrt auf die Autobahn auffahren. Kurze Zeit später fahren wir an der Autostadt Neckarsulm vorbei, wo sich ein Audi-Werk mit 14.000 Beschäftigten befindet. Unsere Fahrt geht nach Osten der aufgehenden Sonne entgegen, die mir heute Morgen schwer zu schaffen macht. Trotz der herunter geklappten Sonnenblende im Auto konnte ich teilweise die Fahrbahn schlecht erkennen. Erst nachdem die Sonne oder wir die Richtung gewechselt haben, war es angenehmer zu fahren. Nach etwa 1 1/4 Stunden sind wir am Autobahn Dreieck Feuchtwangen-Crailsheim angekommen, von hier geht es jetzt auf der A7 nach Süden. Der Zustand der Fahrbahn auf Plattenbauweise lässt teilweise zu wünschen übrig. Das andauernde Poltern auf der Straße ist für Auto und Caravan nicht angenehm. Es ist jetzt 9:30 geworden, als wir das nächste Autobahnkreuz in Ulm/Elchingen erreicht haben. Auf der A7 in Richtung Memmingen geht es jetzt weiter. Wir haben Glück, das befürchtete Chaos zwischen Vöhringen und Memmingen, das normalerweise an jedem Wochenende herrscht ist bisher ausgeblieben. Eine dreiviertel Stunde später um 10:15 haben wir die Abfahrt Memmingen-Süd erreicht.
Da wir heute noch nicht gefrühstückt haben, fahren wir in der Woringer Straße vorbei. Hier befindet die Filiale einer Bäckerei in einem Lebensmittel-Discounter, wo meine Frau jetzt Brötchen und Brezeln sowie Brot kauft. Wenig später sind wir zu Hause in Ottobeuren angekommen. Wie immer ziehe ich mit meinem Auto den Caravan über eine Bordsteinschwelle in die Garageneinfahrt.
Hier wird das Auto abgestellt, und wir gehen in unsere Wohnung, um endlich unser versäumtes Frühstück schnellstens nach zu holen.

Fazit:
Wir hatten eine schöne und Interessante Woche hier an der Mosel. Der Campingplatz Holländischer Hof entsprach unseren Erwartungen und lag direkt an der Mosel. Wir sind nebenbei auch Kreuzfahrt-Fans, allerdings im Hochseebereich. Wir hatten gehofft viele Flußkreuzfahrtschiffe an unserem Campingplatz vorbei fahren zu sehen. Leider war es nicht der Fall.
Eine dreiviertel Woche lang hatten wir sehr warme Herbsttage, danach sind die Temperaturen etwas zurück gegangen. Das Speiselokal am Ca.-Platz hat mir nicht gefallen, auch die Preise waren in meinen Augen viel zu hoch für einen Campingplatz.
Positiv waren die vielen schönen Radwanderwege an der Mosel, die wir gefahren sind, ausgenommen der Radweg(zwischen Neef und Bullay) der nur aus Schottersteinen bestand. Wir werden bestimmt ein weiteres Mal an die Mosel fahren, ob es dann Zell/Mosel oder hier in Senheim sein wird, lasse ich mal offen.

2 Kommentare zu „Unsere Herbstreise an die Mosel 2023

    1. Hallo Henk !
      Es freut mich wenn Dir mein Reisebericht von der Mosel gefallen hat.
      Vielleicht sehen wir uns dieses Jahr am Ca. Monplasir wieder.
      Wir denken, in diesem Jahr wieder in die Provence zu fahren, und ein paar Tage in St. Remys zu verbringen
      liebe Grüße
      Hermine & Heinz

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